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Aktuelles

Sammelaktion „Brillen für Nepal“ überaus erfolgreich 02.08.2017

Sammelaktion „Brillen für Nepal“ überaus erfolgreich

 

Über 8.000 Brillen gesammelt, inzwischen fast 3.000 in Nepal verteilt

 

Vision sucht engagiert Augenärzte oder Optiker für die nächste Verteilung

Fürth, 22.Juni 2017

 

 

Auf Initiative von Vision for the World e.V. haben sich zahlreiche Optiker und Lasercentren bereit erklärt, Brillen von ihren Kunden, die nicht mehr benötigt werden, zu sammeln.

 

Die nicht mehr benötigten Brillen wurden in den Optik-Geschäften von den Kunden abgegeben. Danach gereinigt, geprüft und beschriftet und Vision for the World übergeben. Insgesamt wurden mehr als 8.000 Brillen für Nepal gesammelt. Die gesammelten Brillen werden von Vision for the World nach Nepal verschickt. Die erste Lieferung von fast 3.000 Brillen wurde inzwischen in Nepal verteilt.

 

Seit über zehn Jahren betreut und unterstützt Vision for the World mit  humanitären Maßnahmen die beiden Krankenhäuser in Biratnagar und Lahan im südlichen Teil von Nepal. Durch die sehr erfolgreiche Brillen-Sammelaktion werden bedürftigen und sehbehinderten Menschen in Nepal geholfen, die sich keine Sehhilfe leisten können.

 

„Wir  haben uns über das Engagement und die erfolgreiche Sammelaktion  der Optiker und der Lasercentren gefreut, die an dieser humanitären Aktion mitgewirkt haben, um in Nepal konkret helfen zu können. Unsere langjährige Erfahrung und Kenntnisse der Verhältnisse in Nepal werden dafür sorgen, dass die Brillen an die sehbehinderten und bedürftigen Menschen verteilt werden“, so Susanne Grethlein, zweite Vorsitzende von Vision for the World.

 

Am 20. April 2017 flogen Frau Nachtmann-Leitl von der uvex safety group aus Fürth und Frau Deckert von der Rupp+Hubrach Optik GmbH aus Bamberg erneut wieder nach Nepal, um während ihres mehrwöchigen Aufenthaltes Vision for the World bei ihren unterschiedlichen Projekten zu unterstützen. Eine wichtige Aufgabe in diesem Jahr war unter anderem  die fachgerechte Verteilung der ersten Lieferung von 3.000 gesammelten Brillen.

 

„Um die Aktion auch weiterhin erfolgreich fortzuführen bedarf es jedoch weiterer Freiwillige“, so Max Reindel erster Vorsitzender von Vision for the World. „Wir suchen daher engagiert Augenärzte oder Optiker die in Ihrem Urlaub nach Nepal gehen, um dort in den Bergdörfern die nächsten Lieferungen der gesammelten Brillen zu verteilen. Es ist wichtig, die Menschen direkt in ihrem Ort zu erreichen. Manchen ist es einfach, auf Grund von Ihrem Gesundheitszustand oder den finanziellen Mitteln, nicht möglich in die Krankenhäuser in Biratnagar oder Lahan zu kommen.“ So Reindl weiter.

 

 

 

Vision for the World e.V.

 

„Vision for the World“ wurde im Jahre 2002 mit dem Ziel gegründet, in den Ländern der Dritten Welt die Verhütung und Heilung von Blindheit zu unterstützen sowie das Risiko der Erblindung nachhaltig zu mindern. Der gemeinnützige Verein arbeitet mit anerkannten und erfahrenen Hilfsorganisationen zusammen und unterstützt ausgewählte Projekte nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.vision-for-the-world.org

 

Vision for the World

c/o Susanne Grethlein

Otto-Seeling-Promenade 2-4

90762 Fürth

grethlein@vision-for-th-world.org

Gen-Editing-Verfahren und Mutationen: Panikmache hilft niemandem25.07.2017

Gen-Editing-Verfahren und Mutationen: Panikmache hilft niemandem

Eine Studie über viele unbeabsichtigte Mutationen bei der Genom-Editierung
mittels der CRISPRCas9-Genschere, über die wir auch in den PRO RETINA News
am 08.06.2017 [1] berichteten, irritierte Forscher und die interessierte
Öffentlichkeit. Jetzt publizierten Kollegen einen Bericht mit möglichen
Erklärungen, über den die Autorin Inge Wünneberg auf heise.de [2]
berichtet:

"Auf Widerstand und Kritik in der internationalen Forschergemeinde von
Spanien bis Australien ist eine Studie gestoßen, die Bedenken an der
Sicherheit des neuen Gen-Editing-Verfahrens CRISPRCas9 weckt. Das Ende Mai im
Journal Nature Methods [3] veröffentlichte Paper von Wissenschaftlern dreier
angesehener amerikanischer Universitäten war vor der Publikation nicht von
Fachkollegen begutachtet worden – ungeachtet seiner brisanten
Schlussfolgerungen und des kleinen Studienumfangs. Untersucht wurden nämlich
nur zwei Mäuse, eine dritte Maus lieferte die Kontrolldaten.

Das Team um Alexander Bassuk und Vinit Mahajan berichtet in dem Paper
allerdings von mehr als 1500 Mutationen an einzelnen Nukleotiden sowie mehr
als 100 größeren Veränderungen an anderen als den beabsichtigten Stellen
im Erbgut von zwei Mäusen. Die beiden Mäuse hatten zuvor eine Behandlung
mit CRISPR erfahren. Damit sollte eine Genmutation eliminiert werden, die
Mäuse erblinden lässt.

Das sechsköpfige Forscherteam der Stanford University, der Columbia
University und der University of Iowa hatte sich bei der Suche nach den von
der Genschere verursachten unbeabsichtigten Mutationen nicht auf die zuvor
von Algorithmen berechneten Regionen des Genoms beschränkt. Vielmehr hatten
die Wissenschaftler das gesamte Erbgut auf Veränderungen untersucht.

Auf die zahlenmäßig erstaunlich hohen Funde an Genveränderungen in dem
Paper aus Nature Methods gingen jetzt sieben Forscher in ihrem Beitrag im
Journal bioRxiv [4] ein. Ihre These dazu lautet, es handle sich bei den
gefundenen Mutationen "höchstwahrscheinlich um Varianten, die bereits zuvor
existiert hatten und nicht um von CRISPR verursachte Mutationen". Daher
äußerten die Autoren des jetzt am 5. Juli online veröffentlichten Beitrags
die dringende Bitte, die Verfasser der in Nature Methods veröffentlichten
Studie möchten ihre "Schlussfolgerungen revidieren oder neu formulieren, um
zu verhindern, dass irreführende und ungesicherte Aussagen in der
Wissenschaftsliteratur Bestand haben".

Denn die sogenannten Off-Target-Mutationen, also unbeabsichtigte Eingriffe
durch das CRISPRCas9-System fern der Zielstelle, gelten als Achillesferse des
noch jungen Verfahrens. Sollte man sie nicht irgendwann zuverlässig in den
Griff bekommen, könnten sie bei Gentherapien für den Menschen zu mehr oder
weniger starken Nebenwirkungen führen. Selbst einige der Erfinder haben vor
dieser Gefahr gewarnt. Es wird allerdings bereits an präziseren Varianten
gearbeitet, um die Technik für eine Anwendung beim Menschen sicher zu
machen.

Wie sensibel das Thema jedoch ist, zeigte die Tatsache, dass die
Veröffentlichung in Nature Methods die Börsenkurse von zwei mit diesen
Genverfahren arbeitenden Biotech-Unternehmen um etwa 15 Prozent sinken ließ.
Beide Firmen planen, auf CRISPR basierende Gentherapien zu entwickeln und
wehrten sich entsprechend gegen die Studie. Abgesehen davon sind bereits fast
20 klinische Studien, die auf der CRISPR-Technik basieren, in der
Vorbereitung oder auch schon gestartet. Es lässt sich an diesem Punkt also
nur Vorsicht einfordern: von den Forschern, dass sie bei allem Enthusiasmus
für die vielversprechenden neuen Möglichkeiten nicht die Sicherheit außer
Acht lassen. Andererseits hilft Panikmache all den betroffenen Patienten
nicht, die auf die Heilung durch künftige Gentherapien hoffen. Vielleicht
ist dieses Verhalten der angemessene Mittelweg: eines der beiden Unternehmen
hat seine eigenen Pläne für eine Studie, bei der mit CRISPR eine
Augenkrankheit geheilt werden soll, vorerst verschoben."

Autorin: Inge Wünnenberg

Quelle: heise.de vom 18.07.2017 [5]



Links aus diesem Beitrag:
[1]
http://www.pro-retina.de/newsletter/2017/genom-editierung-ungewollte-mutationen
[2]
https://www.heise.de/tr/blog/artikel/Panikmache-hilft-niemandem-3771136.html
[3]
https://www.nature.com/nmeth/journal/v14/n6/full/nmeth.4293.html#/supplementary-information
[4] http://www.biorxiv.org/content/early/2017/07/05/159707
[5]
https://www.heise.de/tr/blog/artikel/Panikmache-hilft-niemandem-3771136.html

Kann LED-Licht die Netzhaut schädigen?12.06.2017

Kann LED-Licht die Netzhaut schädigen?

 

LED-Leuchtmittel (LED - light emitting diode – lichtaussendende Diode)
kommen im Alltag immer mehr zum Einsatz. Im Sommer 2016 zeigten französische
Forscher im Tierversuch, dass sich auch nach normaler Einstrahlungsstärke
und -dauer Anzeichen von Schäden an der Netzhaut nachweisen lassen. Vor
allem Patientinnen und Patienten mit Netzhauterkrankungen könnten nun
verunsichert sein, da sie verständlicherweise eine Belastung der Netzhaut
und einen damit verbundenen Visusverlust vermeiden möchten. Daher stellt
sich die Frage, wie die Wirkung von LED-Licht auf die Netzhaut zu beurteilen
ist und zu welchen Vorsichtsmaßnahmen geraten werden kann.

Frank Kießling, Spezialist für Arbeitsplatzbeleuchtung vom BFW in Halle,
hat beim Sight City Forum 2017 dazu einen Fachvortrag gehalten, der in diesem
Newsletter zusammengefasst wird.

 

Meldung

 

LED-Leuchtmittel bringen viele Vorteile. Sie sind im Gegensatz zur klassischen Glühbirne sehr energiesparend und im Gegensatz zur
Leuchtstoffröhre weitgehend flimmerfrei. LEDs leuchten nach dem Einschalten ohne merkliche Zeitverzögerung mit voller Stärke und können verschiedene Lichtfarben darstellen. Außerdem sind diese Leuchtmittel mechanisch sehr stabil und haben eine sehr lange Lebensdauer.

 

Risikoklassen von LED-Leuchtmitteln

 

LED-Leuchtmittel können aus technischen Gründen kein „weißes“ Licht erzeugen. Eine Mischung aus gelblichen und blauen Lichtanteilen nimmt das
menschliche Auge als weißes Licht wahr. Blaues Licht ist aber energiereiches Licht, das lichtempfindliche, biologische Strukturen, wie etwa die Netzhaut des Auges, negativ beeinträchtigen kann (sogenannte Fototoxizität). Dieser
Umstand ist den Behörden bekannt. Daher werden LED-Leuchtmittel generell in vier Risikogruppen eingeteilt:

 

  • Freie Gruppe: Kein Risiko auch bei sehr langer Bestrahlungsdauer. Dazu gehören glühlampenförmige LED-Leuchtmittel mit Schraubgewinde und einer matten Oberfläche sowie röhrenförmige LEDs. Auch Low-Vision
    Lampen gehören in der Regel dazu.

 

  • Risikogruppe 1: Geringes Risiko – der Blick in die Lichtquelle ist über mehrere Minuten ohne Risiko möglich. Dazu gehören spotförmige
    LED-Leuchtmittel, wie sie zum Beispiel bei manchen (Schreib-)Tischlampen genutzt werden.

 

  • Risikogruppe 2: Mittleres Risiko – Blick in die Lichtquelle ist im Bereich von Sekunden gefahrlos möglich (hier kommen die Schutzreflexe des Auges zur Auswirkung). Zur Gruppe 2 können LED-Taschenlampen
    gehören.
  • Risikogruppe 3: Hohes Risiko – auch bei sehr kurzer Exposition ist eine Schädigung des Auges möglich. Hier sind die Schutzreflexe des Auges (Lidschluss) und das Abwenden nicht mehr ausreichend.

 

Verhaltenstipps zum LED-Licht

 

Durch die Beachtung folgender Tipps lässt sich das Risiko für Schäden durch LED-Licht so weit wie möglich verringern:Je größer der Abstand zur Lichtquelle, desto geringer ist das Risiko.
Verwenden Sie daher LED-Lampen generell in einem Abstand von mindestens 20 cm. Die Beurteilung obiger Gefahrenklassen erfolgt in einem Abstand von 20 cm.

 

Soweit möglich, sollten im täglichen Gebrauch LED-Lampen der "freien Gruppe" zur Anwendung kommen.

  • Für den Haushalt eignen sich auch LED-Lampen der Risikogruppe 1,
    welche die Augen nicht gefährden, sofern Personen nicht für längere Zeit in
    die LED-Leuchte blicken. Dieser Risikogruppe gehören vorwiegend
    spotförmige LEDs wie auch teilweise Tischlampen an.

 

  • Es sollten generell keine LED-Lampen der Risikogruppen 2 oder 3 im
    privaten Bereich (Wohnung) genutzt werden, da akute Augenschädigungen
    bereits nach einem sehr kurzen Blick in die LED-Lampe möglich sind.

 

  • Der Hinweis auf die Risikogruppen 2 oder 3 muss sich bei in Deutschland
    vertriebenen Produkten auf der Verpackung befinden (Vorsicht bei
    importierten Billigprodukten aus dem Internet).

 

  • Ordnen Sie Leuchten, Tisch-, Lese- und Nachtischlampen mit sichtbarem
    „LED-Chip“ nach Möglichkeit so an, dass der Chip nicht direkt
    sichtbar ist und man bei der Nutzung nicht direkt in die Lampe blickt.

 

  •  Kantenfilterbrillen schützen die Augen vor blauen Lichtanteilen. Für
    Augenpatienten kann der Einsatz in bestimmten Situationen als Schutz
    überlegt werden. Zu beachten ist aber, dass sich die Farbwahrnehmung
    ändert und sich die Gesamtbeleuchtungsstärke auf der Netzhaut dadurch
    ebenfalls reduziert.

 

Für die praktische Anwendung gilt, dass handelsübliche LED-Lampen, richtig
eingesetzt, kein gesundheitliches Risiko darstellen. Dies gilt auch für
empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Kinder oder Personen, die sehr klare,
keine oder künstliche Augenlinsen haben (die Linse bietet einen gewissen
Schutz vor Blaulicht).

 

 

Wirkung von LEDs auf den Schlaf

 

Blaue Lichtanteile werden von Bereichen des menschlichen Gehirns als
Tageslicht wahrgenommen. Daher wird durch blaues Licht die Müdigkeit
verringert und der Nachtschlaf gestört. An Orten, an denen sich Personen
während der Abendstunden vor dem Schlafen länger aufhalten, sollten
warmweiße LED- oder Energiesparlampen verwendet werden. Eine Farbtemperatur
von ca. 3000 Kelvin ist ideal. Kaltweiße Lampen mit Farbtemperaturen von
grösser als 4000 Kelvin sind weniger geeignet. Kelvin ist eine Maßeinheit
für die Lichtfarbe, je niedriger der Wert, desto weniger Blauanteil hat das
Licht. Diese Werte sind auf der Verpackung des Leuchtmittels angegeben.

 

Fazit

 

Bei Beachtung obiger Tipps können akute Schäden an der Netzhaut verhindert
werden. Eine mögliche Langzeitwirkung von LED-Beleuchtung (also über Jahre
und Jahrzehnte hinweg) kann derzeit allerdings noch nicht abschließend
beurteilt werden. Zu beachten ist aber, dass selbstverständlich auch das
Sonnen- und Tageslicht energiereiche Blauanteile besitzt, wobei Tageslicht
die Leuchtstärke einer haushaltsüblichen LED-Beleuchtung in der Regel um
ein vielfaches übersteigt.

 

Quelle: DBSV / Blickpunkt Auge; Sight City 2017, F. Kießling, BFW Halle"

CRISPR-Cas9-Genschere erzeugt ungewollte Mutationen im Genom09.06.2017

CRISPR-Cas9-Genschere erzeugt ungewollte Mutationen im Genom



Die Geneditierung mit der CRISPR-Cas9 Genschere ist ein revolutionärer
wissenschaftlicher Durchbruch. Mit CRISPR können Forscher schnell, einfach
und sehr präzise bestimmte Sektionen der DNA bearbeiten. Eine Studie des
Columbia University Medical Center wirft allerdings die Frage auf, wie
präzise die Genschere wirklich ist. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass
CRISPR Hunderte nicht beabsichtigte Mutationen im Genom hervorrufen kann.


Forscher entdecken zahlreiche Mutationen

Die Ergebnisse, die Wissenschaftler weltweit mit Hilfe von CRISPR vorzuweisen
haben, sind beeindruckend. Es gelang, gezielt gegen Krebs und HIV vorzugehen
und die ersten klinischen Studien mit CRISPR und menschlichen Probanden sind
in China und den USA für das Jahr 2018 geplant. Die Ergebnisse der neuen
Studie mahnen jedoch zur Vorsicht.

Das Forscherteam arbeitete vorher mit CRISPR, um die erblich bedingte
Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa zu behandeln. Dazu führten sie
Versuche im Tiermodell mit Mäusen durch und entschieden sich, das gesamte
Genom der behandelten Mäuse zu untersuchen.


Herkömmliche Methoden reichen nicht aus

Normalerweise suchen Forscher mit Hilfe von Algorithmen nach Stellen im
Genom, in denen die Behandlung mit CRISPR am wahrscheinlichsten Mutationen
hervorrufen könnte. Die Wissenschaftler des Columbia University Medical
Center hielten diese Methode aber für unzureichend. „These predictive
algorithms seem to do a good job when CRISPR is performed in cells or tissues
in a dish. But whole genome sequencing has not been employed to look for all
off-target effects in living animals“, so Professor Alexander Bassuk, der
Coautor der Studie: "Diese prognostischen Algorithmen scheinen ihre Aufgabe
gut zu erfüllen, wenn mit CRISPR in Zellen oder Geweben im Labor gearbeitet
wird. Aber die Sequenzierung des gesamten Genoms wurde nicht durchgeführt,
um alle nicht-gewollten Effekte in lebenden Tieren zu finden"

Bei der Untersuchung des gesamten Genoms der Mäuse fanden sie heraus, dass
CRISPR erfolgreich die gewünschten Gene bearbeitet, aber gleichzeitig auch
zahlreiche andere, unerwünschte genetische Mutationen im gesamten Genom
verursacht hatte. Bei zwei der mit CRISPR behandelten Tiere fand das Team
mehr als 100 größere Genmutationen und mehr als 1500 Mutationen, bei denen
nur einzelne Nukleotide betroffen waren.


Das Team ist dennoch optimistisch bezüglich CRISPR

Keine dieser Mutationen konnten mit den herkömmlichen, auf Algorithmen
basierenden Methoden identifiziert werden. Zwar wies keines der Tiere
sichtbare Folgen der Mutationen auf, aber letztlich ist es unmöglich zu
sagen, welche Effekte diese langfristig haben können. "Jede neue Therapie
hat einige potentielle Nebeneffekte - aber wir müssen uns über deren Art im
Klaren sein“. Wissenschaftler arbeiten gegenwärtig daran, die Komponenten
des CRISPR-Systems zu verbessern - sein Gen-schneidendes Enzym und die RNA,
die das Enzym zum richtigen Gen führt - um die Effektivität des Editierens
zu verbessern.

„Researchers who aren’t using whole genome sequencing to find off-target
effects may be missing potentially important mutations. Even a single
nucleotide change can have a huge impact“, so Dr, Stephen Tsang, der
ebenfalls an der Studie beteiligt war: "Forscher, die nicht das gesamte Genom
sequenzieren, um nicht beabsichtigte Effekte zu finden, übersehen
möglicherweise potenziell wichtige Mutationen. Schon ein einziger
Nukleotid-Austausch kann eine immense Auswirkung haben".

Die Ergebnisse haben den Optimismus des Teams für die CRISPR-Technologie
nicht geschmälert. Allerdings warnen die Forscher, dass Teams, die mit der
Genschere arbeiten, so gründlich wie möglich nach ungeplanten Mutationen
suchen sollten. Und zwar mittels einer Analyse des gesamten Genoms statt des
Einsatzes von Algorithmen. Nur so können die Auswirkungen des Einsatzes von
CRISPR genau erforscht und dokumentiert werden.

Quellen: Columbia University Medical Center; [1] Trends der Zukunft [2]



Links aus diesem Beitrag:
[1]
http://newsroom.cumc.columbia.edu/blog/2017/05/30/crispr-gene-editing-can-cause-hundreds-of-unintended-mutations/
[2]
http://www.trendsderzukunft.de/crispr-cas9-genschere-erzeugt-ungewollte-mutationen-im-genom/2017/05/30/

Grundlagenforschung: Stabilisierung der Blickrichtung18.05.2017

Grundlagenforschung: Stabilisierung der Blickrichtung


Forscher der Universitätsmedizin Göttingen haben untersucht, wie die
Nervenzellen des Auges auf die ständigen Änderungen der Augenposition
reagieren und entdecken „Déjà-vu“-Detektoren. Die Erkenntnisse könnten
auch für die Entwicklung von künstlichen Netzhäuten von Bedeutung sein.

Änderungen der Blickrichtung und Blinzeln beeinflussen kontinuierlich das
auf die Netzhaut fallende Abbild der visuellen Umgebung.

Wir sehen nur dann klar, wenn unser Sehsinn scharfe Bilder liefert. Dabei
scheinen unsere Augen ständig in Bewegung zu sein. Mehrmals pro Sekunde springen sie, meist von uns unbemerkt, von einer Position zur anderen, um die visuelle Umgebung abzuscannen und unserem Sehsinn neue Details zu liefern.
Zwischen diesen Bewegungen müssen die Augen jedoch möglichst starr
verharren. So geben sie den Nervenzellen im Auge genug Zeit, um das aktuelle Bild zu verarbeiten, ohne es durch weitere Bewegungen verschwimmen zu lassen: Wir „fixieren“ den Blick.

Die Fixierung des Blicks gelingt gesunden Augen, obwohl sie dabei ständig
gestört werden, etwa durch Ermüden oder Zucken der Augenmuskulatur oder durch Blinzeln der Augenlider. Dazu muss die Augenposition ständig
überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Bisher ist ungeklärt, wie
genau es unser Sehsystem schafft, den Blick stabil zu halten. Die nötige
Information dafür scheint das Sehsys­tem selbst zu liefern. Die Fähigkeit
zur genauen Fixierung nimmt bei Fehlsichtigkeit oder altersbedingter
Sehschwäche ab.


Spezielle Nervenzellen sorgen für Fixierung


Wissenschaftler an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin
Göttingen (UMG) haben nun Nervenzellen im Auge von Mäusen entdeckt, die bei der Stabilisierung der Blickrichtung eine wichtige Rolle spielen könnten. Dabei handelt es sich um eine spezielle Gruppe von Nervenzellen, die nach einer Augenbewegung nur dann aktiv werden, wenn wieder das gleiche Bildmuster auf sie fällt wie vor der Augenbewegung. Diese Zellen melden, wenn sich im zuständigen Bereich über die Augenbewegung hinweg nichts geändert hat: Damit funktionieren sie wie „Déjà-vu“-Detektoren.

Dies könnte als wichtiges Signal dafür dienen, dass eine erfolgreiche Korrekturbewegung der Augenposition stattgefunden hat.



Die Untersuchungen unter der Leitung von Prof. Dr. Tim Gollisch, Professor
für „Sensory Processing in the Retina“ in der Klinik für Augenheilkunde
und Forscher im Sonderforschungsbereich 889 „Zelluläre Mechanismen
sensorischer Verarbeitung“ (Sprecher: Prof. Dr. Tobias Moser) an der UMG,
wurden jetzt im renommierten Wissenschaftsmagazin „eLife“
veröffentlicht.

Ergebnisse wichtig für Entwicklung künstlicher Netzhäute


„Die Ergebnisse können zu einem besseren Verständnis beitragen, wie die
Stabilisierung der Blickrichtung erfolgt und welchen Einfluss eine Abnahme
der Sehstärke auf die Fähigkeit zur Fixierung hat“, sagt Prof. Gollisch,
Senior-Autor der Publikation. Langfristig hoffen die Forscher, diesen
Informationsfluss in visuellen Prothesen nachbauen zu können, etwa
künstlichen Netzhäuten, wie sie bereits bei gewissen Formen der Erblindung getestet werden, um einen Teil des Sehvermögens wieder herzustellen.

Die Forscher haben zudem herausgefunden, auf welche Weise die besondere Nervenzell-Aktivität der „Déjà-vu“-Detektoren entsteht. Normalerweise werden diese Nervenzellen nach einer Augenbewegung durch hemmende Botenstoffe anderer Nervenzellen in ihrer Aktivität unterdrückt. Wenn jedoch das gleiche Bildmuster nach der Augenbewegung wieder auftritt, werden genau jene Nervenzellen, die diese hemmenden Signale liefern, selbst in ihrer Aktivität unterdrückt. Aus dieser doppelten Hemmung entsteht dann die Aktivierung der Nervenzellen bei einer Bildwiederkehr: eine „Minus-mal-minus-gibt-plus“-Rechnung – wie bekannt aus guten, alten Schulzeiten. Die Forscher vermuten, dass die gleichen Mechanismen zur Erkennung einer Bildwiederkehr auch beim Menschen wirken.


> Originalveröffentlichung
Krishnamoorthy V, Weick M, Gollisch T (2017). Sensitivity to image recurrence across eye-movement-like image transitions through local serial inhibition in the retina. eLife 6: e22431, doi: 10.7554/eLife.22431

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen [1]

Links aus diesem Beitrag:
[1] http://www.med.uni-goettingen.de/de/content/presseinformationen/presseinformationen_25803.asp

Innovative MICS – Intraokularlinsen Plattform17.05.2017

Afidera Artis Evolution IntraocularlinsenNEU: Mit der ARTIS® Evolution stehen Ihnen zwei MICS Intraokularlinsen im Preloaded System für die einfache Injektion und gute Manövrierbarkeit dank ihres symmetrischen Haptikdesign zur Verfügung.


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Große Aufbereitungskapazität von bis zu 16 Trays je Charge28.04.2017

In Beladungswagen für augenärztliche OP-Instrumente können jetzt erstmals acht Trays mit Hohlkörperinstrumenten aufbereitet werden – und noch einmal so viele Trays mit weiteren Instrumenten. Einsetzbar sind die neuen Wagen mit der Bezeichnung A 207, die für Instrumente dieser Disziplin die größte Kapazität am Markt bieten, in 60 oder 90 Zentimeter breiten, unter-baufähigen Reinigungs- und Desinfektionsautomaten von Miele Professional.

 

Die Reinigungs- und Desinfektionsautomaten mit den Modellbezeichnungen PG 8582, PG 8582 CD und PG 8592 reinigen und desinfizieren das gesamte Instrumentenspektrum einer ophthalmologischen Praxis. Der neue Beladewagen ermöglicht den gleichzeitigen Anschluss aller Trays an eine zentrale Spülleiste. Die Hohlkörperinstrumente in den Einsätzen sind dann direkt mit der Wasserversorgung verbunden, so dass dadurch auch eine sichere Innenreinigung von Instrumentarium wie Saug-Spülhandgriffen oder Phako-Tips gewährleistet ist. Durch die optimierte Schrägstellung der Trays wird die Menge von anhaftendem Wasser bei Instrumenten, Trays und Beladewagen deutlich minimiert. Der Beladewagen bietet zusätzliche Aufnahmeplätze für Trays, in denen Messer, Lidsperrer oder Scheren positioniert werden können.

 

Die universell einsetzbaren Trays entwickelte die Geuder AG aus Heidelberg, führender Hersteller von Geräte- und Instrumentensystemen für die Augenchirurgie, in Zusammenarbeit mit Miele Professional. Das Besondere: Kein OP-Set muss vor der Aufbereitung getrennt werden, so dass alle Instrumenten-Sets schnell wieder dem Arzt zur Verfügung stehen.

Das neue System wurde bereits in einer Klinik getestet und die Prozesse erfolgreich validiert. Es bietet maximale Sicherheit für die Patienten, wozu gleichfalls die Technik der Reinigungs- und Desinfektionsautomaten beiträgt, die Miele Professional seit zwei Jahren anbietet. So überwacht zum Beispiel die Sprüharm- und Spüldruckkontrolle den ordnungsgemäßen Ablauf jedes Aufbereitungsprogramms. Der Wasserdruck passt sich dank der patentierten, drehzahlvariablen Pumpe des Gerätes den jeweiligen Programmphasen an.

 

All das führt zu besten Ergebnissen bei gleichzeitig reduziertem Ressourceneinsatz. Eine zentrale wiederverwendbare und leicht zu reinigende Filtereinheit schützt zudem die ophthalmologischen Instrumente vor Fremdkörpern im Spülwasser – und sorgt für eine sichere Innenreinigung. Um sicherzustellen, dass sich nach der Schlussspülung keine Restalkalität mehr auf den Instrumenten befindet, verfügen die Miele Geräte über ein integriertes Leitwertmessmodul.

 

Für komplexe und englumige Instrumente wurde die integrierte Heißluft-trocknung „DryPlus“ entwickelt. Sie ermöglicht eine zuverlässige Innen-trocknung. Dabei trennt ein vorgeschalteter HEPA-Filter der Klasse H 13 die Trocknungsluft von Partikeln aus der Umgebung, um ein unerwünschtes Eindringen von Fremdstoffen in die Instrumente zu verhindern.

NEU: HOYA Vivinex™ Toric 28.04.2017

HOYA Surgical Optics ergänzt die Vivinex™ IOL-Plattform um das torische Modell XY1A. Diese einteilige torische preloaded IOL mit zusätzlichem Blaulichtfilter korrigiert mit sieben verschiedenen Zylinderstärken (T3 bis T9) Hornhautastigmatismus von bis zu 4,0 dpt. Für die Berechnung der geeigneten torischen IOL steht ein Online-Berechnungsprogramm unter www.hoyatoric.com  zur Verfügung.

Im nächsten Schritt soll mit Modell XC1A (T3 bis T9) noch eine farblose torische Vivinex™-IOL im preloaded Injektor iSert® eingeführt werden. Damit runden Vivinex™ iSert® XC1 und XY1 (mitBlaulichtfilter) das umfangreiche preloaded-Sortiment ab.

 

Die vier hydrophoben asphärischen Intraokularlinsen sind einteilig und haben alle eine texturiert raue Haptikoberfläche. Die effektive Optikzone beträgt jeweils 6,0 mm mit einer scharfen texturierten Optikkante. Der Gesamtdurchmesser der Implantate ist 13,0 mm.

Vivinex Toric von HOYA Surgical Optics

Extrakorneales Tonometer Diaton ist in der ESCRS humanitären Mission.26.04.2017

In diesem Jahr hat die EuropäischeGesellschaft der Katarakt- und Refraktivchirurgen (ESCRS)  eine mobile Einheit für die ophthalmologische Untersuchung der Zuwanderer gesponsert.

 

Prof. Ioannis Pallikaris (Der Präsident des ESCRS 2006-08 ) hat das extrakorneale Tonometer Diaton für diese Mission ausgewählt. Seine Wörter: "Ich glaube, dass Diaton wird für diese Mission sehr nützlich sein".

 

 

Mehr Informationen zum Prof Pallikaris hier.

Produktneuheit auf der DOC 2017: das PraxisTAB von Meyer-Wagenfeld26.04.2017

Produktneuheit auf der DOC 2017: das PraxisTAB von Meyer-Wagenfeld

 

Wir stellen Ihnen in diesem Jahr auf der DOC in Nürnberg unser neuestes Produkt vor: das PraxisTAB. Unser Tablet zur Patienteninformation darf in keiner modernen ophthalmologischen Praxis fehlen. Besuchen Sie uns an unserem Stand auf der DOC, nehmen Sie unser PraxisTAB in die Hand und lassen Sie sich begeistern.

 

Wir digitalisieren Ihre Anamnese- und Patientenfragebögen, damit sie von Ihren Patienten schnell und einfach auf dem Tablet ausgefüllt werden können. Der Patient erhält auf dem PraxisTAB schon im Wartezimmer gezielt Informationen zu Ihrem medizinischen Leistungsspektrum. Zusätzlich können auch GOÄ-Abrechnungen abgebildet und digital von Arzt und Patient unterschrieben werden.

Verbessern Sie Ihren Workflow, sparen Sie Papier und Zeit und entlasten Sie Ihr Praxisteam!

 

Wir verstehen uns als Partner der Praxis und beraten Sie mit Blick auf ein ganzheitliches Praxismarketing gerne auch zu unserem Wartezimmer-TV, zur Erstellung einer Praxishomepage, zu unseren zahlreichen Printprodukten und zu Praxis-Poloshirts.

 

Mehr Infos gibt es auf der DOC 2017 in Nürnberg oder unter www.meyer-wagenfeld.de

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

2. Bayerischer Laser-Vitreolyse Kurs in München 01.03.2017

2. Bayerischer Laser-Vitreolyse Kurs in München

 

Das Augenzentrum Nymphenburger Höfe in München hat Mitte Februar zum 2. Mal den Bayerischen Laser-Vitreolyse Workshop veranstaltet.

 

Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Heidenkummer und Prof. Dr. med. Koss wurden vertiefende Erkenntnisse zur YAG Laser-Vitreolyse zur Behandlung von Floatern vermittelt. Die Teilnehmer konnten ihre Lernerkenntnisse auch gleich an den Ellex Lasersystemen Tango ReflexTM und Ultra Q ReflexTM unter der Projektleitung von Herrn Sonntag praktisch anwenden. Ebenfalls wurden Indikationen, Kontraindikationen, Abrechnungsbeispiele und konkrete Behandlungsschritte besprochen. Highlight der Veranstaltung waren die live Behandlungen mit Patienten, die an symptomatischen Floatern leiden.

JEN-OPHTHALMO....Partnerschaft auf lange Sicht01.03.2017

JEN-OPHTHALMO....Partnerschaft auf lange Sicht

 

Foto: Kesten für EYEFOX Jen-Ophthalmo – gegründet 1991 von Frank Sittig – freut sich bekannt geben zu dürfen, dass Thomas Köhler die Unternehmensnachfolge antreten wird.

 

Der 43jährige Kaufmann arbeitet seit 25 Jahren

in der Branche und ist vielen Kunden ein fester Begriff. Thomas Köhler hat das Einrichtungsgeschäft von der Pieke auf gelernt und konnte sowohl im Vertriebsaußendienst als auch im Management und Führungspositionen wertvolle Erfahrungen sammeln.

 

 

„Ich freue mich riesig auf das Aufgabengebiet und die Herausforderung in meiner 3. beruflichen Station“, so Köhler. „Unsere Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten haben eine Zukunftsperspektive getreu unseres Mottos –

 

PARTNERSCHAFT AUF LANGE SICHT.“, ergänzt Frank Sittig.

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