Botond Roska & José-Alain Sahel mit weltweit grösstem Preis für Sehforschung geehrt

Botond Roska, wissenschaftlicher Direktor am Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB), und José-Alain Sahel von der Universität Pittsburgh und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats am IOB, erhalten den António Champalimaud Vision Award 2026. Der mit einer Million Euro dotierte Preis ist die weltweit grösste Auszeichnung im Bereich der Sehforschung und Augenheilkunde.

José-Alain Sahel and Botond Roska. Image: IOB Basel
José-Alain Sahel and Botond Roska. Image: IOB Basel

Gewürdigt werden Roskas und Sahels mehr als zwei Jahrzehnte währende Grundlagen-, translationale und klinische Forschung sowie die Mission des IOB, die Mechanismen des Sehens besser zu verstehen und daraus neue Therapien gegen Sehverlust zu entwickeln. Die Arbeit der beiden Forscher hat neue Wege zur Wiederherstellung des Sehvermögens eröffnet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf optogenetischen Therapien. Dabei sollen die noch erhaltenen Zellen der Netzhaut lichtempfindlich gemacht werden, wenn die natürlichen Fotorezeptoren des Auges krankheitsbedingt verloren gegangen sind.

Botond Roska ist Neurowissenschaftler und einer der Gründungsdirektoren des IOB. Seine Forschung hat wesentlich zu einem tieferen Verständnis der Funktion der Netzhaut beigetragen und neue Möglichkeiten für zellspezifische Therapien bei Netzhauterkrankungen eröffnet. José-Alain Sahel ist Ophthalmologe und klinischer Forscher. Er hat wegweisende Therapieansätze in der Gentherapie, Neuroprotektion und Wiederherstellung des Sehvermögens entwickelt. In ihrer langjährigen Zusammenarbeit haben Roska und Sahel grundlegende Erkenntnisse über die neuronalen Schaltkreise der Netzhaut in neue therapeutische Strategien und klinische Forschung überführt. 2021 berichteten Roska, Sahel und ihre Forschungspartner in "Nature Medicine" erstmals, dass sich mit einem optogenetischen Ansatz bei einem blinden Patienten mit Retinitis pigmentosa ein Teil der Sehfunktion wiederherstellen liess.

„Ich fühle mich sehr geehrt, diesen renommierten Preis gemeinsam mit José-Alain Sahel zu erhalten“ , sagt Roska. „Die Auszeichnung würdigt unsere langjährige Zusammenarbeit und ist vor allem eine grosse Unterstützung für unsere künftige Forschung. Sie gibt uns den Freiraum, weiterhin mutige Fragen zu stellen und neue Wege zur Wiederherstellung des Sehvermögens zu verfolgen.“

Das Preisgeld kommt der weiteren Forschung von Roska und Sahel zugute. Mit dieser Auszeichnung reihen sich Roska und Sahel in eine renommierte Gruppe von António Champalimaud Vision Award-Preisträgerinnen und -Preisträgern ein, deren Arbeiten das Verständnis, die Prävention und die Behandlung von Blindheit und Sehbeeinträchtigungen grundlegend verändert haben.

Das IOB

Am Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) arbeiten Grundlagenforscher und Kliniker Hand in Hand, um das Verständnis des Sehvorgangs und seiner Erkrankungen zu vertiefen und neue Therapien gegen Sehverlust zu entwickeln. Das IOB nahm 2018 seinen Betrieb auf. Das Institut ist als Stiftung konstituiert und gewährt seinen Wissenschaftlern somit akademische Freiheit. Gründungspartner sind das Universitätsspital Basel, die Universität Basel und Novartis. Der Kanton Basel-Stadt hat dem Institut eine erhebliche finanzielle Unterstützung gewährt.

Der Champalimaud Vision Award

Der 2006 erstmals verliehene Champalimaud Vision Award, der von der in Portugal ansässigen Champalimaud-Stiftung vergeben wird, ist die höchste Auszeichnung, die in den Bereichen Augenheilkunde und Sehkraftforschung vergeben wird, und einer der höchstdotierten Preise für wissenschaftliche Forschungen. Der Preis, der als "Nobelpreis des Sehens" gilt, wird einmal im Jahr verliehen, und zwar abwechselnd für Forschungsbeiträge auf dem Gebiet des Sehens (gerade Jahre) und für Beiträge zur Linderung von Sehproblemen, vor allem in Entwicklungsländern (ungerade Jahre).

Quelle: IOB