Universitäts-Augenklinik Bonn beim Workshop der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu Endpunkten bei altersabhängiger Makuladegeneration vertreten
Die Universitäts-Augenklinik Bonn hat beim Workshop des European Medicines Regulatory Network (EMRN) zum Thema Endpunkte bei Geographischer Atrophie mit drei Referenten mitgewirkt. Die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ausgerichtete virtuelle Fachveranstaltung fand am 29. April 2026 statt.
Sie brachte Regulierungsbehörden, Patientenvertretungen, Wissenschaft und Industrie aus ganz Europa und darüber hinaus zusammen, um gemeinsam über geeignete Endpunkte in klinischen Studien zu beraten.
Als Experten berufen wurden aus der Universitäts-Augenklinik Bonn Univ.-Prof. Dr. Frank G. Holz (Direktor der Klinik), Univ.-Prof. Dr. Maximilian Pfau (Professor für Retinologie und erbliche Netzhauterkrankungen) sowie Priv.-Doz. Dr. Jan Terheyden.
Prof. Holz brachte in einer der Eröffnungsansprachen die Perspektive aus Wissenschaft und klinischer Versorgung ein. Prof. Pfau referierte zu Mikroperimetrie und Lesegeschwindigkeit als möglichen funktionellen Endpunkten. Priv.-Doz. Dr. Terheyden sprach zu patientenberichteten Endpunkten (Patient-Reported Outcomes), Lebensqualität und Sicherheitsaspekten.

Univ.-Prof. Dr. Maximilian Pfau, Univ.-Prof. Dr. Frank G. Holz,riv.-Doz. Dr. Jan Terheyden
Die Geographische Atrophie (GA) ist eine fortgeschrittene Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) und eine der häufigsten Ursachen für einen schweren, bislang nicht umkehrbaren Sehverlust im höheren Lebensalter. Für Betroffene und ihre Angehörigen bedeutet die Erkrankung erhebliche Einschränkungen im Alltag. Der medizinische Bedarf an wirksamen Therapien ist entsprechend groß – ebenso der Bedarf an belastbaren Studienendpunkten, die einen tatsächlichen Nutzen neuer Therapien für die Patientinnen und Patienten zuverlässig abbilden.
„Die EMA hat mit diesem Workshop ein wichtiges Zeichen gesetzt. Für ein so komplexes Krankheitsbild wie die Geographische Atrophie ist der offene Austausch zwischen Regulierungsbehörden, Patientinnen und Patienten, klinischer Forschung und Industrie entscheidend", betonte Univ.-Prof. Dr. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.
Univ.-Prof. Dr. Maximilian Pfau würdigte die Initiative: „Nur gemeinsam können wir Endpunkte weiterentwickeln, die strukturelle Veränderungen mit einem für die Betroffenen tatsächlich spürbaren funktionellen Nutzen verbinden. Wir haben uns sehr gefreut, zu diesem Dialog beitragen zu dürfen."
Die Mitwirkung Bonner Expertinnen und Experten knüpft an den langjährigen Forschungsschwerpunkt der Klinik im Bereich der altersabhängigen Makuladegeneration an. Dazu zählen die Koordination der EU-geförderten MACUSTAR-Studie zur Erforschung funktioneller, struktureller und patientenberichteter Endpunkte bei AMD sowie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studien ebenso wie das am Standort etablierte GRADE Reading Center, das mit der systematischen Auswertung großer Datensätze im Rahmen klinischer AMD-Studien befasst ist.