„Austausch und angeregte Diskussionen“ – Der BVA-Vorsitzende Daniel Pleger zur AAD 2026

Vom 11. bis 14. März lädt die AAD erneut nach Düsseldorf. Deutschlands führender augenärztlicher Fortbildungskongress bietet ein hochkarätiges, praxisnahes Programm. Im Interview spricht der BVA-Vorsitzende Daniel Pleger über neue Formate wie den Niederlassungstrack, Angebote für Assistenzpersonal und Quereinsteiger sowie den berufspolitischen Schwerpunkt der AAD 2026.

Daniel Pleger. Bild: BVA
Daniel Pleger. Bild: BVA

Letztes Jahr feierte die AAD ihr 25-jähriges Jubiläum und verzeichnete über 5.100 Besucherinnen und Besucher. Wie blicken Sie persönlich auf diesen Kongress zurück? 

Der Jubiläumskongress im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg. Die Besucherzahlen und das Feedback haben gezeigt, wie wertvoll die persönliche Begegnung und der professionelle Austausch vis-à-vis sind. Die AAD ist weiterhin sehr gefragt und bestärkt uns so darin, den Kongress jährlich weiterzuentwickeln, um stets zeitgemäß und aktuell zu bleiben. 

Für das Jubiläumsjahr hatten sich BVA und DOG eine ungewöhnliche Aktion einfallen lassen: Sie waren vor Ort auf dem Wacken Open Air, um die dort versammelten Heavy Metal Fans für die Bedeutung von augenheilkundlichen Vorsorgeuntersuchungen zu sensibilisieren. Wie kam diese Aktion auf dem Festival an?

Mit „Auge goes Wacken“ konnten wir öffentlichkeitswirksam und gleichzeitig persönlich und nah Menschen über unsere Themen aufklären. Neben der Bedeutung von augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen haben wir auch über die Möglichkeit der Hornhautspende nach dem eigenen Tod aufgeklärt. Dabei sind wir den unterschiedlichsten Menschen begegnet, haben intensive Gespräche geführt, konnten gemeinsam lachen und erleben, wie vielfältig, freundlich und offen die Festival-Besucherinnen und Besucher waren. Es hat Spaß gemacht, an einem so besonderen Ort über dieses wichtige Thema aufzuklären und Teil dieses gigantischen Netzwerks zu sein. 

Die AAD gilt als führend in der augenärztlichen Fortbildung in Deutschland. Welche Faktoren tragen Ihrer Meinung nach zu dieser Spitzenstellung bei?

Die AAD wird gemeinsam ausgerichtet und getragen vom Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft; zwei Organisationen, die von Augenärztinnen und Augenärzten für Augenärztinnen und Augenärzte geleitet werden. In der Programmkommission (PK) kommen ehrenamtlich ausgewiesene Expertinnen und Experten beider Partnervereine zusammen, tauschen sich aus und erarbeiten detailliert das AAD-Programm: Alle Mitglieder sind aktiv in der Versorgung als Augenärztinnen und Augenärzten und nah dran an den aktuellen Hürden und Herausforderungen. Sie kennen die bestimmenden Themen und den Arbeitsalltag. Und das spiegelt sich im Kursprogramm wider.

Wie stellt die Programmkommission sicher, dass die inhaltliche Qualität und Praxisrelevanz auch künftig erhalten bleibt?

Bei der Erstellung des Programms gehen wir stets auf das Feedback der Besucherinnen und Besucher aus dem Vorjahr ein. Dabei zählt der persönliche Austausch auf der AAD ebenso wie die digitale Kursevaluation. Es liegt uns am Herzen, die aufrichtige Meinung der Teilnehmenden zu erfahren, damit wir das Programm relevant halten können. Das ist seit vielen Jahren bequem mittels QR-Codes möglich, der in den jeweiligen Kursräumen eingeblendet wird. Ebenso besteht bis zum Ende der AAD die Möglichkeit, die Kurse über die AAD-App zu evaluieren. 

Welche der bewährten Formate stehen auch dieses Jahr wieder auf dem Programm? Und welche dieser Veranstaltungen sind besonders relevant für niedergelassene Augenärztinnen und Augenärzte?

Wir bieten eine Vielzahl attraktiver und relevanter Kurse zu den Themen IVOM, Praxisorganisation, Abrechnung und den Krankheitsbildern mit den hochkarätigen Referentinnen und Referenten. Für niedergelassene Augenärztinnen und Augenärzte sind die organisatorischen Kurse immer sehr wertvoll, aber natürlich auch Kurse zu den häufigen Krankheitsbildern in der alltäglichen Praxis. Alle Teilnehmenden haben so die Möglichkeit individuell ihre Kurse und damit eigene Schwerpunkte zu setzen - auch unabhängig von der Niederlassung. 

Apropos Niederlassung: Zum ersten Mal gibt es einen „Niederlassungstrack“. Was ist das konkrete Anliegen dieser Kurse und welche praktischen Inhalte bieten sie?

Der Niederlassungstrack ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Programmkommission auf die Rückmeldungen der Teilnehmenden eingeht. Im letzten Jahr haben junge Kolleginnen und Kollegen vermehrt nach Kursen explizit für die Vorbereitung auf die eigene Niederlassung gefragt. Mit dem AAD-Niederlassungstrack bieten wir dieses Jahr erstmalig ein Bundle aus fünf Kursen an, die die wichtigsten Fragen rund um die eigene Praxisgründung und den Praxisalltag thematisieren. Der Track bietet Ärztinnen und Ärzten vor der eigenen Niederlassung die Gelegenheit, sich kompakt und praxisorientiert über alles Wichtige zu informieren. Die Kurse bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber unabhängig voneinander auch einzeln gebucht werden. Sie finden an drei Tagen zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmt statt. 

Der Kongress richtet sich auch an Assistenzpersonal und Studierende. Welche speziellen Angebote oder Formate gibt es für diese Gruppen?

Mit dem AAP-Kursprogramm richten wir uns mit über 60 eigenen Kursen explizit an augenärztliches Assistenzpersonal. Medizinstudierende können sich unter Vorlage ihrer Immatrikulationsbescheinigung kostenlos für die AAD akkreditieren und an zahlreichen Kursen teilnehmen. Allgemein ist die AAD auch für Assistenzpersonal und Studierende neben der fachlichen Weiterbildung auch eine ideale Gelegenheit, zu Netzwerken und sich auszutauschen. 

Inwieweit ist auch die Augenheilkunde von Personalmangel beim Assistenzpersonal betroffen und wie kann man hier gegensteuern?

Den Fachkräftemangel spüren wir auch im Gesundheitswesen deutlich. In den augenärztlichen Praxen erleben wir vermehrt Quereinsteiger, die entweder aus anderen medizinischen Fachdisziplinen oder aber gänzlich anderen Berufsfeldern in den Praxisteams anfangen. Der BVA hat darauf reagiert und einen digitalen „DIY“-Kurs erarbeitet, der sich explizit an Quereinsteiger richtet. Dort werden medizinische Grundlagen wie Anatomie des Auges, Gerätepark sowie Basics im Umgang mit den Patientinnen und Patienten vermittelt. Unsere Mitglieder buchen den Kurs gerne für ihre neuen Angestellten, die mitunter fachfremd in den Praxen Assistenzaufgaben übernehmen und sie sich so selbstständig an das schöne Fach Augenheilkunde herantasten können. Dies geschieht in einem modernen und ortsunabhängigen Format. 

Worum geht es im diesjährigen berufspolitischen Seminar?

In diesem Jahr haben wir uns dazu entschieden, unseren Schwerpunkt auf den augenärztlichen Nachwuchs sowie die Arbeit des BVA zu legen. Unter dem Titel „Workshop zur Karriereplanung – Was habe ich mit Berufspolitik zu tun“ wollen wir konkret auf Fragen zum berufspolitischen Engagement und der augenärztlichen Interessensvertretung eingehen. Dazu haben wir Mandatsträgerinnen und Mandatsträger aus dem Verband zu sechs kurzen Podiumsdiskussionen mit verschiedenen Themen eingeladen. Es geht u.a. um die Arbeit des BVA, wie der Verband bei der Karriereplanung in der Weiterbildung unterstützen kann oder welchen Mehrwert eine Mitgliedschaft auch für angestellte Augenärztinnen und Augenärzte hat. Das Seminar richtet sich in diesem Jahr also besonders an junge Kolleginnen und Kollegen, die noch nicht so viel Kontakt mit dem BVA haben. Wir freuen uns sehr auf den Austausch und angeregte Diskussionen. 

Interview: Achim Drucks

AAD 2026
11. bis 14. März 2026
CCD Congress Center Düsseldorf