Geuder AG präsentiert VIVOS auf der DOC 2026

VIVOS markiert für die Geuder AG den wichtigsten Produktlaunch seit mehr als 20 Jahren: Erstmals vereint das Unternehmen zentrale Funktionen für Eingriffe am Vorder- und Hinterabschnitt in einer integrierten Plattform. Mit der Markteinführung auf der DOC 2026 unterstreicht das Heidelberger Medizintechnikunternehmen seine Innovationskraft sowie die Bedeutung des deutschen Standorts im Jahr seines 75-jährigen Bestehens.

Fotonachweis: Gunter Bieringer
Fotonachweis: Gunter Bieringer

Die Geuder AG stellt mit VIVOS eine neue Generation ophthalmologischer Gerätesysteme vor. Erstmals vereint das Unternehmen zentrale Funktionen für Eingriffe am Vorder- und Hinterabschnitt in einer Plattform und reduziert damit die Komplexität im Operationssaal. Die offizielle Markteinführung fand am 18. Juni 2026 auf der DOC am eigenen Messestand statt.
Mit den Varianten VIVOS Core, VIVOS Nova und VIVOS Nova+ deckt die neue Gerätefamilie unterschiedliche klinische Anforderungen ab – von der Kataraktchirurgie bis hin zu komplexen kombinierten Eingriffen einschließlich Laseranwendungen. 
Besonders die Vorderkammerstabilität überzeugte Anwender beim ersten Einsatz. VIVOS Balance® regelt den intraokularen Druck aktiv und gleicht Schwankungen in Echtzeit aus – auch bei maximalem Vakuumeinsatz. 
 
Alles in einer Plattform: Effizienz und Kontrolle im OP
Eine einheitliche Benutzeroberfläche führt durch den Eingriff. Ein dreigeteilter Touchscreen strukturiert den Workflow und zeigt die einzelnen Schritte in klarer Reihenfolge.
Das individuell konfigurierbare Fußpedal steuert bis zu 14 Funktionen freihändig. Beleuchtete Anschlüsse unterstützen das schnelle Verbinden von Instrumenten auch bei reduziertem Licht im OP. Die Multipatientenkassette hat eine validierte Einsatzdauer von bis zu 8 Stunden und reduziert so die Rüstzeit im OP.
Diese und weitere technische Funktionen unterstützen stabile OP-Bedingungen und eine hohe Prozesssicherheit:
  • VIVOS Balance® regelt den intraokularen Druck aktiv, gleicht Schwankungen in Echtzeit aus und hält die Vorderkammer durchgehend stabil. [1]
  • Zwei unabhängig geregelte Peristaltikpumpen (Dual-Peristaltik) steuern Irrigation und Aspiration getrennt und ermöglichen so eine besonders stabile Vorderkammer. Das Aspirationssystem erreicht ein Vakuum von bis zu 700 mmHg bei einem Flow von bis zu 100 ml/min.
  • Der pneumatische Mach4-Vitrektor arbeitet mit einem kontinuierlich offenen Schneidport und vier Schneidpunkten pro Zyklus – für präzises Arbeiten bei reduzierter vitreoretinaler Traktion.
  • Ein 53-Kilohertz-Ultraschallhandgriff unterstützt eine schnelle und kontrollierte Fragmentierung der Linse.
  • Die integrierte Drucklufterzeugung erhöht die Flexibilität im OP und reduziert Abhängigkeiten vom Kliniknetz.
  • Eine LED-Endoillumination mit stufenlos einstellbarem Lichtspektrum sorgt für maximale Gewebedifferenzierung im Augeninneren. Die retinaProtect-Funktion reduziert phototoxische Lichtanteile und schont die Netzhaut auch bei längeren Eingriffen.
  • Der integrierter Endolaser mit einer Wellenlänge von 532 Nanometern erweitert die Anwendung im Hinterabschnitt.
 
Gemeinsam mit Anwendern entwickelt
Geuder entwickelte VIVOS über neun Monate in iterativen Phasen gemeinsam mit Augenchirurgen und OP-Personal. Die summative Usability-Validierung erfolgte Anfang 2026 an der RWTH Aachen. Ausgewählte Chirurgen testeten VIVOS erfolgreich in zwei Wetlabs im Mai und Juni unter realistischen OP-Bedingungen an Schweine- und Kunstaugen. Anfang Juni erhielt VIVOS die CE-Zertifizierung nach MDR.

International ausgezeichnetes Design
Bereits vor dem Marktstart wurde VIVOS im Mai 2026 mit dem Gold A’ Design Award in der Kategorie „Medical Devices & Medical Equipment Design“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere das durchgängige Bedienkonzept, die klare visuelle Führung im Workflow sowie die Integration mehrerer Funktionen in einer Plattform. 
Außerdem lobte sie das reduzierte Design, das für mehr Ruhe im OP sorgt.

Launch im Jubiläumsjahr
Der Produktlaunch fällt mit dem 75-jährigen Bestehen der Geuder AG zusammen. Das Unternehmen nutzte die DOC 2026 bewusst für die Markteinführung in Deutschland bzw. dem deutschsprachigen Raum. Die internationale Präsentation ist für den ESCRS-Kongress im Herbst 2026 geplant.
„Präzision, Beständigkeit, der unbeirrbare Glaube daran, dass Qualität einen Unterschied macht: Das ist deutsches Ingenieursdenken. Und es ist die Grundlage von VIVOS und dem, was wir bei Geuder seit 75 Jahren tun“, betont Olcayto Gülec, Chief Sales Officer der Geuder AG.
Für Geuder ist VIVOS der wichtigste Produktlaunch seit mehr als zwei Jahrzehnten. Das System steht für einen strategischen Schritt hin zu integrierten OP-Plattformen und einer stärkeren Verzahnung von Funktion, Bedienung und Design.

Das sagen Erstanwender
So bewerteten Augenärzte VIVOS in den ersten Wetlabs: 
  • „Diese Maschine ermöglicht eine hohe Patientensicherheit in bester Präzision.“ 
– MBChB Youssef Botros, Universitätsklinik Augsburg
  • „Die Vorderkammer blieb stabil, auch bei 700 mmHg – das ist sehr wichtig. Bezüglich der Fluidik und der Vorderkammerstabilität ist das System sehr vorhersehbar und einfach zu handhaben.“
– PD Dr. med. Hyeck-Soo Son, Oberarzt und Leiter Refraktive Chirurgie, Universitäts-Augenklinik Heidelberg
 
[1] Druckschwankungen bleiben für das Auge nicht wahrnehmbar: Sie liegen bei etwa ±1 mmHg und werden selbst bei einem Okklusionsbruch (unter 3,2 mmHg) innerhalb von 0,14 Sekunden ausgeglichen. Quelle: Interne Messungen
 
Über Geuder:
Die Geuder AG entwickelt, produziert und vertreibt Instrumente, Gerätesysteme sowie Fluide und Gase für die Augenchirurgie. Die Unternehmensgruppe exportiert rund 2.000 Produkte in über 150 Länder weltweit. Mit derzeit über 240 Mitarbeitern am Firmensitz in Heidelberg stellt das Unternehmen innovative Medizinprodukte her, die einen erstklassigen Ruf genießen. Seit 1951 verbindet Geuder dabei handwerkliche Tradition mit technologischem Fortschritt.