Aktuelles

PRO RETINA Veranstaltungen in Göttingen und Köln31.07.2018

Liebe PRO RETINA Interessenten,

heute möchten wir Sie auf zwei interessante Patientenveranstaltungen der PRO
RETINA aufmerksam machen.


Makula-Fachtagung und Makula-Patiententag in Göttingen

Zur Makula-Fachtagung am Samstag, dem 8. September und zum
Makula-Patiententag am Sonntag, dem 9. September werden Fachleute und
Betroffene und deren Angehörige folgender Krankheitsbilder erwartet:

     * LHON (Lebersche Hereditäre Optikus-Neuropathie)
     * MacTel (Makuläre Teleangiektasien)
     * CCS/RCS (Chorioretinopathia centralis serosa / Retinopathia centralis
       serosa)
     * Morbus Stargardt
     * Morbus Best
     * AVMD (Adult Vitelliforme Makuladystrophie)
     * Musterdystrophien
     * HJMD (Hypotrichose mit juveniler Makuladystrophie)
     * Aderhautdystrophien
     * Pathologische Myopie

und weitere seltene Makuladystrophien, die das zentrale Sehen
beeinträchtigen können.

In diesem Jahr findet die Veranstaltung in Kooperation mit und in der
Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch-Straße 40,
unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. med. Hans Hoerauf statt.

Genaue Informationen zu den Referenten und Fachvorträgen, den Themen- und
Diagnosespezifischen Workshops und patientenverständlichen Kurzvorträgen
finden Sie auf dieser PRO RETINA-Webseite [1] bzw. auf diesem
Veranstaltungsflyer [2]. Auf dem Flyer befindet sich neben dem vollständigem
Programm und weiteren wichtigen Informationen zu dieser Veranstaltung auch
ein Anmeldeformular (verbindliche Anmeldung bis zum 15. August)


Gesundheitspolitische Veranstaltung der PRO RETINA in Köln

Im Mittelpunkt der diesjährigen Kölner Begegnung von PRO RETINA Deutschland
e.V. am Freitag, dem 14. September in Köln-Deutz unter dem Titel: „Und was
mache ich jetzt?“ stehen Entscheidungen und Entscheidungshilfen für
Menschen mit Netzhautdegenerationen. Fachleute aus der Genetik, der
Augenheilkunde und der Patientenselbsthilfe beleuchten im Gespräch mit dem
Publikum, welche Unterstützung es bei schwierigen Entscheidungen gibt.

Neben drei jeweils 45-minütigen Diskussionsrunden

     * Genetische Diagnostik bei erblichen Netzhauterkrankungen
     * Entscheidungspunkte bei der feuchten AMD
     * Entscheidungen für die richtigen Hilfsmittel

mit fachkundigen Vertretern aus verschiedenen Interessensbereichen führen
Referenten aus den unterschiedlichen Blickwinkeln in Impulsvorträgen zum
Thema hin.

Die Veranstaltung findet statt am Freitag, dem 14. September von 14.00 bis
18.00 Uhr im Horion-Haus des Landschaftsverbandes Rheinland in Köln-Deutz,
Hermann-Pünder-Straße 2.


Weitere Informationen

Genauere Einzelheiten zum Programm und eine Wegbeschreibung finden Sie auch
auf dieser Webseite der PRO RETINA [3] bzw. auf diesem Einladungsflyer der
Kölner Begegnung [4].


Anmeldung

Eine Anmeldung wird erbeten bis zum 5. September 2018 in der PRO
RETINA-Geschäftstelle in Bonn: per E-Mail: info@pro-retina.de oder
telefonisch: (0228) 227 2170

Quelle: PRO RETINA Deutschland e. V.

Den Durchblick behalten - auch wenn die Augen altern23.07.2018

Den Durchblick behalten – auch wenn die Augen altern

Alterssichtigkeit: Spätestens mit 50 Jahren brauchen die meisten eine Lesebrille

Düsseldorf 24.07.2018 Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwierig wird, bei anderen geht es erst ein paar Jahre später los. Im Alter von 50 Jahren wissen die allermeisten Menschen, was es heißt, alterssichtig zu sein. Der Augenarzt Christian Theinert vom Pressereferat des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) erklärt, warum spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Augenarzt aufzusuchen.

Wer bisher stets gute Augen hatte und auch ohne Sehhilfe alles scharf sehen konnte, ist zunächst irritiert: Kleine Schrift lässt sich plötzlich nicht mehr entziffern, erst wenn man den Text etwas weiter von den Augen entfernt hält, erscheinen die Buchstaben klarer. Beim Blick auf ein Tablet- oder Smartphone-Display kann man ja meist einfach vergrößern, was man sich anschauen will, aber wer beim Einkaufen die Inhaltstoffe eine Produkts überprüfen will, gerät in Schwierigkeiten, vor allem, wenn die Beleuchtung nicht optimal ist.

Der Grund für diese Probleme ist die normale Alterung des Auges. In der Jugend ist die Linse des Auges weich und elastisch. Sie kann sich verformen, so dass das Auge sich an unterschiedliche Sehentfernungen anpassen kann. Beim Blick in die Ferne ist sie flach, beim Blick auf ein Objekt in unmittelbarer Nähe wölbt sie sich stärker. Diese Fähigkeit, Augenärzte sprechen von der Akkommodation, geht nach und nach verloren. Die Linse wird immer steifer und die für die Nahsicht notwendige Anpassung funktioniert nicht mehr.

Viele Menschen behelfen sich zunächst mit einer einfachen Lesehilfe, die es im Super- oder Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Herr Theinert erklärt, dass diese Lesehilfen in der Regel allenfalls für eine kurze Lesedauer und vorübergehend geeignet sind: „Auf Dauer ist eine fachgerecht angepasste Lesebrille besser geeignet, die die individuellen Besonderheiten wie beispielsweise eine Verkrümmung der Hornhaut (Astigmatismus) oder den Pupillenabstand berücksichtigt.“

Wenn die Alterssichtigkeit (Presbyopie) einsetzt, ist es sinnvoll, zunächst eine Augenarztpraxis aufzusuchen. Denn bei einer fachärztlichen Untersuchung können nicht nur die Sehschärfe und der Bedarf für eine Lesebrille ermittelt werden. Es lässt sich auch abklären, ob die Augen abgesehen von der Alterssichtigkeit gesund sind. Einige Krankheiten, die das Augenlicht bedrohen können, treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Das gilt unter anderem für das Glaukom (Grüner Star), bei dem ganz allmählich der Sehnerv abstirbt. Diese Krankheit verläuft lange ohne Beschwerden. Sie verursacht keine Schmerzen. Die Patienten bemerken auch die von der Krankheit hervorgerufenen Ausfälle im Gesichtsfeld zunächst nicht, die erst am Rand entstehen und erst im späten Stadium im Zentrum des Sehfelds bemerkbar sind. Dadurch entstandene Schäden lassen sich nicht rückgängig machen und unbehandelt droht die Erblindung. Ab dem Alter von 40 Jahren empfehlen Augenärzte deshalb eine Früherkennungsuntersuchung. Sie umfasst die Untersuchung des Sehnervs und die Messung des Augeninnendrucks. So lassen sich Anzeichen für das Glaukom schon erkennen, bevor das Sehvermögen bedroht ist hat. Die Krankheit wird meistens mit Augentropfen behandelt. In schweren Fällen stehen auch Lasereingriffe oder chirurgische Verfahren zur Verfügung. Über die gesamte Bandbreite der Behandlungsmöglichkeiten wird der Augenarzt im Fall einer Glaukom-Diagnose kompetent beraten. Andere Krankheiten, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten sind die Katarakt (Grauer Star) und die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Auch hierüber schafft eine augenärztliche Untersuchung Klarheit.

Woche des Sehens vom 8. Bis 15. Oktober

Die Möglichkeiten, das Sehvermögen bis ins hohe Alter zu bewahren, sprechen Augenärzte auch bei der „Woche des Sehens“ an. Dies ist eine Aufklärungskampagne, die bundesweit vom 8. bis 15. Oktober stattfindet. In diesem Jahr lautet ihr Motto „Mit anderen Augen“. Unter der Schirmherrschaft der bekannten Fernsehjournalistin Gundula Gause machen Initiatoren und Unterstützer der Aktionswoche auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Lage von blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland und den Entwicklungsländern aufmerksam.

Getragen wird die Kampagne von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird sie zudem von der Aktion Mensch, ZEISS und der VANDA Pharmaceuticals Germany GmbH. www.woche-des-sehens.de

Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und Statistikdatenbank finden Sie hier.

Wenn Sie keine Pressemitteilungen des Berufsverbands der Augenärzte mehr erhalten möchten, können Sie sie jederzeit per Mail an pressekontakt@augeninfo.de abbestellen.

 

Herausgeber: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),

Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf, Tel. +49 (0) 2 11 / 4303700, Fax +49 (0) 2 11 / 4303720,

presse@augeninfo.de, www.augeninfo.de

OD-OS Achieves Revocation of Iridex MicroPulse Patent and Clears Path to Tissue-Friendly Treatment with Navilas® in Clinical Practice22.07.2018

OD-OS Achieves Revocation of Iridex MicroPulse Patent and Clears Path to Tissue-Friendly Treatment with Navilas® in Clinical Practice

 

 

The Navilas® Laser System makes tissue-sparing treatment of retinal diseases more predictable, and paves the way for widespread adoption of microsecond pulse protocols in standard clinical practice.

 

16 Jul 2018

OD-OS, the global leader in the development and commercialization of navigated retinal laser systems, has achieved the revocation of the MicroPulse™ Patent (Patent no EP1856774) by Iridex Cooperation in oral proceedings at the European Patent office held last Friday in Munich, Germany.

With its successful opposition, OD-OS has cleared the path to manufacture and market its Navilas® Laser System with microsecond pulsing technology. Navilas® features computer-assisted laser delivery and digital documentation, thus making subthreshold treatment of retinal diseases more predictable, and easier to reproduce in standard clinical practice.

The technology of using laser pulses down to 25 microseconds for retinal care has been introduced and marketed by Iridex as MicroPulse™ laser. MicroPulse™ is a trademark of Iridex Corporation.

Winfried Teiwes, Managing Director, OD-OS GmbH: “We fully respect the effort Iridex Cooperation has put into the clinical development how tissue-sparing, shorter laser pulses can be effective for retinal treatments. With Navilas®, we are providing a contact free, easy to use and transparent delivery technique of these laser pulses, which allows standardized treatment protocols. We will work with Navilas® users to make microsecond pulse treatment a non-contact, non-damaging but long-lasting treatment in clinical practice, and a viable addition to often chronical injections.”

Several studies have presented recent evidence on the effectiveness of navigated microsecond pulsing with Navilas®, e.g. for treating focal leakage in chronic central serous chorioretinopathy (www.od-os.com/publications). 

Main benefits of tissue-friendly treatment with the Navilas® Laser System:

  • Image-guided, pre-planned laser delivery allows for systematic application of confluent laser pattern without overheating through adjacent spot delivery, which avoids overlapping application of laser pulses. 
  • Digital documentation enables users to develop a simplified treatment parameter set that can be applied in standard clinical practice.
  • Non-contact application of microsecond pulses with Navilas® makes this treatment very comfortable for patients and easy to apply for users.

About Navilas®Navilas® laser systems enable physicians to digitally pre-plan the entire laser therapy on fundus images as well as on third-party diagnostic images, and to precisely execute this therapy plan with the help of computerized image guidance.

About OD-OS: OD-OS GmbH is a privately-held medical device company founded in 2008 with offices in Teltow, Germany, and Irvine, CA. www.od-os.com

For further information, please contact: Stefanie Gehrke, Director Marketing | stefanie.gehrke@od-os.com, +49 (172) 3808 537 OD-OS GmbH | Warthestr. 21 | 14513 Teltow | Germany 

Fehlerkommunikation: So vermeiden Sie Gerichtsverfahren und Reputationsverluste18.07.2018

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Krisenmanagement

Fehlerkommunikation: So vermeiden Sie

Gerichtsverfahren und Reputationsverluste

 

von Jens Hollmann, Berater und Coach, www.medplus-kompetenz.de und 

RAin, FA MedR Dr. Birgit Schröder, Hamburg, www.dr-schroeder.com

 

Neben Aufklärungs- und Behandlungsfehlern ist die Ursache vieler Arzthaftungsverfahren der Umgang mit solchen Fehlern: Unerfüllte Erwartungen, enttäuschte Hoffnungen oder mangelnde Wertschätzung führen zu Unzufriedenheit und Frust aufseiten der Patienten. Viele von ihnen suchen die Auseinandersetzung vor Gericht und/oder die Information der Medien, um ihren Emotionen Luft zu machen. Ein professioneller, lösungsorientierter Umgang mit Fehlern verhindert, dass es überhaupt so weit kommt.

 

Worum es geht – wo Menschen arbeiten, passieren Fehler

 

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Fehler sind keine absichtlichen oder vorsätzlichen Handlungen, sondern „Abweichungen vom Richtigen“ oder „irrtümliche Entscheidungen bzw. Maßnahmen“. Dennoch bleibt der Umgang mit Fehlern bzw. Fehlervorwürfen eine Herausforderung.

 

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Eskalationsketten vermeiden

 

Vielfach entstehen Eskalationsketten und weitere Fehler, indem diese verheimlicht, verschwiegen oder vertuscht werden. Keiner erwartet, dass alles immer fehlerfrei läuft. Aber ein professioneller Umgang mit Fehlern wird zu Recht erwartet. Das fängt schon bei der Aufklärung an: Vermitteln Sie dem Patienten eine realistische Vorstellung davon, was er im Rahmen einer Therapie erwarten kann und was nicht. Kommunizieren Sie mit der gebotenen Sensibilität. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass das Arztgespräch für den Patienten weit mehr ist als reiner Informationsaustausch: Der Patient erwartet von Ihnen Verständnis für sein Leiden und sucht Ihre Hilfe als Arzt.

Eine Reaktion auf eine „Beschwerde“ bestimmt maßgeblich, wohin die Reise geht und ob die Angelegenheit für beide Seiten zu einem guten oder schlechten Ergebnis führt. Auch wenn derartige Gespräche nicht angenehm sind und gerne vermieden werden: Bereits zu Beginn ist die Weichenstellung wichtig.

 

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Wichtig | Wer die Chance ungenutzt lässt, die Kritik oder den Unmut nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, bekommt diese später nicht mehr.

 

Die richtige Einstellung entscheidet

 

Selbst wer keine rationale Grundlage für eine Beschwerde hat, sollte ruhig angehört werden. Auch in einem solchen Fall sind emotionale Reaktionen, Schuldzuweisungen oder die gänzliche Konfliktvermeidung fehl am Platz.

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Quelle: Jens Hollmann, Führungskompetenz für Leitende Ärzte, Seite 141.

 

Eine gute (Kontroll-)Frage an sich selbst ist die, wie Sie selber behandelt werden möchten, wenn Sie unzufrieden, enttäuscht oder verletzt sind. Die meisten Menschen erwarten in einer solchen Situation wenigstens, dass man ihnen in Ruhe zuhört und sie die Gelegenheit bekommen, sich ausführlich mitzuteilen. I. d. R. möchten sie wenigstens mögliche Ursachen eines Fehlers (z. B. Übertragungswege einer Infektion) erklärt bekommen. Das kostet Zeit – u. U. auch viel Zeit, die im Klinikalltag oftmals fehlt. Diese Zeit indes nicht zu investieren heißt aber auch, zu riskieren, dass der Patient vor Gericht zieht, sich an die Presse wendet oder die Staatsanwaltschaft informiert.

 

Der „richtige“ Konfliktstil

 

Als formalisierte Verfahren eignen sich Gerichtsverfahren vermutlich am wenigsten, alle Beteiligten zufriedenzustellen. Ein Gerichtsurteil lässt immer Unzufriedene zurück – häufig auf beiden Seiten. Der ideale Konfliktstil arbeitet auf eine Konsenslösung hin.

 

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Quelle: Jens Hollmann, Führungskompetenz für Leitende Ärzte, Seite 143.

 

Wichtig | Der Konsens ist zu unterscheiden vom („faulen“) Kompromiss. Der Konsens will eine Lösung herbeiführen, die für beide Seiten zufriedenstellend ist, und sucht keine rasche Einigung „um des lieben Friedens willen“.

 

Vermeidungsverhalten ist nicht zielführend

 

Oft wird argumentiert, man dürfte dem Patienten gegenüber „nichts zugeben“, ansonsten laufe man Gefahr, den Versicherungsschutz zu gefährden (siehe CB 02/2016, Seite 4). Dabei wird verkannt, dass nicht in jedem Gespräch über den Behandlungsverlauf oder das Behandlungsergebnis ein Haftungsanerkenntnis zu sehen ist. Die sachliche Information über einen Sachverhalt ist kein Anerkenntnis. Ein solches liegt nur vor, wenn sich jemand persönlich zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet. Nur dann kann es Probleme mit dem Versicherer geben. Ein Gespräch sollte also keinesfalls aus Sorge vor Fehlern unterbleiben – das wäre vermutlich der größte Fehler.

 

So beugen Sie Kommunikationskrisen vor

 

In heißen Phasen einer Auseinandersetzung einen kühlen Kopf zu bewahren, ist sehr schwer. Je stärker Ihnen dies gelingt, desto weniger Folgeschäden werden Sie nach der Bewältigung des Konflikts verzeichnen.

 

Die eigene Erregung kontrollieren und vertrauensbildende Maßnahmen schaffen

In dem Moment, in dem Sie sich angegriffen fühlen, mobilisieren Sie bewusst oder unbewusst Ihre inneren Kräfte, um diese Situation zu überwinden. Versuchen Sie ruhig zu bleiben, damit Sie den Überblick behalten.

 

Eine offene Kommunikation kultivieren

Hören Sie genau zu, was Ihr Gegenüber sagt. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie nach, ob Sie den anderen richtig verstanden haben.

 

Die Vorteile der Einigung betonen

Erst jetzt ist es sinnvoll, den eigentlichen Konfliktgegenstand zum Thema zu machen und Ihrem Gegenüber die gemeinsame Bewältigung des Konflikts anzubieten. Versuchen Sie, die Vorteile und nicht die Risiken der Einigung herauszustreichen und für beide Beteiligten die jeweils besten Optionen zu erarbeiten.

 

Regeln festlegen

Honorieren Sie auch kleine Schritte einer Einigung. Lassen Sie sich nicht auf vorschnelle Entscheidungen ein („fauler Kompromiss“). Wenn Sie sich geeinigt haben, halten Sie die Punkte schriftlich fest, damit Sie beide sich in Zukunft darauf berufen können („pacta sunt servanda“).

 

 

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Weiterführender Hinweis

  • Hollmann, Jens: Führungskompetenz für Leitende Ärzte. Motivation, Teamführung, Konfliktmanagement im Krankenhaus. Reihe: Erfolgskonzepte Praxis- & Krankenhausmanagement. Heidelberg: Springer, 2. Auflage 2013, ISBN 978-3-642-29341-2, 199 Seiten, 49,95 Euro.

 

Krankenhauspartnerschaft zwischen der Augenklinik im Mengo Krankenhaus (Uganda) und der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes17.07.2018

Krankenhauspartnerschaft zwischen der Augenklinik im Mengo Krankenhaus (Uganda) und der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes

 

 

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(V. l. n. r.) Frau Selamawit Woldai und Frau Rebekka Massoth von der Abteilung Marketing und Fundraising der CBM Germany, Herr Dr. Babar Qureshi, Direktor der „Eye Health Initiative“ der CBM International, Frau Dr. Rose Nakyanzi Ntate Mutumba, Direktorin und Augenärztin des CBM Mengo Partnerkrankenhauses in Uganda, Herr Prof. Dr. Berthold Seitz, Direktor der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes, Herr Dr. Lisbon Aliraki, Leiter der Augenklinik des Mengo Krankenhauses in Uganda, Herr Richard Oneka, CBM Programmoffizier von dem Landesbüro der CBM International in Uganda, Frau Marie Florence Prümm, Projektmanagerin von der Programmabteilung der CBM Germany, Herr Dr. Rainer Brockhaus, Vorsitzender der CBM Germany und Vorstandssprecher von CBM International und Frau Prof. Barbara Käsmann-Kellner, Leiterin der Sektion KiOLoN (Kinderaugenheilkunde, Orthoptik, Low Vision und Neuroophthalmologie) der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes.

 

 

Hintergrund:

Am 26. April 2017 besuchten Herr Dr. Babar Qureshi und Frau Annette Linn von der CBM (Christoffel-Blindenmission) die Universitäts-Augenklinik in Homburg/Saar, um über eine mögliche Krankenhaus-partnerschaft mit dem „Mengo Eye Hospital“, Kampala, Uganda zu sprechen. Herr Dr. Qureshi und Herr Prof. Seitz haben seit Jahren konstruktiv im ICO (International Council of Ophthalmology) Board zusammengearbeitet. Herr Dr. Qureshi erklärte, dass er die klinische Kooperation zwischen deutschen Augenkliniken und CBM Partnerkliniken erleichtern möchte. Der Austausch von Menschen, Wissen und Ideen würde dazu beitragen, die Qualität der Augenheilkunde und die Einrichtung von Subspezialitäten in den von CBM unterstützten Projekten zu etablieren. Zudem sollen durch die Partnerschaften die CBM-Partnerkliniken eine Nachhaltigkeit der medizinischen Verbesserung und später eine Unabhängigkeit von CBM erlangen. Um sich ein besseres Bild von einer CBM-Partnerklinik zu verschaffen, besuchten Herr Prof. Seitz und Frau Prof. Käsmann-Kellner die Augenklinik im Mengo Krankenhaus im Oktober 2017. Nach dem erfolgreichen Aufenthalt in Uganda konnten sich Herr Prof. Seitz und Frau Prof. Käsmann-Kellner eine gemeinsame Partnerschaft vorstellen und luden daher die Verantwortlichen der Augenklinik in Mengo und der CBM zu einer gemeinsamen Detail-besprechung nach Homburg/Saar ein.

 

 

 

Detailbesprechung am 09.07. und 10.07.2018 in Homburg/Saar

Es wurde viel besprochen – die Köpfe haben geglüht, doch am Ende konnte eine für alle Seiten vorteilhafte Vereinbarung getroffen werden. Am 09.07.2018 wurde in Anwesenheit des Vorsitzenden der CBM Germany und Vorstandssprechers von CBM International Dr. Rainer Brockhaus das MoU (Memorandum of Understanding) unterschrieben.

 

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(V. l. vorne) Herr Dr. Rainer Brockhaus als Vorsitzender der CBM Germany und Vorstandssprecher von CBM International, Herr Prof. Dr. Berthold Seitz, Direktor der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes und Frau Dr. Rose Nakyanzi Ntate Mutumba, Direktorin und Augenärztin des CBM Mengo Partnerkrankenhauses in Uganda. Dahinter (v. l.) Herr Richard Oneka, CBM Programmoffizier von dem Landesbüro der CBM International in Uganda, Frau Prof. Dr. Barbara Käsmann-Kellner, Leiterin der Sektion KiOLoN (Kinderaugenheilkunde, Orthoptik, Low Vision und Neuroophthalmologie) der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes, Frau Rebekka Massoth von der Abteilung Marketing und Fundraising der CBM Germany, Herr Dr. Babar Qureshi, Direktor der „Eye Health Initiative“ der CBM International, Frau Marie Florence Prümm, Projektmanagerin von der Programmabteilung der CBM Germany, Herr Dr. Lisbon Aliraki, Leiter der Augenklinik des Mengo Krankenhauses in Uganda und Frau Selamawit Woldai von der Abteilung Marketing und Fundraising der CBM Germany.

 

Beschlossen wurde eine Klinikpartnerschaft über 5 Jahre vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2023. Die geplante Fördersumme für dieses fünfjährige Projekt beläuft sich auf ca. 4 Millionen Euro. Die Details wurden in einen CBM-internen sog. MYP (Multi Year Plan) gegossen. Das primäre Ziel ist der 5-stöckige Anbau an das Gebäude der Augenklinik in Mengo für neue OP- und Ambulanz-Räume mit Anpassung des Hygienestandards, neue Geräte und Instrumente sowie eine neue Krankenhaus-Software. Innerhalb der 5 Jahre wird 2x/Jahr ein paralleler Austausch von Ärzten und Hilfspersonal stattfinden. Die Assistenzärzte/innen aus Homburg/Saar hospitieren 3 Monate in Mengo und lernen Katarakt-Chirurgie, die Oberärzte/innen aus Uganda kommen für 1 Monat nach Homburg/Saar, um eine Subspezialität (Hornhaut, Netzhaut, Glaukom, Phako, Kinderaugenheilkunde, Orthoptik, Low Vision und Neuroophthalmologie) zu lernen. Diese sog. Sandwich-Fellowships umfassen einen 1-wöchigen Besuch des Leiters der UKS-Subspezialität in Uganda. Darüber hinaus ist der Austausch von OP-Schwestern und Orthoptistinnen geplant. Gemeinsame Forschungsprojekte sollen besonders seltene tropische Augenerkrankungen betreffen. Der erste Austauch-Block ist für August 2019 und der zweite für März 2020 vorgesehen. Zur praktischen Vorbereitung für unsere Zusammenarbeit blieben die Direktorin des CBM Mengo Partnerkrankenhauses in Uganda Frau Dr. Rose Nakyanzi Ntate Mutumba und Herr Dr. Lisbon Aliraki, Leiter der Augenklinik des Mengo Krankenhauses von Dienstag bis Freitag zur Hospitation in der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes. Sie konnten dadurch vorab die QM zertifizierten Klinikabläufe (z. B. Netzhaut- und Hornhautsprechstunde mit Diagnostikbereich, IVOM-Ambulanz (Intravitreale operative Medikamenteneingabe in den Glaskörper) sowie im Bereich der Hornhautbank bis hin zur Transplantation im OP) studieren. Ziel des Austausches ist eine Win-Win-Win Situation für Uganda, Homburg und CBM.

Ausgezeichnet: Augenklinik Dardenne zählt zu den besten Krankenhäusern des Landes15.07.2018

Gemeinsam mit Faktenkontor hat das F.A.Z.-Institut in einer Studie die besten Krankenhäuser Deutschlands ermittelt. Die Augenklinik Dardenne aus Bonn-Bad Godesberg ist die einzige reine Augenklinik unter den Gewinnern.

Bad Godesberg, 11.07.2018 – Das F.A.Z. Institut hat in Zusammenarbeit mit der Faktenfaktor GmbH und mit wissenschaftlicher Begleitung durch die ISM International School of Management die Daten von über 2.000 Krankenhäusern und deren Qualitätsberichten ausgewertet. Unterstützt wurde die Studie durch ein Screening verschiedener Internet-Bewertungsportale wie Klinikbewertungen.de, dem TK-Klinikführer und Weisse Liste. Die Augenklinik Dardenne belegt unter allen betrachteten Krankenhäusern in Deutschland Platz 269 und ist die einzige Einrichtung unter den 417 aufgeführten Siegern, die sich ausschließlich auf die Augenheilkunde spezialisiert hat.

 

Ein Gewinn für den Gesundheitsstandort Bonn/Rhein-Sieg

„Wir sind stolz und freuen uns, als Augenklinik Dardenne diesen mehr als respektablen Platz belegt zu haben. Für uns ist es ein Zeichen, auf dem richtigen Weg zu sein. Wir konnten in den letzten Jahren unser Leistungsspektrum deutlich ausbauen und zählen mittlerweile zu den größten Augenkliniken des Landes“, berichtet Prof. Dr. Alireza Mirshahi, Klinikdirektor der Augenklinik Dardenne. Dr. Thomas Haupt, Kaufmännischer Leiter der Augenklinik Dardenne, ergänzt: „Neben dem Wohl der Patienten liegt uns die Mitarbeiterzufriedenheit sehr am Herzen. Seit 2013 haben wir die Anzahl der Beschäftigten fast verdoppelt. Eine solche Auszeichnung bestätigt uns, ein attraktiver Arbeitgeber in der Region zu sein. Unser hohes Qualitätsniveau und die zufriedenen Patienten verdanken wir in erster Linie unseren engagierten Mitarbeitern.“

Bestes medizinisches Versorgungsnetz in Europa

Die Bundesrepublik Deutschland hat mit Abstand das dichteste Versorgungsnetz aller EU-Staaten – allein im Jahr 2016 wurden 19,5 Millionen Patienten in gut 2.000 Krankenhäusern mit fast 500.000 Betten behandelt. Träger dieser Einrichtungen sind neben den öffentlichen aus Bund, Land oder Gemeinden auch Kirchen, Stiftungen und private Träger. Dabei stehen alle vor derselben Herausforderung: Effizienz und Produktivität sollen kontinuierlich steigen, denn die Kosten (z.B. durch Lohnerhöhungen) steigen, während die Vergütungssituation der Leistungen gleich bleibt.

 

Über die Augenklinik Dardenne SE:

Die Augenklinik Dardenne in Bonn-Bad Godesberg gilt als die „Wiege der modernen Katarakt-Chirurgie“ und zählt zu den größten Zentren für Augenheilkunde in Deutschland. Jährlich werden über 13.000 Operationen durchgeführt. Das weit umfassende Leistungsspektrum steht sowohl privat- als auch gesetzlich Versicherten zur Verfügung. Der Patient steht in der Klinik im Mittelpunkt, und alle Komponenten sind danach ausgerichtet. Als ISO-zertifiziertes Haus verpflichtet sich die Augenklinik unter der Leitung von Prof. Dr. Alireza Mirshahi und Dr. Thomas Haupt maximaler Qualität und Hygiene. Die fachliche und menschliche Kompetenz des Ärzteteams kommt dem Patienten ebenso zugute wie das Konzept des Hauses, da es räumlich für eine individuelle und persönliche Atmosphäre sorgt. Die reizvolle Kombination aus Altbau und moderner Architektur sind aus dem Bad Godesberger Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Eine Synergie aus „Klinik und Praxis in einem - für alle Krankenkassen“ ermöglicht umfassenden Service und beste Betreuung unter einem Dach.

 

Kontakt:

Augenklinik Dardenne SE
Dr. Thomas Haupt
Friedrich-Ebert-Str. 23 – 25
53177 Bonn Bad Godesberg
Tel. 0228 8303-131
Fax 0228 8303-129
Email: haupt@dardenne.de

Mainz: Internationales Symposium und neue Broschüre zum Usher-Syndrom - Sprechen Sie mit Betroffenen15.07.2018

Das Usher-Syndrom - eine seltene Hörsehbehinderung

Internationales Usher-Syndrom-Symposium in Mainz

PRO RETINA Deutschland e.V. stellt auf dem ersten Internationalen Usher-Syndrom-Symposium in Deutschland vom 19.-21.07.2018 im Atrium Hotel in Mainz eine Neuauflage ihrer Infobroschüre zum Usher-Syndrom vor. Das Usher-Symposium wird von der PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit unterstützt.

Wussten Sie schon, dass in Deutschland rund 5.000 Menschen mit Usher-Syndrom leben? Usher-Syndrom – was ist das?

Das Usher Syndrom ist eine erblich bedingte Kombination einer Hörbehinderung und einer langsam fortschreitenden Sehbehinderung. Nach der oftmals frühen Diagnose einer Innenohrschwerhörigkeit wird ein fortschreitender Sehverlust durch Retinitis pigmentosa diagnostiziert. Am Usher-Syndrom Erkrankte sind also von der Beeinträchtigung zweier Sinnesorgane betroffen.

Vom 19.-21.07.2018 findet in Mainz das Internationale Usher-Symposium statt – zum ersten Mal in Deutschland –, bei dem Forscher, Kliniker und Genetiker zusammenkommen und Einblick in die Therapieentwicklung bei Usher-Syndrom bieten. Am 21. Juli 2018 bringt das Internationale Patientensymposium (USHer Vernetzungstreffen) betroffenen Patienten und ihre Angehörigen mit Wissenschaftlern und Experten aus aller Welt zusammen und bietet die Möglichkeit zum persönlichen Austausch. PRO RETINA Deutschland e.V. steht Usher-Betroffenen nicht nur an einem Infostand im Rahmen des Symposiums mit Rat und Tat zur Seite, sondern bietet auch darüber hinaus vielfältige Aktivitäten im Rahmen der Selbsthilfe und Unterstützung an.

 

Pünktlich zum Usher Symposium erscheint so die Neuauflage der Usher-Broschüre, die Usher-Patienten und ihre Angehörigen in Bezug auf ihre Krankheit möglichst umfassend aufklären und damit in die Lage versetzen soll, ihr Leben mit der Krankheit souverän zu meistern. Ausführlich erklärt werden die diversen möglichen Symptome, Usher Typen sowie deren Krankheitsverlauf. Die Broschüre gibt überdies einen Überblick über die Vererbungs- und Therapieformen des Usher-Syndroms und spiegelt damit das gesamte Beratungsspektrum der PRO RETINA wider. Sie kann kostenlos in der Geschäftsstelle der PRO RETINA angefordert werden. Wir freuen uns über eine Spende zur Unterstützung der Arbeit für Usher-Betroffene.

 

Nähere Informationen zu PRO RETINA Deutschland e.V. und ihren vielfältigen Selbsthilfeaktivitäten finden Sie unter: www.pro-retina.de.

Kontakt
Telefon (0228) 227 217-0
E-Mail: presse@pro-retina.de

 

 

 

Einladung zum 16. Internationalen SPECTRALIS Symposium (ISS) 12.-13.10.2018 in Bonn02.07.2018

Sichern Sie sich Ihren exklusiven Platz im historischen Plenarsaal in Bonn beim 16. Internationalen SPECTRALIS Symposium. Der Gedankenaustausch zwischen SPECTRALIS Anwendern und interessiertem Fachpublikum aus Forschung, Klinik und Praxis steht im Zentrum des renommierten Symposiums. weiter

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Top-Themen im Einladungsflyer. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt in diesem Jahr Professor Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn

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Geschäftsführung von 1stQ stellt sich neu auf30.06.2018

Simone Senk steigt in die Geschäftsführung ein

Der Medizinproduktehersteller 1stQ stellt personelle Weichen für die Zukunft: Zum 1. Juli 2018 wurde Simone Senk in die Geschäftsführung des Mannheimer Unternehmens berufen. Sie bildet die Geschäftsführung nun zusammen mit Inhaber und Firmengründer Rüdiger Dworschak, der wie zuvor als juristische Person und geschäftsführender Gesellschafter von 1stQ agiert.

Simone Senk ist seit dem 1. August 2013 bei 1stQ tätig. Als Assistentin der Geschäftsführung hat sie fast fünf Jahre lang in enger Abstimmung mit Rüdiger Dworschak gearbeitet und mit ihm zusammen zahlreiche Projekte realisiert. Da in der Geschäftsführung viele Fragen und Entscheidungen aus allen Abteilungen des Unternehmens zusammenlaufen, konnte Simone Senk in den vergangenen Jahren viele verschiedene Facetten der Firma kennenlernen. Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit lag in den Bereichen Marketing und Kommunikation.

Effiziente Arbeitsteilung

Nach ihrem Einstieg in die Geschäftsführung Anfang Juli wurden die Aufgabengebiete in der Geschäftsführung aufgeteilt: Rüdiger Dworschak konzentriert sich auf die Abteilungen Vertrieb, Produktmanagement sowie Forschung & Entwicklung. In diese Bereiche wird er nun deutlich mehr Zeit und Ressourcen investieren können. Senk ist für die Gebiete Customer Service, Logistik, Finanzen/Personal, Marketing/Kommunikation und Recht zuständig ist. Für diese Abteilungen nimmt sie geschäftsführende Tätigkeiten und Aufgaben wahr. „Die Arbeitsteilung bedeutet Kontinuität“, ist sich Dworschak sicher. „Zugleich gibt sie mehr Raum und Kapazität für zukunftsweisende strategische Projekte.“

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Krankenhausbehandlung Versicherter auch ohne vertragsärztliche Einweisung28.06.2018

Krankenhausbehandlung Versicherter auch ohne vertragsärztliche Einweisung

QUELLE: BSG

Der Vergütungsanspruch eines zugelassenen Krankenhauses gegen eine Krankenkasse für eine erforderliche und wirtschaftliche teilstationäre Behandlung ihres Versicherten setzt keine vertragsärztliche Einweisung in das Krankenhaus voraus. Dies hat der 1. Senat des Bundessozialgerichts am 19.06.2018 entschieden (Az. B 1 KR 26/17 R). 

 

Die klagende Krankenhausträgerin forderte vergeblich für die teilstationäre Behandlung des bei der beklagten Krankenkasse Versicherten 5.596,24 Euro. Die Beklagte lehnte jegliche Zahlung ab, da die Behandlung ohne vertragsärztliche Einweisung (als „Selbsteinweisung“) erfolgte. Anders als das Sozialgericht Hannover hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen die Beklagte zur Zahlung nebst Zinsen verurteilt. Zu Recht, wie nun das Bundessozialgericht entschieden hat: Der Vergütungsanspruch für eine Krankenhausbehandlung entsteht unmittelbar mit der Inanspruchnahme der Leistung durch den Versicherten kraft Gesetzes, wenn die Versorgung – wie hier – in einem zugelassenen Krankenhaus erfolgt, erforderlich und wirtschaftlich ist. Eine vertragsärztliche Verordnung ist auch außerhalb von Notfällen keine formale Voraussetzung des Anspruchs. Dies riefe Versorgungsmängel hervor und setzte die Krankenhäuser bei der Aufnahmeprüfung unzumutbaren Haftungsrisiken aus. Sie dürfen Versicherte, die sich ohne vertragsärztliche Einweisung mit einer Akutsymptomatik vorstellen, nicht einfach ohne Untersuchung wegschicken. Die hiervon abweichende Vereinbarung im niedersächsischen Landesvertrag verstößt gegen Bundesrecht.

 

Hinweise zur Rechtslage

§ 39 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (idF durch Art. 3 Nr. 2 KHRG v. 17.03.2009) – Auszug –

 

(1) Die Krankenhausbehandlung wird vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant erbracht. Versicherte haben Anspruch auf vollstationäre Behandlung durch ein nach § 108 zugelassenes Krankenhaus, wenn die Aufnahme nach Prüfung durch das Krankenhaus erforderlich ist, weil das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann. (…)

 

(2) Wählen Versicherte ohne zwingenden Grund ein anderes als ein in der ärztlichen Einweisung genanntes Krankenhaus, können ihnen die Mehrkosten ganz oder teilweise auferlegt werden.

 § 3 des Vertrags nach § 112 SGB V zwischen der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen

 

(2) Krankenhausbehandlung (stationär oder teilstationär/vor- und nachstationär) wird durchgeführt, wenn sie – von Notfällen abgesehen – von einem Kassen-/Vertragsarzt verordnet ist und nach Art oder Schwere der Krankheit die medizinische Versorgung gemeinsam mit der pflegerischen Betreuung nur mit den Mitteln eines Krankenhauses möglich ist, das heißt ambulante kassen-/vertragsärztliche Versorgung nicht ausreicht.

 

(4) Ein Notfall im Sinne des Abs. 2 liegt insbesondere vor, wenn sich der Versicherte infolge von Verletzung, Krankheit oder sonstigen Umständen in Lebensgefahr befindet oder der Gesundheitszustand in kurzer Zeit eine wesentliche Verschlechterung befürchten lässt, sofern nicht unverzüglich stationäre Behandlung eingeleitet wird. Bei Einweisung durch einen Notarzt des Rettungsdienstes liegt in jedem Fall ein Notfall vor.

 

 

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Ungarischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Hungarian Society for Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz27.06.2018

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Ungarischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Hungarian Society for Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz

Im Rahmen des Kongresses der Ungarischen Opthalmologischen Gesellschaft, welcher vom 31.05.2018 bis 02.06.2018 in Szeged, Ungarn, stattfand, wurde Herr Prof. Dr. Berthold Seitz als Ehrenmitglied in die Hungarian Society for Ophthalmology aufgenommen.

Prof. Dr. Berthold Seitz, der seit 2006 Direktor der Universitätsaugenklinik in Homburg ist, unterstützt seit vielen Jahren die deutsch-ungarische Zusammenarbeit (Ausbildung von Ärzten, Habilitationen, wissenschaftliche Projekte).

 

Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft

Insgesamt wurden bisher 11 Augenärzte aus Deutschland als Ehrenmitglieder in die Ungarische Ophthalmologische Gesellschaft aufgenommen. Seit 2002 gab es keine Ehrenmitgliedschaften aus Deutschland mehr.

 

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Interview: Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer jameda: „Wir behandeln alle Ärzte gleich“27.06.2018

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Interview

Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer jameda: „Wir behandeln alle Ärzte gleich“

Im Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem Urteil zum Geschäftsmodell des Online-Bewertungsportals jameda bundesweites Aufsehen erregt (siehe nebenstehenden Beitrag). Zwar stellt das Urteil nicht die Plattform an sich infrage, der BGH besteht jedoch auf Nachbesserungen. Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer von jameda, erläutert im Gespräch mit Bernd Hein, Fachjournalist Gesundheitswesen, warum die Veröffentlichung von Kritik durch Patienten den Ärzten eher nützt als schadet.

 

Frage: Herr Dr. Weiß, nach dem BGH-Urteil mussten Sie das Profil einer Ärztin löschen. Bedroht die Rechtsprechung Ihr Geschäftsmodell, zu dem auch der Anspruch der vollständigen Listung niedergelassener Ärzte gehört?

 

Antwort: Unser Ziel ist es, Ärzte und Patienten passgenau zusammenzuführen, indem wir die Transparenz über Leistungen niedergelassener Ärzte erhöhen. Vollständige Arztlisten sind hierfür ein elementarer Baustein. Das BGH-Urteil hat das grundsätzliche Recht auf vollständige Listung nicht infrage gestellt. Vielmehr haben die Richter befunden, dass Portale wie jameda Ärzte dann nicht ohne ihr Einverständnis führen dürfen, wenn im näheren Umfeld ihres Eintrags Anzeigen für relevante andere Ärzte in der unmittelbaren Umgebung erscheinen. Diese Anzeigen haben wir von der Plattform entfernt, sodass sich kein Anspruch auf Löschung aus unserem Verzeichnis ergibt.

 

Frage: Welchen Vorteil haben Ärzte, die eine Mitgliedschaft in Ihrem Portal bezahlen, gegenüber jenen, die dort kostenfrei erwähnt sind?

 

Antwort: Mit einem jameda-Premium-Profil können sich Ärzte den über sechs Mio. Patienten auf der Plattform präsentieren. Man kann dies mit einer Homepage vergleichen, die umfangreiche Informationen, Expertenartikel, Bilder und Videos enthält und die den Patienten Orientierung bei der Suche nach dem passenden Arzt gibt. Einen Einfluss auf die Position in den jameda-Ärztelisten oder auf den Umgang mit Bewertungen hat der Kundenstatus nicht. Wir behandeln alle Ärzte gleich.

 

Frage: Was denken Sie über die Haltung des BGH, eine kommerzielle Nutzung der Einträge auf jameda verletze den Datenschutz?

 

Antwort: Das Urteil stellt keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen dem Datenschutz und der kommerziellen Nutzung der Einträge her. Das Recht auf eine umfassende Darstellung auf unserer Seite gegen Entgelt wird also nicht infrage gestellt. Hervorgehoben wird aber, dass ein Plattformbetreiber, der vollständige Arztlisten anbieten möchte, neutral agieren muss. Diese Neutralität ist auch für uns von höchster Bedeutung, weshalb wir Kunden im Hinblick auf Bewertungen in keiner Weise bevorteilen.

 

Frage: Im Schnitt zeigen Ärzte, die mit jameda einen Vertrag geschlossen haben, tendenziell nicht nur mehr Bewertungen, sondern auch eine bessere Stellung im Ranking als die Kollegen, die keine jameda-Kunden sind. Ist dieser Eindruck korrekt?

 

Antwort: Es ist möglich, dass Ärzte mit einem Premium-Eintrag im Durchschnitt mehr oder bessere Bewertungen haben. Hier darf jedoch Korrelation nicht mit Kausalität verwechselt werden. Vielmehr gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, weshalb sie bessere oder mehr Bewertungen haben. Vielleicht legen diese Ärzte größeren Wert auf zufriedene Patienten, führen ihre Praxen kundenfreundlicher, haben die Vorteile des Praxismarketings für sich entdeckt oder bitten ihre Patienten aktiv darum, ihre Erfahrungen auf jameda zu teilen. Andersherum ist es möglich, dass sich Ärzte, die zeitweilig viele gute Bewertungen bekommen haben, eher für ein Premium-Profil entscheiden, um Zusatzinformationen auf ihrem Profil zu hinterlegen. Auf keinen Fall – dieser Punkt ist uns sehr wichtig – können sich Ärzte mit einem Premium-Profil positive Bewertungen kaufen oder negative Bewertungen gegen Geld löschen lassen.

 

Frage: jameda soll Patienten informieren und ihnen die Entscheidung erleichtern, welchen Arzt sie konsultieren sollen. Sehen Sie auch für die Ärzte, die negative Kritik erhalten haben, Vorteile durch Ihr Portal?

 

Antwort: jameda hilft Ärzten, passende Patienten für ihre Praxis zu gewinnen. Als Deutschlands größte Arztempfehlung bieten wir Ärzten die Möglichkeit, ihre Praxis und ihr Leistungsspektrum ausführlich und zielgerichtet zu präsentieren – und zwar dort, wo die meisten Patienten sind. Zudem sind wir Marktführer für die Online-Terminvergabe – ein Service, mit dem Ärzte gezielt Patienten gewinnen, Praxisabläufe optimieren und Terminausfälle reduzieren können. Alle Bewertungen sind hilfreich, weil sie ein wertvolles Feedback bilden. So ergab eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg, dass 55 Prozent der auf jameda registrierten Ärzte aufgrund der Bewertungen Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit durchführen.

 

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Frage: Ein Arzt berichtet, dass durch jameda-Beurteilungen erheblicher Druck entsteht. Patienten könnten ungefiltert ungerechtfertigte Kritik veröffentlichen. Was halten Sie von dieser Meinung?

 

Antwort: Bei Online-Bewertungen handelt es sich immer um subjektive Erfahrungen, die zum Beispiel ein Patient in einer Praxis gemacht hat. Essenziell ist, dass die Kritik fair und nicht beleidigend ist und dass sie keine falschen Tatsachenbehauptungen enthält. Aus diesem Grund hat jameda ein Qualitätssicherungsverfahren implementiert, das Bewertungen mithilfe von Algorithmen und manuell überprüft. Zudem hat jeder Arzt in Deutschland die Möglichkeit, sich über Bewertungen automatisch informieren zu lassen und einen Prüfprozess einzuleiten, wenn ihm eine Bewertung nicht rechtmäßig erscheint. Auch kann jeder Arzt seine Bewertungen kommentieren. Zusätzlich arbeiten wir an einer neuen Form der Arztsuche, die neben Erfahrungsberichten von Patienten weitere – objektive – Qualitätsindikatoren berücksichtigt. Mit der Konferenz „Arztsuche 3.0 – Versorgungsqualität transparent machen“ ( www.arztsuche3null.de ), haben wir eine intensive Diskussion unter allen Verantwortlichen angestoßen.

 

Frage: Die Anonymität der kommentierenden Nutzer senkt deren Hemmschwelle, unwahre Behauptungen oder kurzsichtige Reaktionen auf beispielsweise emotional belastende Situationen ins Netz zu stellen. Wie beurteilen Sie die Zuverlässigkeit der dadurch zustandekommenden Noten?

 

Antwort: Wir ermöglichen eine anonyme Bewertungsabgabe, da wir überzeugt sind, dadurch aussagekräftigere Erfahrungsberichte zu erhalten. Wer möchte schon unter einem Klarnamen von seinem Besuch beim Gynäkologen, Urologen oder Psychiater berichten? Das Ergebnis nicht anonymer Bewertungen wäre ein verkürzter Bericht mit wenig Aussagekraft. Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung bewusst und betreiben sehr viel Aufwand, um nur authentische Bewertungen zu veröffentlichen. Manipulierte Bewertungen sowie solche, die Schimpfwörter enthalten, werden zuverlässig identifiziert und nicht veröffentlicht.

 

Frage: Sie löschen immer wieder kritische Kommentare. Nach welchem Prinzip gehen Sie dabei vor, um trotzdem die Unabhängigkeit und Vertrauenswürdigkeit Ihres Portals sicherzustellen?

 

Antwort: Bewertungen werden nach umfangreicher Prüfung entfernt, wenn sie entweder den rechtlichen Anforderungen nicht genügen, also falsche Tatsachenbehauptungen, Beleidigungen oder Schmähkritik enthalten, oder wenn sie unseren Nutzungsrichtlinien nicht entsprechen und es sich etwa um Eigen- oder Mehrfachbewertungen handelt und die Authentizität nicht nachzuweisen ist. Trotz unseres sehr zuverlässig arbeitenden Prüfalgorithmus sind wir hier jedoch auch auf die Mithilfe der Ärzte angewiesen, die uns darüber informieren können, wenn eine Bewertung nicht den Tatsachen entspricht.

 

Frage: Medizinische Behandlungen sind häufig sehr komplex und greifen tief in das Befinden der Patienten ein. Wie werden Sie in Ihrem Portal solchen außergewöhnlichen Lebenssituationen gerecht?

 

Antwort: Patienten können auch bei komplexen Behandlungen einschätzen, wie es ihnen geht und ob ihnen die Behandlung geholfen hat. Natürlich müssen die Bewertungen stets fair sein und den Tatsachen entsprechen. Daher können diese Menschen entsprechend der Meinungsfreiheit über ihre Erfahrung beim Arztbesuch in Form von Bewertungen berichten. Zusätzlich sind Patienten auf Arztsuche durchaus in der Lage, Arztbewertungen differenziert zu betrachten. So achtet über die Hälfte derjenigen, die Arztbewertungen lesen, auf Bedürfnisse des Verfassers. Ist eine Bewertung unsachlich oder einseitig geschrieben, schätzen die Nutzer von jameda diese als weniger relevant ein.

 

Herr Dr. Weiß, vielen Dank für das Gespräch!

 

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Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Polish Society of Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz 25.06.2018

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Polish Society of Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz

 

Anlässlich des 49. Kongresses der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft vom 07.06. bis 09.06.2018 in Katowice, Polen, bei der Prof. Seitz eine Keynote Lecture zum Thema „Keratoplastik – State of the Art 2018“ gehalten hat, wurde ihm von der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

 

 

 

 

 

 

Verleihung der Visiting Professorship an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz24.06.2018

Verleihung der Visiting Professorship an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz

 

Im Rahmen seines dritten Chinabesuches wurde Herrn Prof. Seitz am 23.05.2018 in Hefei die „Visiting Professorship“ of the Anhui Provincial Hospital, First Affiliated Hospital of the Institute of Science and Technologie China (ISTC) verliehen.

Hauptziele der bilateralen Zusammenarbeit sind die Etablierung eines konservativen und chirurgischen Kornea-Schwerpunktes und der Aufbau einer Augenhornhautbank in Hefei. Die Zusammenarbeit umfasst regelmäßige Hilfestellung vor Ort sowie Ausbildung von chinesischen Clinical und Research Fellows in Homburg.

 

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DS-GVO – Jetzt wird es auch für Augenärzte ernst20.06.2018

Gesundheitsdatenschutzrecht

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DS-GVO – Jetzt wird es auch für Augenärzte ernst

 

von RAin und FAin für MedizinR Taisija Taksijan, LL.M., D+B Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Berlin, www.db-law.de 

 

Im Datenschutz liegt für Augenärzte mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) seit dem 25.05.2018 eine große Herausforderung. Die Umsetzung einiger Vorgaben sollte man spätestens jetzt in Angriff nehmen. Denn Verstöße gegen das Datenschutzrecht werden zukünftig hart bestraft. Die DS-GVO sieht Bußgeld von bis zu 20 Mio. Euro bzw. 4 Prozent des Jahresumsatzes vor – je nachdem, was höher liegt. Lesen Sie im Folgenden, worauf Sie als niedergelassener Arzt achten müssen und am Ende des Beitrags, was für Sie als Klinikarzt zudem wichtig ist.

 

Augenärztliche Daten sind sensibel

Augenärzte sind stets mit der Erfassung und Speicherung von Patientendaten befasst. Deshalb müssen gerade sie in ihrem beruflichen Alltag ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz legen. Die Behandlungsdaten enthalten Angaben, aus denen sich Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten ableiten lassen. Es handelt sich damit um Gesundheitsdaten im Sinne des

Art. 4 Nr. 15 DS-GVO. Diese dürfen als „besondere Kategorien personenbezogener Daten“ nach Art. 9 Abs. 1 DS-GVO wegen der besonderen Sensibilität nur unter erhöhten Voraussetzungen verarbeitet werden. „Verarbeitung“ ist dabei ein Oberbegriff für alle Datenumgänge. Davon erfasst sind nach Art. 4 Nr. 2 DS-GVO

  • jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie
  • das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung.

 

Praxisinhaber ist auch für Auftragsverarbeiter verantwortlich

Der Praxisinhaber hat die Gesamtverantwortung für eine rechtmäßige Datenverarbeitung und die Einhaltung der geltenden Datenverarbeitungsgrundsätze. Diese erstreckt sich nicht nur auf die Verarbeitung durch den Verantwortlichen selbst, sondern umfasst auch die Verarbeitung durch Auftragsverarbeiter.

 

Datenschutz-Folgen abschätzen

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Verpflichtung zur sogenannten Datenschutz-Folgenabschätzung als Instrument zur systematischen Eindämmung datenschutzrechtlicher Risiken. Bereits eine kleine Arztpraxis dürfte in den meisten Fällen verpflichtet sein, im Vorfeld der Datenverarbeitung Risikoanalysen und Datenschutz-Folgenabschätzungen vorzunehmen (Art. 35 DS-GVO).

 

Praxishinweis: Bei einer Datenschutz-Folgenabschätzung sind insbesondere die geplante Datenverarbeitung und ihr Zweck systematisch zu beschreiben. Die Risiken eines Datenverlusts müssen bewertet und Maßnahmen dokumentiert werden, die zur Bewältigung dieser Risiken erfolgen. Es dürfte dabei sinnvoll bzw. notwendig sein, etwa Hersteller von IT-Systemen einzubeziehen.

 

Verarbeitungsverzeichnis anlegen

Darüber hinaus ist ein Verarbeitungsverzeichnis anzulegen (Art. 30 DS-GVO). Dieses muss folgende Angaben enthalten:

 

  • Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen, seines Vertreters und ggf. des Datenschutzbeauftragen
  • Zweck der Datenverarbeitung
  • Beschreibung der Kategorien betroffener Personen und personenbezogener Daten
  • Nach Möglichkeit die vorgesehenen Fristen für die Löschung
  • Nach Möglichkeit eine allgemeine Beschreibung der technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Wahrung eines angemessenen Schutzniveaus

 

Auf Anfrage der Aufsichtsbehörden müssen die Verzeichnisse diesen zur Verfügung gestellt werden.

 

Praxishinweis: Alle Tätigkeiten der Datenverarbeitung sollten rechtzeitig in einem Verzeichnis beschrieben werden. Das Verzeichnis kann sodann als wesentliche Grundlage für eine strukturierte Dokumentation genutzt werden.

 

Informationspflichten erfüllen

Außerdem kommen auf Ärzte neue und umfangreiche Informationspflichten zu (Art. 13 DS-GVO). Patienten müssen konkret darüber informiert werden, was mit ihren Daten passiert und über welche Rechte sie verfügen. Folgende Mitteilungen sind dabei insbesondere gegenüber dem Patienten zu machen:

 

  • Namen und Kontaktdaten des Verantwortlichen sowie seines Vertreters
  • Kontaktdaten des Bundesdatenschutzbeauftragten
  • Zwecke der Datenverarbeitung
  • Rechtsgrundlage der Datenverarbeitung
  • Dauer der Datenspeicherung
  • Rechte des Patienten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Datenverarbeitung, Datenübertragung
  • Recht auf Widerruf der Einwilligung
  • Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde

 

Praxishinweis: Für die konkrete Information Ihrer Patienten müssen Sie entsprechende Informationsschreiben vorbereiten.

 

Datenverlust melden

Im Falle eines Datenverlusts gilt die Pflicht zur Selbstanzeige gegenüber der Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden (Art. 32 DS-GVO). Auch der betroffene Patient ist unverzüglich zu benachrichtigen (Art. 33 DS-GVO). Entsprechende Pflichten können etwa durch folgende Datenpannen ausgelöst werden:

 

  • Fehlende oder fehlerhafte Datensicherung (Backup)
  • „Hackerangriff“, Datendiebstahl, Datenmanipulation
  • Ungenügender Zutritts- bzw. Zugangsschutz
  • Fehlgeleitete E-Mail
  • Datenverlust, Verlust von Geräten und Datenträgern

 

Datenschutzbeauftragten anzeigen

Mit Wirksamwerden der DS-GVO müssen Praxen, die zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten verpflichtet sind, diesen der zuständigen Aufsichtsbehörde melden (Art. 37 Abs. 7 DS-GVO). Dies betrifft jedenfalls größere Praxen mit zehn oder mehr Mitarbeitern, die ständig mit automatisierter Datenverarbeitung beschäftigt sind. Eine Verpflichtung besteht zukünftig aber auch für kleinere Gemeinschaftspraxen.

 

Unterbleibt die Meldung des Datenschutzbeauftragten, stellt dies nicht nur einen Verstoß dar, sondern auch eine Möglichkeit für die Aufsichtsbehörde, anhand der fehlenden Meldung schnell festzustellen, wer es mit dem Datenschutz nicht so genau nimmt.

 

Praxishinweis: Jede Praxis sollte überprüfen, ob sie einen Datenschutzbeauftragten bestellen muss. Informieren Sie sich über die zuständige Behörde und bereiten Sie eine Meldung vor.

 

Auftragsverarbeitung regeln

Verträge zur Datenverarbeitung müssen die Vorgaben des Art. 28 DS-GVO enthalten. Bestehende Vereinbarungen mit Auftragsverarbeitern, etwa zur Wartung von IT-Systemen etc., sollten zusammengestellt und auf die Vereinbarkeit mit der DS-GVO hin überprüft werden.

 

Praxishinweis: Wegen einer Neuregelung in § 203 Abs. 4 Strafgesetzbuch sollte in Auftragsverarbeitungsverhältnissen ein Hinweis der Auftraggeber auf die Strafbarkeit der Auftragnehmer enthalten sein.

 

Einwilligung prüfen

Der deutsche Bundesgesetzgeber ist in der Zwischenzeit tätig geworden und hat insbesondere die Anpassung des Bundesdatenschutzesgesetzes (BDSG) beschlossen. Diese Änderungen werden gleichzeitig mit der Wirkungserlangung der DS-GVO zum 25.05.2018 in Kraft treten. Die maßgebliche Erlaubnisnorm für die Verarbeitung von Gesundheitsdaten wird § 22 BDSG sein. Wenn diese nicht ausreicht, wird die Einwilligung des Patienten notwendig.

 

Auch für Einwilligungen gelten strenge Anforderungen (Art. 7 DS-GVO): Die Einwilligung muss freiwillig für einen bestimmten Fall und unmissverständlich abgegeben werden. Sie muss in einfacher, klarer Sprache verfasst werden. Wird sie im Zusammenhang mit anderen Erklärungen eingeholt, muss sie erkennbar abgegrenzt werden. Eine allgemeine umfassende Einwilligung zu unspezifischen Verarbeitungsprozessen ist daher i. d. R. nicht ausreichend.

 

Praxishinweis: Formulare (etwa Anamnesebögen, die eine Einwilligungserklärung enthalten) sollten geprüft und ggf. angepasst werden.

 

Datenschutzkonzept erstellen

Während der Verarbeitung sind die Daten durch technische und organisatorische Maßnahmen im Rahmen eines umfassenden Datenschutzmanagements zu sichern (Art. 32 DS-GVO). Die Umsetzung der vom Gesetzgeber unter der Überschrift „Sicherheit der Verarbeitung“ letztlich nur vage beschriebenen Maßnahmen läuft auf die Etablierung eines Datenschutzkonzepts hinaus.

 

Praxishinweis: Für die Datensicherheit werden ein Risikomanagementsystem und ggf. entsprechende Richtlinien für die Mitarbeiter zu dem Datenumgang erforderlich.

 

Sorgfältig dokumentieren

Schließlich trifft den Arzt eine umfassende Dokumentations- und Rechenschaftspflicht, durch die die Einhaltung aller Vorgaben der DS-GVO nachgewiesen werden soll (Art. 5 Abs. 2 DS-GVO), insbesondere auch die oben aufgezählten Maßnahmen, etwa:

 

  • Datenschutz-Folgeabschätzung
  • Information der Patienten
  • Anzeige des Datenschutzbeauftragten
  • Sicherheitsmaßnahmen

 

Hinweise für Klinik(chef-)ärzte

Verantwortlicher im Sinne der DS-GVO und damit Adressat der entsprechenden Pflichten ist i. d. R. der Krankenhausträger. Ausnahme: Chefärzte. Verantwortlicher i. S. d. DS-GVO wird der Chefarzt nur in den Fällen, in denen er nicht Patienten des Krankenhauses, sondern eigene Patienten behandelt. Der klassische Anwendungsfall ist die Chefarztambulanz. Hier ist der Chefarzt für die Einhaltung der DS-GVO insgesamt so verantwortlich wie der niedergelassene Kollege in seiner Praxis. Auch eine „Rückübertragung“ der Pflichten an das Krankenhaus, welches die DS-GVO ansonsten ebenfalls einzuhalten hat, scheidet im Außenverhältnis aus, Datenschutz ist hier „Chef-(arzt-)sache“. Von der Auftragsdatenverarbeitung zu unterscheiden, ist die wahlärztliche Behandlung: Hier schließt der Patient die Wahlleistungsvereinbarung mit dem Krankenhaus ab. Zwar erbringt auch der Chefarzt ggf. die ärztliche Leistung, „verantwortlich“ im Sinne der DS-GVO ist aber der Krankenhausträger.

 

Komplexer wird die Sachlage, wenn eine Verzahnung zwischen Krankenhaus und Chefarztambulanz über die räumliche Verbindung hinaus vorliegt: Viele Chefärzte mit eigener Ambulanz nutzen die Informationstechnologie des Krankenhauses, um die Daten „ihrer“ Patienten zu verarbeiten. Ebenso enthalten Vereinbarungen zwischen Krankenhaus und Chefarzt z. T. die Vereinbarung, dass die Abrechnung – ähnlich der privaten Verrechnungsstelle (PVS) – über das Krankenhaus erfolgt. Dafür müssen die abrechnungsrelevanten Daten an das Krankenhaus übermittelt werden. In diesen Fällen der Verzahnung ist zu prüfen, ob eine Auftragsdatenverarbeitung vorliegt. Dann wäre eine entsprechende, zusätzliche Vereinbarung zwischen Krankenhaus und Chefarzt und ggf. eine zusätzliche Einwilligung des Patienten in die Datenweitergabe erforderlich. Beides ist zwar nicht erst mit der DS-GVO eingeführt worden. Allerdings war die Überwachung durch die Behörden hier nicht besonders ausgeprägt.

 

Fazit

Augenärzten in Praxis und Klinik kann angesichts der Herausforderungen nur empfohlen werden, sich mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen (und ggf. die Hilfe kompetenter Dienstleister einzuholen). Zunächst sollten sie den Ist-Zustand der Datensicherheit in ihrer Praxis/Ambulanz analysieren und Sicherheitslücken identifizieren. Dann sollten der Soll-Zustand beschrieben und auf dieser Grundlage Prozesse zur Schließung der Lücken und Erreichung des Soll-Zustands installiert werden. Ein Datenschutzkonzept sollte am besten ein Arbeitshandbuch beinhalten, in dem alle Prozesse und Kontrollen vorgeschrieben werden.

 

 

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