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Feuchte AMD: Neuer Therapieansatz mit Stammzellen-Pflaster28.03.2018

Feuchte AMD: Neuer Therapieansatz mit Stammzellen-Pflaster

Eine Kunststoffmembran, die mit retinalen Pigmentepithelzellen besiedelt wurde, hat nach einer Einpflanzung unterhalb der Netzhaut (in den subretinalen Raum) bei 2 Patienten im fortgeschrittenen feuchten Stadium einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) die Sehfähigkeit soweit verbessert, dass sie wieder in der Lage sind zu lesen. Die Therapie hat sich laut dem Bericht in Nature Biotechnology (2018; doi: 10.1038/nbt.411) [1] als sicher erwiesen, auch wenn es im ersten Jahr zu mehreren Komplikationen kam.

Der PRO RETINA-Newsletter berichtete über den Beginn dieser Experimente im September 2015: AMD: Experimentelle Stammzell-Therapie in England. [2]

Augenkrankheiten sind in den letzten Jahren zum Experimentierfeld für neue Therapieansätze wie der Gentherapie oder der Stammzelltherapie geworden. Das Auge ist hierfür geeignet, da es vom Rest des Körpers gut abgegrenzt ist, was das Risiko von systemischen Komplikationen senkt. Das Auge ist für operative Eingriffe gut erreichbar und die Ergebnisse lassen sich relativ einfach beurteilen.

Während Gentherapien teilweise erfolgreich waren, blieben der Stammzelltherapie Enttäuschungen nicht erspart. In den USA erlitten zuletzt
3 Frauen nach einer vermeintlichen Stammzelltherapie der AMD einen schweren Sehverlust. In Japan blieben Forscher mit einem ernsthaften Versuch einer Stammzelltherapie ebenfalls erfolglos. Britische Forscher scheinen jetzt mehr erreicht zu haben.

 

Neuer Therapieansatz mit Stammzellen-Pflaster

Am Moorfields Eye Hospital in London wurden 2 Patienten mit fortgeschrittener feuchter AMD mit einem „Patch", eine Art "Pflaster" versorgt, das die Funktion der Netzhaut wieder herstellen soll. Der „Patch“ besteht aus einer dünnen Membran aus Polyester. Sie wurde im Labor mit etwa 100.000 retinalen Pigmentepithelzellen (RPE) besiedelt, die zuvor aus Stammzellen hergestellt worden waren.

Die RPE hatten, wie Lyndon da Cruz vom University College London und Mitarbeiter jetzt berichten, einen Zellrasen gebildet, bei dem sich alle Zellen so ausgerichtet hatten, wie dies auch in der normalen Netzhaut der Fall ist. Der Verlust der RPE gehört zu den frühen Folgen der AMD, die in der Macula lutea, dem Ort des schärfsten Sehens, am stärksten ausgeprägt ist. Eine der ersten Folgen der Erkrankung ist der Verlust der Lesefähigkeit.

 

Studiendetails

Auch die beiden ersten Patienten einer klinischen Phase-1-Studie (Sicherheitsstudie), an der insgesamt 10 Patienten teilnehmen sollen, konnten vor der Therapie Buchstaben kaum oder gar nicht mehr entziffern, weil die Makuladegeneration zum Verlust des scharfen Sehens geführt hatte.

Beide Patienten wurden bereits Ende 2015 am Moorfields Eye Hospital in London behandelt, nachdem die vorbereitenden Studien an Zellkulturen keine Hinweise auf eine Tumorbildung durch die Stammzellen ergeben hatten und die Augenchirurgen die Operationstechnik an Schweinen geprobt hatten.

Die Operation wurde mit einem speziellen Werkzeug durchgeführt, das die exakte Platzierung des 4 mal 6 Millimeter großen Patches in den subretinalen Raum exakt hinter der Makula erlaubt. Wie üblich in solchen Fällen wurde nur ein Auge behandelt.

Kontrolluntersuchungen mittels der optischen Kohärenztomographie (OCT) zeigten gleich nach der Operation, dass der Patch bei beiden Patienten an der vorgesehenen Stelle implantiert wurde (auch wenn sich an einigen Rändern das alte RPE vor das Implantat geschoben hatte). Die Mikroperimetrie ergab, dass die Netzhaut an der Stelle des Implantates Signale empfing, und in einer Fluoreszenzangiographie war zu erkennen, dass die Region mit Blut versorgt wird.

 

Hoffnungsvolle Zwischenergebnisse

Das wichtigste Ergebnis war jedoch, dass sich die Sehstärke der beiden Patienten deutlich verbesserte und diese Verbesserung offenbar bestand hat.
12 Monate nach der Operation hat sich der Visus auf der Sehtafel
(ETDRS-Chart) bei beiden Patienten verbessert. Auch die Lesegeschwindigkeit im MNRead-Test hat sich bei beiden Patienten verbessert. Der Pressemitteilung zufolge kann einer der beiden Patienten heute wieder Zeitung lesen, wozu er vor der Operation nicht in der Lage war.

 

Die Behandlungen blieben jedoch nicht ohne Komplikationen

Es traten 3 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf, die laut da Cruz jedoch nicht mit dem RPE-Patch zusammenhingen. Das erste war die Freilegung der Naht eines Fluocinolon-Implantats, das der erste Patient zwecks einer Immunsuppression erhalten hatte. Dies machte eine Operation erforderlich. Die anderen beiden Komplikationen traten beim zweiten Patienten auf: Bei ihm kam es einmal zu einer Verschlechterung des Diabetes, ausgelöst durch eine Immunsuppression (zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen). Die zweite Komplikation war eine Netzhautablösung, die allerdings das Implantat nicht gefährdete und konservativ behandelt werden konnte.

 

Künftige Planungen

Die Forscher wollen das Projekt, das von einem Pharmakonzern gesponsert wurde, fortsetzen. Wenn alles gut geht, könnte die Behandlung bereits in 5 Jahren angeboten werden, hieß es. Die Forschung wurde im Rahmen des „London Project to Cure Blindness“ durchgeführt, dessen Ziel die Entwicklung von neuen Methoden zur Behandlungen der AMD und anderer derzeit nicht heilbarer Augenkrankheiten ist.

 

Weitere Informationen und Links zum Thema

* Abstract der Studie; [3]
* Pressemitteilung des Moorfields Eye Hospital; [4]
* London Project to Cure Blindness; [5]
* Registrierung der Studie; [6]
* Hintergründe zur Studie; [7]

Quelle: aerzteblatt.de vom 20.03.2018; [8] kurier.at vom 20.3.2018 [9]

 

Links aus diesem Beitrag:
[1] https://www.nature.com/articles/nbt.4114
[2] https://www.pro-retina.de/newsletter/2015/amd-experimentelle-stammzell-therapie-in-england
[3] http://nature.com/articles/doi:10.1038/nbt.4114
[4] https://www.moorfields.nhs.uk/news/successful-trials-new-treatment-moorfields-fight-against-sight-loss
[5] http://www.thelondonproject.org/
[6] https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01691261
[7] https://www.moorfields.nhs.uk/londonproject
[8] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/91925/AMD-2-Patienten-koennen-dank-Stammzell-Pflaster-wieder-lesen
[9] https://kurier.at/wissen/gesundheit/altersbedingte-makuladegeneration-netzhautzellen-erstmals-aus-stammzellen-gezuechtet/400008045

Plattform für Präzisionskorrektur - neue Studienergebnisse zu torischen AddOn®25.03.2018

1stQ AddOn IOL – eine neue Perspektive für Präzision bei der Refraktion

MANNHEIM – Die AddOn Linse ist die refraktionschirurgische Plattform für die präzise abgestimmte Korrektur von pseudophaken Augen. Die AddOn wird in den Sulkus implantiert, ergänzend zu der im Kapselsack eingesetzten Basis IOL, und ist kompatibel mit den üblichen Kapselsack-IOLs, unabhängig von Design und Material.

Die AddOn kann zur Korrektur von sphärischen, presbyopen und torischen Refraktionsfehlern eingesetzt werden. Das Korrekturpotenzial der AddOn ermöglicht Korrekturen oder Verbesserungen von Sehfunktionen, entsprechend der Indikation und den Wünschen des Patienten.

Eine kürzlich durchgeführte Studie von Dr. Kjell G. Gundersen (IFocus Øyeklinikk AS, Haugesund, Norwegen) und Rick Potvin (Science in Vision, Akron, NY, USA) fasst Ergebnisse zur torischen AddOn unter dem Titel „Ergebnisübersicht nach Implantation einer sekundären intraokularen Linse zur Korrektur von verbliebenem Rest-Astigmatismus infolge einer Katarakt-Operation“ zusammen.

Ergebnisse
Zwischen April 2015 und März 2017 waren die postoperativen Daten eines Operateurs in einer Praxis zu Refraktion und Visus für 46 von 70 Augen nach einer Zweitlinsenimplantation verfügbar. Nach dem Eingriff hatte sich eine statistisch signifikante Verbesserung von etwa 2 Linien bei unkorrigiertem Visus ergeben (p < 0.01), ohne Veränderung bei bestkorrigiertem Visus (p=0.94) (Abb.1). Keines der Augen verlor auch nur eine Linie beim bestkorrigierten Visus. Es gab eine statistisch signifikante Verringerung im absoluten Umfang des restlichen Fehlers bei der SEQRefraktion (p < 0.01) (Abb.2). Bei den 10 Fällen mit einer torischen Zweitlinse (Abb. 3) ergab sich eine statistisch signifikante Verringerung im Wert des refraktiven Zylinders (p < 0.01).

Schlussfolgerung
Die sekundäre IOL stellt eine veritable chirurgische Option dar, um verbliebenen Astigmatismus nach einer Primärlinsenimplantation zu korrigieren.

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Abb.1
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Abb.2
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Abb.3

Gentherapie: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit21.03.2018

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit (von Juliette Irmer)


=> Die Geschichte der Gentherapie ist voller Höhenflüge und Rückschläge
=> Doch nun scheint ein Wendepunkt erreicht

2015 ist Hassan sieben Jahre alt und dem Tode nahe. Er leidet an einer seltenen Hauterkrankung, der Schmetterlingskrankheit: Sie macht seine Haut so empfindlich wie die Flügel der Insekten. Aufgrund eines Genfehlers fehlt ein Teil des Proteins Laminin-332, das die obere mit der unteren Hautschicht verankert. Als er in die Bochumer Kinderklinik eingeliefert wird, sind 60 Prozent seiner Hautoberfläche zerstört und seine Eltern treffen eine Entscheidung, die ihm das Leben rettet: Gemeinsam mit Kollegen aus Italien wagen die Bochumer Ärzte eine Gentherapie als Heilversuch. Sie isolieren Stammzellen aus Hassans Haut, schleusen das intakte Gen ein und züchten neue, gesunde Haut, die sie dem Jungen in drei Operationen transplantieren – insgesamt 0,85 Quadratmeter. Heute führt Hassan ein weitgehend normales Leben.

Seit dem ersten Gentherapie-Versuch vor fast 30 Jahren hat es immer wieder erstaunliche Erfolge, aber auch Rückschläge und einige Todesfälle gegeben.
In diesem Zeitraum führten Forscher 2597 Studien zu Gentherapien durch.
Jedes Jahr kommen gerade mehr als 100 neue hinzu. Viele blieben im Versuchsstadium stecken, immerhin aber wurden in Europa seit 2012 vier Gentherapeutika zugelassen. Allein im Jahr 2017 ließ die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA drei gentherapeutische Arzneimittel zu. Wird also der Wunschtraum Gentherapie nun endlich wahr?


Die Tücken der Gentherapie

Die Idee hinter einer Gentherapie ist bestechend einfach: Vielen Krankheiten liegt ein einziger Genfehler zugrunde, der das entsprechende Protein funktionslos macht. Ersetzt man das fehlerhafte Gen durch ein intaktes, versetzt man die Zellen wieder in die Lage, das Protein korrekt zu produzieren. Die Devise lautet also heilen statt lindern, denn man beseitigt die Ursache der Erkrankung. "Das ist ungefähr so, als würde man einem Buch, in dem ein Druckfehler ist, einen Zettel beilegen mit den korrekten Worten und so die fehlerfreie Information hinzufügen", erklärt Bernd Wissinger, Leiter des Molekulargenetischen Labors des Forschungsinstituts für Augenheilkunde der Universität Tübingen.

Die Umsetzung in die Praxis hat allerdings ihre Tücken. Eine wirklich harte Nuss ist bis heute der Transport eines intakten Gens in die entsprechenden Zellen. Schon früh kam man auf die Idee, Viren als "Gentaxi" zu nutzen, denn sie sind Spezialisten, wenn es darum geht, Zellen mit Erbgut zu infizieren:
Sie integrieren ihre eigenes Erbgut in das der Wirtszellen, um sich dann auf deren Kosten zu vermehren – ein Mechanismus, den sie in Jahrmillionen perfektioniert haben. Allerdings hatten ihre Wirte genauso lange Zeit, um sich gegen die Virenangriffe zu wappnen.

Injiziert man also virale Gentaxis, auch Vektoren genannt, in den Körper, bleibt das nicht unbemerkt. Auch nicht, wenn es sich um "entschärfte" Viren handelt, die sich nicht mehr vermehren und keine Krankheiten mehr auslösen.
Vielmehr lösen auch diese harmlosen Viren sofort eine Immunreaktion aus – und der größte Teil von ihnen wird beseitigt. Um also eine ausreichend große Zahl von Zellen mit einer intakten Genkopie zu versorgen, müssen Ärzte mehrere Billionen Viren einsetzen – eine Virenlast, die der Körper im schlimmsten Fall nicht verkraftet.

So geschehen bei Jesse Gelsinger, dessen Schicksal bis heute einen Schatten auf die Geschichte der Gentherapie wirft. Der 18-Jährige hatte an einer leichten Form einer erblich bedingten Stoffwechselstörung der Leber gelitten und sich 1999 freiwillig für eine Gentherapie-Studie gemeldet. Vier Tage nach dem Versuch, sein Leiden durch ein intaktes Gen zu heilen, starb der junge Mann, weil sein Immunsystem aufgrund der Virenschwemme kollabierte.


Das Problem der Vektoren

Mediziner müssen bis heute mit einem weiteren, gewaltigen Haken leben:
Niemand kann exakt vorhersagen, wo das Korrekturgen sich ins Erbgut einklinkt, was fatale Nebenwirkungen haben kann: Zwischen 2006 und 2009 gelang es zum Beispiel, zehn Kinder mit einer angeborenen, schweren Immunschwäche erfolgreich zu behandeln. Erst nach einigen Jahren zeigten sich verheerende Nebenwirkungen: Sieben der zehn Kinder hatten Blutkrebs entwickelt. Die Viren hatten das fehlerfreie Gen stabil ins Erbgut eingebaut.
Die Symptome der Krankheit verschwanden. Beim Einbau wurden aber offenbar Gene aktiviert, die eine Krebsentstehung förderten. Immerhin: Die heute verwendeten Gentaxis verändern das benachbarte Erbgut so wenig, dass das Leukämierisiko nicht mehr so hoch ist.

Eine andere Möglichkeit, das Risiko zu umgehen, ist die Verwendung einer anderen Virengruppe, der sogenannten adeno-assoziierten Viren. Diese transportieren ein Gen zwar in den Zellkern, klinken sich aber nicht in das Erbgut ein. Den Vorteil erkauft man sich mit dem Nachteil, dass die genetische Korrektur womöglich nicht von Dauer ist.


Neue Genfähren: sicherer und treffgenauer

Die im Dezember 2017 in den USA zugelassene Gentherapie Luxturna nutzt ein solches Virus und dient der Behandlung einer schweren Augenerkrankung.
Betroffene erblinden oft schon als Kinder, weil eine Genmutation im Gen
RPE-65 die Netzhaut zerstört. Ärzte spritzen Patienten Luxturna direkt ins Auge, wo das Gentaxi eine intakte Version des betreffenden Gens in die Netzhaut transportiert. "Es ist keine Heilung, die hier erzielt wird – aber es gab eine klare, für den Patienten relevante Verbesserung, die dann hoffentlich auch anhält", so Wissinger, der kürzlich eine eigene Gentherapie-Studie zu einer erblich bedingten Augenerkrankung beendet hat.
Seine Patienten leiden an Achromatopsie, sie erkennen keine Farben und sehen stark verschwommen. "Die Patienten haben die Therapie gut vertragen.
Ermutigend ist auch, dass einige der Patienten sich zum Teil gerne das zweite Auge ebenfalls behandeln lassen wollen", so Wissinger.

Allerdings existieren auch beim Einsatz dieser vermeintlich sicheren Viren
Unwägbarkeiten: Im Januar wurde eine Studie veröffentlicht, die von massiven Nebenwirkungen bei Affen und Schweinen berichtet, nachdem den Tieren eine extrem hohe Dosis der Viren intravenös verabreicht worden war – eine so hohe Konzentration ist nötig, um Krankheiten des Muskel- oder Nervensystems zu kurieren.


Hilfe zur Selbsthilfe: Hochgerüstete Eigenabwehr

Spektakuläre Fortschritte hat es in den vergangenen Jahren bei der Behandlung bestimmter Krebsarten gegeben. "Vor allem Therapien mit CAR-T-Zellen haben sich in klinischen Studien bei der Behandlung von Leukämien und Lymphomen als sehr wirksam erwiesen", sagt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, zu dessen Kernaufgaben die Bewertung biomedizinischer Arzneimittel gehört. In den USA wurden 2017 zwei CAR-T-Zelltherapien, Kymriah und Yescarta, zur Behandlung von Leukämien zugelassen, die Einführung in Europa steht bevor.

Ziel dieser Therapie ist die gezielte Vernichtung von Krebszellen mit Hilfe körpereigener T-Zellen, den Hauptakteuren der Immunabwehr. Anders als bei anderen Gentherapien wird hier kein Gendefekt korrigiert, sondern ein zusätzliches Gen hinzugefügt. Dieses verändert die T-Zellen so, dass sie auf ihrer Oberfläche eine Art Puzzlestück produzieren: Wenn die so veränderten T-Zellen dann durch den Körper patrouillieren und das Puzzlestück sein Gegenstück auf der Oberfläche einer Krebszelle findet, leitet das die Zerstörung der Tumorzelle ein.

Die CAR-T-Zelltherapie löst damit ein Grundproblem der Krebstherapie:
Krebszellen lernen im Laufe der Zeit, sich für das Immunsystem unsichtbar zu machen. Die per Gentherapie veränderten T-Zellen enttarnen sie und machen sie wieder angreifbar. Eine Ikone dieser Therapie ist Emily Whitehead, die im Alter von sechs Jahren mit einer nicht behandelbaren Leukämie diagnostiziert wurde und seit nunmehr sechs Jahren krebsfrei ist.

Allerdings darf auch das Vorzeigebeispiel nicht darüber hinwegtäuschen, dass die CAR-T-Zelltherapie zum Teil massive Nebenwirkungen hat. Denn: "Mit CAR-T-Zellen wird ein sehr potenter Mechanismus genutzt, der zu einer wirksamen Therapie, aber auch zur Entgleisung des Immunsystems und ohne Gegenmaßnahmen schlimmstenfalls zum Tod führen kann", sagt Cichutek. Zwei Probleme stehen dabei im Vordergrund: Zum einen reagiert der Körper auf die hochaktiven CAR-T-Zellen mit Entzündungsreaktionen, die lebensbedrohlich sein können. Zum anderen greifen die CAR-T-Zellen heftig, aber teilweise unkontrolliert an: Sie eliminieren nicht nur entartete, sondern auch gesunde Zellen.

Bislang eigenen sie sich deswegen besonders als Waffen gegen Krebsarten wie die Leukämie. Denn hier lassen sich durch Kollateralschäden verloren gegangene, gesunde Blutzellen nach der Therapie ersetzen. Bei soliden Tumoren, also Krebsarten wie Brust- oder Lungenkrebs, ist die CAR-T-Zelltherapie bisher weniger erfolgreich. Dennoch sind auch hier etliche klinische Prüfungen angelaufen: Um gesundes Gewebe zu schonen, wollen Forscher mehrere Erkennungsstrukturen, also Puzzlestücke, von Tumorzellen kombinieren.

Enormen Aufwind erhält die Forschung auch durch die Genome-Editing-Verfahren, allen voran CRISPR/Cas. Statt es dem Zufall zu überlassen, wo ein "Korrekturgen" sich ins Erbgut einklinkt, kann man den Ort nun mit Hilfe der Genscheren präzise bestimmen. Ein riesiger Fortschritt, der unliebsame Nebenwirkungen vermeidet. Hinzu kommt, dass man mit Genome-Editing-Verfahren Gene nicht nur hinzufügen oder deaktivieren kann, sondern sie gezielt "reparieren" kann.

Aber auch Genscheren haben ihre Schattenseite. Ab und an schneiden sie daneben, ein Phänomen, das als off-target-Effekt bekannt ist und ebenfalls zu Nebenwirkungen führen kann. "So vielversprechend die Methode ist: Sie steckt noch in den Kinderschuhen. Wir haben noch keine Langzeiterfahrung und wir wissen, dass sich manche Probleme erst nach mehreren Jahren zeigen", sagt Toni Cathomen, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Gentherapie der Universität Freiburg, der mit Hilfe einer Genscheren-Gentherapie Aids heilen möchte. Manche Menschen sind aufgrund einer Mutation im CCR5-Gen, einem Rezeptor, über den HIV in die Zelle eindringt, resistent gegen HIV. Durch das Inaktiveren des CCR5-Gens in Blutstammzellen könnten Patienten ein neues, HIV-resistentes Immunsystem entwickeln. Im Tierversuch war der Ansatz bereits erfolgreich, eine klinische Studie ist für 2019 geplant.

"Durch die intensive Forschungsarbeit der letzten Jahre und eine Vielzahl von Studien verstehen wir die Wirkungszusammenhänge heute viel besser", sagt Cichutek. Derzeit befänden sich elf elf Arzneimittel für neuartige Therapien im europäischen Prime-Verfahren, so Cichutek. Das sei das letzte Stadium der Arzneimittelentwicklung vor Beantragung der Arzneimittelzulassung. Es sei ein Wendepunkt, dass Gentherapeutika in diese Phase der Zulassung gelangen, urteilt der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.


Weitere Herausforderung: Hohe Kosten einer Gentherapie

Während die biologischen Hürden kleiner werden, etwachsen neue Herausforderungen. Die einen sind ethischer Natur, Stichwort "Designerbabys", die anderen monetärer Art: Gentherapien sind extrem teuer. Luxturna etwa kostet 850 000 US-Dollar, Kymriah schlägt mit 475 000 US-Dollar zubuche.
Pharmaunternehmen rechtfertigen die Preise mit hohen Entwicklungskosten.
Zudem hält die Wirkung der Behandlung oft mehrere Jahre, im Idealfall sogar lebenslang. Auf diese Weise könnte im Gesundheitssystem unter dem Strich sogar Geld eingespart werden. Aber: "Die jetzt im Raum stehenden Kosten sind eindeutig zu hoch. Letztlich sollte hier die Politik eingreifen", findet Wissinger. Letztlich braucht es eine gesellschaftliche Diskussion: Was sind uns Gentherapien wert, die Blinde sehend machen, Krebskranke heilen und anderen lebenslange Behandlungen ersparen?


Gentherapie auf einen Blick

Heute existieren viele unterschiedliche Ansätze, um Genfehler zu korrigieren. Bei allen existieren immunologische und/oder genetische Nebenwirkungen. Eine Gentherapie erfolgt in vivo (lateinische für "im Lebendigen"), indem Vektoren das Korrekturgen oder die Genschere in die gewünschten Zellen transportiert; oder ex vivo ("außerhalb des Lebendigen"), indem Ärzte Patientenzellen im Labor gentechnisch verändern und dann zurückführen.

Vektoren: Mit Hilfe von Viren transportiert man ein Korrekturgen in die entsprechenden Zellen. Je nach Zielorgan werden sehr hohe Virenmengen benötigt, um eine ausreichend hohe Zahl von Zellen mit dem Korrekturgen zu versorgen. Das kann zu Überreaktionen der Immunabwehr führen. Hinzu kommt, dass sich das Korrekturgen zufällig ins Erbgut integriert, man kann den Ort nicht bestimmen.

CAR-T-Therapie: Keine klassische Gentherapie. Hier wird T-Zellen ein künstliches Gen hinzugefügt. Das Proteinprodukt, der CAR, spürt Krebszellen auf und leitet ihre Vernichtung ein. Die Methode kann zu einer Entgleisung der Immunabwehr führen.

Genscheren: Mit Genscheren kann man Gene gezielt und kontrolliert
manipulieren: Man kann sie an einem vorher bestimmten Ort einfügen, sie inaktivieren und sie in der Zelle reparieren. Fehlschnitte in der DNA können ebenfalls zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Verpassen Sie nicht den Anpfiff!20.03.2018

Die Heidelberg Engineering Academy lädt Sie herzlich eine Woche vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft zu den Interdisziplinären Heidelberger Kompetenztagen Auge am 08.-09.06.2018 nach Heidelberg ein.

 

Freuen Sie sich auf interdisziplinäre Vorträge und anregende Diskussionen mit kompetenten Referenten, auch aus anderen Fachbereichen wie Humangenetik, Kardiologie, Diabetologie, Mikrobiologie und Neurologie.

 

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Patientensymposium „Netzhautdegenerationen – Ein- und Ausblicke“ im Rahmen der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD)12.03.2018

PRO RETINA Deutschland e.V., Selbsthilfevereinigung für Menschen mit Netzhautdegeneration, schlägt mit einem Patientensymposium im Rahmen der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) in Düsseldorf die Brücke zwischen Ärzten und Betroffenen.


Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft? – sind die Fragen, die führende Wissenschaftler und Ärzte in ihren Vorträgen Patient/innen mit einer Netzhautdegeneration beantworten möchten. Der Fokus liegt auf aktuellen Therapiemöglichkeiten und deren Entwicklung. In Deutschland leiden ca. 80.000 Menschen an einer Netzhautdegeneration. Um einen Beitrag zur Entwicklung wirksamer Therapien zu leisten, engagiert sich die PRO RETINA über ihre Stiftung in der Forschungsförderung.


Mit ihrem einzigartigen Patientensymposium möchte PRO RETINA im Rahmen des Kongresses Betroffene mit Forschern und Augenärzt/innen zusammenbringen. „Der gegenseitige, ausführliche Austausch zwischen Ärzt/innen und Patient/innen kommt im Praxisalltag häufig zu kurz.“, so Ute Palm, selbst betroffen und seit Jahren aktiv im Vorstand der PRO RETINA, „PRO RETINA versteht sich als Vermittlerin zwischen Ärzt/innen und Patient/innen, um Betroffene auf dem aktuellen Stand der Forschung und die Entwicklung von Therapien zu halten und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Fragen an führende Fachleute zu stellen.“


Weitere Informationen zu PRO RETINA Deutschland e.V. und das Programm finden Sie unter: //www.pro-retina.de/seminare/2018/patientensymposium-aad-nr-682018.


Ort und Zeit der Veranstaltung:
Dienstag, 13. März 2018, 10:00 bis 12:00 Uhr
Congress Center Düsseldorf, Eingang Süd, Raum 03

Stargardt-Krankheit: 6 Millionen Euro für klinische Studie01.03.2018

EU-Förderung für Medikamentenentwicklung zur Therapie der Stargardt-Krankheit

Das EU-Programm „Horizont 2020“ fördert die Durchführung einer klinischen Wirksamkeitsstudie mit dem Wirkstoff Remofuscin zur Behandlung der Stargardt-Krankheit. Remofuscin wurde von dem biopharmazeutischen Unternehmen Katairo  in der BioRegion STERN aus Tübingen entwickelt. Nun erhält die Katairo GmbH gemeinsam mit einem europäischen Konsortium sechs Millionen Euro für die weitere Forschung.


Stargardt-Krankheit

Die Stargardt-Krankheit ist eine genetisch bedingte Form der Makuladegeneration und führt bereits bei jungen Menschen zu einem starken Sehschärfeverlust und zentralen Gesichtsfeldausfällen, die zu erheblichen Schwierigkeiten beim Fixieren und Sehen von Details, also vor allem beim Lesen und Erkennen von Personen führen. Der Randbereich des Gesichtsfelds ist in den meisten Fällen nicht betroffen.

Ursächlich ist die Anreicherung von Lipofuszin in den Zellen des retinalen Pigmentepithels, einer speziellen Zellschicht der Netzhaut, um den Bereich der Makula. Lipofuszin ist ein Abfallprodukt das beim Sehvorgang entsteht.
Wird es vermehrt gebildet oder kann es nicht korrekt abtransportiert werden, lagert es sich in den Zellen ab und führt langfristig zu deren Funktionsverlust und Absterben. In Deutschland leben schätzungsweise 8.000 Betroffene.


Wirkstoff Remofuscin mit Orphan-Drug-Status

Der Wirkstoff Remofuscin ermöglicht es, angelagertes Lipofuszin aus den Zellen zu entfernen und dadurch das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.
Remofuscin gilt als ein aussichtsreicher Wirkstoff für die Behandlung der Stargardt-Krankheit und der trockenen Altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Daher hat er bereits 2013 den “Orphan-Drug-Status” erhalten. Als “Orphan” – englisch für “Waisenkind” – werden seltene Krankheiten bezeichnet, für die die pharmazeutische Industrie von sich aus kaum Medikamente entwickelt, da die zu erwartenden Umsätze nach betriebswirtschaftlichen Kriterien den Aufwand für Entwicklung und Zulassung in der Regel nicht rechtfertigen. In der Europäischen Union gilt eine Erkrankung als “selten”, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. In der EU leben etwa 30 Millionen Menschen mit einer von 8.000 seltenen Erkrankungen.

Damit diese Patienten trotzdem bestmögliche Behandlung erfahren, erhalten Unternehmen, die sich der Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln für seltene Krankheiten verschreiben, besondere Unterstützung.


Finanzielle Förderung für eine klinische Studie mit Remofuscin

Gemeinsam mit einem Konsortium aus sechs europäischen Partnern erhält die Katairo GmbH nun eine Förderung aus dem Horizont 2020-Programm der Europäischen Kommission in Höhe von sechs Millionen Euro. Damit soll die Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments Remofuscin an Stargardt-Patienten getestet werden. “Wir freuen uns über die Möglichkeit, Remofuscin in einer klinischen Machbarkeitsstudie zu testen”, sagt Wolfgang Klein, Geschäftsführer von Katairo. “Die Entwicklung unseres Medikaments hat damit eine entscheidende Phase erreicht. Wenn die Ergebnisse auf dem Tisch liegen, können wir, unsere Partner, Forscher weltweit und – am wichtigsten – die betroffenen Patienten sehr viel besser einschätzen, ob die Hoffnungen, die wir in Remofuscin setzen, berechtigt sind.”

Unter den Partnern sind neben der Augenklinik der Universität Tübingen, die gleichzeitig als Projektkoordinator fungiert, Augenkliniken aus Großbritannien, den Niederlanden und Italien, sowie ein Forschungsdienstleister aus Norwegen vertreten.

“Wir freuen uns, das Remofuscin-Progamm zur Stargardt-Krankheit unterstützen und umsetzen zu können”, sagt Prof. Carl Hoyng, koordinierender Studienleiter von der Radboud Universitätsklinik in den Niederlanden. “Das Potenzial des Medikaments geht über die bestehenden Ansätze hinaus. Bisher hat man versucht, die Menge des Lipofuszins konstant zu halten. Remofuscin hat in vorklinischen Studien gezeigt, dass es Lipofuszin abbauen kann. Daraus könnte ein großer Nutzen für die Patienten entstehen.”




Quellen:

tixio.de vom 15.02.2018 [1]
BioRegio STERN vom 14.02.2018 [2]
Nachrichten.net [3]
RS Aktuell vom 15.02.2018 [4]



Links aus diesem Beitrag:
[1]
https://www.tixio.de/40008-stargardt-krankheit-6-millionen-fuer-klinische-studie.html
[2]
http://www.bioregio-stern.de/de/aktuelles/pressemitteilungen/stargardt-krankheit-6-millionen-fuer-klinische-studie
[3]
https://www.nachrichten.net/details/33653017/Stargardt_Krankheit_6_Millionen_f%C3%BCr_klinische_Studie.html
[4]
https://www.rs-aktuell.net/29680-stargardt-krankheit-6-millionen-fuer-klinische-studie.html

Optos Lunchsymposium auf der AAD21.02.2018

Die optomap Ultra-Weitwinkel Bildgebungstechnologie ermöglicht Aufnahmen bis jenseits der Vortexgefäße in weniger als einer halben Sekunde und bietet die einzige 200° Ansicht mit nur einer Aufnahme. Treffen Sie Experten zum Thema „Einfluss der Ultra-Weitwinkel Bildgebung auf die Patientenversorgung und Praxiseffizienz“ zu unserem Lunchsymposium auf der AAD:

 

Univ.-Prof. Dr. Antonia Joussen – Differenzialdiagnostisches Quiz peripherer Netzhauterkrankungen

 

Dr. med. Hakan Kaymak – Ultra-Weitwinkel Bildgebung: Die schnellste und effektivste Untersuchung in der Praxis 

 

Prof. Dr. med. M. Kernt - Welche Rolle spielt die Netzhautperipherie bei retinalen vaskulären Erkrankungen? Ultrawidefield Imaging mit optomap

 

PD Dr. med. Armin Wolf - Neue Verständnisse von vaskulären Erkrankungen durch die Ultrawidefield Angiographie

 

Keine Anmeldung erforderlich. Bei Rückfragen können Sie uns gerne unter symposium@optos.com kontaktieren. Um optomap auch in Ihrer Praxis einzusetzen, kontaktieren Sie uns unter 0800 72 36 805, ics@optos.com oder füllen Sie eines unserer Kontaktformulare unter ww.optos.com/de aus und ein Optos Mitarbeiter wird Sie so bald wie möglich kontaktieren.Optos AAD banner.jpg (238 KB)

RICROLIN PLUS - haltbares Riboflavin für alle CXL Methoden16.02.2018

Die Riboflavin Lösung „RICROLIN PLUS“ ist für alle cornealen UV-Crosslinking Methoden zugelassen: mit Epithel-Abrasio, Transepithel (Epi-On) und Iontophorese.

 

Iontophorese verringert die stromale Einwirkzeit deutlich auf 5 Minuten und schafft dadurch einen überlegenen Zeitvorteil gegenüber den herkömmlichen Methoden. Studien belegen ein deutlich tieferes und gleichmäßigeres Eindringen und dadurch bessere Ergebnisse. Die zeitraubende und schmerzvolle Abrasio ist hierbei nicht nötig.

 

RICROLIN PLUS ist nicht rezeptpflichtig. Dadurch gewinnen Sie wertvolle Zeit. Zusätzlich bietet es gegenüber dem Riboflavin aus der Apotheke den unschlagbaren Vorteil einer besonders langen Haltbarkeit von bis zu 24 Monaten.

 

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Mehr Infos erhalten Sie bei b o n unter 0451 / 80 9000 oder auf www.bon.de.

Aktuelle Rechtsprechung zur Kostenerstattung der Femtosekundenlaser-assistierten Katarakt-Operation16.01.2018

Abrechnung

„Zwischenzeitlich haben höchste Verwaltungsbehörden auf Bundes- wie auf Landesebene die aktuelle Rechtsprechung in ihrer Verwaltungspraxis umgesetzt: so etwa die Bundesärztekammer durch die Publikation im Deutschen Ärzteblatt v. 7. August 2017, A 1498, und das Bayerische Staatsministerium der Finanzen durch seine Leitentscheidung v. 25. April 2017, Az.: 25 P 1820-2/169. Aufgrund der Bindung der nachgeordneten Behörden an Recht und Gesetz wird mit der Kostenbestätigung durch die Beihilfestellen des Bundes und der Länder, sowie der Kreise und Kommunen sowie der öffentlichen Verbände zu rechnen sein.

Es besteht ein Konsens der Gerichte und Behörden darüber, dass der femtosekundenlaser-assistierte Linsenaustausch durch die Position 5855 analog GOÄ abzurechnen ist und der Lasereinsatz nicht schon mit der Zuschlagposition 401 GOÄ abgegolten ist. Position 5855 analog GOÄ kann nach allgemeinen Regeln und ohne weiteres mit dem Steigerungsfaktor 1,8 abgerechnet werden und mit einer entsprechenden Begründung bis zum 2,5-fachen Steigerungssatz. Derzeit besteht kein Anlass, von der bisher praktizierten Praxis und Abrechnung abzuweichen. Im Gegenteil – sie hat sich als richtig und belastbar erwiesen.“

RA Michael Zach/27.10.2017

 

Studie

„Zwei neue Publikationen zeigen, dass die Femtosekundenlaser-assistierte Katarakt-Operation insbesondere bei harten Linsen vorteilhaft ist. In beiden Studien zeigte die Femto-Gruppe einen signifikant kleineren Verlust an Endothelzellen der Hornhaut als bei der klassischen Phakoemulsifikation. Dies führte zu einer schnelleren visuellen Rehabilitation. Die Femtosekundenlaser-assistierte Katarakt-Operation scheint insgesamt schonender für die intraokulären Strukturen zu sein, dies gilt insb. bei härteren Linsenkernen.“

  1. Comparison of Corneal Endothelial Cell Loss Between Two Femtosecond Laser Platforms and Standard Phacoemulsification.
    Al-Mohtaseb Z, et al.. J Refract Surg. 2017 Oct 1;33(10):708-712.
  2. Clinical outcomes of femtosecond laser-assisted cataract surgery versus conventional phacoemulsification surgery for hard nuclear cataracts. 
    Chen X, et al. J Cataract Refract Surg. 2017 Apr;43(4):486-491.

 

Urtreil

„Schon bisher hat die Rechtsprechung unwidersprochen, einheitlich und ausnahmslos die medizinische Notwendigkeit des Femtosekundenlasereinsatzes im Rahmen des Linsenaustausches bestätigt (jeweils betreffend Katarakt: Amtsgericht Köln, Urt. v. 12.01.2015, 146 C 186/13; Verwaltungsgericht Düsseldorf, Beschl. v. 24.06.2015, 26 K 4701/14; Amtsgericht Reutlingen, Urt. v. 26.06.2015, 5 C 1396/14; Verwaltungsgericht München, Urt. v. 08.12.2016, M 17 K 16.483; Landgericht Köln, Beschl. v. 09.11.2016, 23 O 251/16; Verwaltungsgericht Köln, Urteile v. 10.11.2016, 1 K 3094/16 und vom 1 K 4550/16; Verwaltungsgericht Koblenz, Urt. v. 03.02.2017, 5 K 950/16.KO; Verwaltungsgericht Köln, Urt. v. 15.03.2017, 1 K 7565/16). Im Rahmen der letztgenannten Entscheidung war der Femtosekundenlaser Ziemer Z8 zur Anwendung gelangt und sein Einsatz war als medizinisch notwendig bestätigt worden.“

RA Michael Zach/27.10.2017

25 Jahre Optos 12.12.2017

Optos — Sehkraft und allgemeine Gesundheit erhalten — unsere Mission seit 25 Jahren

 

In diesem Jahr feierte Optos sein 25-jähriges Firmenjubiläum. Dies ist eine gute Gelegenheit, den zurückgelegten Weg Revue passieren zu lassen. Alles begann, als Douglas Anderson, unser Gründer, ein patientenfreundliches Produkt auf den Markt brachte. Mit diesem war es erstmals möglich, ein digitales Weitwinkelbild der Netzhaut mit nur einer einzigen Aufnahme zu erstellen. Den Anstoß für diese Mission hatte sein junger Sohn Leif gegeben. Denn trotz regelmäßiger Augenuntersuchungen hatte der Arzt keine Möglichkeit, Leifs gesamte Netzhaut zu untersuchen. So blieb eine periphere Netzhautablösung unentdeckt und Leif erblindete schließlich auf einem Auge. Seit diesem Zeitpunkt ist es unser Anliegen, Sehvermögen zu erhalten und Leben zu retten. Diese Ziele sind fest in unserer Firmenkultur verankert und ein wesentlicher Eckpfeiler unserer Vision, “The Retina Company” zu sein.

 

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Auch mit 12.000 installierten Geräten, tausenden von Peer-Review-Studien und Artikeln sowie mehr als 60 Millionen Patienten, die optomap® erhalten haben, ruhen wir uns nicht auf unseren bisherigen Erfolgen aus. Weiterhin setzen wir neueste Technologien zur Entwicklung und Herstellung neuer Produkte und Software ein, die dazu beitragen, optomap als Versorgungsstandard in der Augenheilkunde zu etablieren.

 

Anlasslich unseres 25-jährigem Jubiläum haben wir unsere neue deutschsprachige Webseite geschalten. Diese können Sie unter www.optos.com/de abrufen und enthält aktuelle Events auf denen Sie Optos treffen können, sowie Erfahrungen unserer Kunden.

Treffen Sie Optos vom 12 - 14.01.2018 auf der opti am Stand C4.52904.12.2017

Meet the Expert-Vorträge auf der Opti in München | Stand C4.529 | periphere Netzhautuntersuchung

Termin: 12.01.18 und 13.01.18 um 13 Uhr

 

Am Freitag den 12. und Samstag den 13.01. wird Herr Wolfgang Cagnolati (DSc, MSc, FCOptom, FAAO) jeweils um 13:00 Uhr eine Präsentation an unserem Stand halten.

 

Der Vortrag widmet sich der peripheren Netzhautuntersuchung und diskutiert in diesem Zusammenhang einige zentrale und periphere Netzhautbefunde, welche mittels der optomap Ultra-Weitwinkel Scanning Laser Ophthalmoskopie im Zuge einer optometrischen Untersuchung ermittelt wurden.

 

Herr Cagnolati wird anschließend für Fragen und Einzelgespräche an unserem Stand zur Verfügung stehen.

 

Zum Firmenindex der Optos GmbH Deutschland

E-Eye — Neue Behandlung des trockenen Auges mit IRPL®- Technologie21.11.2017

Mit der zertifizierten E-Eye-Behandlung für die Ophthalmologie kann erstmals die Ursache des trockenen Auges komplett schmerzfrei und anhaltend therapiert werden. Das dabei eingesetzte Gerät, das E-Eye, ist ein Generator von polychromatischem Pulslicht, mit dem perfekt kalibrierte und homogene Lichtpulsfrequenzen erzeugt werden können. Durch diese neue IRPL® (Intense Regulated Pulsed Light) – Technologie werden die die Meibomschen Drüsen stimuliert und die Sekretbildung wird wieder aufgenommen.  Der Tränenfilm erhält seine normale Struktur und die mit der Austrocknung der Augenoberfläche verbundenen Symptome verschwinden. Klinische Studien zeigen, dass 90% der Patienten nach den ersten beiden Behandlungssitzungen eine deutliche Besserung wahrnehmen.

 

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     Technische Merkmale:

     Technologie: IRPL® (Intense Regulated Pulsed Light)

     Maße (L x B x H): Max. 345 x 320 x 440 mm

     Gewicht: Max. 11.5 kg

 

     Einfach in der Anwendung, schnell und perfekt integrierbar.

     • Startklar innerhalb weniger Sekunden

     • Keine Vorlaufzeiten

     • Kompaktes, mobiles Design – für jede Praxisgröße

 

     zum Produkt

Tumor im Auge: Unimedizin nimmt 500. Bestrahlung vor21.11.2017

Rostock/Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Krebs ist eine lebenseinschneidende Diagnose. Und umso gravierender, wenn dadurch auch das Sehvermögen in Gefahr ist. Das Aderhautmelanom ist ein bösartiger Tumor im Auge, der zu starken Seheinschänkungen führen kann und oft im Körper streut. Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland bietet die Unimedizin Rostock seit mehr als 20 Jahren eine augenerhaltende Behandlung von Aderhautmelanomen mit dem Rutheniumapplikator an. Jetzt gab es den 500. Eingriff dieser Art in der Rostocker Augenklinik.

 

Die Unimedizin ist das Behandlungszentrum für diese Erkrankungen im Nordosten. Die Bestrahlung der bösartigen Krebsgeschwüre nehmen die Augenärzte in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus der Strahlentherapie in der Südstadt vor. Seit 1993 wird diese Therapieform angeboten. Die Aderhaut, eine Schicht unter der Netzhaut des Auges, ist für die Blutversorgung des Augeninneren verantwortlich. Eine Entartung dieses Gewebes führt zum gefürchteten Aderhautmelanom, dem häufigsten Tumor im Auge. Betroffene sorgen sich nicht nur um ihr Sehvermögen – schlimmer noch sind der drohende Verlust des Auges und die lebensgefährliche Streuung des Tumors. „Gerade die Ansiedlung von Tumorzellen in der Leber, aber auch in anderen Organen ist leider kaum mit onkologischen Therapien beherrschbar“, sagt Dr. Vinodh Kakkassery, Oberarzt an der Augenklinik und Spezialist für Tumore am Auge. Daher sei die wirksame Therapie am Auge höchst bedeutsam für die Patienten.

 

Die Entfernung des Auges war lange Zeit bei vielen Patienten die einzige Option. Heute kann das Aderhautmelanom vergleichsweise schonend durch eine Strahlentherapie behandelt werden. Die Therapie an der Augenklinik vereint Chirurgie und Strahlenmedizin. Ein kleines mit dem Element Ruthenium106 beladenes Metallscheibchen wird über chirurgische Nähte auf die äußere Hülle des Auges aufgenäht, sodass ausgehende Betastrahlen die meist nur wenige Millimeter großen Tumore zerstören können. So verringert sich die Gefahr, dass bösartige Zellen in die Leber streuen. Die Chance, das Auge zu erhalten, ohne den Körper sonst mit Strahlen zu belasten, erhöht sich. Die sogenannte Brachytherapie dauert etwa zwei bis sieben Tage, danach kann der kleine Applikator wieder vom Auge entfernt werden. Auf die Behandlung folgt meist eine Wärmebestrahlung von außen.

 

Krebspatienten würden im Rahmen des Onkologischen Zentrums der Unimedizin stets interdisziplinär behandelt, sagt Kakkassery. Die Augenspezialisten arbeiteten eng mit den Kollegen aus der Strahlentherapie, der Hämatoonkologie sowie den niedergelassenen Kollegen zusammen. „Kommunikationsabbrüche in der Tumorversorgung können wir uns nicht leisten. Darunter würde der Patient leiden“, sagt Kakkassery. Das Onkologische Zentrum biete für Patienten mit einem Augentumor neben den erweiterten Möglichkeiten für Diagnose und Behandlung auch eine Betreuung durch Psychoonkologen sowie Unterstützung bei der späteren Reha.

 

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Mit der sogenannten Brachytherapie kann Dr. Vinodh Kakkassery (r.) das Auge des Patienten schonend behandeln.

Vollkasko für Ihre Immobilie | Aktualisieren Sie jetzt den Versicherungsschutz auf die geänderten Wetter- und Klimabedingungen!20.11.2017

Erweiterungen zur Gebäudeversicherung

 

Die drei Grundgefahren Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel hat inzwischen vernünftigerweise fast jeder Hauseigentümer abgesichert. Viele der möglichen Schäden, die zu hohen Kosten führen können, sind so bereits abgedeckt. Viele ältere Gebäude haben zwar noch mangelnde Bedingungswerke, da der Versicherungsschutz einmal abgeschlossen, schnell in Vergessenheit geraten ist. Unser Tipp: prüfen Sie spätestens alle fünf Jahre die Aktualität der Bedingungen.

 

Dennoch bietet diese Drei-Gefahren-Deckung noch viele Angriffspunkte für Schadenereignisse, deren Folgen Sie selbst tragen müssten. Wir möchten Ihnen in dieser und der folgenden Ausgabe gerne aufzeigen, wofür Sie die beiden Deckungserweiterungen „Elementarschäden“ und „unbenannte Gefahren“ benötigen und bei welchen Schadenszenarien deren Deckung greifen würde.



Mehrere Landesregierungen starteten bereits werbliche Versicherungsinitiativen, um Hauseigentümer zur entsprechenden Erweiterung des Versicherungsschutzes anzuregen, da die Schwere dieses Problems erkannt wurde. Man möchte Eigentümer mehr in die Eigenverantwortung nehmen, weshalb die Hilfsfonds für die Opfer von Elementarschäden entsprechend gestrichen wurden. Hilfszahlungen erhält so nur noch, wer sich nicht selbst hätte versichern können.

 

Überschwemmung

Überflutet Oberflächenwasser (z. B. eines stehenden oder fließenden Gewässers) durch starke Witterungsniederschläge (auch Schmelze) Grund und Boden, spricht man im Sinne der Elementar-deckung von einer Überschwemmung. Auch das niederschlagsbedingte Austreten von Grundwasser an der Erdoberfläche kann zu einer versicherten Flut führen.
Bei Überschwemmungen kommt es nicht nur zu Kosten durch direkte Schäden an der Bausubstanz und die Trockenlegung. Vielmehr sind es vor allem die Reinigungskosten, die schwer zu Buche schlagen. Wenn das Wasser abgelaufen ist, bleiben Schlamm und andere Verunreinigungen zurück.

 

Rückstau

Wird eine Ortschaft unter Hochwasser gesetzt, so läuft immer zuerst die Kanalisation voll. Kann sie die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, sieht man dies am Wasser, das aus Gullis hervorquillt. Bei genug Wasser kann der Druck in den Leitungen der Kanalisation hoch genug sein, dass es Wasser durch die Ableitungsrohre zurück ins Gebäude drückt. Dieser Rückstau verursacht Verunreinigungen. Rückstau macht Hochwasser auch für Gebäude in höheren Lagen zu einem Thema, die von einer Überschwemmung selbst geschützt wären.

 

Schneelast

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu dem Phänomen, dass die Winter von kurzen, dafür umso heftigeren Schneefällen geprägt waren. Schnee blieb zudem lange liegen und wurde enorm schwer, wenn es zu Tauphasen kam. Vor allem in 2006 versanken viele Gebiete der Republik geradezu im Schnee. Für die Dächer von Häusern waren die Schneemassen eine enorme Belastung, der vor allem Flachdachbauten wie z. B. Garagen und Firmengebäude oft nicht gewachsen waren und nachgaben. Aber auch viele Wohngebäude trugen Schäden an Dach und Schornstein davon.

 

Lawinen

Bei einer versicherten Lawine handelt es sich um Schnee- oder Eismassen, die einen Berghang hinab rauschen.  Auch Schäden durch die von ihr verursachte Druckwelle sind versichert. Ein sich hier anbietendes Schadensbeispiel ist das Ferienhaus in den Bergen, das von einer solchen Lawine weggerissen wird.

 

Erdrutsch

Hänge sind permanent der Erosion durch Wind und Niederschläge ausgesetzt. Kommen die richtigen“Faktoren“ zusammen, verliert der Hang an Festigkeit und gerät ins Rutschen. Schäden, die ein solcher Erdrutsch verursacht, sind im Rahmen der Elementarschadenversicherung mit gedeckt.

 

Erdfall

Im November 2010 tat sich in der Kleinstadt Schmalkalden, Thüringen, mitten in der Nacht ein 40 mal 30 Meter großer Krater auf. Er verschluckte ein Auto, die Straße und eine Garage. Fünf Häuser  wurden damals vorsorglich evakuiert, da ein weiterer Erdfall nicht ausgeschlossen werden konnte. Solche natürlichen Erdabsenkungen kommen vor allem in Karstgebieten immer wieder vor. Karstgebiete sind Landschaften, die sich aufgrund von unterirdischer Entwässerung durch Höhlenbildung, Erdfälle und Wasserschwinden auszeichnen. Erdfall durch natürliche Ursachen sind über die Elementarschadendeckung abgedeckt.

 

Erdbeben

Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere hundert Erdbeben gemessen. Beben der Stärke 4 bis 5 kommen etwa alle 18 Monate vor. Eines der stärksten Beben war wohl das Beben von Roermond im Jahr 1992, das Teile der Niederlande und Deutschlands mit einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala erschütterte. Es sorgte für erhebliche Sachschäden z. B. auch am Kölner Dom. Insgesamt wurden die Sachschäden durch dieses Beben alleine in Deutschland auf über 75 Mio. Euro geschätzt. Bereits leichte Beben können Ziegel vom Dach lösen oder Risse in der Fassade verursachen. Auch bei solchen Schäden greift die Elementarschadendeckung.

 

Vulkanausbruch

Über die Fläche Deutschlands sind 53 Vulkane verteilt. Zumindest die Vulkane der Eifel werden nach neueren Forschungsergebnissen als nur schlafend eingestuft. Der letzte größere Ausbruch liegt hier wohl 13.000 Jahre zurück. Die Intervalle zwischen Ausbrüchen sind sehr unterschiedlich. Wichtig ist jedoch, dass man sich darüber im Klaren ist, dass ein Vulkanausbruch in Deutschland grundsätzlich nicht unmöglich ist. Kommt es zum Ausbruch, würde eine Elementarschadendeckung z. B. auch Beschädigungen und Verschmutzungen durch ausgestoßene Asche und Gase übernehmen.

 

Spiel der Elemente

Überschwemmung und Hochwasser sind natürlich die beiden Elementargefahren, die am häufigsten zu Versicherungsfällen führen. Schnell entstehen hier Kosten in mittlerer fünfstelliger Höhe. Gerade bei Überschwemmungen resultieren diese Kosten meist gar nicht so sehr aus echten Beschädigungen am Gebäude, sondern vielmehr aus dem Aufwand, der für Auspumpen, Reinigung und Trockenlegung betrieben werden muss. Die Mühen, die es macht, z. B. einen schlammgefüllten Keller wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, sollten Sie nicht unterschätzen.

 

Die Welt erfährt einen Klimawandel. Davor kann und darf man die Augen nicht verschließen. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob es sich hier um eine normale zyklische Veränderung handelt, oder der Mensch ihn verursacht hat. Fast einstimmig ist die Expertenmeinung, dass wir uns in den nächsten Jahren auf noch mehr Wetterextreme einstellen müssen. Wir können Ihnen nur wärmstens empfehlen, sich ebenfalls auf das Wetter von morgen einzustellen und sich diese wichtige Deckungserweiterung der Elementarschäden zu sichern.

 

Die drei Grundgefahren in Verbindung mit der Deckungserweiterung um Elementarschäden stellt eine sehr solide Absicherung dar, die einen Großteil der in der Praxis wirklich eintretenden Versicherungsfälle abdeckt. Die bestmögliche Abrundung des Versicherungsschutzes für Ihr Haus erhalten Sie aber nur , wenn Sie sich auch für eine Deckung gegen unbenannte Gefahren entscheiden.


Unbenannte Gefahren – die Vollkasko für das Gebäude !

Diese - zugegeben - schwer greifbare Gefahrengruppe, kommt vom Grundsatz her für Schäden auf, die durch eine Gefahr entstanden, die nicht näher in den Bedingungen benannt wurden. Hier gehen die Versicherer den umgekehrten Weg und schließen nur bestimmte Schadensereignisse vom Versicherungsschutz aus.
Solche Ausschlüsse sind z. B. Krieg, Vorsatz und Kernenergie. In dieser Deckung, die zusammen mit den Grundgefahren und Elementarschäden auch als All-Risk-Deckung bekannt ist, ist jedes Schadensereignis versichert, das nicht ausdrücklich in den Bedingungen eines Versicherers ausgeschlossen wurde.
Durch die große und unbenannte Fülle vieler versicherter Schadensursachen ist diese Form der Deckung für viele Kunden oft nur schwer greifbar. Dazu besteht allerdings keine Veranlassung.

 

Da es unmöglich sein dürfte, auf alle denkbaren Schadensursachen einzugehen, für die Versicherungsschutz bestünde, und diese Deckungserweiterung von Versicherer zu Versicherer auch recht unterschiedlich ausfällt, möchten wir hier nur kurz beispielhaft starken Wind unter Windstärke 8 als versicherte Schadensursache nennen. Unbenannte Gefahren - Versichert gegen (fast) alles mögliche...

 

Der letzte Schliff

Die Erweiterung Ihres Versicherungsschutzes um die unbenannten Gefahren ist der letzte Schliff am Versicherungsschutz für Ihr Haus. Mit diesen Deckungseinschlüssen heben Sie Ihren Gebäudeversicherungsvertrag auf die bestmögliche Stufe. Ob Ihnen ein möglichst hochwertiger Versicherungsschutz wichtig ist, können natürlich nur Sie selbst entscheiden. Bedenken Sie dabei jedoch auch den hohen Wert Ihres Hauses. Für ein neues Auto wählen Sie automatisch auch die Vollkaskoversicherung. Ergibt das dann nicht auch Sinn für Ihr Eigenheim? Wir können nur dazu raten, da viele Schadensereignisse nur mit dieser Deckungserweiterung absicherbar sind. Es kann manchmal eine Kleinigkeit sein, die dafür verantwortlich ist, ob ein Schaden erstattet wird oder nicht. Gehen Sie hier bitte kein Risiko ein!

 

Auch noch wichtig: welche Zahlungen werden im Schadenfall geleistet?

 

Ersetzt wird der Neuwert der zerstörten Sachen wenn eine korrekte Versicherungssummen, oder bei Tarifen nach Wohnfläche, die korrekte Qm-Zahl angegeben wurde.

 

Bei beschädigten Sachen werden die notwendigen Reparaturkosten erstattet.

 

Für den Fall, dass kein Wiederaufbau erfolgt, besteht lediglich Anspruch auf einen Zeitwert.

 

Eine Vielzahl von unterschiedlichen Kosten, die im Zusammenhang mit einem versicherten Schadenfall entstehen, sind (teilweise über die Versicherungssumme hinaus) abgedeckt.

 

Zum Beispiel Aufräum- und Abbruchkosten, Bewegungs- und Schutzkosten sowie Schadenabwendungs- und -minderungskosten.
Auch ein möglicher Mietausfallschaden wird in diesem Zusammenhang ersetzt, soweit dies vereinbart wurde.


Wir hoffen, wir konnten Ihnen hier eine grundsätzliche Vorstellung vermitteln, weshalb die drei Grundgefahren Feuer, Leitungswasser und Sturm evtl. nicht ausreichen, damit Ihnen hohe Kosten durch Schäden an Haus, Garagen und Nebengebäuden erspart bleiben.
Gerne beraten wir Sie, welche Gefahren für Ihr Haus realistisch sind. Wir nehmen uns sehr gerne die Zeit, einen angemessenen Schutz für Ihr Eigenheim aufzustellen.

 

Zum Firmenindex: Falckenberg Financial Services AG

Einmalige Gelegenheit für AMD Betroffene zur kostenlosen Anmeldung im Patientenregister der PRO RETINA 15.11.2017

Zur „AMD Aktionswoche“ vom 18.11. bis 25.11.2017 öffnet die PRO RETINA ihr Patientenregister. In dieser Woche können sich Menschen, die von einer AMD betroffen sind, unabhängig von einer Mitgliedschaft in das Patientenregister aufnehmen lassen.

 

Unbestritten ist die Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) die häufigste Ursache für schlechtes Sehen und Erblinden in den Industriestaaten. Fraglich ist jedoch, ob sie weiterhin als eine Alterskrankheit, die frühestens nach dem 50. Lebensjahr auftritt, definiert werden kann. Wissenschaftler der Mainzer Augenklinik haben kürzlich festgestellt, dass immer mehr unter 50-Jährige von einer frühen Form der AMD betroffen sind.

 

Jetzt haben Betroffene die Möglichkeit effektiv an der Entwicklung von Studien mitzuwirken. PRO RETINA bietet ein Patientenregister für Netzhauterkrankungen an, welches neutral, unabhängig und gleichzeitig überregional ist. „Ich möchte durch meine Teilnahme am Patientenregister der PRO RETINA die Forschung im Bereich der AMD fördern, wovon zukünftige Generationen profitieren können!“ sagt Gretel Schmitz-Moormann, Beraterin der PRO RETINA für AMD Betroffene.

 

Beim Patientenregister handelt es sich um eine Datenbank, in der Mitglieder Daten ihrer Netzhauterkrankung selber erfassen können. Diese sensiblen Patientendaten werden pseudonymisiert und sind nicht auf die einzelnen Personen zurückzuführen. Studienausrichter wenden sich bei der Rekrutierung von Studienteilnehmern zentral an die PRO RETINA, die dann die betroffenen Patienten informiert. Die Teilnahme an der Studie obliegt allein dem Patienten.

 

Mit dem Motto „Trotz alledem! Leben mit der AMD“ veranstaltet die Selbsthilfevereinigung PRO RETINA in  Aachen, Chemnitz, Duisburg und Rostock Patientensymposien. Hier erfahren Betroffene und deren Angehörige, wie wichtig eine Früherkennung dieser Krankheit sein kann. Nähere Informationen zu diesen Veranstaltungen erhalten unter:

http://www.pro-retina.de/aktuelles/seminare-und-symposien

 

Melden Sie sich vom 18.11. bis 25.11.2017  kostenlos unter www.pro-retina.de/patientenregister an. Weitere Informationen erhalten Sie in der Geschäftsstelle unter 0241/87 00 18.

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