Bis 2030: Eine Welt ohne Trachom
Trachom ist eine bakterielle Augenerkrankung, die auch in Deutschland einst ein Problem war. Sie ist noch immer für das Erblinden von 1,9 Millionen Menschen weltweit verantwortlich. Doch zum Welttag der Vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTD) am 30. Januar verkündet die Christoffel-Blindenmission (CBM): Trachomfrei 2030! Bis Ende des Jahres 2030 soll Trachom kein Risiko mehr sein – weltweit.
Die CBM hat sich fest vorgenommen, gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Infektionskrankheit zu bekämpfen, die so viel Leid über die Menschen bringt. In Burundi hat die CBM es bereits geschafft. Das ostafrikanische Land feiert am 30. Januar, dass Trachom kein endemisches Problem mehr ist.
Momina aus Äthiopien kennt das Leid, das die bakterielle Augeninfektion mit sich bringt, aus eigener schmerzlicher Erfahrung. Bis vor einigen Monaten war die 35-Jährige so verzweifelt, dass sie sich die Wimpern ausriss. Immer wiederkehrende Augeninfektionen führten zur Vernarbung des Lids. Dadurch wölbten sich die Wimpern nach innen und scheuerten über die Hornhaut ihres Auges. Die vierfache Mutter hatte starke Schmerzen und große Angst, zu erblinden.
Enge Mutter-Kind-Beziehung als Risiko
Erst als Mitarbeitende eines CBM-Projektpartners ihr Dorf besuchten, wurde sie untersucht – wie alle Bewohnerinnen und Bewohner dort. Und sie erfuhr, dass sie an Trachom litt. Trachom zählt zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, kurz NTD), weil die Krankheit vor allem Menschen in abgelegenen Regionen mit mangelnden Hygieneverhältnissen betrifft und nach wie vor zu wenig gegen die Krankheit unternommen wird. Nur eine Lidoperation kann sie vor dem Erblinden bewahren. Ihre Kinder waren lange in ständiger Gefahr, sich anzustecken. So wie 97,1 Millionen Menschen leben sie mit dem Risiko, sich mit Trachom zu infizieren und infolgedessen zu erblinden. Besonders Mütter übertragen die Krankheit oft an ihre Kinder durch die Nähe zu ihnen. Denn die Krankheit ist hochansteckend: über gemeinsam benutzte Handtücher, die Hände und durch Fliegen, die sich an die Augen setzen. Wer daran erkrankt ist, kann sie über direkten Kontakt zwischen Schleimhäuten der Augen, Nase und des Mundes weitergeben.
Der lokale Projektpartner der CBM operiert die vierfache Mutter. „Ich bin so glücklich“, sagt Momina nach ihrer Augenoperation. Noch glücklicher als darüber, die Schmerzen losgeworden zu sein, ist sie, dass sie ihre Kinder nicht angesteckt hat.
So, wie die CBM mit Mominas Augenoperation deren Kinder davor bewahrt hat, an Trachom zu erkranken, wird sie es bis 2030 schaffen, Trachom endlich weltweit zu besiegen.
Erfolge feiern und weiterkämpfen
Die CBM hat mitgewirkt, Ägypten und Pakistan von Trachom zu befreien. Nun kann sie auch den Sieg über Trachom in Burundi feiern. Die CBM hat dort seit 2007 unter anderem über eine Million Menschen mit Medikamenten gegen Trachom versorgt und lokale medizinische Fachkräfte zur Bekämpfung der Augenkrankheit ausgebildet. Am Tag der vernachlässigten Tropenkrankheiten feiert sie mit der Regierung Burundis, dass Trachom dort jetzt kein Gesundheitsproblem mehr darstellt.
Rund 30 Länder haben es geschafft, Trachom zu besiegen. Doch immer noch hat die CBM gemeinsam mit der WHO einiges zu tun, bis Trachom im Jahr 2030 weltweit endlich kein endemisches Risiko mehr ist. Besonders schwer betroffen ist Äthiopien. 64 Prozent der globalen Trachom-Fälle gibt es in dem Land. Dort leben immer noch 66 Millionen Menschen mit dem Risiko, an Trachom zu erkranken.
Über die CBM
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den international führenden Organisationen für inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt – und das seit fast 120 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich das Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie leistet medizinische Hilfe und setzt sich für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Fähigkeiten einbringen können und niemand zurückgelassen wird. Im Jahr 2024 förderte die CBM 330 Projekte in 37 Ländern. Mehr unter www.cbm.de/trachomfrei-2030.