MitoCatch: gezielter Transport gesunder Mitochondrien in erkrankte Zellen – Prof. Botond Roska & Dr. Temurkhan Ayupov im Interview
Mitochondriale Dysfunktion spielt bei Augenerkrankungen wie LHON, aber auch AMD, eine zentrale Rolle. MitoCatch, entwickelt am Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel, nutzt Protein-Binder, um gesunde Mitochondrien gezielt in erkrankte Zellen zu transportieren. Prof. Botond Roska und Dr. Temurkhan Ayupov erklären im neuen Fachgespräch, wie MitoCatch funktioniert, welches Potenzial die Technik bei LHON und geographischer Atrophie hat und wann klinische Studien beginnen könnten.
Prof. Botond Roska ist Gründungsdirektor des Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB), wo er die Forschungsgruppe „Human Retinal and Central Visual Circuits" leitet. Seine Forschung befasst sich mit dem Verständnis des Sehens und seiner Erkrankungen sowie mit der Entwicklung neuer Therapien für sehbehinderte Menschen. Seine Gruppe entwickelte die Technologie für die zelltyp-gezielte optogenetische Sehwiederherstellung sowie für die zelltyp-gezielte mitochondriale Therapie. Er wurde 2024 mit dem Wolf Prize (gemeinsam mit José-Alain Sahel) und 2026 mit dem Future Vision Award und dem António Champalimaud Vision Award ausgezeichnet. Zudem wurde er dieses Jahr in die Leopoldina gewählt.
Dr. Temurkhan Ayupov leitet die Mitochondrial Biology and Therapy Group am IOB, wo sein Team untersucht, wie geschädigte Mitochondrien die neuronale Degeneration im Auge und im Gehirn vorantreiben. Sein Team entwickelte MitoCatch, und er ist Erstautor der 2026 in Nature erschienenen Publikation zu diesem Ansatz.
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