Aktuelles

Lebersche kongenitale Amaurose Typ 10: enLIGHTen-Studie sucht Teilnehmer19.06.2018

Liebe PRO RETINA Interessenten,


Lebersche kongenitale Amaurose Typ 10: enLIGHTen-Studie sucht Teilnehmer


Beobachtungsstudie über Verlauf der Netzhautdegeneration LCA10

Das Ziel der Studie ist es, Ärzten und Wissenschaftlern Einblick in den
natürlichen Verlauf einer Netzhautdegenerationen aufgrund einer Mutation des
Gens des zentrosomalen Proteins CEP290 zu gewähren, auch als Lebersche
kongenitale Amaurose Typ 10 (LCA10) bezeichnet- eine der häufigsten Ursachen
einer angeborenen Blindheit.


Was ist eine Verlaufsstudie?

Eine Verlaufsstudie im medizinische Bereich ist eine Studie, in der eine
Gruppe von Personen mi einer bestimmten Krankheit oder einem gesundheitlichen
Problem über einen längeren Zeitraum beobachtet wird. In den meisten
medizinischen Verlaufsstudien werden über einen bestimmten Zeitraum
Informationen über die Gesundheit der teilnehmenden Personen gesammelt, um
zu verstehen, wie die Krankheit oder das gesundheitliche Problem
fortschreitet.


Warum ist diese Studie wichtig?

Die enLIGHTen-Studie ist wichtig, da Informationen gesammelt werden sollen,
die für die Entwicklung von Studien zur Untersuchung zukünftiger
Behandlungsmöglichkeiten für LCA 10 hilfreich sein könnten. Mit solchen
Informationen könnte man auch herausfinden, welche Tests bei Patienten mit
dieser Erkrankung am besten geeignet sind. Außerdem erfahren wir
möglicherweise etwas darüber, wie die Krankheit mit der Zeit fortschreitet.
Die Erkenntnisse aus der Studie könnten Patienten mit CEP290 bedingter
Netzhautdegeneration in der Zukunft helfen.


Wer kann teilnehmen?

Für eine Teilnahme an der Studie müssen die folgenden Grundvoraussetzungen
erfüllt sein:

     * Alter: mindestens 3 Jahre
     * Diagnose LCA10 und CEP290-bedingte Netzhautdegeneration durch eine
       spezifische Mutation (c.2991+1655A>G) (Wenn Sie die genaue Art Ihrer
       Mutation nicht kennen, aber davon ausgehen, dass es LCA10 ist, wenden
Sie
       sich bitte an ein Studienzentrum, das Ihnen bei einer genetischen
       Untersuchung helfen wird.
     * Verminderte Sehschärfe in beiden Augen
     * Erfolgreiches Absolvieren eine Mobilitäts-Parcours auf einer
       Schwierigkeitsstufe unterhalb der Höchstleistungsstufe.

Die Teilnahme an der Studie dauert etwa ein Jahr, und es werden ca. 40
Patienten in Europa und den USA in die Studie aufgenommen.


Was erwartet die Studienteilnehmer?

Von jedem Studienteilnehmer werden im Rahmen 6 Besuchstermine der Studie
medizinische Information erhoben. Während der Studie werden unter anderem
die folgenden altersentsprechenden Untersuchungen durchgeführt:

     * Prüfung demografischer Angaben und Anamnese
     * Körperliche Untersuchungen
     * Blutabnahme für genetische Untersuchungen des CEP290-Gens
     * Augenuntersuchungen
     * Pupillenerweiterung
     * Untersuchungen der Sehschärfe
     * Untersuchung der Lichtempfindlichkeit
     * Mobilitätstests
     * Fragebogen zu Lebensqualität

Weitere Informationen über die enLIGHTen Studie erhalten Sie an der
Universitätsklinik Gießen unter der Telefonnummer 0641-98543820.
Ansprechpartner der enLIGHTen-Studie sind PD Dr. Markus Preising und Kerstin
Holve.

Die Mitglieder im PRO RETINA-Patientenregister wurden schon direkt informiert

Quellen: PRO RETINA Deutschland e. V.; clinicalTrials.gov [1]

Zukunftsvision 3D-Bioprinting: Künstliche Hornhaut aus dem Drucker18.06.2018

Liebe PRO RETINA Interessenten,


Zukunftsvision 3D-Bioprinting: Künstliche Hornhaut aus dem Drucker

Für viele klingen die Themen 3D-Druck und Bioprinting noch sehr nach Science
Fiction. Doch ihre Entwicklungen gehen immer schneller voran und man geht
davon aus, dass es in Zukunft einen großen Markt dafür geben wird, weil man
mit ihrer Hilfe viele medizinische Probleme lösen könnte. Die Entwicklungen
im 3D-Druck sind bereits relativ weit vorangeschritten. Es handelt sich
hierbei um den Druck mit Kunststoffen. Hier gibt es bereits einige Erfolge zu
verzeichnen. Der nächste logische Schritt ist laut den Wissenschaftlern das
Bioprinting. Somit kann 3D-Druck nicht klar von Bioprinting abgegrenzt
werden. Man muss es eher als eine Weiterentwicklung verstehen. Das
Bioprinting bietet die ideale Verbindung von Digitalität und Biotechnologie.
Man geht davon aus, dass die Forscher bis in 10 oder 20 Jahren soweit sein
könnten, Hautzellen oder ganze Organe auszudrucken. Diese sollen dann auch
die Funktion von echter Haut oder Organen erfüllen können. Es müssen hier
aber noch umfassende Entwicklungen stattfinden, bis es möglich sein wird
beispielsweise ein echtes Herz durch ein gedrucktes ersetzen zu können.


Forschungen an der Universität Newcastle

Auch vor der Augenforschung macht das Thema 3D-Druck und Bioprinting keinen
Halt. Forschern an der Universität Newcastle ist es gelungen, eine
künstliche Hornhaut aus dem Drucker zu entwickeln. Millionen Menschen leiden
an Verletzungen der Hornhaut, die irgendwann sogar zur Erblindung führen
können. Die einzige medizinische Möglichkeit, die diesen Menschen bleibt,
ist eine Transplantation der äußeren Augenschicht. Doch das Problem ist
ähnlich wie bei anderen Organspenden: die Anzahl verfügbarer Spender ist zu
gering, um den Bedarf zu decken. Es sind zu wenige Spender von Hornhaut
vorhanden, um allen Patienten helfen zu können. Dies war der Ansatz der
Forscher an der Universität Newcastle: um diesen Bedarf mit Hilfe künstlich
entwickelter Hornhaut Abhilfe zu schaffen. Mit Hilfe eines 3D-Bioprinters ist
dies nun möglich.


Das Gel aus dem Drucker

Doch wie kann man sich das praktisch vorstellen? Ein Bioprinter arbeitet wie
ein gewöhnlicher Drucker. Der ganz große Unterschied ist, dass aus seinen
Düsen eben keine Tinte kommt, die auf das Papier gesetzt wird, sondern eine
Biomasse, welche oft als „Gel“ bezeichnet wird und nun gedruckt wird. Die
richtige Zusammensetzung dieses Gels zu finden, ist die Hautarbeit in diesem
Feld. Die Forscher haben eine Lösung entwickelt, in der Stammzellen einer
gesunden Hornhaut mit Alginat und Kollagen vermischt wurden. Weltweit haben
Forscher an der richtigen Zusammensetzung mitgewirkt. Entstanden ist diese
Gelkombination, welche die Stammzellen am Leben erhält. Die große
Herausforderung bestand darin, ein Material zu schaffen, welches hart genug
ist, um in Form zu bleiben, aber gleichzeitig auch weich genug, um durch die
Düsen des Druckers gepresst zu werden.


Zukunftsperspektiven des 3D-Bioprintings

Es dauert bei den aktuellen Tests etwa zehn Minuten, bis der Drucker die
künstliche Hornhaut entwickelt hat. Nach dem Druck konnte beobachtet werden,
wie sich die Stammzellen vermehrt haben. Die sind alles sehr positive
Anzeichen, die Hoffnung machen, auf diesem Weg künstliche Hornhaut zu
produzieren und somit die Anzahl an Transplantationen langfristig zu
steigern. Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass noch diverse Tests und
Studien vorgenommen werden müssen, um alle Risiken auszuräumen. Es wird
wohl also noch mehrere Jahre dauern, bis tatsächlich eine Transplantation
einer künstlichen Hornhaut am Patienten durchgeführt werden kann. Es
handelt sich hierbei also mehr um den ersten Schritt hin zu einer
langfristigen Lösung. Man bewegt sich hier ohnehin noch in einem sehr jungen
Feld. Eventuell könnten irgendwann noch weitere Teile des Auges durch den
Drucker ersetzt werden, aber die Kunst besteht in der Entwicklung des
richtigen Gels. Sehr oft ist es noch so, dass die Stammzellen durch die Hitze
beim Druckprozess zerstört werden. Somit ist das aktuelle Beispiel der
Universität Newcastle schon ein Erfolg, weil sich die Zellen auch nach dem
Druckprozess noch vermehren konnten. Dies ist ein weiterer Schritt auf dem
Weg zu einer langfristigen Lösung.

Quellen: ZukunftsInstitut [1]; web.de vom 30.5.2018 [2]; vaaju.com vom
31.5.2018 [3

Netzhautdegeneration - Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?17.06.2018

Netzhautdegenerationen – Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?

 

Am 16. Juni 2018 findet in Nürnberg im Rahmen des Internationalen Kongresses der Ophthalmochirurgen (DOC) das Patientensymposium der PRO RETINA Deutschland e.V. statt.

 

Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehr als 4,5 Millionen Menschen von einer Netzhautdegeneration betroffen: Etwa vier Millionen Menschen erkranken an einer Altersbedingten Makuladegeneration (AMD), die, wie der Name schon sagt, erst im Alter auftritt. Ca. 60.- 80.000 PatientInnen haben eine seltene Netzhauterkrankung wie die erbliche Netzhauterkrankung Retinitis Pigmentosa. Diagnostik und Therapieansätze in Bezug auf diese Erkrankungen werden ständig weiterentwickelt, weshalb es sich regelmäßig zu fragen lohnt: Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?

 

Im Rahmen des Patientensymposiums der PRO RETINA nehmen Professoren aus führenden Augenkliniken in Deutschland eine Bestandsaufnahme vor und halten Vorträge zu den Konsequenzen der Pathologischen Myopie (Prof. Dr. med. Focke-Ziernssen, Universitätsaugenklinik Tübingen), immunologischen Aspekten bei Netzhauterkrankungen (Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Zentrum für Augenheilkunde Köln), Ursachen, Prävention und therapeutischen Möglichkeiten bei der trockenen und feuchten AMD (Prof. Dr. med. Martin Spitzer, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und der Kombination detaillierter augenärztlicher und molekulargenetischer Diagnostik (Prof. Dr. med. Ulrich Kellner, AugenZentrum Siegburg).

 

Es besteht für die TeilnehmerInnen des Symposiums die Möglichkeit, mit den Experten in einen Dialog zu treten. Mit ihren Patientensymposien möchte PRO RETINA Betroffene mit Fachleuten aus der Augenheilkunde zusammenbringen. PRO RETINA versteht sich als Brücke zwischen ÄrztInnen und Betroffenen. Sie informiert Betroffene über den aktuellen Stand der Forschung und die Entwicklung von Therapien. PRO RETINA unterstützt die Forschung durch eine eigene Stiftung.

 

Besuchen Sie das Patientensymposium der PRO RETINA am Samstag, 16.06.18, von 11:00 bis 13:00 Uhr im Maritim Hotel Nürnberg, Saal Ferdinand.

 

Das vollständige Programm finden Sie unter: https://www.pro-retina.de/seminare/2018/patientensymposium-im-rahmen-der-doc-nr-552018.

 

Nähere Informationen zu PRO RETINA Deutschland e.V. und ihren vielfältigen Selbsthilfeaktivitäten finden Sie unter: www.pro-retina.de.

Nähere Informationen zur DOC finden Sie unter: www.doc-nuernberg.de.

Kontakt

Telefon (0228) 227 217-0
E-Mail: presse@pro-retina.de

 

Über PRO RETINA Deutschland e.V.

 

PRO RETINA Deutschland e.V., eine Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen, wurde vor 40 Jahren von Betroffenen und deren Angehörigen als gemeinnütziger Verein gegründet, um sich selbst zu helfen. PRO RETINA  ist eine bundesweit tätige Organisation mit mehr als 50 Regionalgruppen und circa 6.000 Mitgliedern.

Wir bieten Informationen und Beratung und verstehen uns als Interessenvertretung der Patient/innen in der Öffentlichkeit. Um einen Beitrag zur Entwicklung wirksamer Therapien zu leisten, engagiert sich PRO RETINA Deutschland e. V. auch in der Forschungsförderung. Die PRO RETINA möchte allen Menschen, die von einer Sehverschlechterung  oder Erblindung aufgrund einer Netzhautschädigung bedroht sind, helfen, durch Prävention, Therapie und  gemeinsame Bewältigung ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Urteile zur Erstattungsfähigkeit Kat-OP mit Femtosekundenlaser11.06.2018

 Katarakt-OP mit Femtosekundenlaser: Urteile zur Erstattungsfähigkeit

 

Urteil

Kostenträger

Tenor

 

Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf, Beschluss vom 24.06.2015

(Az. 26 K 4701/14) Volltext

Beihilfe

Anregung eines Vergleichs unter Anerkenntnis der Nrn. 1375 und 5855 analog mit 2,5-fachem Faktor, aber nicht der Nr. 5377 für die 3-D-Rekonstruktion*

 

Amtsgericht (AG) Reutlingen, Urteil vom 26.06.2015 (Az. 5 C 1396/14) Urteilsbesprechung

Private Kranken-versicherung (PKV)

Anerkenntnis der Berechnung mit den Nrn. 1375 plus 5855 analog (2,5-fach)

VG Köln, Urteile vom 10.11.2016

(Az. 1 K 3094/16 Volltext und

Az. 1 K 4550/16 Volltext)

sowie vom 22.01.2016

(Az. 1 K 8285/16 Volltext)

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog

 

VG München, Urteil vom 08.12.2016 (Az. M 17 K 16.483) Volltext

 

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog mit 1,8-fachem Steigerungssatz

 

VG Koblenz, Urteil vom 03.02.2017 (Az. 5 K 950/16.KO) Volltext

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung nach den Nrn. 1375 plus 5855 analog, allerdings nur dann, wenn zur Nr. 5855 der 1,8-fache Faktor nicht überschritten wird

 

*Dass das VG Düsseldorf die Berechnung von Nr. 5377 abgelehnt hat, ist plausibel. Die 3-D-Rekonstruktion ist hier keine selbstständige Leistung. Ebenso plausibel ist, dass ein höherer Faktor für jede der Leistungen individuell, patienten- oder krankheitsbezogen zu begründen ist. Der systematisch erhöhte Aufwand der Operation durch die Anwendung des Femtosekundenlasers ist ja schon durch die zusätzliche analoge Berechnung der Nr. 5855 berücksichtigt.

NEUES ZUR ABRECHNUNG -Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser 10.06.2018

Privatliquidation

Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser

 

In Zusammenhang mit der Privatabrechnung der Kataraktoperation mittels Femtosekundenlaser gab es in der Vergangenheit immer wieder rechtliche Auseinandersetzungen, vor allem mit der Beihilfe. Denn im Gegensatz zur LASIK-Operation enthalten die Beihilfevorschriften keinen Erstattungsausschluss zur Laseranwendung bei einer Kataraktoperation. Die Erstattungsfähigkeit war daher lange umstritten. Inzwischen ist sie durch zahlreiche Urteile bestätigt.

 

Zu klären war in den rechtlichen Auseinandersetzungen stets die Frage der analogen Berechnung der Nr. 5855 GOÄ – wie vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) e.V. empfohlen – neben der einschlägigen Nr. 1375 GOÄ (für die eigentliche Kataraktoperation). Als Zuschlag für die Nutzung eines Lasers bei ambulanten Operationen stünde ja die – deutlich niedriger bewertete – Nr. 441 GOÄ zur Verfügung.

Da es für die Berechnung der Kataraktoperation mithilfe eines Femtosekundenlasers bisher keine Empfehlung der Gremien der Bundesärztekammer (BÄK) gibt, verweist die BÄK in ihrem GOÄ-Ratgeber vom 7. August 2017 auf zwei Urteile, in denen eine Abrechnung des Fem-tosekundenlasers bei der Kataraktoperation analog der Nr. 5855 GOÄ (einschließlich der zugehörigen Sachkosten, wie z. B. Interface), als zutreffend erachtet wurde: Das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 24. Juni 2015 (Az. 26 K 4701/14) sowie das Urteil des Amtsgerichts Reutlingen vom 26. Juni 2015 (Az. 5 C 1396/14). In beiden Urteilen wurde der zusätzliche Ansatz der Nr. 5855 GOÄ analog neben der Nr. 1375 GOÄ anerkannt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die genannten und weitere Urteile der letzten 3 Jahre.

 

Merke: Mit dem Analogabgriff der Nr. 5855 GOÄ ist die Laseranwendung bereits berücksichtigt, sodass dafür nicht nochmals die Nr. 441 GOÄ zum Ansatz kommen kann. Außerdem ist bei der Nr. 5855 GOÄ zu beachten, dass da die Ziffer aus Abschnitt O der GOÄ stammt und daher der beschränkte Gebührenrahmen von 1,0 bis 1,8-fach gilt (mit Begründung auf der Rechnung bis maximal 2,5-fach). Eine Abdingung oberhalb des  2,5-fachen Gebührensatzes ist gemäß § 2 Abs. 3 GOÄ für  Leistungen aus dem Abschnitt O unzulässig. Beide Regeln gelten aufgrund der in § 6 Abs. 2 GOÄ geforderten Gleichwertigkeit auch  beim analogen Ansatz der Nr. 5855 GOÄ.

 

 

Neuer Instrumentenkatalog von Geuder07.06.2018

Neuer Instrumentenkatalog von Geuder

Endlich ist er da! Der Instrumentenkatalog der Geuder AG wurde grundlegend erneuert. Ein logischer Aufbau der Haupt- und Subkapitel sowie eine mehrfach-Indexierung erleichtern die Navigation durch das über 300 Seiten starke Werk. Nach einer Bereinigung des Produktportfolios finden sich darin viele neue Instrumente und Operationsbestecke aber auch bewährtes Standardinstrumentarium in der gewohnt hohen Qualität, Präzision und Zuverlässigkeit von Geuder. Die einzelnen Einträge wurden durch viele nützliche Angaben erweitert. Erfahren Sie mehr über unser Produktportfolio und bestellen Sie einen Katalog auf dem DOC-Stand von Geuder (Nr. V6, Halle 7A). 

Als Hersteller ophthalmochirurgischer Instrumente und Gerätesysteme sowie Anbieter hochreiner Biomaterialien liefert die Geuder AG mit über 3.000 Produkten einen Großteil des chirurgischen Bedarfs für den vorderen und hinteren Augenabschnitt. Der neue Instrumentenkatalog kann bei der breiten Produktpalette, die Geuder seit 1951 kontinuierlich aufbaut und erweitert, nur einen Auszug zeigen.

Obwohl die Geuder AG ihr Portfolio an Einmal-Instrumenten stetig erweitert, steigt gleichzeitig die Nachfrage bei den Reparaturen langjährig genutzter wiederverwendbarer Instrumente. Denn eine langlebige Werterhaltung ist nicht nur nachhaltig sondern auch wirtschaftlich. Dass die Reparaturkosten in einem gesunden Verhältnis zu den Anschaffungskosten stehen, liegt an der effizienten Nutzung personeller Ressourcen bei Geuder, weil das Unternehmen dieselben Fähigkeiten wie für die Herstellung voraussetzt und seinen Chirurgiemechanikern/innen die gleiche fundierte Ausbildung bietet. Die Maxime der Geuder AG ist, reparierte Instrumente „wie neu“ zurückzugeben. Selbst Instrumente von Fremdherstellern, die Geuder ebenfalls repariert, erhalten Kunden laut eigener Angaben oft in einem besseren Zustand wieder zurück als bei der Neuanschaffung. Zu den Dienstleistungen von Geuder zählen neben den Reparaturen aber auch die Sichtung von Instrumenten und Sieben, der Full-Service vor Ort sowie individuelle Beratungen zur kompletten OP-Ausstattung mit Instrumenten, Gerätesystemen und Flüssigkeiten/Gasen.

Patientensymposium zu Netzhautdegenerationen in Nürnberg25.05.2018

Patientensymposium zu Netzhautdegenerationen in Nürnberg

Anlässlich des 31. Internationalen Kongresses der Ophthalmochirurgen (DOC)
findet in Nürnberg ein Patientensymposium der PRO RETINA Deutschland e.V.
statt:


Netzhautdegenerationen – Einblicke und Ausblicke – Wo stehen wir heute?
Was bringt die Zukunft?

und zwar am Samstag, dem 16. Juni 2018 von 11:00 bis 13:00 Uhr im Maritim
Hotel Nürnberg, Frauentorgraben 11, dort im Saal Ferdinand.


Programm

     * Konsequenzen der Pathologischen Myopie: Prof. Dr. med. Focke-Ziernssen,
       Universitätsaugenklinik Tübingen.
     * Immunologische Aspekte bei Netzhauterkrankungen – Ursachen und
       Therapieansätze: Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Zentrum für
       Augenheilkunde Köln.
     * Ursachen, Prävention und therapeutische Möglichkeiten bei der
trockenen
       und feuchten AMD – aktuelle und zukünftige Strategien: Prof. Dr.
med.
       Martin Spitzer, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für
       Augenheilkunde.
     * Netzhautdystrophien: Kombination detaillierte augenärztliche und
       molekulargenetische Diagnostik: was bringt es dem Patienten?: Prof. Dr.
       med. Ulrich Kellner, AugenZentrum Siegburg.


Anmeldung

Bitte melden Sie sich an bis zum 10. Juni 2018 per Fax unter (0228) 227
217-29 oder per E-Mail unter info@pro-retina.de.

Weitere Informationen zum Programm, Wegbeschreibung etc. erhalten Sie auch
auf dieser Webseite der PRO RETINA [1] oder auf diesem Veranstaltungs-Flyer
[2]

Studie zur Sehfunktion und Aktivität des Gehirns beim Sehen21.05.2018

Studie zur Sehfunktion und Aktivität des Gehirns beim Sehen


Uniaugenklinik Magdeburg sucht Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP) oder
Glaukom

Die Universitätsaugenklinik Magdeburg führt eine Studie zur Sehfunktion und
Aktivität des Gehirns beim Sehen durch. Das Forschungsprojekt „Neuronale
Plastizität bei Glaukom und Retinitis pigmentosa“ ist angesiedelt in der
Sektion für klinische und experimentelle Sinnesphysiologie unter Leitung von
Prof. Dr. Michael Hoffmann und wird im Rahmen des internationalen
Forschungsprojekts EGRET+ [1] durch die Europäische Union gefördert.

Mit funktioneller Kernspintomographie (fMRT) kann die Aktivität des Gehirns
in "Schnittbildern" beobachtet werden. Studien bei Patienten mit
Gesichtsfeldausfällen haben gezeigt, dass bei der Lösung von Sehaufgaben
auch die Sehrinde, die den erblindeten Gesichtsfeldanteil verarbeitet,
aktiviert werden kann. Ob diese Ergebnisse mit einer Umorganisation der
Sehrinde zusammenhängen, soll in der aktuellen Studie genauer untersucht
werden. Ein Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen kann Hinweise für
Behandlungs- und Rehabilitationsstrategien geben.

Die Uniaugenklinik sucht für diese Studie Patienten mit Glaukom oder
Retinitis pigmentosa. Die Teilnehmer sollten erhebliche Einschränkungen am
Rande des Gesichtsfeldes zeigen ("Röhren- oder Tunnelblick") und können
auch als gesetzlich blind aufgrund dieser Einschränkungen gelten. Ein
Restsehen im Zentrum hingegen sollte erhalten sein.

Durch die Untersuchungen (diagnostische Tests wie Gesichtsfelduntersuchungen,
Aufnahmen des Augenhintergrundes und MRT-Untersuchungen) werden dem Körper
weder Verletzungen noch Schmerzen zugefügt. Die Untersuchungen erfolgen an
ein bis zwei Tagen; Reise- und eventuell anfallende Übernachtungskosten
werden erstattet. Die Teilnahme an der Studie wird zusätzlich mit 8 Euro pro
Stunde vergütet.

Interessente (deutsch- und/oder englischsprachig) zum Forschungsprojekt
„Neuronale Plastizität bei Glaukom und Retinitis pigmentosa“ können
sich melden unter:

Tel.: 03 91 / 6 71 77 77 (AB; es erfolgt ein Rückruf) oder per eMail:
anne.herbik@med.ovgu.de

Quelle: Universitätsaugenklinik Magdeburg [2]; DBSV [3]; PRO RETINA
Deutschland e.V.



Links aus diesem Beitrag:
[1] http://egret-plus.eu/
[2] http://www.med.uni-magdeburg.de/augenklinik/vpl/g_index.html
[3] https://www.dbsv.org/aktuell/sehrinde.html

Hornhautspender schenken Augenlicht - Der 2. Juni ist Tag der Organspende 16.05.2018

Hornhautspender schenken Augenlicht

Der 2. Juni ist Tag der Organspende / Verpflanzung der Augenhornhaut bewährt und sicher

Düsseldorf 17.05.2018 Mehr als 7000 Mal pro Jahr verpflanzen Augenärzte in Deutschland die Hornhaut des Auges und verhelfen damit Patienten, deren eigene Hornhaut durch Verletzung oder Krankheit trüb wurde, zu besserem Sehvermögen. Verstorbene schenken mit dieser Spende anderen, oft noch jungen Menschen Augenlicht und damit einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität und bessere Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln. Zum Tag der Organspende am 2. Juni ruft der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands dazu auf, Organspender zu werden und so dazu beizutragen, dass der bestehende Mangel an Spenderhornhäuten behoben wird.

Schon vor mehr als 100 Jahren wurde zum ersten Mal die Hornhaut des Auges verpflanzt. Die sogenannte perforierende Keratoplastik, bei der ein kreisrundes Hornhautscheibchen des Spenders an die Stelle der eingetrübten Hornhaut eingenäht wird, war im 20. Jahrhundert eines der erfolgreichsten und am häufigsten eingesetzten Transplantationsverfahren. Im 21. Jahrhundert gehen Augenärzte noch einen Schritt weiter: Sie verpflanzen immer häufiger nur noch diejenigen Schichten der Hornhaut, die von der zugrunde liegenden Krankheit betroffen sind. Damit werden die ohnehin seltenen Abstoßungsreaktionen noch besser vermieden und das Sehvermögen der Patienten erholt sich in der Regel deutlich schneller.

Starker Anstieg der Fallzahlen im neuen Jahrtausend

Das Keratoplastikregister der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft gibt Einblick in die Entwicklung bei den Hornhauttransplantationen seit dem Jahr 2001. Waren es zu Beginn des Jahrtausends noch 4730 Transplantationen pro Jahr, so stieg diese Zahl bis 2016 auf das Anderthalbfache: 7325 Patienten erhielten in diesem Jahr eine Hornhautspende, wobei inzwischen die so genannten lamellären Keratoplastiken die Mehrzahl der Eingriffe ausmacht.

In knapp der Hälfte der Fälle wurde die Transplantation wegen einer erblich bedingten Hornhauterkrankung notwendig. Weitere Ursachen sind Transplantatversagen, eine krankhafte Vorwölbung der Hornhaut (Keratokonus) und Hornhautnarben.

Die Weiterentwicklung der chirurgischen Verfahren trägt dazu bei, dass bei immer mehr Patienten eine Hornhautverpflanzung eine Möglichkeit ist, ihr Sehvermögen wieder herzustellen und eine starke Sehbehinderung oder gar Erblindung zu vermeiden. Damit wächst aber auch der Bedarf an Spenderhornhäuten.

Prof. Dr. Berthold Seitz, der Leiter der Sektion Kornea in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, und Prof. Dr. Bernd Bertram, der erste Vorsitzende des Berufsverbands der Augenärzte rufen daher gemeinsam dazu auf, sich zur Organspende bereit zu erklären. Die Hornhaut des Auges kann bis zu 72 Stunden nach dem Tod entnommen werden. Fast jeder Verstorbene kommt als Spender in Frage.

Ausführliche Informationen zur Organspende sind zu finden auf www.organspendetag.de/

Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und Statistikdatenbank: www.augeninfo.de/presse

 

Herausgeber: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),

Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf, Tel. +49 (0) 2 11 / 4303700, Fax +49 (0) 2 11 / 4303720,

presse@augeninfo.de, www.augeninfo.de

 

Successful First Series C-Round Closing for Medical Device Company Implandata Ophthalmic Products GmbH 15.05.2018

Hannover, Germany, May 14, 2018 / B3C newswire / -- Ophthalmic medical device company Implandata Ophthalmic Products GmbH (Implandata) announced that the company accomplished a first closing of its Series C funding round. The company was able to raise a mid-single digit million Euro amount from a strategic and several institutional and private investors. Among the new investors were Heidelberg Engineering GmbH/Germany, Occident Group AG/Switzerland and NKB GmbH/Germany. The first closing is complemented by the existing investors, including KfW, HTGF, Peppermint Charité Beteiligungsfonds and several private investors and ophthalmologists. The company intends to complete the Series C-round by raising an upper end single digit million Euro amount by the fall of 2018.

Max Ostermeier, CEO of Implandata states: “This first C-round closing enables us to diligently pursue commercialization of our CE marked EYEMATE™ system for improved glaucoma care in Europe, to further advance our product pipeline, and to commence US regulatory activities. We are in particular excited about the competence and expertise of the new investors, enabling us to reach important value inflection points rapidly.”

“Continuous IOP monitoring is an exciting emerging field that may help identify novel patterns and hidden correlations with structural and functional measures of glaucomatous damage,” comments Kfir Azoulay, Head of Corporate Strategy at Heidelberg Engineering GmbH and a newly-appointed member to the Implandata Board of Directors. “We look forward to working closely with the Implandata team on advancing glaucoma research and patient care by utilizing our Spectralis OCT Platform, including our proprietary Glaucoma Module Premium Edition (GMPE), together with measurements obtained with the EYEMATE™ implant”.

Cédric Barra from Occident Group AG explains: “We are glad to take part in this financing round and are excited to accompany Implandata and its highly motivated team of experts in the future. We are convinced that Implandata’s product portfolio will have a major impact on monitoring glaucoma patients’ eye pressure and thus improving the patients’ quality of life in the long term.”

“As a recent shareholder of Implandata, we are pleased to be part of and actively support another very promising life science technology company from Lower Saxony with its ambitious growth strategy," said Klaus Tönnesmann of Kapitalbeteiligungsgesellschaft Niedersachsen, Germany, a subsidiary of NBank, Lower Saxony's investment and development bank.

Intraocular pressure control represents a considerable challenge to glaucoma patients and their ophthalmologists. Most current IOP measurement methods rely on in-office procedures performed by trained medical staff. Unfortunately, such measurements are randomly obtained only a few times per year, even though it is fairly established that eye pressure is highly dynamic, influenced by many parameters, and changes (fluctuates) throughout the day and night. In contrast to the sporadic readings obtained in standard clinical practice, the EYEMATE™ system provides actionable IOP measurements throughout the 24 hour period, outside the eye care specialist office, while enhancing treatment options and contributing to reduced risk of glaucomatous vision loss. As theEYEMATE™ system provides direct feedback to the patient in a home setting – information previously unavailable to the patient – therapy compliance is improved, as demonstrated in pre-market studies. Additionally, EYEMATE™’s remote patient care capabilities allow for better quality and more efficient disease management, as the number of unnecessary office visits are reduced for a considerable number of patients, while the eye doctor obtains more and better information about the patient’s situation.

 
About Implandata
Implandata is a privately held, ISO 13485 certified medical device company, which was founded in 2010 in Hannover/Germany. With the CE marked EYEMATE™ system, Implandata has developed the world-wide first system for continuous monitoring of IOP. The EYEMATE system includes a surgically implantable micro-sensor (to be implanted in conjunction with cataract, glaucoma or corneal surgery, eventually also in a stand-alone procedure) for direct measurement of eye pressure. A patient hand-held device for sensor implant powering and data read-out is communicating real-time via internet with eye care specialists (and the patient as well). Most recently published long-term patient follow-up data confirmed product safety and utility(1). The company is expanding its product portfolio with different sensor implant versions, allowing to address the various needs of glaucoma patients.

About Glaucoma
Glaucoma is a chronic eye disease and the leading cause for irreversible vision loss worldwide. IOP is the only modifiable risk factor to reduce the peril of vision loss. Reduction and control of IOP at glaucoma patients limits the risk of disease progression considerably(2). Close to 80 million patients are affected by the disease globally; because of aging populations the number of patients is expected to increase to 112 million patients by 2040(3). Thus, Implandata is addressing with its products for improved glaucoma care a pressing need in a further growing market.

 
Contact

Implandata Ophthalmic Products GmbH
Max G. Ostermeier
Kokenstrasse 5
30159 Hannover
Phone: +49 551 2204 2581
Fax: +49 511 2204 2589
mostermeier@implandata.com


(1) “Long-term follow-up after implantation of a telemetric intraocular pressure sensor in patients with glaucoma: a safety report”; Koutsonas et al, 2017
(2) „Reduction of intraocular pressure and glaucoma progression: results from the Early Manifest Glaucoma Trial; Heijl et al, 2002
(3) “Global Prevalence of Glaucoma and Projections of Glaucoma Burden through 2040”; Tham et al, 2014

Klinische Studien: Wissenswerte Fakten15.05.2018

Klinische Studien: Wissenswerte Fakten

Oft ist in unseren Veröffentlichungen von klinischen Studien die Rede, und
auch die Zahl der geplanten Studien für und mit Menschen mit einer
Netzhautdegeneration wächst an. In der letzten "Retina aktuell (RA)" Nr. 147
haben unter anderem die RA-Redakteurin Imke Tyarks und Dr. Sandra Jansen,
Projektmanagerin und zuständig für medizinische Themen und das PRO
RETINA-Patientenregister, sich dieses Themas angenommen. Wir möchten Ihnen
diese grundsätzlichen und wichtigen Informationen über klinische Studien,
auch Möglichkeiten der Teilnahme etc. nicht vorenthalten.


Was ist eine klinische Studie?

Viele Patienten warten händeringend auf ein Medikament, Therapien oder
Medizinprodukte wie z.B. Implantate, die Schmerzen lindern, Krankheiten
heilen, ihr Leben verlängern oder einfach ihren Alltag erleichtern. Doch
selbst wenn endlich ein neues Medikament, Therapie oder Medizinprodukt
entwickelt wurde, dauert es oft Jahre bis es die Zulassung für den Markt
erhält. Warum ist das so?

Von der Planung eines Medikaments über die Entwicklung bis zur Marktreife
vergehen im Durchschnitt 13 Jahre. Bevor ein neues Medikament überhaupt
entwickelt wird, müssen zunächst folgende Fragen geklärt sein:

     * Für welche Krankheiten besteht ein Bedarf für ein neues Arzneimittel?
     * Gibt es neue Erkenntnisse aus der Genforschung, wie man die Wirksamkeit
       erhöhen kann?
     * Kann man unerwünschte Nebenwirkungen reduzieren?
     * Werden die Krankenkassen das Medikament bezahlen?

An diesen Fragestellungen sind bereits viele Wissenschaftler wie Mediziner,
Pharmazeuten, Chemiker und Biologen tätig. Die Grundlage für ein neues
Arzneimittel ist ein geeigneter Wirkstoff. Die Wissenschaftler konzentrieren
sich bei der Entwicklung eines Medikaments auf chemisch-synthetische
Substanzen oder gentechnische Wirkstoffe. Dieser Wirkstoff benötigt einen
Angriffspunkt. Er muss also in der Lage sein, an einer Stelle im Körper in
den Krankheitsverlauf einzugreifen. Diesen Angriffspunkt nennt man Target
(englisch Ziel). In einem Medikament fungieren Enzyme oder Rezeptoren als
Targets.

Erst wenn ausreichend Daten zu diesem Wirkstoff für eine sichere
Durchführung vorhanden sind, wird eine zuständige Ethikkommission eine
klinische Studie genehmigen. Die Studienteilnehmer setzten sich aus gesunden
Probanden und betroffenen Patienten zusammen. Die klinische Studie ist
Voraussetzung für die behördliche Arzneimittelzulassung. Eine klinische
Studie wird in der Regel von einem Studienzentrum durchgeführt.


Vier Phasen einer klinischen Studie

Die Erprobung am Menschen erfolgt in vier Phasen:

     * Phase I: rund 50 gesunde Freiwillige testen das Medikament in einer
       klinischen Studie. Da die Probanden ja gesund sind, wird hier noch
nicht
       die heilende Wirkung, sondern lediglich die Verträglichkeit getestet.
     * Phase II: 100 – 500 Patienten in verschiedenen Ländern nehmen an
       klinischen Studien teil. Jetzt wird die Wirksamkeit geprüft und die
       geeignete Dosierung ermittelt.
     * Phase III: Tausende von Patienten auf der ganzen Welt testen in
       medizinischen Einrichtungen erneut die Wirksamkeit. In dieser Phase
wird
       besonders auf seltene Nebenwirkungen geachtet.

Erst wenn ein Medikament alle drei Phasen bestanden hat, darf der Hersteller
die Zulassung beantragen. Nach der behördlichen Genehmigung kann das
Medikament dann vom Arzt verordnet werden.

     * Phase IV: Bereits zugelassene Arzneimittel werden weiterhin auf
       Verträglichkeit in Kombination mit anderen Medikamenten und an
Patienten
       mit Begleiterkrankungen getestet. An dieser Phase nehmen häufig über
       10.000 Patienten teil.

Die gesamte klinische Studie wird durch hoch qualifizierte Pharmaforscher
begleitet. Zugleich kommen moderne Analyse- und Synthesetechnik,
gentechnische Labors, Hochleistungs-Computer und Analyseroboter zum Einsatz.
Betrachtet man diesen Aufwand, verwundert es nicht, dass die Zulassung eines
neuen Arzneimittels mit großem zeitlichen Aufwand und hohen Kosten verbunden
ist.


Blind- und Doppelblindstudien

Die oben beschriebenen klinischen Studien werden oft in Blindstudien
durchgeführt. Dies ist eine Form der Studie, bei der der Studienteilnehmer
nicht weiß, ob er in der Experiment- oder in der Kontrollgruppe eingeordnet
wurde. Die Experimentgruppe erhält das zu testende Medikament. Die
Kontrollgruppe erhält ein Placebo, ein Scheinpräparat ohne Wirkstoff. Somit
soll der psychologische Einfluss von Erwartungen und Verhaltensweisen des
Patienten an den neuen Wirkstoff reduziert werden. Der Studienarzt ist über
die Gruppenzugehörigkeit der Studienteilnehmer informiert.

Bei einer Doppelblindstudie kennt selbst der Versuchsleiter nicht die
Gruppenzugehörigkeit der Studienteilnehmer. Auch hier soll eine unbewusste
Verzerrung der Studienergebnisse verhindert werden. In der Regel handelt es
sich bei der Zulassung von Medikamenten um Doppelblindstudien.

Auch für eine Zulassung von Medizinprodukten wie Implantate müssen
klinische Studien durchgeführt werden. Die klinische Prüfung von
Medizinprodukten orientiert sich an den gleichen Anforderungen wie für die
Zulassung von Medikamenten. Jedoch ist es bei einer klinischen Prüfung von
Medizinprodukten oft nicht möglich ein Placebo zu verwenden. Oftmals werden
in diesem Fall Vergleichsuntersuchungen gegen am Markt etablierte
Medizinprodukte angestrebt.


Das Patientenregister der PRO RETINA für Netzhauterkrankte

Die PRO RETINA hat das Ziel Forschung und Medizin mit dem Patienten zu
vernetzen. Deshalb hat die PRO RETINA ein Patientenregister ins Leben
gerufen. Mit der Registrierung im PRO RETINA Patientenregister können die
Chancen erhöht werden, an klinischen Studien zur Therapiefindung bei
Netzhauterkrankung teilzunehmen.

Beim Patientenregister handelt es sich um eine Datenbank, in der Mitglieder
Daten ihrer Netzhauterkrankung selber erfassen können. Mittlerweile sind in
der Datenbank des Patientenregisters 700 Gendefekte aufgelistet. Aber auch
wenn der genaue Gendefekt nicht bekannt ist kann ein Eintrag ins Register
erfolgen. Die sensiblen Patientendaten werden pseudonymisiert und sind nicht
auf die einzelnen Personen zurückzuführen. Bislang gab es in Deutschland
kein Patientenregister für Netzhauterkrankungen, welches neutral,
unabhängig und gleichzeitig nachhaltig ist. Die Daten des Registers
verbleiben ausschließlich in Deutschland.

Pro RETINA tritt bei dem Patientenregister als Bindeglied auf. Es soll
Patienten den Zugang zu klinischen Studien erleichtern und Forschern bei der
Rekrutierung von geeigneten Patienten helfen. Dabei wenden sich die
Studienausrichter bei der Rekrutierung zentral an die PRO RETINA. Der
Rekrutierungsaufwand der Klinik wird gesenkt. Die PRO RETINA informiert die
betreffenden Patienten. Diese wenden sich direkt an den Studienausrichter.
Somit obliegt die Teilnahme an der Studie ganz allein dem Patienten.


Studienteilnahme im Ausland?

Dr. Sandra Jansen, Projektmanagerin der PRO RETINA, betreut das
Patientenregister. Sie steht in engem Kontakt zu Studienausrichtern. Sie
informiert die Teilnehmer des Patientenregisters über mögliche Studien in
Deutschland. Aber auch eine Studienteilnahme im Ausland ist mitunter
möglich. Man sollte allerdings die englische Sprache zumindest teilweise
verstehen können. Mitunter muss man mit einem längeren Aufenthalt im
Ausland rechnen, zum Teil müssen Teilnehmer dem jeweiligen Gesundheitssystem
angehören. Vor einem Studienaufruf klärt Frau Dr. Jansen die Konditionen ab
und wird Sie darüber informieren.

Für PRO RETINA Mitglieder ist der Eintrag ins Register kostenlos. Für
Fragen rund um das Patientenregister steht Ihnen Frau Dr. Sandra Jansen in
der Geschäftsstelle unter 0241/870018 zur Verfügung. Weitere Informationen
finden Sie unter Patientenregister der PRO RETINA Deutschland e.V. [1] oder
über eMail an patientenregister@pro-retina.de (eMails gehen direkt an Frau
Dr. Jansen).

Quelle: PRO RETINA Deutschland e. V. [2], Retina aktuell Nr. 147, 1/2018



Links aus diesem Beitrag:
[1] https://www.pro-retina.de/patientenregister
[2] https://www.pro-retina.de/


Mit freundlichen Grüßen,
Karin Langhammer
Redaktion PRO RETINA News

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Nutzen der Früherkennung nicht in Frage stellen07.05.2018

Nutzen der Früherkennung nicht in Frage stellen

IGeL-Monitor des MDS diffamiert medizinisch sinnvolle Leistungen

 

Düsseldorf 04.05.2018 Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands wendet sich entschieden gegen die jüngste Kampagne, mit der Individuelle Gesundheitsleistungen in Misskredit gebracht werden sollen.

 

Untersuchungen zur Glaukom-Früherkennung sind die einzige Möglichkeit, eine das Sehvermögen bedrohende Erkrankung zu entdecken, bevor ein nicht wieder gut zu machender Schaden bis hin zur Erblindung des Auges eintritt. Diese Untersuchungen sind nicht Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), deshalb können Augenärzte sie ihren Patienten nur als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) anbieten.

Alle Jahre wieder diffamiert der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) mit seinem IGeL-Monitor solche Leistungen mit erheblichem medialem Aufwand als medizinisch wenig sinnvoll oder sogar schädlich. Den Patienten gegenüber wollen die Krankenkassen ja versichern, dass sie für ihre Beiträge bestens medizinisch versorgt werden. Tatsächlich hat die GKV-Versorgung laut Sozialgesetzbuch V wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig zu sein. Zahlreiche Leistungen wie innovative Verfahren in der Diagnostik und Therapie, Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen werden davon nicht abgedeckt, um die Kosten im Gesundheitssystem zu begrenzen.

In einer „repräsentativen Umfrage“ hat der MDS nun die „Topseller“ unter den IGeL ermittelt. Am häufigsten werde demnach den Patienten die Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung angeboten. „Diese Leistung wurde jedem fünften Versicherten (22 Prozent), der mit IGeL beim Praxisbesuch in Kontakt kam, angeboten und landete auf Platz 1 der Top 10-Liste“ behauptet der MDS in einer Pressemitteilung. „Das ist stark anzuzweifeln, denn die Augenärzte bieten als Glaukomscreening nur eine Kombination der Untersuchung des Sehnervs mit einer Augeninnendruckmessung an, denn nur dann kann ein Glaukom mit entsprechender Sicherheit gefunden werden. Eine alleinige Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung wäre ein Kunstfehler, den kein Augenarzt anbietet“, kontert Dr. Ludger Wollring, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. „Dass Krankenkassenvertreter trotz vielfachen Hinweises jetzt wieder diese falsche Information verbreiten, ist sehr ärgerlich.“

Zur Glaukom-Früherkennungsuntersuchung gehört vor allen Dingen eine fachärztliche Untersuchung des Sehnervs. Die Messung des Augeninnendrucks, der ein wichtiger Risikofaktor ist, kommt als zweite Messung hinzu, weitere Untersuchungen wie die Messung der Hornhautdicke können im Einzelfall noch sinnvoll sein.

Der BVA hat erhebliche Zweifel an der Methodik, die der Statistik des MDS zugrunde liegt. Sie beruht einzig auf der Befragung der Patienten durch ein Marktforschungsinstitut – und damit auf der Erinnerung der Patienten.

Dichtung und Wahrheit: Internationale Leitlinie bestätigt den Sinn des Glaukom-Checks

Der MDS erweckt in seiner Pressemitteilung zudem den Eindruck, IGeL entsprächen nicht den Empfehlungen medizinischer Fachverbände. Für eine echte augenärztliche Glaukom-Früherkennung gilt dies ganz klar nicht. In der Leitlinie des International Council of Ophthalmology zum Glaukom heißt es: „Die meisten Patienten mit Offenwinkelglaukom und Engwinkelglaukom sind sich dessen nicht bewusst, dass sie an einer das Sehvermögen bedrohenden Krankheit leiden. Ein bevölkerungsweites Massen-Screening wird derzeit nicht empfohlen. Doch alle Patienten, die zu einer Augenuntersuchung kommen, sollten eine Untersuchung erhalten, um ein Glaukom auszuschließen, und bei ihnen sollte das Vorliegen von Risikofaktoren für ein Glaukom geklärt werden. Glaukompatienten sollten angehalten werden, ihre Geschwister, Eltern und Kinder darüber zu informieren, dass sie ein erhöhtes Glaukomrisiko haben und dass sie regelmäßig untersucht werden sollten.“ Dies entspricht dem Vorgehen, dass der BVA seit Jahren empfiehlt: „Wir propagieren die konsequente Aufklärung unserer Patienten und das Angebot von Früherkennungsuntersuchungen bei Personen ab 40 Jahren“, sagt Prof. Dr. Bernd Bertram, der 1. Vorsitzende des BVA.

Das Glaukom ist eine meist schleichend verlaufende Erkrankung des Sehnervs. Nach und nach sterben die Nervenfasern ab. Ein zu hoher Augeninnendruck ist ein wichtiger Risikofaktor für diese Erkrankung. Das Glaukom verursacht in den allermeisten Fällen über Jahre hinweg keine Symptome. Die Patienten bemerken die zunächst am Rand des Gesichtsfelds auftretenden Ausfälle nicht. Wenn sie selbst wahrnehmen, dass mit den Augen etwas nicht stimmt, ist der größte Teil des Sehnervs bereits unwiederbringlich zerstört. Beim Glaukom-Check können Augenärzte die Krankheit jedoch erkennen, bevor gravierende Ausfälle entstehen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich das Glaukom gut behandeln – dafür stehen je nach Schweregrad der Krankheit Augentropfen, Laserbehandlungen oder Augenoperationen zur Verfügung.

Mit seinen diffamierenden Äußerungen schürt der MDS Misstrauen zwischen Patienten und Ärzten, um nicht zugeben zu müssen, dass die GKV nicht die Kosten für alle medizinisch sinnvollen Leistungen übernimmt. Warum erstatten wohl einige gesetzliche Krankenkassen die Kosten der augenärztlichen Glaukom-Früherkennung im Rahmen ihrer freiwilligen Bonusprogramme?

Die internationale Glaukom-Leitlinie steht hier zum Download bereit: www.icoph.org/downloads/ICOGlaucomaGuidelines.pdf


Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und Statistikdatenbank: www.augeninfo.de/presse

3. Homburger Keratoconus Symposium HKCS 201825.04.2018

Am Samstag, dem 21.4.2018, fand das 3. Homburger Keratoconus Symposium (HKCS2018) im Schlossberg Hotel in Homburg/Saar statt. Ausgerichtet wurde das diesjährige HCKS von Prof. Dr. Berthold Seitz (Direktorder Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes UKS), Dr. Corinna Spira-Eppig (Leiterin des Homburger Keratokonus Centers) und Privatdozent Dr. Timo Eppig (Institut für Experimentelle Ophthalmologie der Universität des Saarlandes).
Hornhaut-Experten aus Deutschland, Polen und Japan referierten über die aktuelle Forschung zur Pathophysiologie, (Früh-) Diagnose und stadiengerechter Therapie des Keratokonus – einer fortschreitenden Ausdünnung, Vorwölbung und irregulären Verkrümmung der äußersten Schicht des Auges (Hornhaut), die überwiegend bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt.
Über 150 Teilnehmer, aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich folgten trotz des sommerlich schönen Wetters der Einladung der Homburger Augenklinik auf den Schlossberg. Hornhaut-Spezialisten aus ganz Deutschland, niedergelassene Augenärztinnen und Augenärzte, Assistenzärztinnen und -ärzte, Pflegepersonal, Arzthelferinnen und Schreibkräfte, Augenoptiker und Kontaktlinsenanpasser informierten sich ebenso wie Patienten und Laien über den aktuellen Stand zum Thema Keratokonus.
Das wissenschaftliche Vortragsprogramm wurde durch eine Industrieausstellung begleitet, auf welcher sich die Teilnehmer über die neuesten Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie des Keratokonus informierten und Geräte ausprobieren konnten.

Als Kompetenzzentrum für die Erkennung und Behandlung von Hornhauterkrankungen konnte die Augenklinik seit 2010 bereits mehr als 1.000 Patienten in das Homburger Keratoconus Center HKC einschließen und einige Patienten über 7 Jahre bis zu 12 Mal nachuntersuchen. Unterstützt wird die Erforschung des Keratokonus durch das biologische Labor der Augenklinik des UKS sowie dem Institut für Experimentelle Ophthalmologie der Universität des Saarlandes.

Besondere Aufmerksamkeit galt den beiden International Keynote Lectures:
Prof. Dr. Naoyuki Maeda aus Japan referierte über die quantitative Evaluation der Progression des Keratokonus mittels der Optischen Kohärenz Tomographie – einem hochmodernen optischen Verfahren zur (Früh-)Diagnose des Keratokonus, welches auch in der hiesigen Klinik für Augenheilkunde am UKS vermehrt eingesetzt wird. Prof. Dr. Edward Wylęgała aus Polen informierte das Auditorium über die Relevanz der Hornhautrückfläche für die Früh-Erkennung eines Keratokonus und die unregelmäßige Verformung der Hornhaut (Keratektasie) als gefürchtete Komplikation bzw. Spätfolge nach dem refraktivchirurgischen Eingriff der LASIK, die in den letzten Jahrzehnten weltweit vermehrt zur Behandlung von Kurz- und Weitsichtigkeit durchgeführt wurde. Neben hochkarätigen Vorträgen machten vor allem die intensiven Diskussionen mit dem Auditorium nach den Vorträgen und während der umfangreichen Industrieausstellung den Erfolg des diesjährigen HKCS aus.

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Von links nach rechts

Herr Prof. Wylȩgała (Kattowitz, Polen), Prof. Seitz (UKS), Prof. Maeda (Osaka, Japan).

 

 

 

Neuer Leiter Sales & Marketing bei EYEFOX12.04.2018

Scholtysik_small.png (39 KB)Sven Scholtysik besetzt seit 1. April die Position des Leiters Sales & Marketing. Er verantwortet künftig den gesamten Vertriebsprozess und Marketingaktivitäten von Eyefox.com

 

Sven Scholtysik war zuvor 2 Jahre als Head of Out of Home Media bei der Havas Media, eine der führenden Mediaagenturen in Deutschland, tätig. Der 42-Jährige blickt auf gut 20 Jahre Vertriebserfahrung zurück, die er in Unternehmen wie der WALL AG oder Saint Gobain gesammelt hat und bei Eyefox.com einbringt.

Wir freuen uns auf die Arbeit mit Herrn Scholtysik und wünschen ihm viel Erfolg.

Netzhautprothesen: Neuentwicklung in der Schweiz12.04.2018

Netzhautprothesen: Neuentwicklung in der Schweiz

Die Newsletter-Redaktion möchte Ihnen nachstehend aus einer aktuellen englischsprachigen Meldung über eine Neuentwicklung eines Netzhautimplantats in Lausanne (Schweiz) berichten, die vielleicht Ihr Interesse findet:

Die "École polytechnique fédérale de Lausanne" (EPFL, deutsch Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne) ist eine technisch-naturwissenschaftliche Universität in Lausanne, Schweiz.

EPFL-Forscher haben laut aktuellen Meldungen eine neue Art von Netzhautimplantat für Menschen entwickelt, die durch den Verlust von lichtempfindlichen Zellen in ihrer Netzhaut blind geworden sind. Die epiretinale Prothese (POLYRETINA) soll teilweise ihr Gesichtsfeld wieder herstellen und soll ihre Lebensqualität deutlich verbessern können.

Zweiunddreißig Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind blind. Bei 2 bis 4 Millionen von ihnen ist die Ursache dieses Zustandes der Verlust von lichtempfindlichen Zellen in ihrer Netzhaut.

Die bisher vielversprechendste Behandlung für diese Art von Blindheit ist ein retinales Implantat, das Elektroden enthält, die die Netzhautzellen elektrisch stimulieren. "Aber verfügbare Implantate produzieren nur moderate Ergebnisse, und ihre Träger sind immer noch gesetzlich blind", sagt Diego Ghezzi, der Inhaber des Medtronic Lehrstuhl für Neuroengineering (LNE) an der EPFL School of Engineering. "Um ein "normales" Leben zu führen, sollte ein Gesichtfeld von mindestens 40 Grad erreicht werden. Bisher verfügbare Implantate erreichen aber nur 20 Grad."

Die LNE-Forscher haben ein bahnbrechendes, drahtloses Implantat aus hochflexiblem und biegsamem Material mit photovoltaischen Pixeln
(Photodioden) entwickelt. Sie erwarten, dass die Träger ein Gesichtsfeld von 46 Grad und eine viel bessere Auflösung erhalten. Diese Ergebnisse wurden kürzlich in Nature Communications veröffentlicht.


Ergebnisse verfügbarer Implantate

Die derzeit verfügbaren Netzhautimplantate bestehen aus einem Gitter von Elektroden, die direkt auf der Netzhaut angeordnet sind. Die Implantate sind mit einer Brille und einer Kamera und einem tragbaren Mikrocomputer verbunden. Die Kamera erfasst Bilder, die in das Sichtfeld des Implantat-Trägers gelangen, und sendet sie an den Computer, der sie in elektrische Signale umwandelt und an die Elektroden überträgt. Die Elektroden stimulieren die retinalen Ganglienzellen basierend auf den Lichtmustern, die im Sichtfeld detektiert werden. Der Implantat-Träger muss dann lernen, die ankommenden visuellen Empfindungen zu interpretieren, um die Bilder zu "sehen". Je zahlreicher und detaillierter die Muster sind, desto leichter ist es für den Träger, sie zu erkennen.


Eine größere Oberfläche bedeutet mehr Pixel

Das Implantat der EPFL besteht wie herkömmliche Implantate aus einer Reihe von Pixeln, einer Brille und einer Kamera - aber ohne Drähte. Es hat auch eine größere Oberfläche, um das Gesichtsfeld zu erweitern und die Bildqualität zu verbessern. Die Vergrößerung bedeutet auch, dass mehr retinale Zellen durch die photovoltaischen Pixel stimuliert werden. "Dies wird das Blickfeld erweitern", sagt Laura Ferlauto, Wissenschaftlerin am LNE.
"Existierende Implantate stimulieren nur Zellen in der Mitte der Netzhaut."
Naïg Chenais, eine Doktorandin im Labor, fügt hinzu: "Es bedeutet auch, dass wir die Anzahl der photovoltaischen Pixel erhöhen können, was die Bilder schärfen wird." Das gleiche Bild sieht sehr unterschiedlich aus, je nachdem wie viele Pixel verfügbar sind.


Chirurgische Herausforderungen

Bisher war die Größe von Netzhautimplantaten hauptsächlich durch die Länge des chirurgischen Schnitts im Auge begrenzt. "Der Schnitt muss so klein wie möglich sein, um das Gewebe nicht zu beschädigen", sagt Chenais.
Um diese Hürde zu überwinden, entschieden sich die Forscher für ein extrem flexibles Material. Dadurch kann das Implantat während der Operation gefaltet werden. So kann ein größeres Implantat eingeführt werden, ohne dass der Einschnitt verlängert werden muss. Das Material ist ein transparentes, ungiftiges Polymer, das bereits im medizinischen Bereich verwendet wird. "Da das Polymer flexibel ist, kann sich das Implantat der Krümmung des Auges anpassen und in größerem Kontakt mit den Netzhautganglien stehen", ergänzt Marta Airaghi Leccardi, eine weitere Doktorandin am LNE.


Photovoltaische Pixel und keine Drähte

Die Forscher konnten ihr Implantat drahtlos machen, indem sie die Elektroden durch photovoltaische Pixel ersetzten. Im Gegensatz zu Elektroden erzeugen die solarbetriebenen Pixel selbst einen elektrischen Strom und benötigen keine externe Energiequelle. Das von der Kamera aufgenommene Licht muss daher nicht mehr in elektrische Signale umgewandelt werden. Stattdessen muss es intensiviert werden, um von den photovoltaischen Pixeln erkannt und verarbeitet zu werden. "Die Pixel reagieren nur auf Lichtsignale, die bestimmte Anforderungen an Intensität, Dauer und Wellenlänge erfüllen", sagt Ferlauto. "Natürliches Licht allein ist nicht genug." Ein zweiter Vorteil von photovoltaischen Pixeln ist, dass sie weniger Platz benötigen als Elektroden. Mehr von ihnen können auf das Implantat passen, was sowohl die Sehschärfe als auch das Sichtfeld erhöht.


Erste Ergebnisse

In der ersten Testreihe erwies sich der Prototyp als nicht toxisch und verbesserte das Gesichtsfeld und die Sehschärfe erfolgreich. Der nächste Schritt werden In-vivo- Studien sein, um weitere Faktoren zu untersuchen, z.B. wie sich die Pixel verhalten und wie lange das Implantat hält. "Es wird auch interessant sein zu sehen, wie gut sich Menschen an diese neue Sichtweise anpassen, die anders ist als unsere natürliche Sichtweise", schließt Ferlauto. (Anmerkung der Redaktion: die bisherigen Untersuchungen wurden im Labor bzw. mit isolierten Tieraugen durchgeführt).


Publikation

" Design und Validierung einer faltbaren und photovoltaischen Weitfeld-Epiretinalprothese ", Nature Communications [1], Laura Ferauto (EPFL), Marta JI Airaghi Leccardi (EPFL), Naïg AL Chenais (EPFL), Paola Vagni (EPFL), Michele Bevilacqua (EPFL), Thomas J Wolfensberger (Hôpital Ophtalmique Jules Gonin, Universität Lausanne, Schweiz), , Kevin Sivula
(EPFL) und Diego Ghezzi (EPFL).


Projektförderung

Diese Studie wurde von der Europäischen Kommission (EU-Projekt 701632,
https://cordis.europa.eu/project/rcn/200960_de.html) , der Fondation Pierre Mercier pour la science und der Velux Stiftung (Projekt 1102) finanziert.


Quelle: École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) [2]



Links aus diesem Beitrag:
[1] https://www.nature.com/articles/s41467-018-03386-7
[2] https://actu.epfl.ch/news/a-retinal-implant-that-is-more-effective-against-b/

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