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Aktuelles

2018 Trend bleibt: Bürokratielast für niedergelassene Ärzte steigt und steigt und steigt…06.12.2018

Zum dritten Mal hat die KBV mit der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) den Bürokratieindex für Ärzte und Psychotherapeuten erstellt. Dabei setzt sich der Trend vom Vorjahr fort: Die Bürokratielasten sind um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – Ärzte verbringen demnach knapp 323.000 Stunden mehr mit bürokratischen Aufgaben als noch 2017.

 

Pro Jahr entsteht pro Praxis eine Gesamtbelastung von 60 Tagen. Das entspricht insgesamt rund 54,5 Millionen Nettoarbeitsstunden. Dies zeigt der Bürokratieindex für die vertragsärztliche Versorgung (BIX), den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) seit 2016 veröffentlicht. Er stellt dar, wie viel Zeit die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Jahr aufwenden, um bürokratische Pflichten zu erfüllen.

 

„Ärzte wünschen sich mehr Zeit für ihre Patienten und weniger Zeit am Schreibtisch. Daher betrachten wir die Entwicklung mit Sorge“, äußerte sich Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV, zu den aktuellen Zahlen.

 

Als Hauptfaktor macht die Studie der FHM die Folgen des demografischen Wandels aus. Denn dieser schlägt sich nicht nur in einer steigenden Nachfrage nach medizinischen Leistungen nieder, sondern damit verbunden auch in einem Mehr an Dokumentationen und Bescheinigungen. „Ältere und mehrfacherkrankte Patienten gehen öfter zum Arzt und benötigen mehr ärztliche Leistungen. Dadurch erhöht sich auch der bürokratische Aufwand“, erläuterte Kriedel. So schlagen neben der allgemeinen Patientendokumentation und dem Datenaustausch mit Kollegen vor allem die Verordnungen für häusliche Krankenpflege, für Heilmittel und zur Krankenbeförderung zu Buche. Die stetig gestiegene Zahl an Beschäftigten in Deutschland hat auch eine häufigere Ausstellung von Bescheinigungen zur Arbeitsunfähigkeit (AU) mit sich gebracht. Mit einem Aufwand von insgesamt 4,9 Millionen Nettoarbeitsstunden gehören AU-Bescheinigungen zu den Top 3 zeitintensiver Dokumente.

 

Eine starke Entlastung konnte hingegen bei der Informationspflicht „Erhebung von Daten im Ersatzverfahren“ festgestellt werden. Durch bessere elektronische Gesundheitskarten und Lesegeräte wird die manuelle Erfassung seltener erforderlich. Erleichterungen gab es auch durch den Wegfall der „Überweisung zum Durchgangsarzt“ und des „Behandlungsausweises“ für Opiatabhängige.

 

„Das Problem der wachsenden Belastung durch Bürokratie wirkt nicht nur auf etablierte Arztpraxen. Auch die Entscheidung für oder gegen eine Niederlassung junger Ärzte wird dadurch massiv beeinflusst“, erklärte Prof. Dr. Volker Wittberg von der FHM und Leiter des Nationalen Zentrums für Bürokratiekostenabbau.

 

„Der BIX zeigt: Die Bürokratiebelastung steigt allein schon wegen des demografischen Wandels und unabhängig von neuen Regelungen weiter an. Sie nimmt zunehmend wertvolle Arbeitszeit in Anspruch, die nicht mehr für die Behandlung der Patienten zur Verfügung steht – und das in Zeiten, da ärztliche Arbeitszeit ohnehin ein knappes Gut ist“, sagte Kriedel und ergänzte: „Dem wollen wir entgegenwirken: Wir fordern einen nachhaltigen und aktiven Bürokratieabbau.“ Hierfür sei ein verbindliches Abbauziel von 25 Prozent nach Vorbild der Bundesregierung sinnvoll. „Ein solcher Abbau entspricht einer Summe von insgesamt rund 13 Millionen Stunden pro Jahr oder 15 Arbeitstagen je Praxis. Zeit, die zusätzlich für die Versorgung der Patienten zur Verfügung steht. Letztlich wäre dies gleichzusetzen mit einem Plus von über 4.000 Ärzten“, führte Kriedel aus.

 

Eine weitere Chance, Bürokratie abzubauen, sieht die KBV in der Digitalisierung. Das aufwandsreduzierende Potential digitaler Lösungen sollte genutzt werden, um die Verwaltungsarbeit zu verringern. „Der Arzt soll seine Zeit schließlich dem Patienten widmen, nicht dem Schreibtisch“, so Kriedel.

Trockene AMD: Besseres Verständnis zur Einschränkung der Lesefähigkeit bei geographischer Atrophie06.12.2018

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für eine Seheinschränkung im Alter. Die so genannte „trockene“ AMD stellt dabei die häufigste Form der Erkrankung dar. Lesehilfen können den Alltag Betroffener erheblich erleichtern.

 

Einsatz von Lesehilfen optimieren

 

Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Bonn und Oxford zeigt nun unter Einsatz neuester bildgebender Diagnostik, wie krankhafte Netzhautveränderungen mit Leseeinschränkungen zusammenhängen. So lassen sich Therapiestudien besser planen und das Anpassen von Lesehilfen für Betroffene vereinfachen.

 

Neue Erkenntnisse zur geographischen Atrophie

 

Um Therapieansätze für Erkrankungen der Netzhaut zu entwickeln, ist die Kenntnis über deren natürlichen Verlauf essentiell. An der Universitäts-Augenklinik Bonn unter der Leitung von Professor Frank G. Holz wird seit Jahren die trockene AMD intensiv erforscht. Jetzt konnte die Forschergruppe aus Bonner und Oxforder Wissenschaftlern Ergebnisse zur trockenen Spätform der AMD, der „geographischen Atrophie“ vorstellen.

 

„Wir haben mehrere hochauflösende laserbasierte Verfahren genutzt, um Krankheitsprozesse im Auge genau darzustellen“ erläutert Dr. Moritz Lindner, der an der Studie maßgeblich beteiligt war. Die beobachteten Strukturveränderungen konnten dann mit der Leseeinschränkung des einzelnen Patienten in Beziehung gesetzt werden. „Nun können wir auch für zukünftige Patienten voraussagen, welche Strukturveränderungen am ehesten die Lesefähigkeit einschränken“ führt AMD-Experte Lindner weiter aus.

 

Künftige Unterstützung auch für Patienten geplant

 

Einerseits sind die Ergebnisse zur Planung von Therapiestudien von Bedeutung, die das Ziel haben, die Lesefähigkeit von Patienten mit geographischer Atrophie zu erhalten: Strukturveränderungen lassen sich meist deutlich besser messen als funktionelle Parameter wie Leseeinschränkungen, wodurch manche Studien jetzt überhaupt erst möglich werden. Andererseits sind diese Ergebnisse auch für Patienten außerhalb von Studien bedeutsam: Optiker können Lesehilfen für Patienten nun noch präziser anpassen. „In Zukunft möchten wir auf Basis unserer Daten Programme für Smartphones oder Tablets entwickeln, die Betroffene im Alltag unterstützen.“ sagt die Studienleiterin Frau Professor Monika Fleckenstein.

 

Die Ergebnisse der Forscher werden bereits jetzt für die Planung von Therapiestudien zur Behandlung der trockenen AMD genutzt. Die aktuellen Erkenntnisse konnte die Forschergruppe in der renommierten internationalen Fachzeitschrift OPHTHALMOLOGY RETINA [1] veröffentlichen.

 

Quellen: Universitäts-Augenklinik Bonn; Ophthalmologische Nachrichten vom
29.11.2018

 

Links aus diesem Beitrag:
[1]
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2468653018304081?via%3Dihub

Meilenstein für Betroffene mit erblichen Netzhauterkrankungen: Erste Gentherapie gegen frühkindliche Erblindung in Europa zugelassen28.11.2018

 

Am vergangenen Freitag hat die europäische Zulassungsbehörde EMA die Zulassung für „Luxturna“ erteilt, die erste Gentherapie zur Behandlung einer erblichen Netzhauterkrankung: der Leberschen Congenitalen Amaurose. PRO RETINA engagiert sich seit Jahren in der Ursachen- und Therapieforschung bei Netzhautdegenerationen.

 

„Für Betroffene mit erblichen Netzhauterkrankungen ist die Zulassung von Luxturna ein echter Meilenstein. Diese erste Gentherapie für eine erbliche Netzhautdegeneration ist eine ganz neue Behandlungsoption und ermöglicht erstmalig, eine solche Erkrankung ursächlich zu behandeln“, bestätigt Franz Badura, Vorsitzender der Selbsthilfevereinigung PRO RETINA Deutschland e. V.. Zugelassen ist diese Therapie für alle 28 europäischen Länder der Europäischen Union, die Schweiz, Norwegen und Lichtenstein. „Um diese Therapie den Patienten über die jeweiligen Gesundheitssysteme zugänglich zu machen, ist jedoch noch viel zu tun“, ergänzt Dr. Sandra Jansen, Projektmanagerin bei PRO RETINA.

 

Rund 2000 Betroffene - molekulargenetische Diagnose wichtig

In Deutschland sind rund 2.000 Menschen von einer Leberschen Congenitalen Amaurose betroffen. Sie tritt bereits im Kindesalter als Form der Retinitis pigmentosa auf. Die Betroffenen erblinden oft in jungen Jahren. Bei schätzungsweise bis zu 300 Betroffenen liegt eine Mutation im Gen RPE65 vor. Das retinale Pigmentepithel, in dem RPE65 produziert wird, ist unmittelbar benachbart zu den lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut. Ist dieses Gen beschädigt oder fehlt, kann kein entsprechendes Enzym hergestellt werden und es kommt zu Sehstörungen. Erste Symptome sind Nachtblindheit, erhöhte Blendempfindlichkeit, schlechte Hell- Dunkelanpassung und ein eingeschränktes Gesichtsfeld.

werden von Luxturna profitieren, sondern auch manche Patienten mit der Diagnose ‚Retinitis pigmentosa‘ “, so Prof. Dr. Dr. Fischer von der Universitäts-Augenklinik Tübingen. „Wichtiger als die klinische Diagnose ist nämlich die molekulargenetische Ursache – also welches Gen defekt ist. Luxturna behandelt Patienten mit einem Defekt in dem Gen RPE65 – egal welchen Namen man der Erkrankung gegeben hat. Hier sieht man einmal mehr, dass die molekulargenetische Diagnose sehr wichtig ist. Ich empfehle daher allen Patienten, sich testen zu lassen“, betont der Experte.

 

Gentherapie soll Nachtblindheit verbessern

Luxturna transportiert mit Hilfe eines veränderten Virus als „Gentaxi“ eine korrekte Version des Gens RPE65 in die Netzhaut, sodass das fehlende Enzym produziert werden kann. Luxturna soll so den Verfall des Gewebes stoppen. In klinischen Studien konnte bei den meisten Teilnehmern eine verbesserte Sicht in der Dunkelheit dokumentiert werden. Die Behandlung hatte jedoch keine signifikanten Auswirkungen auf die Sehschärfe im Hellen. Gemäß Zulassung darf die Therapie bei Kindern und Erwachsenen mit einer Netzhautdegeneration aufgrund bestätigter biallelischer RPE 65-Mutation angewandt werden, die über ausreichend lebensfähige Netzhautzellen verfügen. In den USA wurde die Therapie bereits im Dezember 2017 zugelassen.

 

Kostenloser Zugang zum Patientenregister

PRO RETINA engagiert sich insbesondere über die vereinseigene Stiftung zur Verhütung von Blindheit seit Jahren in der Forschungsförderung, um Erblindung durch Netzhautdegenerationen zu erforschen und einer Therapie zugänglich zu machen. Mit dem 2017 eingerichteten Patientenregister verfolgt PRO RETINA das Ziel, Forschung und Medizin mit den Patienten zu vernetzen. Mit der kostenlosen Registrierung im Patientenregister können Betroffene ihre Chancen erhöhen, an klinischen Studien zur Therapiefindung bei Netzhauterkrankungen teilzunehmen.

 

Kontakt

Telefon (0228) 227 217 - 0

E-Mail: patientenregister@pro-retina.de 

 

Über PRO RETINA Deutschland e.V.

PRO RETINA Deutschland e.V., eine Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen, wurde vor 40 Jahren von Betroffenen und deren Angehörigen als gemeinnütziger Verein gegründet, um sich selbst zu helfen. PRO RETINA ist eine bundesweit tätige Organisation mit mehr als 50 Regionalgruppen und circa 6.000 Mitgliedern.

Wir bieten Informationen und Beratung und verstehen uns als Interessenvertretung der Patient/innen in der Öffentlichkeit und Gesundheitspolitik. Um einen Beitrag zur Entwicklung wirksamer Therapien zu leisten, engagiert sich PRO RETINA Deutschland e. V. auch in der Forschungsförderung. Die PRO RETINA möchte allen Menschen, die von einer Sehverschlechterung oder Erblindung aufgrund einer Netzhautschädigung bedroht sind, helfen, durch Prävention, Therapie und gemeinsame Bewältigung ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz und seine Auswirkungen auf Chefärzte und Krankenhäuser22.11.2018

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Vergütung

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz und seine Auswirkungen auf Chefärzte und Krankenhäuser

 

 

Am 09.11.2018 wurde das sogenannte Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) nach der zweiten und der dritten Lesung vonseiten des Deutschen Bundestags beschlossen. In diesem Gesetz, das zum 01.01.2019 in Kraft treten soll, finden sich einige Regelungen, die „Sprengstoff“ für das Verhältnis von Krankenhäusern und Krankenkassen bergen und die die Arbeit von Chefärzten beeinflussen. Einige der Regelungen und ihre Auswirkungen werden nachfolgend vorgestellt.

 

Neue und unterschiedliche Verjährungsregelungen

 

Das PpSG regelt die Verjährung von Krankenhausvergütungsforderungen und Ansprüchen der Krankenkassen auf Rückzahlung von bereits geleisteten Vergütungen (aus welchem Rechtsgrund auch immer) zukünftig völlig neu.

 

Ansprüche der Krankenhäuser auf Vergütung erbrachter Leistungen und Ansprüche der Krankenkassen auf Rückzahlung von bereits geleisteten Vergütungen verjähren nach einer neuen Vorschrift – dem § 109 Abs. 5 SGB V – in zwei Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie entstanden sind.

 

Diese zweijährige Verjährungsfrist gemäß § 109 Abs. 5 SGB V gilt nicht für Ansprüche der Krankenhäuser auf Vergütung erbrachter Leistungen, die vor dem 01.01.2019 entstanden sind. Hier bleibt es bei der bisherigen Verjährungsfrist von vier Jahren. Somit verjähren zum Jahresende 2018 grundsätzlich nur Krankenhausvergütungsansprüche, die im Jahre 2014 entstanden sind und müssen bis dahin eingeklagt werden, wenn man auf diese Ansprüche nicht verzichten will. Diese Ansprüche sind rechtzeitig vor dem Jahresende von Krankenhäusern und den dort beschäftigten Ärzten und sonstigen Mitarbeitern für die Klageerhebung vorzubereiten.

 

Für Ansprüche der Krankenkassen auf Rückzahlung von geleisteten Vergütungen, die vor dem 01.01.2019 entstanden sind – also vor dem Inkrafttreten des Gesetzes –, gilt dagegen mit Inkrafttreten des Gesetzes die zweijährige Verjährungsfrist. Was dies praktisch bedeutet, ergibt sich aus der Vorschrift des § 325 SGB V, die neu in das Gesetz aufgenommen wird. Danach ist die Geltendmachung von Ansprüchen der Krankenkassen auf Rückzahlung von geleisteten Vergütungen, soweit diese vor dem 01.01.2017 entstanden sind, ausgeschlossen, wenn sie nicht bis zum 09.11.2018 gerichtlich geltend gemacht worden sind. Dies bedeutet, dass Krankenhäuser gegenüber allen Ansprüchen der Krankenkassen auf Rückzahlung von geleisteten Vergütungen, die vor dem 01.01.2017 entstanden sind und die nach dem 09.11.2018 gerichtlich geltend gemacht wurden, die Einrede der Verjährung erheben können.

 

Praktische Konsequenzen der Neuregelung

 

Die vorstehend kurz skizzierte Neuregelung hat eine Vielzahl praktischer Konsequenzen, die die Krankenhäuser und die dort beschäftigten Ärzte und sonstigen Mitarbeiter betreffen.

  • Bis zum 09.11.2018 wurden laut Medienberichten vonseiten der Krankenkassen bundesweit bereits tausende Zahlungsklagen bei den jeweils zuständigen Sozialgerichten eingereicht, die den Krankenhäusern in den nächsten Wochen zugestellt werden dürften. Seit Anfang November trafen allein in Trier – laut Aussage einer Gerichtssprecherin – etwa 800 Klagen aus diesem Sachgebiet ein. Demgegenüber stehen 1.400 Verfahren im Jahr 2017 aus allen (!) Sachgebieten in Trier. Die betroffenen Sozialgerichte werden diese Klagewelle nicht sofort bewältigen können. Sobald die Klagen bei den Krankenhäusern eingegangen sind, wird im Zusammenwirken zwischen Geschäftsführung, Medizincontrolling und den jeweils betroffenen Ärzten geklärt werden müssen, wie damit umgegangen werden soll. Damit wird voraussichtlich eine erhebliche Personalbelastung verbunden sein.

 

  • Weiterhin haben Krankenkassen, die die gerichtliche Geltendmachung dieser Forderungen vermeiden wollten, in den letzten Tagen in einzelnen Bundesländern ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Rückforderungsansprüche mit aktuellen Krankenhausvergütungsforderungen in Höhe von deutlich mehr als 10 Mio. Euro verrechnet. Die Frage, die zukünftig von Juristen geklärt werden muss, ist, ob eine solche Verrechnung überhaupt zulässig ist, da § 325 SGB V die Krankenkassen ausdrücklich auf den Rechtsweg verweist, der Gesetzgeber die Verrechnung folglich gerade nicht wollte. Krankenhäuser, die gegen solche Verrechnungen vorgehen, werden auch diese Überlegungen berücksichtigen müssen.

 

  • Viele Krankenhäuser haben in den letzten Wochen auch Anfragen vonseiten diverser Krankenkassen erhalten, bis Mitte oder Ende November oder zum Jahresende 2018 Vereinbarungen über einen Verjährungsverzicht zu unterschreiben, bei denen es um tatsächliche oder vermeintliche Rückforderungsansprüche der Krankenkassen aus der Zeit vor dem 01.01.2017 geht.

 

Merke | Von dem Abschluss solcher Verjährungsverzichtsvereinbarungen muss ausdrücklich abgeraten werden, derartige Ansprüche der Krankenkassen sind verjährt, wenn Sie bis zum 09.11.2018 nicht gerichtlich geltend gemacht wurden! Gleiches gilt beispielsweise auch für Auskunftsansprüche der DAK hinsichtlich der Abrechnung der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung (OPS 8-550) soweit der Zeitraum vor dem 01.01.2017 betroffen ist. Diese Ansprüche sind nach der Neuregelung im § 325 SGB V verjährt, weshalb nicht ersichtlich ist, warum hier Auskunft erteilt werden sollte. Bei einer solchen Strategie kann nicht ausgeschlossen werden, dass Krankenkassen dann Klage erheben oder die Rückforderungen mit aktuellen Krankenhausvergütungsforderungen verrechnen:

 

  • Sollte die Kasse Klage erheben, kann dieser Klage die Einrede der Verjährung des Rückforderungsanspruchs entgegen gehalten werden.

 

  • Sollte die Krankenkasse verrechnen, dürfte dies unzulässig sein, da die Rückforderungsansprüche zum Zeitpunkt der Verrechnung, die zwangsläufig nur nachdem 09.11.2018 erfolgen kann, bereits verjährt war.

 

Nachträgliche Änderung von ICD und OPS

 

  • 301 Abs. 2 SGB V regelt die Verschlüsselung der Diagnosen mittels ICD, der Operationen sowie der sonstigen Prozeduren (OPS) sowie die Zuständigkeit des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Hier hat der Gesetzgeber die Vorschrift dahingehend geändert, dass dem DIMDI die Möglichkeit eröffnet wurde, bei Auslegungsfragen zu den Diagnosenschlüsseln nach Satz 1 und den Prozedurenschlüsseln nach Satz 2 des § 301 Abs. 2 SGB V Klarstellungen und Änderungen mit Wirkung auch für die Vergangenheit vorzunehmen, sobald diese nicht zu erweiterten Anforderungen an die Verschlüsselung erbrachter Leistungen führen. Diese Neuregelung soll Krankenhäusern und Ärzten helfen, mit der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) – insbesondere zur Auslegung einzelner OPS-Codes – zukünftig besser umgehen zu können. Denn Letzteres hat inzwischen zu gravierenden Auswirkungen auf die Abrechenbarkeit einzelner für die Patientengesundheit eminent wichtigen Leistungen geführt.

Ausblick und Fazit

 

Die vorstehend kurz skizzierten Neuregelungen im PpSG wird man vor dem Hintergrund der bekannten Rechtsprechung des 1. Senats des BSG unter dem Vorsitz von Prof. Hauck sehen müssen. Diesbezüglich hat offensichtlich auch die Bundesregierung inzwischen den Eindruck gewonnen, dass aus eins plus eins auch drei werden kann, wenn es den Krankenkassen nützt.

 

Hintergrund | Der 1. Senat des BSG ist für das Krankenhausvergütungsrecht zuständig und sieht sich seit einiger Zeit vermehrter Kritik ausgesetzt. Gegen einige Urteile sind Verfassungsbeschwerden betroffener Krankenhausträger anhängig. Zudem gibt es Anschuldigungen gegen den 1. Senat, geltendess Recht vorsätzlich falsch angewendet zu haben – sogar von fortgesetzter Rechtsbeugung ist die Rede. Es besteht die Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht der Gesetzesauslegung durch die Richter des Bundessozialgerichts Grenzen setzt.

 

Die gesetzgeberische Intention, die hinter den neu geschaffenen Vorschriften steht, ist offensichtlich: die Position der Krankenhäuser soll in dieser Auseinandersetzung gestärkt werden. Die Frage ist allerdings, ob der Gesetzgeber hier nicht über das Ziel hinausgeschossen ist. Denn auch wenn Krankenhäuser sowie die dort beschäftigten Ärzte und sonstige Mitarbeiter die Neuregelung sicherlich begrüßen werden, geben einige der Vorschriften doch zu verfassungsrechtlichen Bedenken Anlass.

 

Derzeit kann nur empfohlen werden, die vorstehend skizzierten Möglichkeiten, die sich aus der gesetzlichen Neuregelung ergeben, konsequent im Interesse des eigenen Krankenhauses bzw. der eigenen Abteilung zu nutzen.

XL-Optik, XS-Inzision: ASPIRA-aXA21.11.2018

Mit ihrer neusten Innovation, der Intraokularlinse ASPIRA-aXA, legt die HumanOptics AG einen Grundstein für die verlässliche langfristige pseudophake Patientenversorgung. Denn die ASPIRA-aXA kombiniert die Stabilität des Cut-out-Haptikdesigns mit den Vorteilen einer 7,0-mm-XL-Optik, welche einen erweiterten Funduseinblick in die äußerste Peripherie bis hin zur Pars plana ermöglicht. Somit können Patienten mit einem erhöhten Risiko für okuläre Erkrankungen bestmöglich versorgt werden. Die ASPIRA-aXA wurde dafür entwickelt, störende optische Phänomene zu vermeiden, weshalb sie auch für Patienten mit weiten Pupillen eine optimale Lösung darstellt. Durch die Bereitstellung im preloaded SAFELOADER®- Implantationssystem kann die Hinterkammerlinse bequem mittels Kleinschnitttechnik unter Beibehaltung der OP-Routine implantiert werden.

Mehr Informationen über ASPIRA-aXa finden Sie HIER.

Homburger Cornea Curriculum HCC 2018 vom 14. – 17.11.2018 in Homburg/Saar Dr. Georgia Milioti & Prof. Dr. Berthold Seitz19.11.2018

Mit großer Freude dürfen wir Ihnen berichten, dass auch in diesem Jahr das vierte Homburger Cornea Curriculum (HCC 2018) erfolgreich durchgeführt werden konnte. Das HCC wendet sich als deutschsprachige Fortbildungsplattform an alle Assistenzärzte, Fachärzte, Oberärzte und Chefärzte, die sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit diagnostischen und therapeutischen Ansätzen bei Hornhauterkrankungen auf den neusten Stand bringen lassen wollen. Die Veranstaltung gliederte sich wieder in einen theoretischen Teil mit Vorträgen am Vormittag sowie einen ausgefeilten DryLab- und WetLab-Teil am Nachmittag. Die 20 Teilnehmer aus Bern (Schweiz), Bonn, Chemnitz, Darmstadt, Düsseldorf, Duisburg, Erlangen, Flachau (Österreich), Frankfurt/Oder, Friedrichshafen, Kassel, Marburg, Neubrandenburg, Saarbrücken, Salzburg (Österreich), Tübingen, Wien (Österreich) sowie Würzburg waren gemäß detailliertem Evaluationsbogen mit der Ausbildung sehr zufrieden (Bewertung nach Schulnote 1,4).

 

An allen drei Kurstagen wurde auf multiple Themen der klinischen und experimentellen Korneologie eingegangen. Einen großen Raum nahm entsprechend dem Homburger Keratoconus Center (HKC) die Frühdiagnose und stadiengerechte Therapie des Keratokonus ein: dabei wurden sowohl die intrakornealen Ringsegmente, die Excimerlasergestützte DALK, das Crosslinking der Hornhaut als auch die perforierende Excimerlaser Keratoplastik im Detail besprochen.

In unserem Drylab wurden neben der TMS-5-Topographieanalyse, Pentacam-Tomographie, Endothelzellanalyse auch der Einsatz des Ocular-Respons-Analyzers (ORA) und des Corvis-Systems sowie des Vorderabschnitts-OCTs für die Keratokonusfrühdiagnose im Detail gelehrt. Die Teilnehmer hatten darüber hinaus noch die Möglichkeit, sich mit dem Konfokalen Mikroskop vertraut zu machen, welches heute in unserer Klinik eine große diagnostische Rolle bei der Differentialdiagnose infektiöser Keratitiden spielt. 

 

Als Einführung zu dem zweitägigen DMEK-WetLab wurden theoretische und praktische Tipps für die Descemet Membran Endothelial Keratoplasty zur Anwendung in der täglichen Praxis (Indikation, Operation und Nachsorge) in dem Vortrag von Prof. Seitz gegeben. Am ersten WetLab-Nachmittag wurde an menschlichen Hornhäuten, die nicht für eine Transplantation geeignet waren, die Homburger Standardtechnik der Spender-Präparation von jedem Teilnehmer an mindestens 5 Hornhäuten unter einem Operationsmikroskop unter 1:1 Anleitung durch Frau OÄ Dr. Georgia Milioti und das erfahrene Oberarztkollegium geübt. Dieses erfolgte, nachdem die Präparation über einen Videoschirm von Frau OÄ Dr. Milioti aktiv Schritt für Schritt am Anfang des WetLabs demonstriert worden war. Die WetLab-Geräte standen exakt so zur Verfügung, wie wir sie täglich im Operationssaal benutzen. Die präparierten Descemetmembranröllchen wurden in Kulturlösung individuell aufbewahrt und am nächsten Tag von dem entsprechenden Kursteilnehmer für seine Implantation benutzt. Das schrittweise Vorgehen ist in der Zeitschrift „Clinical Anatomy“ publiziert (Seitz B, Daas L, Bischoff-Jung M, Szentmary N, Suffo S, El-Husseiny M, Viestenz A, Milioti G: Anatomy-based DMEK Wetlab in Homburg/Saar: Novel aspects of donor preparation and host maneuvers to teach descemet membrane endothelial keratoplasty. Clin. Anat. 2018; 31:16-27 – siehe Anlage).  

 

Das Besondere bei diesem Kurs ist auch das Üben der DMEK-Implantationstechnik an einem frisch enukleierten Schweineauge. Zu diesem Zwecke wurden Zugänge analog dem Verfahren am Menschen durchgeführt. Insbesondere wurde die Descemetorhexis unter Luft via anterior chamber maintainer am Schweineauge simuliert. Anschließend wurde das Tags zuvor gewonnene Spenderröllchen mittels Geuder-Implantationsbesteck in die Schweineaugenvorderkammer gebracht und mit Instrumenten und Manövern wie beim Patienten entfaltet und mit einer Luftblase an der Rückseite der Schweinehornhaut zum Anliegen gebracht.

 

An dieser Stelle sei unseren Sponsoren besonders gedankt (den Firmen Allergan, Arandal, Bausch + Lomb, Bayer Vital, HOYA, Johnson & Johnson Vision, KOWA, Polytech-Domilens, Santen, Ursapharm), insbesondere aber der Firma Geuder (Herrn Dürr) der Firma Med-Tec (Herrn Stadtmüller) und der Firma Zeiss für die Überlassung des Mikroskops.

 

Am dritten Tag des HCC wurde am Morgen unter Hinzunahme von 6 ausgewählten operierenden Kurs-Teilnehmern im Operationssaal eine perforierende Excimerlaser-Keratoplastik von Herrn Prof. Seitz live mit Bild und Ton in den Hörsaal übertragen. Am ersten Wetlab-Nachmittag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, multiple Hornhaut-Nahttechniken sowie eine doppelt fortlaufende Naht nach Hoffmann im Rahmen einer perforierenden Keratoplastik am Schweineauge in 1:1-Betreuung zu üben.

 

Das Programm schloss ab am 17.11.2018 mit einem kleinen Quiz (25 Fragen). Dem besten auswärtigen Teilnehmer, Herrn Kosmas Papadopoulos (Marburg) wurde eine Professor Naumann 80. Geburtstagsmedaille in Silber geschenkt. Alle Teilnehmer wurden nach einem warmen Imbiss mit einer Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme in das verdiente Wochenende entlassen.

 

Der nächste Termin für das HCC ist in der Zeit vom 13. – 16.11.2019.

Das 6. Homburger Retinologische Curriculum HRC 2019 wird in der Zeit vom 25. – 29. März 2019 veranstaltet.

Das Deutsch-Vietnamesische-Symposium – Hornhaut, Sicca, Lider, Okuloplastik findet in der Zeit vom  10. – 11.05.2019 statt.

 

An dieser Stelle ergeht besonderer Dank an die Mitinitiatorin Frau OÄ Dr. G. Milioti, sowie Herrn OA Dr. Daas für die Organisation des WetLabs. Die Teilnehmer waren auch in diesem Jahr mit der Organisation und Betreuung durch Frau Zäch-Welsch sehr zufrieden. Nicht zuletzt soll Schwester Silke Weyrether, Schwester Erna Schwarz, Schwester Ute Vogelgesang und Pfleger Roman Schäfer aus dem OP gedankt werden, die sowohl in der Vorbereitung als auch in der Assistenz im DMEK-WetLab und bei der perforierenden Keratoplastik unverzichtbar waren.

 

Bereits 7 Millionen betroffen: Experten informieren im Rahmen der AMD–Aktionswoche bundesweit über die Volkskrankheit Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD)13.11.2018

Bonn, 12.11.2018

 

Bereits 7 Millionen betroffen: Experten informieren im Rahmen der AMD–Aktionswoche bundesweit über die Volkskrankheit Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD)



Die Patientenorganisation PRO RETINA Deutschland e.V. informiert im Rahmen der AMD-Aktionswoche vom 17.-24.11.2018 mit bundesweit stattfindenden Patientensymposien über die oft als „Volkskrankheit“ bezeichnete Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD). Nur in der Aktionswoche erhalten Nicht-Mitglieder kostenlosen Zugang zum Patientenregister.


Erblindungsursache Nummer Eins


Bereits heute zählt die altersabhängige Form der Makula-Degeneration zu den häufigsten Erblindungsursachen in Deutschland. Neuste Zahlen aus der GutenbergGesundheitsstudie (Gutenberg Health Study - GHS) vom Oktober 2018 gehen von derzeit 7 Millionen Betroffenen in Deutschland aus – weit mehr, als bisher angenommen. Die Fachgesellschaft rät zur Vorsorge: Ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder einmal im Jahr einen Augenarzt aufsuchen. Rechtzeitig erkannt lässt sich die AMD nämlich in vielen Fällen behandeln. Erste Hinweise auf eine AMD gibt der Amsler-GitterTest, der sich leicht selbst durchführen lässt: www.pro-retina.de/amsler-gitter.


AMD – Was ist das?


Die Makuladegeneration (MD) bezeichnet eine große Gruppe von erblichen oder erworbenen degenerativen Netzhauterkrankungen, bei denen vor allem das Sehzentrum (die Makula) als Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist. Die Folge: In der Mitte des Gesichtsfeldes sieht der Betroffene zunehmend verschwommen. Die Wahrnehmung von Details, lesen und z.B. auch das Erkennen von Gesichtern wird zunehmend schwieriger. Die Ursachen der AMD sind noch nicht vollständig geklärt. Bei einer krankhaften Veränderung der Netzhaut bis hin zur Entwicklung einer AMD spielen genetische Dispositionen und Umwelteinflüsse (z.B. Rauchen, Übergewicht) und die sich daraus ergebenden Stoffwechselstörungen eine zentrale Rolle.



Experten informieren in bundesweiten Patientensymposien


Unter dem Motto "Trotz alledem! Leben mit der AMD" veranstaltet die Selbsthilfevereinigung PRO RETINA Deutschland e.V. zum fünften Mal eine bundesweite Themenwoche zur Altersabhängigen Makula-Degeneration. In Patientensymposien erfahren Betroffene und deren Angehörige von Experten, wie wichtig die Früherkennung dieser Krankheit ist und welchen Einfluss eine gesunde Lebensweise auf das Augenlicht haben kann. Darüber hinaus werden vielfältige Möglichkeiten vorgestellt, mit Diagnose und Erkrankung umzugehen.


Nähere Informationen zu den Symposien in Rostock, Masserberg, Lichtenfels und Berlin finden Sie unter: https://www.pro-retina.de/seminare/2018/amdaktionswoche-nr-602018. Das Patientensymposium in Berlin wird im Live-Stream übertragen und ist auch später noch in der Mediathek der Website auf www.proretina.de abrufbar.


Kostenloser Zugang zum Patientenregister


Im Rahmen der AMD-Aktionswoche wird das Patientenregister der PRO RETINA für alle AMD-Patienten geöffnet. Kostenlos registrieren können sich vom 17. - 24.11.2018 also auch Patienten, die noch kein Mitglied der PRO RETINA sind.
Mit dem 2017 eingerichteten Patientenregister verfolgt PRO RETINA das Ziel, Forschung und Medizin mit den Patienten zu vernetzen. Mit der Registrierung im Patientenregister können Betroffene ihre Chancen erhöhen, an klinischen Studien zur Therapiefindung bei Netzhauterkrankungen teilzunehmen.

 


Kontakt

Telefon (0228) 227 217-0

E-Mail: presse@pro-retina.de

 

 



Über PRO RETINA Deutschland e.V.

PRO RETINA Deutschland e.V., eine Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen, wurde vor 40 Jahren von Betroffenen und deren Angehörigen als gemeinnütziger Verein gegründet, um sich selbst zu helfen. PRO RETINA ist eine bundesweit tätige Organisation mit mehr als 50 Regionalgruppen und circa 6.000 Mitgliedern.
Wir bieten Informationen und Beratung und verstehen uns als Interessenvertretung der Patient/innen in der Öffentlichkeit und Gesundheitspolitik. Um einen Beitrag zur Entwicklung wirksamer Therapien zu leisten, engagiert sich PRO RETINA Deutschland e. V. auch in der Forschungsförderung. Die PRO RETINA möchte allen Menschen, die von einer Sehverschlechterung oder Erblindung aufgrund einer Netzhautschädigung bedroht sind, helfen, durch Prävention, Therapie und gemeinsame Bewältigung ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

35 Jahre OPHTEC - Firmenjubiläum und Eröffnung des Innovation Center Groningen13.11.2018

 

Doppelter Anlass für Feierlichkeiten in der niederländischen Zentrale  des Unternehmens OPHTEC

 

Groningen, Oktober 2018. Rechtzeitig zum 35-jährigen Jubiläum wurde im Oktober das OPHTEC Innovation Center von der Firmengründerin Frau Anneke Worst zusammen mit ihrem Sohn Erik Jan Worst, dem heutigen Direktor des OPHTEC Unternehmens, feierlich eröffnet. 

 

Bereits im letzten Jahr expandierte OPHTEC zur Kapazitätserweiterung mit einer neuen Produktionsstätte mit modernster technischer Ausstattung. Zur Herstellung seiner neuesten IOL- Entwicklung, einer Presbyopielinse mit einzigartigem Optikdesign, wurde eine neue Produktionslinie mit einem kollaborativen Roboter für die Produktion von Precizon Presbyopic IOLs geschaffen.

 

Nahe gelegen am bestehenden Büro- und Produktionskomplex ist das gerade neu eingeweihte Innovationszentrum, laut Erik Jan Worst, aufgrund des stetigen Wachstums und der Zukunftspläne des Unternehmens absolut notwendig geworden. Auch zukünftig soll, im Sinne seines Vaters Prof. Jan Worst, die Entwicklung innovativer Ideen und Erfindungen bestmöglich gefördert und ermöglicht werden.

Mit beiden  Erweiterungen wird die Möglichkeit zur Entwicklung künftiger IOL-Designs mit unterschiedlichen Materialien sichergestellt.

 

Als Erinnerung an die Anfangstage von OPHTEC begann die Eröffnungsfeier des Innovation Center mit der Enthüllung einer meterlangen Fotocollage des Künstlers und Designers Menno Schreuder.  Zum Gedenken an und zur Ehrung von Prof. Worst bildet die Collage die Geschichte von 35 Jahren OPHTEC  Intraokularlinsen ab. Nach dem formellen Teil zeigten OPHTECs Ingenieure den geladenen Gästen, die Funktionsweise der Intraokularlinsen und erläuterten an Hand von Beispielen die Bedeutung von Forschung und Entwicklung.

 

Neben den erweiterten Entwicklungs- und Herstellungsmöglichkeiten bietet auch der direkte Austausch mit den operierenden Ärzten des angeschlossenen Augenchirurgischen Zentrums, ebenfalls initiiert von Prof. Jan Worst, wohl  eine besondere, nicht oft gegebene, Gelegenheit, eigene Produkte direkt am Patienten prüfen und mit dem Patienten beurteilen zu können.

 

In 35 Jahren hat OPHTEC sich von einer kleinen Firma mit nur 8 Angestellten - mit aber  bereits großen Visionen - zu einem blühenden Unternehmen mit einzigartigem Produktportfolio und mit Kunden und Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt entwickelt.

 

Und eine nächste Expansion des Unternehmens in Groningen  wird wohl aufgrund des Mitarbeiterzuwachses nicht allzu lang auf sich warten lassen, lässt Erik Jan Worst mit einem Lächeln verlauten.

Neuer Maßstab für multimodale Weitwinkel-Fundusbildgebung09.11.2018

Der neue True Colour WideField Scanner „EIDON FA“ generiert echte Farbbilder, Infrarot-, Rotfrei-, Autofluoreszenz- und FAG-Aufnahmen.

Sein konfokales optisches System liefert Ihnen herausragende Bilder mit beeindruckender Plastizität, mit stereoskopischer 3D Betrachtung. Es stellt dabei nur eine minimale Pupillenanforderung von 2,5 mm und überwindet mühelos Medientrübungen wie Katarakt etc.

Die Aufnahmen erfolgen vollautomatisch auf Knopfdruck oder manuell. Die Bedienung ist außergewöhnlich intuitiv über ein modernes Touchscreen-Interface.

 

EIDON ist optional auch ohne AF- und FAG-Funktionen erhältlich.

 

Mehr Infos erhalten Sie unter Tel. 0451 / 80 9000 oder auf www.bon.de

www.eyefox.com/JFHHGU

Arzt kommt unzureichende Ausbildung seines Weiterbildungsassistenten teuer zu stehen08.11.2018

Ein Arzt hat seinen Weiterbildungsassistenten anzuleiten, zu überwachen und muss dazu regelmäßig in der Praxis anwesend sein. Tut er dies nicht, muss er das Honorar für die vom Weiterbildungsassistent erbrachten Leistungen sowie ggf. auch Fördermittel zurückzahlen (Bundessozialgericht [BSG], Beschlüsse vom 31.08.2018, Az. B 6 KA 25/18 B und B 6 KA 26/18 B).

 

Sachverhalt: Ausbildender Arzt ist nur an einem Werktag pro Woche anwesend

Ein Facharzt für Allgemeinmedizin beschäftigte in den Quartalen I/2009 bis III/2011 einen Weiterbildungsassistenten. Nach staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen habe der Allgemeinmediziner seine Pflicht zur Anleitung und Überwachung des Weiterbildungsassistenten verletzt. Er sei nur an Dienstagen in der Praxis anwesend gewesen. Die KV forderte rund 300.000 Euro Honorar für Leistungen zurück, die der Allgemeinmediziner unter seiner LANR an den übrigen Wochentagen abgerechnet habe. Begründung: Die von dem Weiterbildungsassistenten erbrachten Leistungen könnten dem Allgemeinmediziner nicht als persönlich erbrachte Leistungen zugerechnet werden.

 

Zudem stellte die KV fest, dass der Weiterbildungsassistent nicht ordnungsgemäß weitergebildet worden sei und dass die entsprechenden Fördermittel in Höhe von rund 40.000 Euro daher ohne Rechtsgrund geleistet worden seien. Der Allgemeinmediziner sei seinen Pflichten als Ausbilder nicht nachgekommen.

 

Das Landessozialgericht (LSG) entschied, dass der Arzt rund 80.000 Euro Honorar zurückzahlen muss, nicht aber die Fördermittel, weil er sich insofern auf Zusagen der KV hätte verlassen dürfen. Die teilweise unterlegene KV legte schließlich Nichtzulassungsbeschwerden zum BSG ein.

 

Entscheidung des BSG: keine wichtigen Rechtsfragen – LSG-Urteil ist gültig

Das BSG wies die Beschwerden als unbegründet zurück. Denn der KV sei die für eine Nichtzulassungsbeschwerde erforderliche Geltendmachung der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssachen nicht gelungen. Das BSG kann, wenn das LSG die Revision nicht zugelassen hat, nur angerufen werden, wenn bestimmte wichtige Rechtsfragen berührt sind, was hier aus Sicht des BSG nicht der Fall war.

 

Praxistipp: Weiterbildungsassistenten beklagen immer wieder die mangelnde Anleitung und Betreuung durch ihre ausbildenden Ärzte. Derweil erhält der ausbildende Arzt Fördermittel für die Weiterbildung. Gleichzeitig werden aber die medizinischen Leistungen der Assistenten von den Ausbildern voll abgerechnet. Weiterbildende Ärzte sollten tatsächlich genügend Zeit in die Ausbildung des Assistenten investieren und dazu auch regelmäßig in der Praxis anwesend sein.

 

Arzt kommt unzureichende Ausbildung seines Weiterbildungsassistenten teuer zu stehen

von Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht Philip Christmann, Berlin/Heidelberg, christmann-law.de

Klare Sicht - für mehr Lebensqualität und Sicherheit06.11.2018

Bundesverband der Augenärzte:

Grauer Star: Besser sehen nach der Operation

 

Düsseldorf 06.11.2018 – Die Operation des Grauen Stars ist eine der Erfolgsgeschichten der modernen Augenheilkunde: Die trüb gewordene Augenlinse wird operativ zerkleinert und abgesaugt, ein Kunststoff-Implantat ersetzt sie und verschafft dem Patienten wieder klare Sicht. Für die meist schon älteren Patienten bedeutet dies nicht nur einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität, sondern auch einen Zugewinn an Sicherheit, erklärt Dr. Ludger Wollring vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands: „Nach der Kataraktoperation sinkt die Gefahr zu stolpern und zu stürzen.“

 

Unter den Augenkrankheiten, die vor allem im fortgeschrittenen Alter auftreten, ist die Katarakt diejenige, die die besten Aussichten auf Heilung bietet. Die Trübung der Augenlinse verursacht Einbußen bei der Sehschärfe, eine veränderte Farbwahrnehmung und eine verstärkte Blendempfindlichkeit. Doch nicht nur diese Symptome lassen sich beseitigen: Bei der Operation kann mit modernen Methoden sogar eine bestehende Fehlsichtigkeit korrigiert werden, so dass man seltener auf eine Sehhilfe angewiesen ist. Unter Umständen ist es sogar möglich, Kunstlinsen zu implantieren, die eine weitgehende Unabhängigkeit von der Brille schaffen. Das ist nicht nur für die „Best Ager“, die ihre Hobbies pflegen und Sport treiben von Vorteil. „Bei hochbetagten Menschen, die in einem Pflegeheim leben, ist es eine große Hilfe, wenn nicht ständig nach der Brille gesucht werden muss“, hat Dr. Wollring beobachtet.

 

Die Auswahl an Kunstlinsen wird immer breiter, so dass für jeden Patienten das individuell passende Implantat gewählt werden kann. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Art der Linsenoptik:

 

  • Standard sind so genannte Monofokallinsen, die scharfes Sehen in der Ferne ermöglichen. Zum Lesen wird dann noch eine Sehhilfe benötigt.
  • Zu den Sonderlinsen zählen die torischen Intraokularlinsen, die eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ausgleichen können.
  • Eine weitere Gruppe der Sonderlinsen sind Multifokallinsen. Sie verteilen das Licht auf mehrere Brennpunkte und ermöglichen so scharfes Sehen in der Ferne und in der Nähe. Allerdings können bei diesen Linsen störende optische Phänomene auftreten. Deshalb ist eine eingehende Beratung des Patienten Voraussetzung, wenn eine solche Linse zum Einsatz kommen soll.
  • Relativ neu auf dem Markt sind Kunstlinsen mit einer erweiterten Tiefenschärfe (extended depth of focus, EDOF). Auch sie ermöglichen eine weitgehende Unabhängigkeit von der Sehhilfe.

 

Zunächst werden die Augen des Patienten genau untersucht und vermessen. Die Untersuchungsergebnisse bilden dann die Grundlage für die weiteren Entscheidungen. Welche Kunstlinse im individuellen Fall zum Einsatz kommt, das wird dann in einem eingehenden Beratungsgespräch geklärt. Dabei spielt eine Rolle, ob die Augen – abgesehen von der Linsentrübung – gesund sind, oder ob eine andere Augenkrankheit wie ein Glaukom oder eine Makuladegeneration vorliegt. Die Sehgewohnheiten des Patienten spielen eine weitere wichtige Rolle: Fährt er häufig im Dunkeln Auto, liest er viel oder treibt er häufig im Freien Sport? Solche Fragen werden ebenfalls berücksichtigt.

 

Die Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für die Operation und die Implantation der Standardlinsen. Mehrkosten für Sonderlinsen und auch für damit verbundene zusätzliche Voruntersuchungen haben die Patienten privat zu bezahlen.

 

Die Operation selbst erfolgt in den allermeisten Fällen ambulant. Das heißt, wenige Stunden nach dem Eingriff ist man schon wieder zu Hause. Bei einer Kontrolluntersuchung beim Augenarzt am nächsten Tag wird überprüft, ob alles in Ordnung ist. Die Kataraktoperation ist weltweit und auch in Deutschland der häufigste Eingriff überhaupt – etwa 900.000 Mal pro Jahr wird er hier ausgeführt. Komplikationen sind dabei äußerst selten. Die allermeisten Patienten erleben einen Zugewinn an Lebensqualität, das bessere Sehvermögen ermöglicht ihnen, ihr Leben aktiver zu gestalten.

 

Retinitis Pigmentosa: Patiententag in Hamburg24.10.2018

Liebe PRO RETINA Interessenten,

 

RP-Patienteninformationstag in Hamburg

 

Am Samstag, dem 24. November 2018 veranstaltet die Augenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf einen Patienteninformationstag zu
erblichen Netzhauterkrankungen wie "Retinitis pigmentosa (RP)". Patienten, ihre Angehörigen und Interessierte sind eingeladen, sich bei namhaften
Spezialisten aus Medizin, Forschung, Patientenverbänden und Industrie über aktuelle Themen rund um erbliche Netzhaut-und Sehnervenerkrankungen zu informieren. Die Veranstaltung bietet Ihnen die Möglichkeit, direkt mit Experten ins Gespräch zu kommen.

 

Programm

  • Begrüßung und Klinikvorstellung: Prof. Dr. M. Spitzer (Ärztlicher Direktor der Augenklinik Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und Franz Badura (Vorsitzender der PRO RETINA Deutschland e.V, Bonn)
  • Wie funktioniert das Sehen? Was ist Retinitis pigmentosa?
    Therapiemöglichkeiten bei Retintis pigmentosa – Stand der Forschung: Prof. Dr. M. Spitzer
  • Aktuelle Ergebnisse bei Netzhautimplantaten: Prof. Dr. K. U. Bartz-Schmidt, Tübingen
  • Welche Perspektive bietet die Gentherapie? Prof. Dr. Dr. D. Fischer, Tübingen
  • Die transkorneale Elektrostimulation (TES) – ein erster Therapieansatz bei RP: Dr. N. Asselborn, Hamburg
  • Vergrößernde Sehhilfen bei Retinitis pigmentosa: Thomas Bräuer, Hamburg
  • 40 Jahre PRO RETINA – aktuelle Therapien aus Sicht des Verbandes: Franz Badura
  • 1 TES-Anwender, 1 Implantat-Anwender - Gesprächsrunde mit Anwendern, Patienten und Spezialisten für Retinitis pigmentosa:
    Sie fragen - wir antworten: Prof. Spitzer, Prof. Bartz-Schmidt

 

 

In der Kaffeepause können Sie die Referenten und Vertreter der Verbände und Vereine an den Informationsständen der Selbsthilfegruppen und
Patientenverbände treffen.

 

Anmeldung und Kontakt

Die kostenfreie Veranstaltung findet statt am Samstag, dem 25. November 2018 von 10.00 bis ca. 14.30 Uhr

im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Campus Lehre, Gebäude N55 in der Martinistrasse 52, 20246 Hamburg.

 

 

Die Anmeldung kann direkt per E-Mail über h.rindfleisch@uke.de an das Universitätsklinikum Hamburg/Eppendorf erfolgen.

Hier finden Sie einen Flyer zum RP-Patienteninformationstag [1] mit genaueren Informationen zum Programm und Anfahrtsbeschreibung.

 

 

Quelle: PRO RETINA Deutschland e. V.

 

AAO 2018: Non-contact Panretinal Photocoagulation for Navilas® 577s Introduced24.10.2018

First retinal laser with a navigated non-contact treatment option for panretinal photocoagulation up to the far periphery.
Visit AAO booth #740 for a demo of enhanced comfort for sensitive patients.

                  

Just in time for the Annual Meeting of the American Academy of Ophthalmology (AAO 2018) in Chicago, OD-OS is launching a new widefield objective which brings non-contact panretinal photocoagulation with access to the far periphery (ora serrata) to the Navilas® 577s Laser System. The new option for peripheral treatments can further enhance compliance of sensitive patients and therefore allow for more comfortable PRP sessions.

This addition makes Navilas® the only retinal laser which allows for navigated focal and peripheral treatments (single spots and pattern) without a contact lens. The system supports digital pre-planning and computer-assisted delivery of laser spots thanks to its integrated eye tracking technology.

For a demo of navigated non-contact PRP treatment, visit OD-OS at the AAO in Chicago:
- October 26: #44 at the AAO Retina Subspecialty Day 
- October 27-30: #740 at the AAO main exhibition

The non-contact widefield objective will become available to Navilas® 577s users at the end of this year. 
Regional availability may vary. 

Here is what Navilas® users, who recently tested the non-contact widefield objective in clinical practice are saying:

Dr. Gregor Eberlein, University Clinic Augsburg, Germany: “My experience of extending comfortable non-contact treatment to the periphery was really good. It can be a great option for retinopexy and PRP treatments of patients averse to the contact lens.”

Dr. Jean-Christophe Ramel, France: “The field of view of the non-contact widefield objective is really amazing. I had a perfect view of a retinal tear in the far periphery.”

Dr. Stephan Deichelbohrer, St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe, Germany: “The non-contact widefield objective allows me to apply more spots in a single session as the cornea remains clear throughout the whole procedure – also by letting the patient lean back and blink for a moment. When using a standard contact lens the image quality may degrade due to superficial staining of the cornea.”

Ulrike Rahn, Clinical Project Manager at OD-OS: “This is a result from a successful collaboration with our Navilas® customers at CHI de Créteil in France that our development team has now turned into another treatment option for our Navilas® 577s Laser.” 

Listen to Navilas® users at AAO: 
- Q&A sessions at OD-OS #740 on October 27/28 at 10:00 am – more at: www.od-os.com/aao2018
- Talk by our user Dr. Jay Chhablani at Retina Subspecialty Day covering current knowledge on microsecond pulsing laser treatment (RET07, Friday, Oct 26, 11:39 am, Room: ARIE CROWN)

About Navilas®:  Navilas® laser systems enable physicians to digitally pre-plan the entire laser therapy on fundus images as well as on third-party diagnostic images, and to precisely execute this therapy plan with the help of computerized image guidance.

About OD-OS: OD-OS GmbH is a privately-held medical device company founded in 2008 with offices in Teltow, Germany, and Irvine, CA. www.od-os.com

For further information, please contact:
Stefanie Gehrke, Director Marketing | stefanie.gehrke@od-os.com, +49 (172) 3808 537
OD-OS GmbH | Warthestr. 21 | 14513 Teltow | German

Navilas® 577s is the first retinal laser with a navigated non-contact treatment option for panretinal photocoagulation up to the far 

Leica und Polytech Domilens intensivieren Vertriebspartnerschaft für ophthalmologische Operationsmikroskope22.10.2018

Heerbrugg und Roßdorf, 01. September 2018.

Die Firma Leica Microsystems GmbH mit Hauptsitz in Wetzlar und ihrer chirurgischen Abteilung in Heerbrugg, Schweiz entwickelt und fertigt wissenschaftliche Instrumente zur Analyse von Mikro- und Nanostrukturen und ist ein führender Hersteller von OP-Mikroskopen.

Polytech Domilens GmbH mit Sitz in Roßdorf ist ein führender Komplettanbieter für die Augenchirurgie und der größte herstellerunabhängige Anbieter für Ophthalmologie in Deutschland.

 

Die beiden Unternehmen haben nun eine Intensivierung ihrer Vertriebspartnerschaft in Deutschland angekündigt.

Mit dem gemeinsamen Ziel, Anwendern modernste Technik im Verbund mit umfangreichen Komplettlösungen bestehend aus Produkt und Service zur Verfügung zu stellen, werden OP-Mikroskope für die Augenheilkunde innerhalb des privat-ambulanten Kliniksegments ab sofort exklusiv von der Firma Polytech Domilens vertrieben.

 

Die enge Zusammenarbeit soll Kunden Erwerb und Nutzung ophthalmischer OP-Mikroskope der Marke Leica erleichtern und attraktivere Produkt- und Serviceangebote für Anwender in der Klinik ermöglichen.

 

„Unser Unternehmen steht seit Jahrzehnten im Dienst der Ophthalmo-Chirurgen“, sagt Holger Ruchatz, Leiter Equipment bei der Polytech Domilens GmbH. „Durch die Partnerschaft mit Leica entsteht ein neues Leistungsspektrum, das für unsere Kunden direkte Vorteile bringt, sowohl bei Verbrauchsmaterialien als auch in Bezug auf unseren neuen Geschäftsbereich für Konnektivität und digitale Lösungen, mit denen der OP effizienter in den Arbeitsablauf der Klinik eingebunden werden kann.“

 

Beide Unternehmen kündigen eine enge Kooperation auch im Bereich Kundenservice an, um ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit gleich zu Beginn der neuen Partnerschaft und auch langfristig zu sichern.

 

“Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Polytech Domilens in Deutschland nutzt die erheblichen Synergien zwischen beiden Unternehmen und ermöglicht uns eine bessere Marktfokussierung, besonders im wichtigen Segment privat-ambulanter Augenkliniken“, so Andreas Tedde, Vertriebsleiter DACH bei Leica Microsystems. „Unsere Kunden profitieren von dem gemeinsamen Produktangebot und Service.“

Netzhaut-Scanner für Zuhause16.10.2018

Liebe PRO RETINA Interessenten,

 

Forscher entwickeln ein tragbares Laser-Mikroskop

 

Eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle ist bei vielen Augenleiden häufig entscheidend
für eine erfolgreiche Therapie. So auch bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD)
und anderen Krankheiten mit Flüssigkeitseinlagerungen in der Netzhaut. Die frühzeitige Erkennung von
krankhaften Veränderungen der Netzhaut spielt hier eine ganz besonders große Rolle.
Die häufigen Kontrollen stellen jedoch oft eine Belastung für die Patienten dar und verursachen Kosten und großen Zeitaufwand.

 

neuartige OCT-Gerät Mimo

 

Die Berner Fachhochschule BFH hat nun ein tragbares Laser-Mikroskop entwickelt.
Die Methode basiert auf der seit Jahren eingesetzten optischen Kohärenztomografie (OCT).
Das neuartige Gerät mit dem Namen „Mimo" ist so kompakt wie eine Kaffeemaschine, selbstmessend und durch eine intuitive
Bedienung sehr anwenderfreundlich. So kann die Messung an jedem beliebigen Ort, wie auch zuhause beim Patienten erfolgen.
Mit wenig Aufwand wird durch regelmäßig vom Patienten selbstständig durchgeführte Messungen eine
kontinuierliche Überwachung der Netzhaut ermöglicht.

Nach Ablegen des Kopfes in der Auflage, führt das Gerät den Netzhaut-Scan vollautomatisch durch.
Eine verbesserte Messgeschwindigkeit reduziert dabei Messfehler als Folge von Kopfbewegungen.

 

Mögliche Anwendung

 

Natürlich können diese kleinen Messmikroskope hinsichtlich der Bildqualität nicht mit den großen OCT-Geräten in der Klinik mithalten.
Die Aufnahmen seien jedoch ausreichend für eine verlässliche Analyse, insbesondere,
da sie durch eine Software vollautomatisch ausgewertet werden und die kürzeren Zeitabstände zwischen den einzelnen Messungen der
Erfassung von Veränderungen zugutekommen.

Die Resultate werden automatisch an ein beliebiges Endgerät übermittelt, sodass Arzt und Patient bei einem auffälligen Befund
sofort benachrichtigt werden und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten können.
So kannvermieden werden, dass das optimale Zeitfenster für Therapiemaßnahmen verpasst wird.

Ob das kleine OCT-Gerät klinisch tatsächlich Vorteile bringt, wird derzeit validiert.
Auszuschließen ist es jedoch nicht, dass „Mimo“ vielleicht eines Tages den ein oder anderen Patienten-Haushalt besiedeln wird.

 

 

 

Quellen:

Der Bund - Schweizer Tageszeitung aus Bern vom 8.10.18 [1]

idw- Informationsdienst Wissenschaft vom 9.10.18 [2]

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