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Aktuelles

Krankenhausbehandlung Versicherter auch ohne vertragsärztliche Einweisung29.06.2018

Krankenhausbehandlung Versicherter auch ohne vertragsärztliche Einweisung

QUELLE: BSG

Der Vergütungsanspruch eines zugelassenen Krankenhauses gegen eine Krankenkasse für eine erforderliche und wirtschaftliche teilstationäre Behandlung ihres Versicherten setzt keine vertragsärztliche Einweisung in das Krankenhaus voraus. Dies hat der 1. Senat des Bundessozialgerichts am 19.06.2018 entschieden (Az. B 1 KR 26/17 R). 

 

Die klagende Krankenhausträgerin forderte vergeblich für die teilstationäre Behandlung des bei der beklagten Krankenkasse Versicherten 5.596,24 Euro. Die Beklagte lehnte jegliche Zahlung ab, da die Behandlung ohne vertragsärztliche Einweisung (als „Selbsteinweisung“) erfolgte. Anders als das Sozialgericht Hannover hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen die Beklagte zur Zahlung nebst Zinsen verurteilt. Zu Recht, wie nun das Bundessozialgericht entschieden hat: Der Vergütungsanspruch für eine Krankenhausbehandlung entsteht unmittelbar mit der Inanspruchnahme der Leistung durch den Versicherten kraft Gesetzes, wenn die Versorgung – wie hier – in einem zugelassenen Krankenhaus erfolgt, erforderlich und wirtschaftlich ist. Eine vertragsärztliche Verordnung ist auch außerhalb von Notfällen keine formale Voraussetzung des Anspruchs. Dies riefe Versorgungsmängel hervor und setzte die Krankenhäuser bei der Aufnahmeprüfung unzumutbaren Haftungsrisiken aus. Sie dürfen Versicherte, die sich ohne vertragsärztliche Einweisung mit einer Akutsymptomatik vorstellen, nicht einfach ohne Untersuchung wegschicken. Die hiervon abweichende Vereinbarung im niedersächsischen Landesvertrag verstößt gegen Bundesrecht.

 

Hinweise zur Rechtslage

§ 39 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (idF durch Art. 3 Nr. 2 KHRG v. 17.03.2009) – Auszug –

 

(1) Die Krankenhausbehandlung wird vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant erbracht. Versicherte haben Anspruch auf vollstationäre Behandlung durch ein nach § 108 zugelassenes Krankenhaus, wenn die Aufnahme nach Prüfung durch das Krankenhaus erforderlich ist, weil das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann. (…)

 

(2) Wählen Versicherte ohne zwingenden Grund ein anderes als ein in der ärztlichen Einweisung genanntes Krankenhaus, können ihnen die Mehrkosten ganz oder teilweise auferlegt werden.

 § 3 des Vertrags nach § 112 SGB V zwischen der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen

 

(2) Krankenhausbehandlung (stationär oder teilstationär/vor- und nachstationär) wird durchgeführt, wenn sie – von Notfällen abgesehen – von einem Kassen-/Vertragsarzt verordnet ist und nach Art oder Schwere der Krankheit die medizinische Versorgung gemeinsam mit der pflegerischen Betreuung nur mit den Mitteln eines Krankenhauses möglich ist, das heißt ambulante kassen-/vertragsärztliche Versorgung nicht ausreicht.

 

(4) Ein Notfall im Sinne des Abs. 2 liegt insbesondere vor, wenn sich der Versicherte infolge von Verletzung, Krankheit oder sonstigen Umständen in Lebensgefahr befindet oder der Gesundheitszustand in kurzer Zeit eine wesentliche Verschlechterung befürchten lässt, sofern nicht unverzüglich stationäre Behandlung eingeleitet wird. Bei Einweisung durch einen Notarzt des Rettungsdienstes liegt in jedem Fall ein Notfall vor.

 

 

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Ungarischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Hungarian Society for Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz28.06.2018

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Ungarischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Hungarian Society for Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz

Im Rahmen des Kongresses der Ungarischen Opthalmologischen Gesellschaft, welcher vom 31.05.2018 bis 02.06.2018 in Szeged, Ungarn, stattfand, wurde Herr Prof. Dr. Berthold Seitz als Ehrenmitglied in die Hungarian Society for Ophthalmology aufgenommen.

Prof. Dr. Berthold Seitz, der seit 2006 Direktor der Universitätsaugenklinik in Homburg ist, unterstützt seit vielen Jahren die deutsch-ungarische Zusammenarbeit (Ausbildung von Ärzten, Habilitationen, wissenschaftliche Projekte).

 

Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft

Insgesamt wurden bisher 11 Augenärzte aus Deutschland als Ehrenmitglieder in die Ungarische Ophthalmologische Gesellschaft aufgenommen. Seit 2002 gab es keine Ehrenmitgliedschaften aus Deutschland mehr.

 

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Interview: Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer jameda: „Wir behandeln alle Ärzte gleich“28.06.2018

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Interview

Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer jameda: „Wir behandeln alle Ärzte gleich“

Im Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem Urteil zum Geschäftsmodell des Online-Bewertungsportals jameda bundesweites Aufsehen erregt (siehe nebenstehenden Beitrag). Zwar stellt das Urteil nicht die Plattform an sich infrage, der BGH besteht jedoch auf Nachbesserungen. Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer von jameda, erläutert im Gespräch mit Bernd Hein, Fachjournalist Gesundheitswesen, warum die Veröffentlichung von Kritik durch Patienten den Ärzten eher nützt als schadet.

 

Frage: Herr Dr. Weiß, nach dem BGH-Urteil mussten Sie das Profil einer Ärztin löschen. Bedroht die Rechtsprechung Ihr Geschäftsmodell, zu dem auch der Anspruch der vollständigen Listung niedergelassener Ärzte gehört?

 

Antwort: Unser Ziel ist es, Ärzte und Patienten passgenau zusammenzuführen, indem wir die Transparenz über Leistungen niedergelassener Ärzte erhöhen. Vollständige Arztlisten sind hierfür ein elementarer Baustein. Das BGH-Urteil hat das grundsätzliche Recht auf vollständige Listung nicht infrage gestellt. Vielmehr haben die Richter befunden, dass Portale wie jameda Ärzte dann nicht ohne ihr Einverständnis führen dürfen, wenn im näheren Umfeld ihres Eintrags Anzeigen für relevante andere Ärzte in der unmittelbaren Umgebung erscheinen. Diese Anzeigen haben wir von der Plattform entfernt, sodass sich kein Anspruch auf Löschung aus unserem Verzeichnis ergibt.

 

Frage: Welchen Vorteil haben Ärzte, die eine Mitgliedschaft in Ihrem Portal bezahlen, gegenüber jenen, die dort kostenfrei erwähnt sind?

 

Antwort: Mit einem jameda-Premium-Profil können sich Ärzte den über sechs Mio. Patienten auf der Plattform präsentieren. Man kann dies mit einer Homepage vergleichen, die umfangreiche Informationen, Expertenartikel, Bilder und Videos enthält und die den Patienten Orientierung bei der Suche nach dem passenden Arzt gibt. Einen Einfluss auf die Position in den jameda-Ärztelisten oder auf den Umgang mit Bewertungen hat der Kundenstatus nicht. Wir behandeln alle Ärzte gleich.

 

Frage: Was denken Sie über die Haltung des BGH, eine kommerzielle Nutzung der Einträge auf jameda verletze den Datenschutz?

 

Antwort: Das Urteil stellt keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen dem Datenschutz und der kommerziellen Nutzung der Einträge her. Das Recht auf eine umfassende Darstellung auf unserer Seite gegen Entgelt wird also nicht infrage gestellt. Hervorgehoben wird aber, dass ein Plattformbetreiber, der vollständige Arztlisten anbieten möchte, neutral agieren muss. Diese Neutralität ist auch für uns von höchster Bedeutung, weshalb wir Kunden im Hinblick auf Bewertungen in keiner Weise bevorteilen.

 

Frage: Im Schnitt zeigen Ärzte, die mit jameda einen Vertrag geschlossen haben, tendenziell nicht nur mehr Bewertungen, sondern auch eine bessere Stellung im Ranking als die Kollegen, die keine jameda-Kunden sind. Ist dieser Eindruck korrekt?

 

Antwort: Es ist möglich, dass Ärzte mit einem Premium-Eintrag im Durchschnitt mehr oder bessere Bewertungen haben. Hier darf jedoch Korrelation nicht mit Kausalität verwechselt werden. Vielmehr gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, weshalb sie bessere oder mehr Bewertungen haben. Vielleicht legen diese Ärzte größeren Wert auf zufriedene Patienten, führen ihre Praxen kundenfreundlicher, haben die Vorteile des Praxismarketings für sich entdeckt oder bitten ihre Patienten aktiv darum, ihre Erfahrungen auf jameda zu teilen. Andersherum ist es möglich, dass sich Ärzte, die zeitweilig viele gute Bewertungen bekommen haben, eher für ein Premium-Profil entscheiden, um Zusatzinformationen auf ihrem Profil zu hinterlegen. Auf keinen Fall – dieser Punkt ist uns sehr wichtig – können sich Ärzte mit einem Premium-Profil positive Bewertungen kaufen oder negative Bewertungen gegen Geld löschen lassen.

 

Frage: jameda soll Patienten informieren und ihnen die Entscheidung erleichtern, welchen Arzt sie konsultieren sollen. Sehen Sie auch für die Ärzte, die negative Kritik erhalten haben, Vorteile durch Ihr Portal?

 

Antwort: jameda hilft Ärzten, passende Patienten für ihre Praxis zu gewinnen. Als Deutschlands größte Arztempfehlung bieten wir Ärzten die Möglichkeit, ihre Praxis und ihr Leistungsspektrum ausführlich und zielgerichtet zu präsentieren – und zwar dort, wo die meisten Patienten sind. Zudem sind wir Marktführer für die Online-Terminvergabe – ein Service, mit dem Ärzte gezielt Patienten gewinnen, Praxisabläufe optimieren und Terminausfälle reduzieren können. Alle Bewertungen sind hilfreich, weil sie ein wertvolles Feedback bilden. So ergab eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg, dass 55 Prozent der auf jameda registrierten Ärzte aufgrund der Bewertungen Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit durchführen.

 

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Frage: Ein Arzt berichtet, dass durch jameda-Beurteilungen erheblicher Druck entsteht. Patienten könnten ungefiltert ungerechtfertigte Kritik veröffentlichen. Was halten Sie von dieser Meinung?

 

Antwort: Bei Online-Bewertungen handelt es sich immer um subjektive Erfahrungen, die zum Beispiel ein Patient in einer Praxis gemacht hat. Essenziell ist, dass die Kritik fair und nicht beleidigend ist und dass sie keine falschen Tatsachenbehauptungen enthält. Aus diesem Grund hat jameda ein Qualitätssicherungsverfahren implementiert, das Bewertungen mithilfe von Algorithmen und manuell überprüft. Zudem hat jeder Arzt in Deutschland die Möglichkeit, sich über Bewertungen automatisch informieren zu lassen und einen Prüfprozess einzuleiten, wenn ihm eine Bewertung nicht rechtmäßig erscheint. Auch kann jeder Arzt seine Bewertungen kommentieren. Zusätzlich arbeiten wir an einer neuen Form der Arztsuche, die neben Erfahrungsberichten von Patienten weitere – objektive – Qualitätsindikatoren berücksichtigt. Mit der Konferenz „Arztsuche 3.0 – Versorgungsqualität transparent machen“ ( www.arztsuche3null.de ), haben wir eine intensive Diskussion unter allen Verantwortlichen angestoßen.

 

Frage: Die Anonymität der kommentierenden Nutzer senkt deren Hemmschwelle, unwahre Behauptungen oder kurzsichtige Reaktionen auf beispielsweise emotional belastende Situationen ins Netz zu stellen. Wie beurteilen Sie die Zuverlässigkeit der dadurch zustandekommenden Noten?

 

Antwort: Wir ermöglichen eine anonyme Bewertungsabgabe, da wir überzeugt sind, dadurch aussagekräftigere Erfahrungsberichte zu erhalten. Wer möchte schon unter einem Klarnamen von seinem Besuch beim Gynäkologen, Urologen oder Psychiater berichten? Das Ergebnis nicht anonymer Bewertungen wäre ein verkürzter Bericht mit wenig Aussagekraft. Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung bewusst und betreiben sehr viel Aufwand, um nur authentische Bewertungen zu veröffentlichen. Manipulierte Bewertungen sowie solche, die Schimpfwörter enthalten, werden zuverlässig identifiziert und nicht veröffentlicht.

 

Frage: Sie löschen immer wieder kritische Kommentare. Nach welchem Prinzip gehen Sie dabei vor, um trotzdem die Unabhängigkeit und Vertrauenswürdigkeit Ihres Portals sicherzustellen?

 

Antwort: Bewertungen werden nach umfangreicher Prüfung entfernt, wenn sie entweder den rechtlichen Anforderungen nicht genügen, also falsche Tatsachenbehauptungen, Beleidigungen oder Schmähkritik enthalten, oder wenn sie unseren Nutzungsrichtlinien nicht entsprechen und es sich etwa um Eigen- oder Mehrfachbewertungen handelt und die Authentizität nicht nachzuweisen ist. Trotz unseres sehr zuverlässig arbeitenden Prüfalgorithmus sind wir hier jedoch auch auf die Mithilfe der Ärzte angewiesen, die uns darüber informieren können, wenn eine Bewertung nicht den Tatsachen entspricht.

 

Frage: Medizinische Behandlungen sind häufig sehr komplex und greifen tief in das Befinden der Patienten ein. Wie werden Sie in Ihrem Portal solchen außergewöhnlichen Lebenssituationen gerecht?

 

Antwort: Patienten können auch bei komplexen Behandlungen einschätzen, wie es ihnen geht und ob ihnen die Behandlung geholfen hat. Natürlich müssen die Bewertungen stets fair sein und den Tatsachen entsprechen. Daher können diese Menschen entsprechend der Meinungsfreiheit über ihre Erfahrung beim Arztbesuch in Form von Bewertungen berichten. Zusätzlich sind Patienten auf Arztsuche durchaus in der Lage, Arztbewertungen differenziert zu betrachten. So achtet über die Hälfte derjenigen, die Arztbewertungen lesen, auf Bedürfnisse des Verfassers. Ist eine Bewertung unsachlich oder einseitig geschrieben, schätzen die Nutzer von jameda diese als weniger relevant ein.

 

Herr Dr. Weiß, vielen Dank für das Gespräch!

 

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Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Polish Society of Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz 26.06.2018

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft (Polish Society of Ophthalmology) an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz

 

Anlässlich des 49. Kongresses der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft vom 07.06. bis 09.06.2018 in Katowice, Polen, bei der Prof. Seitz eine Keynote Lecture zum Thema „Keratoplastik – State of the Art 2018“ gehalten hat, wurde ihm von der Polnischen Ophthalmologischen Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

 

 

 

 

 

 

Verleihung der Visiting Professorship an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz25.06.2018

Verleihung der Visiting Professorship an Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz

 

Im Rahmen seines dritten Chinabesuches wurde Herrn Prof. Seitz am 23.05.2018 in Hefei die „Visiting Professorship“ of the Anhui Provincial Hospital, First Affiliated Hospital of the Institute of Science and Technologie China (ISTC) verliehen.

Hauptziele der bilateralen Zusammenarbeit sind die Etablierung eines konservativen und chirurgischen Kornea-Schwerpunktes und der Aufbau einer Augenhornhautbank in Hefei. Die Zusammenarbeit umfasst regelmäßige Hilfestellung vor Ort sowie Ausbildung von chinesischen Clinical und Research Fellows in Homburg.

 

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DS-GVO – Jetzt wird es auch für Augenärzte ernst21.06.2018

Gesundheitsdatenschutzrecht

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DS-GVO – Jetzt wird es auch für Augenärzte ernst

 

von RAin und FAin für MedizinR Taisija Taksijan, LL.M., D+B Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Berlin, www.db-law.de 

 

Im Datenschutz liegt für Augenärzte mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) seit dem 25.05.2018 eine große Herausforderung. Die Umsetzung einiger Vorgaben sollte man spätestens jetzt in Angriff nehmen. Denn Verstöße gegen das Datenschutzrecht werden zukünftig hart bestraft. Die DS-GVO sieht Bußgeld von bis zu 20 Mio. Euro bzw. 4 Prozent des Jahresumsatzes vor – je nachdem, was höher liegt. Lesen Sie im Folgenden, worauf Sie als niedergelassener Arzt achten müssen und am Ende des Beitrags, was für Sie als Klinikarzt zudem wichtig ist.

 

Augenärztliche Daten sind sensibel

Augenärzte sind stets mit der Erfassung und Speicherung von Patientendaten befasst. Deshalb müssen gerade sie in ihrem beruflichen Alltag ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz legen. Die Behandlungsdaten enthalten Angaben, aus denen sich Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten ableiten lassen. Es handelt sich damit um Gesundheitsdaten im Sinne des

Art. 4 Nr. 15 DS-GVO. Diese dürfen als „besondere Kategorien personenbezogener Daten“ nach Art. 9 Abs. 1 DS-GVO wegen der besonderen Sensibilität nur unter erhöhten Voraussetzungen verarbeitet werden. „Verarbeitung“ ist dabei ein Oberbegriff für alle Datenumgänge. Davon erfasst sind nach Art. 4 Nr. 2 DS-GVO

  • jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie
  • das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung.

 

Praxisinhaber ist auch für Auftragsverarbeiter verantwortlich

Der Praxisinhaber hat die Gesamtverantwortung für eine rechtmäßige Datenverarbeitung und die Einhaltung der geltenden Datenverarbeitungsgrundsätze. Diese erstreckt sich nicht nur auf die Verarbeitung durch den Verantwortlichen selbst, sondern umfasst auch die Verarbeitung durch Auftragsverarbeiter.

 

Datenschutz-Folgen abschätzen

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Verpflichtung zur sogenannten Datenschutz-Folgenabschätzung als Instrument zur systematischen Eindämmung datenschutzrechtlicher Risiken. Bereits eine kleine Arztpraxis dürfte in den meisten Fällen verpflichtet sein, im Vorfeld der Datenverarbeitung Risikoanalysen und Datenschutz-Folgenabschätzungen vorzunehmen (Art. 35 DS-GVO).

 

Praxishinweis: Bei einer Datenschutz-Folgenabschätzung sind insbesondere die geplante Datenverarbeitung und ihr Zweck systematisch zu beschreiben. Die Risiken eines Datenverlusts müssen bewertet und Maßnahmen dokumentiert werden, die zur Bewältigung dieser Risiken erfolgen. Es dürfte dabei sinnvoll bzw. notwendig sein, etwa Hersteller von IT-Systemen einzubeziehen.

 

Verarbeitungsverzeichnis anlegen

Darüber hinaus ist ein Verarbeitungsverzeichnis anzulegen (Art. 30 DS-GVO). Dieses muss folgende Angaben enthalten:

 

  • Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen, seines Vertreters und ggf. des Datenschutzbeauftragen
  • Zweck der Datenverarbeitung
  • Beschreibung der Kategorien betroffener Personen und personenbezogener Daten
  • Nach Möglichkeit die vorgesehenen Fristen für die Löschung
  • Nach Möglichkeit eine allgemeine Beschreibung der technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Wahrung eines angemessenen Schutzniveaus

 

Auf Anfrage der Aufsichtsbehörden müssen die Verzeichnisse diesen zur Verfügung gestellt werden.

 

Praxishinweis: Alle Tätigkeiten der Datenverarbeitung sollten rechtzeitig in einem Verzeichnis beschrieben werden. Das Verzeichnis kann sodann als wesentliche Grundlage für eine strukturierte Dokumentation genutzt werden.

 

Informationspflichten erfüllen

Außerdem kommen auf Ärzte neue und umfangreiche Informationspflichten zu (Art. 13 DS-GVO). Patienten müssen konkret darüber informiert werden, was mit ihren Daten passiert und über welche Rechte sie verfügen. Folgende Mitteilungen sind dabei insbesondere gegenüber dem Patienten zu machen:

 

  • Namen und Kontaktdaten des Verantwortlichen sowie seines Vertreters
  • Kontaktdaten des Bundesdatenschutzbeauftragten
  • Zwecke der Datenverarbeitung
  • Rechtsgrundlage der Datenverarbeitung
  • Dauer der Datenspeicherung
  • Rechte des Patienten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Datenverarbeitung, Datenübertragung
  • Recht auf Widerruf der Einwilligung
  • Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde

 

Praxishinweis: Für die konkrete Information Ihrer Patienten müssen Sie entsprechende Informationsschreiben vorbereiten.

 

Datenverlust melden

Im Falle eines Datenverlusts gilt die Pflicht zur Selbstanzeige gegenüber der Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden (Art. 32 DS-GVO). Auch der betroffene Patient ist unverzüglich zu benachrichtigen (Art. 33 DS-GVO). Entsprechende Pflichten können etwa durch folgende Datenpannen ausgelöst werden:

 

  • Fehlende oder fehlerhafte Datensicherung (Backup)
  • „Hackerangriff“, Datendiebstahl, Datenmanipulation
  • Ungenügender Zutritts- bzw. Zugangsschutz
  • Fehlgeleitete E-Mail
  • Datenverlust, Verlust von Geräten und Datenträgern

 

Datenschutzbeauftragten anzeigen

Mit Wirksamwerden der DS-GVO müssen Praxen, die zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten verpflichtet sind, diesen der zuständigen Aufsichtsbehörde melden (Art. 37 Abs. 7 DS-GVO). Dies betrifft jedenfalls größere Praxen mit zehn oder mehr Mitarbeitern, die ständig mit automatisierter Datenverarbeitung beschäftigt sind. Eine Verpflichtung besteht zukünftig aber auch für kleinere Gemeinschaftspraxen.

 

Unterbleibt die Meldung des Datenschutzbeauftragten, stellt dies nicht nur einen Verstoß dar, sondern auch eine Möglichkeit für die Aufsichtsbehörde, anhand der fehlenden Meldung schnell festzustellen, wer es mit dem Datenschutz nicht so genau nimmt.

 

Praxishinweis: Jede Praxis sollte überprüfen, ob sie einen Datenschutzbeauftragten bestellen muss. Informieren Sie sich über die zuständige Behörde und bereiten Sie eine Meldung vor.

 

Auftragsverarbeitung regeln

Verträge zur Datenverarbeitung müssen die Vorgaben des Art. 28 DS-GVO enthalten. Bestehende Vereinbarungen mit Auftragsverarbeitern, etwa zur Wartung von IT-Systemen etc., sollten zusammengestellt und auf die Vereinbarkeit mit der DS-GVO hin überprüft werden.

 

Praxishinweis: Wegen einer Neuregelung in § 203 Abs. 4 Strafgesetzbuch sollte in Auftragsverarbeitungsverhältnissen ein Hinweis der Auftraggeber auf die Strafbarkeit der Auftragnehmer enthalten sein.

 

Einwilligung prüfen

Der deutsche Bundesgesetzgeber ist in der Zwischenzeit tätig geworden und hat insbesondere die Anpassung des Bundesdatenschutzesgesetzes (BDSG) beschlossen. Diese Änderungen werden gleichzeitig mit der Wirkungserlangung der DS-GVO zum 25.05.2018 in Kraft treten. Die maßgebliche Erlaubnisnorm für die Verarbeitung von Gesundheitsdaten wird § 22 BDSG sein. Wenn diese nicht ausreicht, wird die Einwilligung des Patienten notwendig.

 

Auch für Einwilligungen gelten strenge Anforderungen (Art. 7 DS-GVO): Die Einwilligung muss freiwillig für einen bestimmten Fall und unmissverständlich abgegeben werden. Sie muss in einfacher, klarer Sprache verfasst werden. Wird sie im Zusammenhang mit anderen Erklärungen eingeholt, muss sie erkennbar abgegrenzt werden. Eine allgemeine umfassende Einwilligung zu unspezifischen Verarbeitungsprozessen ist daher i. d. R. nicht ausreichend.

 

Praxishinweis: Formulare (etwa Anamnesebögen, die eine Einwilligungserklärung enthalten) sollten geprüft und ggf. angepasst werden.

 

Datenschutzkonzept erstellen

Während der Verarbeitung sind die Daten durch technische und organisatorische Maßnahmen im Rahmen eines umfassenden Datenschutzmanagements zu sichern (Art. 32 DS-GVO). Die Umsetzung der vom Gesetzgeber unter der Überschrift „Sicherheit der Verarbeitung“ letztlich nur vage beschriebenen Maßnahmen läuft auf die Etablierung eines Datenschutzkonzepts hinaus.

 

Praxishinweis: Für die Datensicherheit werden ein Risikomanagementsystem und ggf. entsprechende Richtlinien für die Mitarbeiter zu dem Datenumgang erforderlich.

 

Sorgfältig dokumentieren

Schließlich trifft den Arzt eine umfassende Dokumentations- und Rechenschaftspflicht, durch die die Einhaltung aller Vorgaben der DS-GVO nachgewiesen werden soll (Art. 5 Abs. 2 DS-GVO), insbesondere auch die oben aufgezählten Maßnahmen, etwa:

 

  • Datenschutz-Folgeabschätzung
  • Information der Patienten
  • Anzeige des Datenschutzbeauftragten
  • Sicherheitsmaßnahmen

 

Hinweise für Klinik(chef-)ärzte

Verantwortlicher im Sinne der DS-GVO und damit Adressat der entsprechenden Pflichten ist i. d. R. der Krankenhausträger. Ausnahme: Chefärzte. Verantwortlicher i. S. d. DS-GVO wird der Chefarzt nur in den Fällen, in denen er nicht Patienten des Krankenhauses, sondern eigene Patienten behandelt. Der klassische Anwendungsfall ist die Chefarztambulanz. Hier ist der Chefarzt für die Einhaltung der DS-GVO insgesamt so verantwortlich wie der niedergelassene Kollege in seiner Praxis. Auch eine „Rückübertragung“ der Pflichten an das Krankenhaus, welches die DS-GVO ansonsten ebenfalls einzuhalten hat, scheidet im Außenverhältnis aus, Datenschutz ist hier „Chef-(arzt-)sache“. Von der Auftragsdatenverarbeitung zu unterscheiden, ist die wahlärztliche Behandlung: Hier schließt der Patient die Wahlleistungsvereinbarung mit dem Krankenhaus ab. Zwar erbringt auch der Chefarzt ggf. die ärztliche Leistung, „verantwortlich“ im Sinne der DS-GVO ist aber der Krankenhausträger.

 

Komplexer wird die Sachlage, wenn eine Verzahnung zwischen Krankenhaus und Chefarztambulanz über die räumliche Verbindung hinaus vorliegt: Viele Chefärzte mit eigener Ambulanz nutzen die Informationstechnologie des Krankenhauses, um die Daten „ihrer“ Patienten zu verarbeiten. Ebenso enthalten Vereinbarungen zwischen Krankenhaus und Chefarzt z. T. die Vereinbarung, dass die Abrechnung – ähnlich der privaten Verrechnungsstelle (PVS) – über das Krankenhaus erfolgt. Dafür müssen die abrechnungsrelevanten Daten an das Krankenhaus übermittelt werden. In diesen Fällen der Verzahnung ist zu prüfen, ob eine Auftragsdatenverarbeitung vorliegt. Dann wäre eine entsprechende, zusätzliche Vereinbarung zwischen Krankenhaus und Chefarzt und ggf. eine zusätzliche Einwilligung des Patienten in die Datenweitergabe erforderlich. Beides ist zwar nicht erst mit der DS-GVO eingeführt worden. Allerdings war die Überwachung durch die Behörden hier nicht besonders ausgeprägt.

 

Fazit

Augenärzten in Praxis und Klinik kann angesichts der Herausforderungen nur empfohlen werden, sich mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen (und ggf. die Hilfe kompetenter Dienstleister einzuholen). Zunächst sollten sie den Ist-Zustand der Datensicherheit in ihrer Praxis/Ambulanz analysieren und Sicherheitslücken identifizieren. Dann sollten der Soll-Zustand beschrieben und auf dieser Grundlage Prozesse zur Schließung der Lücken und Erreichung des Soll-Zustands installiert werden. Ein Datenschutzkonzept sollte am besten ein Arbeitshandbuch beinhalten, in dem alle Prozesse und Kontrollen vorgeschrieben werden.

 

 

Lebersche kongenitale Amaurose Typ 10: enLIGHTen-Studie sucht Teilnehmer20.06.2018

Liebe PRO RETINA Interessenten,


Lebersche kongenitale Amaurose Typ 10: enLIGHTen-Studie sucht Teilnehmer


Beobachtungsstudie über Verlauf der Netzhautdegeneration LCA10

Das Ziel der Studie ist es, Ärzten und Wissenschaftlern Einblick in den
natürlichen Verlauf einer Netzhautdegenerationen aufgrund einer Mutation des
Gens des zentrosomalen Proteins CEP290 zu gewähren, auch als Lebersche
kongenitale Amaurose Typ 10 (LCA10) bezeichnet- eine der häufigsten Ursachen
einer angeborenen Blindheit.


Was ist eine Verlaufsstudie?

Eine Verlaufsstudie im medizinische Bereich ist eine Studie, in der eine
Gruppe von Personen mi einer bestimmten Krankheit oder einem gesundheitlichen
Problem über einen längeren Zeitraum beobachtet wird. In den meisten
medizinischen Verlaufsstudien werden über einen bestimmten Zeitraum
Informationen über die Gesundheit der teilnehmenden Personen gesammelt, um
zu verstehen, wie die Krankheit oder das gesundheitliche Problem
fortschreitet.


Warum ist diese Studie wichtig?

Die enLIGHTen-Studie ist wichtig, da Informationen gesammelt werden sollen,
die für die Entwicklung von Studien zur Untersuchung zukünftiger
Behandlungsmöglichkeiten für LCA 10 hilfreich sein könnten. Mit solchen
Informationen könnte man auch herausfinden, welche Tests bei Patienten mit
dieser Erkrankung am besten geeignet sind. Außerdem erfahren wir
möglicherweise etwas darüber, wie die Krankheit mit der Zeit fortschreitet.
Die Erkenntnisse aus der Studie könnten Patienten mit CEP290 bedingter
Netzhautdegeneration in der Zukunft helfen.


Wer kann teilnehmen?

Für eine Teilnahme an der Studie müssen die folgenden Grundvoraussetzungen
erfüllt sein:

     * Alter: mindestens 3 Jahre
     * Diagnose LCA10 und CEP290-bedingte Netzhautdegeneration durch eine
       spezifische Mutation (c.2991+1655A>G) (Wenn Sie die genaue Art Ihrer
       Mutation nicht kennen, aber davon ausgehen, dass es LCA10 ist, wenden
Sie
       sich bitte an ein Studienzentrum, das Ihnen bei einer genetischen
       Untersuchung helfen wird.
     * Verminderte Sehschärfe in beiden Augen
     * Erfolgreiches Absolvieren eine Mobilitäts-Parcours auf einer
       Schwierigkeitsstufe unterhalb der Höchstleistungsstufe.

Die Teilnahme an der Studie dauert etwa ein Jahr, und es werden ca. 40
Patienten in Europa und den USA in die Studie aufgenommen.


Was erwartet die Studienteilnehmer?

Von jedem Studienteilnehmer werden im Rahmen 6 Besuchstermine der Studie
medizinische Information erhoben. Während der Studie werden unter anderem
die folgenden altersentsprechenden Untersuchungen durchgeführt:

     * Prüfung demografischer Angaben und Anamnese
     * Körperliche Untersuchungen
     * Blutabnahme für genetische Untersuchungen des CEP290-Gens
     * Augenuntersuchungen
     * Pupillenerweiterung
     * Untersuchungen der Sehschärfe
     * Untersuchung der Lichtempfindlichkeit
     * Mobilitätstests
     * Fragebogen zu Lebensqualität

Weitere Informationen über die enLIGHTen Studie erhalten Sie an der
Universitätsklinik Gießen unter der Telefonnummer 0641-98543820.
Ansprechpartner der enLIGHTen-Studie sind PD Dr. Markus Preising und Kerstin
Holve.

Die Mitglieder im PRO RETINA-Patientenregister wurden schon direkt informiert

Quellen: PRO RETINA Deutschland e. V.; clinicalTrials.gov [1]

Zukunftsvision 3D-Bioprinting: Künstliche Hornhaut aus dem Drucker19.06.2018

Liebe PRO RETINA Interessenten,


Zukunftsvision 3D-Bioprinting: Künstliche Hornhaut aus dem Drucker

Für viele klingen die Themen 3D-Druck und Bioprinting noch sehr nach Science
Fiction. Doch ihre Entwicklungen gehen immer schneller voran und man geht
davon aus, dass es in Zukunft einen großen Markt dafür geben wird, weil man
mit ihrer Hilfe viele medizinische Probleme lösen könnte. Die Entwicklungen
im 3D-Druck sind bereits relativ weit vorangeschritten. Es handelt sich
hierbei um den Druck mit Kunststoffen. Hier gibt es bereits einige Erfolge zu
verzeichnen. Der nächste logische Schritt ist laut den Wissenschaftlern das
Bioprinting. Somit kann 3D-Druck nicht klar von Bioprinting abgegrenzt
werden. Man muss es eher als eine Weiterentwicklung verstehen. Das
Bioprinting bietet die ideale Verbindung von Digitalität und Biotechnologie.
Man geht davon aus, dass die Forscher bis in 10 oder 20 Jahren soweit sein
könnten, Hautzellen oder ganze Organe auszudrucken. Diese sollen dann auch
die Funktion von echter Haut oder Organen erfüllen können. Es müssen hier
aber noch umfassende Entwicklungen stattfinden, bis es möglich sein wird
beispielsweise ein echtes Herz durch ein gedrucktes ersetzen zu können.


Forschungen an der Universität Newcastle

Auch vor der Augenforschung macht das Thema 3D-Druck und Bioprinting keinen
Halt. Forschern an der Universität Newcastle ist es gelungen, eine
künstliche Hornhaut aus dem Drucker zu entwickeln. Millionen Menschen leiden
an Verletzungen der Hornhaut, die irgendwann sogar zur Erblindung führen
können. Die einzige medizinische Möglichkeit, die diesen Menschen bleibt,
ist eine Transplantation der äußeren Augenschicht. Doch das Problem ist
ähnlich wie bei anderen Organspenden: die Anzahl verfügbarer Spender ist zu
gering, um den Bedarf zu decken. Es sind zu wenige Spender von Hornhaut
vorhanden, um allen Patienten helfen zu können. Dies war der Ansatz der
Forscher an der Universität Newcastle: um diesen Bedarf mit Hilfe künstlich
entwickelter Hornhaut Abhilfe zu schaffen. Mit Hilfe eines 3D-Bioprinters ist
dies nun möglich.


Das Gel aus dem Drucker

Doch wie kann man sich das praktisch vorstellen? Ein Bioprinter arbeitet wie
ein gewöhnlicher Drucker. Der ganz große Unterschied ist, dass aus seinen
Düsen eben keine Tinte kommt, die auf das Papier gesetzt wird, sondern eine
Biomasse, welche oft als „Gel“ bezeichnet wird und nun gedruckt wird. Die
richtige Zusammensetzung dieses Gels zu finden, ist die Hautarbeit in diesem
Feld. Die Forscher haben eine Lösung entwickelt, in der Stammzellen einer
gesunden Hornhaut mit Alginat und Kollagen vermischt wurden. Weltweit haben
Forscher an der richtigen Zusammensetzung mitgewirkt. Entstanden ist diese
Gelkombination, welche die Stammzellen am Leben erhält. Die große
Herausforderung bestand darin, ein Material zu schaffen, welches hart genug
ist, um in Form zu bleiben, aber gleichzeitig auch weich genug, um durch die
Düsen des Druckers gepresst zu werden.


Zukunftsperspektiven des 3D-Bioprintings

Es dauert bei den aktuellen Tests etwa zehn Minuten, bis der Drucker die
künstliche Hornhaut entwickelt hat. Nach dem Druck konnte beobachtet werden,
wie sich die Stammzellen vermehrt haben. Die sind alles sehr positive
Anzeichen, die Hoffnung machen, auf diesem Weg künstliche Hornhaut zu
produzieren und somit die Anzahl an Transplantationen langfristig zu
steigern. Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass noch diverse Tests und
Studien vorgenommen werden müssen, um alle Risiken auszuräumen. Es wird
wohl also noch mehrere Jahre dauern, bis tatsächlich eine Transplantation
einer künstlichen Hornhaut am Patienten durchgeführt werden kann. Es
handelt sich hierbei also mehr um den ersten Schritt hin zu einer
langfristigen Lösung. Man bewegt sich hier ohnehin noch in einem sehr jungen
Feld. Eventuell könnten irgendwann noch weitere Teile des Auges durch den
Drucker ersetzt werden, aber die Kunst besteht in der Entwicklung des
richtigen Gels. Sehr oft ist es noch so, dass die Stammzellen durch die Hitze
beim Druckprozess zerstört werden. Somit ist das aktuelle Beispiel der
Universität Newcastle schon ein Erfolg, weil sich die Zellen auch nach dem
Druckprozess noch vermehren konnten. Dies ist ein weiterer Schritt auf dem
Weg zu einer langfristigen Lösung.

Quellen: ZukunftsInstitut [1]; web.de vom 30.5.2018 [2]; vaaju.com vom
31.5.2018 [3

Netzhautdegeneration - Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?18.06.2018

Netzhautdegenerationen – Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?

 

Am 16. Juni 2018 findet in Nürnberg im Rahmen des Internationalen Kongresses der Ophthalmochirurgen (DOC) das Patientensymposium der PRO RETINA Deutschland e.V. statt.

 

Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehr als 4,5 Millionen Menschen von einer Netzhautdegeneration betroffen: Etwa vier Millionen Menschen erkranken an einer Altersbedingten Makuladegeneration (AMD), die, wie der Name schon sagt, erst im Alter auftritt. Ca. 60.- 80.000 PatientInnen haben eine seltene Netzhauterkrankung wie die erbliche Netzhauterkrankung Retinitis Pigmentosa. Diagnostik und Therapieansätze in Bezug auf diese Erkrankungen werden ständig weiterentwickelt, weshalb es sich regelmäßig zu fragen lohnt: Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?

 

Im Rahmen des Patientensymposiums der PRO RETINA nehmen Professoren aus führenden Augenkliniken in Deutschland eine Bestandsaufnahme vor und halten Vorträge zu den Konsequenzen der Pathologischen Myopie (Prof. Dr. med. Focke-Ziernssen, Universitätsaugenklinik Tübingen), immunologischen Aspekten bei Netzhauterkrankungen (Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Zentrum für Augenheilkunde Köln), Ursachen, Prävention und therapeutischen Möglichkeiten bei der trockenen und feuchten AMD (Prof. Dr. med. Martin Spitzer, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und der Kombination detaillierter augenärztlicher und molekulargenetischer Diagnostik (Prof. Dr. med. Ulrich Kellner, AugenZentrum Siegburg).

 

Es besteht für die TeilnehmerInnen des Symposiums die Möglichkeit, mit den Experten in einen Dialog zu treten. Mit ihren Patientensymposien möchte PRO RETINA Betroffene mit Fachleuten aus der Augenheilkunde zusammenbringen. PRO RETINA versteht sich als Brücke zwischen ÄrztInnen und Betroffenen. Sie informiert Betroffene über den aktuellen Stand der Forschung und die Entwicklung von Therapien. PRO RETINA unterstützt die Forschung durch eine eigene Stiftung.

 

Besuchen Sie das Patientensymposium der PRO RETINA am Samstag, 16.06.18, von 11:00 bis 13:00 Uhr im Maritim Hotel Nürnberg, Saal Ferdinand.

 

Das vollständige Programm finden Sie unter: https://www.pro-retina.de/seminare/2018/patientensymposium-im-rahmen-der-doc-nr-552018.

 

Nähere Informationen zu PRO RETINA Deutschland e.V. und ihren vielfältigen Selbsthilfeaktivitäten finden Sie unter: www.pro-retina.de.

Nähere Informationen zur DOC finden Sie unter: www.doc-nuernberg.de.

Kontakt

Telefon (0228) 227 217-0
E-Mail: presse@pro-retina.de

 

Über PRO RETINA Deutschland e.V.

 

PRO RETINA Deutschland e.V., eine Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen, wurde vor 40 Jahren von Betroffenen und deren Angehörigen als gemeinnütziger Verein gegründet, um sich selbst zu helfen. PRO RETINA  ist eine bundesweit tätige Organisation mit mehr als 50 Regionalgruppen und circa 6.000 Mitgliedern.

Wir bieten Informationen und Beratung und verstehen uns als Interessenvertretung der Patient/innen in der Öffentlichkeit. Um einen Beitrag zur Entwicklung wirksamer Therapien zu leisten, engagiert sich PRO RETINA Deutschland e. V. auch in der Forschungsförderung. Die PRO RETINA möchte allen Menschen, die von einer Sehverschlechterung  oder Erblindung aufgrund einer Netzhautschädigung bedroht sind, helfen, durch Prävention, Therapie und  gemeinsame Bewältigung ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Urteile zur Erstattungsfähigkeit Kat-OP mit Femtosekundenlaser12.06.2018

 Katarakt-OP mit Femtosekundenlaser: Urteile zur Erstattungsfähigkeit

 

Urteil

Kostenträger

Tenor

 

Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf, Beschluss vom 24.06.2015

(Az. 26 K 4701/14) Volltext

Beihilfe

Anregung eines Vergleichs unter Anerkenntnis der Nrn. 1375 und 5855 analog mit 2,5-fachem Faktor, aber nicht der Nr. 5377 für die 3-D-Rekonstruktion*

 

Amtsgericht (AG) Reutlingen, Urteil vom 26.06.2015 (Az. 5 C 1396/14) Urteilsbesprechung

Private Kranken-versicherung (PKV)

Anerkenntnis der Berechnung mit den Nrn. 1375 plus 5855 analog (2,5-fach)

VG Köln, Urteile vom 10.11.2016

(Az. 1 K 3094/16 Volltext und

Az. 1 K 4550/16 Volltext)

sowie vom 22.01.2016

(Az. 1 K 8285/16 Volltext)

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog

 

VG München, Urteil vom 08.12.2016 (Az. M 17 K 16.483) Volltext

 

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog mit 1,8-fachem Steigerungssatz

 

VG Koblenz, Urteil vom 03.02.2017 (Az. 5 K 950/16.KO) Volltext

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung nach den Nrn. 1375 plus 5855 analog, allerdings nur dann, wenn zur Nr. 5855 der 1,8-fache Faktor nicht überschritten wird

 

*Dass das VG Düsseldorf die Berechnung von Nr. 5377 abgelehnt hat, ist plausibel. Die 3-D-Rekonstruktion ist hier keine selbstständige Leistung. Ebenso plausibel ist, dass ein höherer Faktor für jede der Leistungen individuell, patienten- oder krankheitsbezogen zu begründen ist. Der systematisch erhöhte Aufwand der Operation durch die Anwendung des Femtosekundenlasers ist ja schon durch die zusätzliche analoge Berechnung der Nr. 5855 berücksichtigt.

NEUES ZUR ABRECHNUNG -Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser 11.06.2018

Privatliquidation

Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser

 

In Zusammenhang mit der Privatabrechnung der Kataraktoperation mittels Femtosekundenlaser gab es in der Vergangenheit immer wieder rechtliche Auseinandersetzungen, vor allem mit der Beihilfe. Denn im Gegensatz zur LASIK-Operation enthalten die Beihilfevorschriften keinen Erstattungsausschluss zur Laseranwendung bei einer Kataraktoperation. Die Erstattungsfähigkeit war daher lange umstritten. Inzwischen ist sie durch zahlreiche Urteile bestätigt.

 

Zu klären war in den rechtlichen Auseinandersetzungen stets die Frage der analogen Berechnung der Nr. 5855 GOÄ – wie vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) e.V. empfohlen – neben der einschlägigen Nr. 1375 GOÄ (für die eigentliche Kataraktoperation). Als Zuschlag für die Nutzung eines Lasers bei ambulanten Operationen stünde ja die – deutlich niedriger bewertete – Nr. 441 GOÄ zur Verfügung.

Da es für die Berechnung der Kataraktoperation mithilfe eines Femtosekundenlasers bisher keine Empfehlung der Gremien der Bundesärztekammer (BÄK) gibt, verweist die BÄK in ihrem GOÄ-Ratgeber vom 7. August 2017 auf zwei Urteile, in denen eine Abrechnung des Fem-tosekundenlasers bei der Kataraktoperation analog der Nr. 5855 GOÄ (einschließlich der zugehörigen Sachkosten, wie z. B. Interface), als zutreffend erachtet wurde: Das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 24. Juni 2015 (Az. 26 K 4701/14) sowie das Urteil des Amtsgerichts Reutlingen vom 26. Juni 2015 (Az. 5 C 1396/14). In beiden Urteilen wurde der zusätzliche Ansatz der Nr. 5855 GOÄ analog neben der Nr. 1375 GOÄ anerkannt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die genannten und weitere Urteile der letzten 3 Jahre.

 

Merke: Mit dem Analogabgriff der Nr. 5855 GOÄ ist die Laseranwendung bereits berücksichtigt, sodass dafür nicht nochmals die Nr. 441 GOÄ zum Ansatz kommen kann. Außerdem ist bei der Nr. 5855 GOÄ zu beachten, dass da die Ziffer aus Abschnitt O der GOÄ stammt und daher der beschränkte Gebührenrahmen von 1,0 bis 1,8-fach gilt (mit Begründung auf der Rechnung bis maximal 2,5-fach). Eine Abdingung oberhalb des  2,5-fachen Gebührensatzes ist gemäß § 2 Abs. 3 GOÄ für  Leistungen aus dem Abschnitt O unzulässig. Beide Regeln gelten aufgrund der in § 6 Abs. 2 GOÄ geforderten Gleichwertigkeit auch  beim analogen Ansatz der Nr. 5855 GOÄ.

 

 

Neuer Instrumentenkatalog von Geuder08.06.2018

Neuer Instrumentenkatalog von Geuder

Endlich ist er da! Der Instrumentenkatalog der Geuder AG wurde grundlegend erneuert. Ein logischer Aufbau der Haupt- und Subkapitel sowie eine mehrfach-Indexierung erleichtern die Navigation durch das über 300 Seiten starke Werk. Nach einer Bereinigung des Produktportfolios finden sich darin viele neue Instrumente und Operationsbestecke aber auch bewährtes Standardinstrumentarium in der gewohnt hohen Qualität, Präzision und Zuverlässigkeit von Geuder. Die einzelnen Einträge wurden durch viele nützliche Angaben erweitert. Erfahren Sie mehr über unser Produktportfolio und bestellen Sie einen Katalog auf dem DOC-Stand von Geuder (Nr. V6, Halle 7A). 

Als Hersteller ophthalmochirurgischer Instrumente und Gerätesysteme sowie Anbieter hochreiner Biomaterialien liefert die Geuder AG mit über 3.000 Produkten einen Großteil des chirurgischen Bedarfs für den vorderen und hinteren Augenabschnitt. Der neue Instrumentenkatalog kann bei der breiten Produktpalette, die Geuder seit 1951 kontinuierlich aufbaut und erweitert, nur einen Auszug zeigen.

Obwohl die Geuder AG ihr Portfolio an Einmal-Instrumenten stetig erweitert, steigt gleichzeitig die Nachfrage bei den Reparaturen langjährig genutzter wiederverwendbarer Instrumente. Denn eine langlebige Werterhaltung ist nicht nur nachhaltig sondern auch wirtschaftlich. Dass die Reparaturkosten in einem gesunden Verhältnis zu den Anschaffungskosten stehen, liegt an der effizienten Nutzung personeller Ressourcen bei Geuder, weil das Unternehmen dieselben Fähigkeiten wie für die Herstellung voraussetzt und seinen Chirurgiemechanikern/innen die gleiche fundierte Ausbildung bietet. Die Maxime der Geuder AG ist, reparierte Instrumente „wie neu“ zurückzugeben. Selbst Instrumente von Fremdherstellern, die Geuder ebenfalls repariert, erhalten Kunden laut eigener Angaben oft in einem besseren Zustand wieder zurück als bei der Neuanschaffung. Zu den Dienstleistungen von Geuder zählen neben den Reparaturen aber auch die Sichtung von Instrumenten und Sieben, der Full-Service vor Ort sowie individuelle Beratungen zur kompletten OP-Ausstattung mit Instrumenten, Gerätesystemen und Flüssigkeiten/Gasen.

Patientensymposium zu Netzhautdegenerationen in Nürnberg26.05.2018

Patientensymposium zu Netzhautdegenerationen in Nürnberg

Anlässlich des 31. Internationalen Kongresses der Ophthalmochirurgen (DOC)
findet in Nürnberg ein Patientensymposium der PRO RETINA Deutschland e.V.
statt:


Netzhautdegenerationen – Einblicke und Ausblicke – Wo stehen wir heute?
Was bringt die Zukunft?

und zwar am Samstag, dem 16. Juni 2018 von 11:00 bis 13:00 Uhr im Maritim
Hotel Nürnberg, Frauentorgraben 11, dort im Saal Ferdinand.


Programm

     * Konsequenzen der Pathologischen Myopie: Prof. Dr. med. Focke-Ziernssen,
       Universitätsaugenklinik Tübingen.
     * Immunologische Aspekte bei Netzhauterkrankungen – Ursachen und
       Therapieansätze: Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Zentrum für
       Augenheilkunde Köln.
     * Ursachen, Prävention und therapeutische Möglichkeiten bei der
trockenen
       und feuchten AMD – aktuelle und zukünftige Strategien: Prof. Dr.
med.
       Martin Spitzer, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für
       Augenheilkunde.
     * Netzhautdystrophien: Kombination detaillierte augenärztliche und
       molekulargenetische Diagnostik: was bringt es dem Patienten?: Prof. Dr.
       med. Ulrich Kellner, AugenZentrum Siegburg.


Anmeldung

Bitte melden Sie sich an bis zum 10. Juni 2018 per Fax unter (0228) 227
217-29 oder per E-Mail unter info@pro-retina.de.

Weitere Informationen zum Programm, Wegbeschreibung etc. erhalten Sie auch
auf dieser Webseite der PRO RETINA [1] oder auf diesem Veranstaltungs-Flyer
[2]

Studie zur Sehfunktion und Aktivität des Gehirns beim Sehen22.05.2018

Studie zur Sehfunktion und Aktivität des Gehirns beim Sehen


Uniaugenklinik Magdeburg sucht Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP) oder
Glaukom

Die Universitätsaugenklinik Magdeburg führt eine Studie zur Sehfunktion und
Aktivität des Gehirns beim Sehen durch. Das Forschungsprojekt „Neuronale
Plastizität bei Glaukom und Retinitis pigmentosa“ ist angesiedelt in der
Sektion für klinische und experimentelle Sinnesphysiologie unter Leitung von
Prof. Dr. Michael Hoffmann und wird im Rahmen des internationalen
Forschungsprojekts EGRET+ [1] durch die Europäische Union gefördert.

Mit funktioneller Kernspintomographie (fMRT) kann die Aktivität des Gehirns
in "Schnittbildern" beobachtet werden. Studien bei Patienten mit
Gesichtsfeldausfällen haben gezeigt, dass bei der Lösung von Sehaufgaben
auch die Sehrinde, die den erblindeten Gesichtsfeldanteil verarbeitet,
aktiviert werden kann. Ob diese Ergebnisse mit einer Umorganisation der
Sehrinde zusammenhängen, soll in der aktuellen Studie genauer untersucht
werden. Ein Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen kann Hinweise für
Behandlungs- und Rehabilitationsstrategien geben.

Die Uniaugenklinik sucht für diese Studie Patienten mit Glaukom oder
Retinitis pigmentosa. Die Teilnehmer sollten erhebliche Einschränkungen am
Rande des Gesichtsfeldes zeigen ("Röhren- oder Tunnelblick") und können
auch als gesetzlich blind aufgrund dieser Einschränkungen gelten. Ein
Restsehen im Zentrum hingegen sollte erhalten sein.

Durch die Untersuchungen (diagnostische Tests wie Gesichtsfelduntersuchungen,
Aufnahmen des Augenhintergrundes und MRT-Untersuchungen) werden dem Körper
weder Verletzungen noch Schmerzen zugefügt. Die Untersuchungen erfolgen an
ein bis zwei Tagen; Reise- und eventuell anfallende Übernachtungskosten
werden erstattet. Die Teilnahme an der Studie wird zusätzlich mit 8 Euro pro
Stunde vergütet.

Interessente (deutsch- und/oder englischsprachig) zum Forschungsprojekt
„Neuronale Plastizität bei Glaukom und Retinitis pigmentosa“ können
sich melden unter:

Tel.: 03 91 / 6 71 77 77 (AB; es erfolgt ein Rückruf) oder per eMail:
anne.herbik@med.ovgu.de

Quelle: Universitätsaugenklinik Magdeburg [2]; DBSV [3]; PRO RETINA
Deutschland e.V.



Links aus diesem Beitrag:
[1] http://egret-plus.eu/
[2] http://www.med.uni-magdeburg.de/augenklinik/vpl/g_index.html
[3] https://www.dbsv.org/aktuell/sehrinde.html

Hornhautspender schenken Augenlicht - Der 2. Juni ist Tag der Organspende 17.05.2018

Hornhautspender schenken Augenlicht

Der 2. Juni ist Tag der Organspende / Verpflanzung der Augenhornhaut bewährt und sicher

Düsseldorf 17.05.2018 Mehr als 7000 Mal pro Jahr verpflanzen Augenärzte in Deutschland die Hornhaut des Auges und verhelfen damit Patienten, deren eigene Hornhaut durch Verletzung oder Krankheit trüb wurde, zu besserem Sehvermögen. Verstorbene schenken mit dieser Spende anderen, oft noch jungen Menschen Augenlicht und damit einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität und bessere Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln. Zum Tag der Organspende am 2. Juni ruft der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands dazu auf, Organspender zu werden und so dazu beizutragen, dass der bestehende Mangel an Spenderhornhäuten behoben wird.

Schon vor mehr als 100 Jahren wurde zum ersten Mal die Hornhaut des Auges verpflanzt. Die sogenannte perforierende Keratoplastik, bei der ein kreisrundes Hornhautscheibchen des Spenders an die Stelle der eingetrübten Hornhaut eingenäht wird, war im 20. Jahrhundert eines der erfolgreichsten und am häufigsten eingesetzten Transplantationsverfahren. Im 21. Jahrhundert gehen Augenärzte noch einen Schritt weiter: Sie verpflanzen immer häufiger nur noch diejenigen Schichten der Hornhaut, die von der zugrunde liegenden Krankheit betroffen sind. Damit werden die ohnehin seltenen Abstoßungsreaktionen noch besser vermieden und das Sehvermögen der Patienten erholt sich in der Regel deutlich schneller.

Starker Anstieg der Fallzahlen im neuen Jahrtausend

Das Keratoplastikregister der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft gibt Einblick in die Entwicklung bei den Hornhauttransplantationen seit dem Jahr 2001. Waren es zu Beginn des Jahrtausends noch 4730 Transplantationen pro Jahr, so stieg diese Zahl bis 2016 auf das Anderthalbfache: 7325 Patienten erhielten in diesem Jahr eine Hornhautspende, wobei inzwischen die so genannten lamellären Keratoplastiken die Mehrzahl der Eingriffe ausmacht.

In knapp der Hälfte der Fälle wurde die Transplantation wegen einer erblich bedingten Hornhauterkrankung notwendig. Weitere Ursachen sind Transplantatversagen, eine krankhafte Vorwölbung der Hornhaut (Keratokonus) und Hornhautnarben.

Die Weiterentwicklung der chirurgischen Verfahren trägt dazu bei, dass bei immer mehr Patienten eine Hornhautverpflanzung eine Möglichkeit ist, ihr Sehvermögen wieder herzustellen und eine starke Sehbehinderung oder gar Erblindung zu vermeiden. Damit wächst aber auch der Bedarf an Spenderhornhäuten.

Prof. Dr. Berthold Seitz, der Leiter der Sektion Kornea in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, und Prof. Dr. Bernd Bertram, der erste Vorsitzende des Berufsverbands der Augenärzte rufen daher gemeinsam dazu auf, sich zur Organspende bereit zu erklären. Die Hornhaut des Auges kann bis zu 72 Stunden nach dem Tod entnommen werden. Fast jeder Verstorbene kommt als Spender in Frage.

Ausführliche Informationen zur Organspende sind zu finden auf www.organspendetag.de/

Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und Statistikdatenbank: www.augeninfo.de/presse

 

Herausgeber: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),

Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf, Tel. +49 (0) 2 11 / 4303700, Fax +49 (0) 2 11 / 4303720,

presse@augeninfo.de, www.augeninfo.de

 

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