TES-GAP Studie gestartet: Okuvision untersucht transkorneale Elektrostimulation bei geografischer Atrophie
Multizentrische Pilotstudie evaluiert Sicherheit und klinische Anwendbarkeit der TES bei fortgeschrittener trockener AMD
Für Patientinnen und Patienten mit geografischer Atrophie (GA), einer fortgeschrittenen Form der trockenen altersbedingten Makuladegeneration (AMD), gibt es bislang kaum therapeutische Optionen. Die Erkrankung führt zu einem fortschreitenden Verlust des zentralen Sehvermögens und schränkt alltägliche Aktivitäten wie Lesen oder das Erkennen von Gesichtern zunehmend ein.
Mit der klinischen Studie TES-GAP untersucht die Okuvision GmbH die transkorneale Elektrostimulation (TES) als möglichen Behandlungsansatz bei geografischer Atrophie. Ziel ist es, die Sicherheit der Anwendung zu bewerten und erste Hinweise darauf zu gewinnen, ob sich das Fortschreiten der Erkrankung funktionell beeinflussen lässt.
Neuroprotektion im Fokus: ein neuer Ansatz für eine bislang schwer behandelbare Erkrankung
Die TES aktiviert durch schwache elektrische Impulse gezielt biologische Prozesse in der Netzhaut. Präklinische und klinische Erkenntnisse zeigen, dass dadurch entzündliche Prozesse moduliert, die Durchblutung verbessert und neuroprotektive Mechanismen angestoßen werden. Dadurch kann der Funktionsverlust der Photorezeptoren verlangsamt werden.
Die Behandlung erfolgt mit dem OkuStim® 2 System einmal wöchentlich für 30 Minuten. Ein besonderer Vorteil: Nach Einweisung in die Anwendung kann die Therapie eigenständig im häuslichen Umfeld durchgeführt werden – ein Ansatz, der die Integration in den Alltag erleichtert.
Die Rekrutierung für die Studie hat bereits begonnen, insgesamt sollen 70 Patientinnen und Patienten an der TES-GAP Studie teilnehmen, die die Therapie ein Jahr lang anwenden.
Klinische Forschung als Voraussetzung für neue Therapieoptionen
Die TES-GAP Studie ist als multizentrische, randomisierte, doppelt maskierte und sham-kontrollierte Pilotstudie konzipiert. Neben der Sicherheit der Anwendung werden auch strukturelle und funktionelle
Veränderungen der Netzhaut sowie patientenberichtete Ergebnisse untersucht.
Dr. Alfred Stett, CEO der Okuvision GmbH, betont die Bedeutung der Studie: „Für Patientinnen und Patienten mit geografischer Atrophie gibt es bislang kaum therapeutische Optionen. Mit der TES-GAP Studie prüfen wir die transkorneale Elektrostimulation als möglichen neuen Ansatz. Entscheidend ist jetzt, dass ausreichend geeignete Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen werden – denn nur so lässt sich belastbar zeigen, welches Potenzial die TES bei geografischer Atrophie hat.“
Wer kann teilnehmen?
Die Studie richtet sich an Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener trockener AMD (geografische Atrophie). Wichtige Voraussetzungen sind u. a.:
- Mindestalter: 60 Jahre
- Diagnostizierte geografische Atrophie
- Fähigkeit zur regelmäßigen Anwendung der Therapie (auch zu Hause)
- Keine Epilepsie oder aktiven Implantate (z. B. Herzschrittmacher)
Studienzentren
Die Studie wird derzeit an mehreren spezialisierten Zentren in Deutschland durchgeführt:
- Klinikum Stuttgart – Katharinenhospital
- Universitätsklinikum Ulm
- LMU Klinikum München
- Universitäts-Augenklinik Tübingen
- UKE Hamburg
Interessierte Betroffene oder behandelnde Augenärztinnen und Augenärzte können sich direkt an eines der Studienzentren wenden und unverbindlich Informationen zur möglichen Teilnahme erhalten.
Service / Studiendaten
- Studie: TES-GAP (multizentrische Pilotstudie; randomisiert, doppelt maskiert, sham-kontrolliert)
- Indikation/Population: 70 Patientinnen und Patienten, ≥ 60 Jahre, geografische Atrophie bei AMD
- Primärer Endpunkt: Sicherheit der TES-Anwendung
- Intervention: TES mit OkuStim® 2, 1×/Woche 30 Minuten, Heimanwendung möglich
- Studiendauer pro Patient: 12 Monate
- Start Rekrutierung: Mai 2026
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