Katarakt-OP, Glaskörpertrübungen und Kontrastsehen: Warum der Visus nicht alles ist

Klar operiert – und doch getrübt? Nach einer erfolgreichen Kataraktoperation nehmen manche Patientinnen und Patienten plötzlich Glaskörpertrübungen wahr, die zuvor kaum oder gar nicht aufgefallen sind. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die nun wieder klare Linse, durch die bereits vorhandene Trübungen im Glaskörper deutlicher sichtbar werden. Dies kann das subjektive Seherlebnis und damit auch die Zufriedenheit mit dem ansonsten erfolgreichen Eingriff spürbar beeinträchtigen.

Glaskörpertrübung nach Kataraktoperation und Implantation einer multifokalen IOL
Glaskörpertrübung nach Kataraktoperation und Implantation einer multifokalen IOL

Die Kataraktoperation ist mit rund einer Million Eingriffen pro Jahr die häufigste Operation in Deutschland [1]. Sie führt in der Regel zu einer deutlichen Verbesserung der Sehschärfe und zu einer hohen Patientenzufriedenheit. Dennoch berichten manche Patientinnen und Patienten trotz eines guten postoperativen Visus über eine eingeschränkte Sehqualität [2].

Der Grund: Der unter standardisierten Hochkontrastbedingungen gemessene Visus bildet das Sehen im Alltag nur unvollständig ab. Er erfasst nicht zuverlässig, wie gut ein Patient bei Dämmerung, Blendung oder niedrigen Kontrasten sieht. Deshalb gewinnen das Kontrastsehen, das intraokulare Streulicht und patientenberichtete Beschwerden als zusätzliche Outcome-Parameter zunehmend an Bedeutung [3,4].

Kontrastsehen als wichtiger Parameter der Sehqualität

Die Kontrastsensitivität beschreibt die Fähigkeit, geringe Helligkeitsunterschiede zwischen einem Objekt und seinem Hintergrund zu erkennen. Sie ist besonders relevant beim Sehen in der Dämmerung, bei Nebel, im Straßenverkehr und in Blendungssituationen.

Eine reduzierte Kontrastempfindlichkeit kann dazu führen, dass das Bild als flau, verschleiert oder wenig klar wahrgenommen wird, obwohl die klassische Sehschärfe gut ist. Das Kontrastsehen wird deshalb in Studien zur Kataraktchirurgie und zu Intraokularlinsen (IOL) zunehmend als eigenständiger Outcome-Parameter eingesetzt. In einem 2024 veröffentlichten Core Outcome Set wurde es ausdrücklich als relevante postoperative Kenngröße berücksichtigt [4].

Auch in der ophthalmologischen Fachpresse wird immer öfter betont, dass sich die Bewertung des Operationsergebnisses zunehmend von der reinen Sehschärfe hin zur gesamten Sehfunktion verschiebt. Die klinische Bedeutung des Themas zeigte sich auch auf der DOC 2026 in Nürnberg. Christina Leydolt widmete sich dort in ihrem Vortrag „Kontrastsehen nach Cat-OP? Was ist relevant bei welchen IOLs?“ gezielt der Frage, wie das Kontrastsehen nach einer Kataraktoperation in Abhängigkeit vom jeweiligen IOL-Konzept zu bewerten ist [5].

IOL-Design und Kontrastsehen

Die implantierte Intraokularlinse beeinflusst die postoperative optische Qualität. Monofokale IOL konzentrieren das Licht auf einen Brennpunkt und gelten hinsichtlich der Kontrastempfindlichkeit weiterhin als Referenz.

Multifokale und andere presbyopiekorrigierende IOL verteilen das einfallende Licht dagegen auf mehrere Sehbereiche. Sie können dadurch eine größere Brillenunabhängigkeit ermöglichen, zugleich aber mit einer geringeren Kontrastsensitivität sowie mit Halos und Blendungsphänomenen verbunden sein [6].

Für die Patientenzufriedenheit ist deshalb nicht nur entscheidend, welche Visuszeile erreicht wird. Störende photische Phänomene und eine eingeschränkte funktionelle Sehqualität können die Zufriedenheit trotz guter objektiver Ergebnisse reduzieren [7].

Glaskörpertrübungen als zusätzlicher Störfaktor

Der Glaskörper ist eine transparente, gelartige Struktur im Augeninneren. Mit zunehmendem Alter verflüssigt er sich teilweise, während sich Kollagenfasern zu kleinen Verdichtungen zusammenlagern können. Diese Strukturen werden als Punkte, Fäden, Ringe oder Schatten wahrgenommen und als Floater bezeichnet [8].

Floater fallen besonders vor hellen, gleichmäßigen Flächen auf. Nach einer Kataraktoperation können bereits vorhandene Glaskörpertrübungen deutlicher wahrgenommen werden, da die getrübte natürliche Linse durch eine klare Intraokularlinse ersetzt wurde.

Für die postoperative Zufriedenheit ist dies relevant: Patientinnen und Patienten können einen sehr guten Hochkontrastvisus erreichen und ihr Sehen dennoch als unruhig, verschleiert oder kontrastarm empfinden.

Einfluss auf Streulicht und Kontrastsehen

Glaskörpertrübungen können Licht streuen und Schatten auf die Netzhaut werfen. Dadurch wird der Bildkontrast reduziert, während Blendung und visuelle Unruhe zunehmen können.

In einer Untersuchung mit dem C-Quant-Straylightmeter waren die Streulichtwerte in Augen mit symptomatischen Floatern höher als in den jeweils nicht betroffenen Partneraugen [9]. Auch eine aktuelle Studie zum Vitreous Floaters Functional Questionnaire zeigte einen Zusammenhang zwischen der subjektiven Belastung durch Floater, der objektiv gemessenen Glaskörperdichte und der Kontrastsensitivität [10].

Diese Ergebnisse erklären eine häufige postoperative Situation: Die Kataraktoperation ist technisch erfolgreich, die IOL sitzt korrekt und der Visus ist gut – dennoch ist der Patient mit der wahrgenommenen Sehqualität nicht vollständig zufrieden. Insbesondere bei IOL-Konzepten mit einer ohnehin geringeren Kontrastreserve können zusätzliche Streulichteffekte durch Glaskörpertrübungen relevant sein. Direkte Studien zu dieser Wechselwirkung sind bislang jedoch begrenzt.

VitroCap®N als nicht-invasive unterstützende Option

Bei unkomplizierten Floatern besteht die übliche Vorgehensweise zunächst aus Aufklärung, Beobachtung und augenärztlicher Verlaufskontrolle. VitroCap®N bietet hierzu einen nicht-invasiven, ergänzenden Ansatz. Das Nahrungsergänzungsmittel enthält L-Lysin, Vitamin C, Zink, Traubenkernextrakt und Citrus-Bioflavonoide.

Der positive Effekt von VitroCap®N wurde seit 2013 in fünf klinischen Untersuchungen gezeigt [11-15]. Den Anfang bildete eine von Dr. Thomas Kaercher in Heidelberg durchgeführte Anwendungsbeobachtung mit 24 Personen. Nach dreimonatiger Einnahme von einer Kapsel VitroCap® täglich berichteten 87,5 Prozent der Teilnehmenden über eine subjektive Besserung ihrer Floaterbeschwerden; der mittlere Beschwerdescore sank von 3,63 auf 1,33 [11]. Weitere Untersuchungen bestätigten eine subjektiven durch Patientenfragebögen erfasste Verbesserung.

Die bislang belastbarste Untersuchung ist die 2021 veröffentlichte Floater Intervention Studie (FLIES). In dieser randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie wurden 61 Personen mit symptomatischen Floatern über sechs Monate untersucht [12]. Unter der Mikronährstoffkombination verbesserten sich die subjektiven Beschwerden. Zusätzlich wurden eine Verringerung der bildgebend bestimmten Floaterflächen und eine Verbesserung des Kontrastsehnens beobachtet [15]. Damit baut die FLIES-Studie auf mehreren vorangegangenen Untersuchungen auf und ergänzt die zuvor überwiegend subjektiven Beobachtungen um kontrolliert erhobene objektive und funktionelle Parameter. In einer 2023 durchgeführten Umfrage unter deutschen und österreichischen Augenärzten bewerteten die 96 Teilnehmer das Nahrungsergänzungsmittel als überwiegend hilfreich bis sehr nützlich in der Behandlung von Glaskörpertrübungen [16].

VitroCap®N kann daher als nicht-invasive, ergänzende Option bei symptomatischen Glaskörpertrübungen betrachtet werden. Durch die mögliche Verringerung Floater-bedingter Beschwerden und die Unterstützung des Kontrastsehens könnte der Ansatz zur Bewahrung der funktionellen Sehqualität und Patientenzufriedenheit nach Katarakt-OP beitragen.

Fazit

Die Kataraktoperation erzielt in der Regel sehr gute Ergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit. Ein guter Hochkontrastvisus allein garantiert jedoch noch keine optimale Sehqualität.

Kontrastsehen, Streulicht, Blendung und Glaskörpertrübungen können das postoperative Seherlebnis wesentlich beeinflussen. Floater können das Streulicht erhöhen und die Kontrastsensitivität reduzieren, ohne dass sich dies im klassischen Visustest ausreichend widerspiegelt.

Bei anhaltender Unzufriedenheit nach technisch erfolgreicher Kataraktoperation sollten deshalb neben Refraktion, IOL-Position, Hornhaut, Makula und Nachstar auch Glaskörpertrübungen, Streulicht und Kontrastsehen berücksichtigt werden. VitroCap®N stellt hierbei einen nicht-invasiven unterstützenden Ansatz dar, dessen Erfolgsrate über fünf klinische Untersuchung bei ca. 70% lag.

Medizinischer Hinweis: Plötzlich neu auftretende oder stark zunehmende Floater, Lichtblitze sowie ein Schatten oder „Vorhang“ im Gesichtsfeld müssen unverzüglich augenärztlich abgeklärt werden.

 

Literaturverzeichnis

  1. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Grauer-Star-Operation: Es stehen fünf moderne Strategien zur Wahl [Internet]. Berlin: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft; 2024.
  2. Seifried M, Höh H. Healthcare research of cataract surgery: analysis of patients’ satisfaction following cataract surgery in Mecklenburg-Vorpommern, Germany. Klin Monbl Augenheilkd. 2017;234(8):965–974. doi:10.1055/s-0043-107803.
  3. Sparrow JM, Grzeda MT, Frost NA, Johnston RL, Liu CSC, Edwards L, et al. Cataract surgery patient-reported outcome measures: a head-to-head comparison of the psychometric performance and patient acceptability of the Cat-PROM5 and Catquest-9SF self-report questionnaires. Eye. 2018;32(4):788–795. doi:10.1038/eye.2017.297.
  4. Tarricone R, Rognoni C, Ciarlo A, Giabbani I, Novello L, Balestrieri M, et al. Systematic review for the development of a core outcome set for monofocal intraocular lenses for cataract surgery. Front Med. 2024;11:1339793. doi:10.3389/fmed.2024.1339793.
  5. Leydolt C. Kontrastsehen nach Cat-OP? Was ist relevant bei welchen IOLs? Vortrag H 3.2. In: 38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie, DOC 2026; 18. Juni 2026; Nürnberg, Deutschland.
  6. Cao K, Friedman DS, Jin S, Yusufu M, Zhang J, Wang J, et al. Multifocal versus monofocal intraocular lenses for age-related cataract patients: a systematic review and meta-analysis based on randomized controlled trials. Surv Ophthalmol. 2019;64(5):647–658. doi:10.1016/j.survophthal.2019.02.012.
  7. Botta J, Barsam A, Dmitriew A, Zaldivar R, Wiley WF, Windsor S. Factors influencing outcome satisfaction after cataract surgery: patient-reported insights from the RayPro database. BMC Ophthalmol. 2024;24:528. doi:10.1186/s12886-024-03800-3.
  8. Milston R, Madigan MC, Sebag J. Vitreous floaters: etiology, diagnostics, and management. Surv Ophthalmol. 2016;61(2):211–227. doi:10.1016/j.survophthal.2015.11.008.
  9. Castilla-Martí M, van den Berg TJTP, de Smet MD. Effect of vitreous opacities on straylight measurements. Retina. 2015;35(6):1240–1246. doi:10.1097/IAE.0000000000000456.
  10. Nguyen JH, Boneva SK, Nguyen-Cuu J, Yee KM, Yu F, Sadun AA, et al. Vitreous Floaters Functional Questionnaire for vision-degrading myodesopsia from vitreous floaters. JAMA Ophthalmol. 2025;143(11):925–931. doi:10.1001/jamaophthalmol.2025.3369.
  11. Gerste RD, Kaercher T. Mit diätischen Mitteln gegen eine lästige visuelle Störung. Z Prakt Augenheilkd Augenärztl Fortbild. 2013:344.
  12. Marchenko LN, Dalidovich AA, Kachan TV, et al. Experience of VitroCap® use in vitreous degeneration. Ophthalmol East Eur. 2015;25(2):123–128.
  13. Sobol M, Oseka M, Kaercher T, et al. The effect of oral supplementation with L-lysine, hesperidin, proanthocyanidins, vitamin C and zinc on the subjective assessment of the quality of vision in patients with vitreous floaters. J Alzheimers Dis. 2018;64:1034.
  14. Varganova TS, Veryasova AG, Erysheva ED, et al. Vitrocap efficacy in patients with the vitreous body destruction. Ophthalmol J. 2019;12(2):67–72.
  15. Ankamah E, Green-Gomez M, Roche W, Ng E, Welge-Lüßen U, Kaercher T, et al. Dietary intervention with a targeted micronutrient formulation reduces the visual discomfort associated with vitreous degeneration. Transl Vis Sci Technol. 2021;10(12):19. doi:10.1167/tvst.10.12.19.
  16. Wirth F, Roche W, Osęka M, et al. Nutritional Intervention in Floaters: Evaluating the Efficacy of VitroCap®N from the Perspective of Eye Care Professionals. J Alzheimers Dis. 2025;106(Suppl 1):S19.