Carl-Zeiss-Stiftung fördert Prof. Dr. Christina Schwarz
Christina Schwarz, Professorin für Optometrie von der Hochschule Aalen, wird künftig im Rahmen des Programms „CZS Forschungsstart“ der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert. Die Stiftungsmittel ermöglichen das Forschungsprojekt „Visuelle Simulation und Binokulare Linsenevaluation mittels adaptiver Optik“.
Prof. Dr. Christina Schwarz von der Hochschule Aalen erforscht die realitätsnahe Simulation und präzise Bewertung neuartiger ophthalmischer Korrekturlösungen. Damit sollen Entwicklungszyklen verkürzt und der Transfer gestärkt werden. Ihr Projekt „Visuelle Simulation und Binokulare Linsenevaluation mittels adaptiver Optik“ bewegt sich an der Schnittstelle von Photonik und Augenoptik. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines binokularen adaptiven Optiksystems als Simulationsplattform für neuartige Linsendesigns, um personalisierte Sehkorrekturen zu ermöglichen.
Das System ermöglicht die Abbildung sowohl kontinuierlicher Profile (z.B. Progressionszonen in Gleitsichtgläsern) als auch diskontinuierlicher Strukturen (z.B. Bifokal- oder DIMS-Gläser). Durch die unabhängige Steuerung der Phasenprofile beider Augen können Aberrationen gezielt manipuliert und deren Auswirkungen unter realitätsnahen Bedingungen untersucht werden.
Die methodische Weiterentwicklung in der Augenoptik stagniert, während der Bedarf an individuell zugeschnittenen Korrekturen aufgrund steigender Myopieprävalenz und demografischem Wandel wächst. Personalisierte Verfahren sind daher sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftlich und wirtschaftlich relevant.
Klinisch und industriell relevante Anwendungen
Das Projekt schafft eine Forschungsumgebung für klinisch und industriell relevante Anwendungen, liefert eine vergleichende Datenbasis für aktuelle Designs und ermöglicht die Personalisierung optischer Konzepte.
Prof. Dr. Christina Schwarz studierte an der Heidelberger Universität Physik und promovierte an der spanischen Universidad de Murcia. Nach Forschungsaufenthalten in den USA und einer Tätigkeit als Forschungsgruppenleiterin an der Universität Tübingen wurde sie im vergangenen Jahr auf die Professur Optometrie an der Hochschule Aalen berufen.
Der Einstieg in die Forschung ist für viele Professorinnen und Professoren, die neu an einer Hochschule beginnen, eine besondere Herausforderung – vor allem, wenn es an finanziellen Mitteln für erste Projekte fehlt. Um diese Lücke zu schließen, hat die Carl-Zeiss-Stiftung das Förderprogramm „CZS Forschungsstart“ ins Leben gerufen. Seit 2022 unterstützt das Programm zweijährige Forschungsvorhaben an Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit aktuell bis zu 200.000 Euro.
Über die Carl-Zeiss-Stiftung
Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.
Quellen: Hochschule Aalen / Carl-Zeiss-Stiftung