Uniklinik Köln: Interdisziplinäres Glaukom-Forschungsprojekt
Im Sonderforschungsbereich 1607 untersuchen Forschende der Augenheilkunde und der Anästhesiologie gemeinsam die Rolle von Eisenstoffwechsel und Inflammation bei der Entstehung des Glaukoms. Das von der DFG geförderte Projekt soll neue Ansatzpunkte für zukünftige Therapien eröffnen.
Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1607 zu altersbedingten, erblindenden Augenerkrankungen ist der einzige von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte SFB im Bereich der Augenheilkunde in Deutschland und einer von vier SFBs an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln. Für ein neues gemeinsames Glaukom-Forschungsprojekt im Rahmen des SFB 1607 haben Univ.-Prof. Dr. Andrea Steinbicker, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, und Univ.-Prof. Dr. Verena Prokosch, W2-Professorin für Glaukomerkrankungen im Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln, nun die Bewilligung der DFG erhalten. Das Projekt wird zunächst für zwei Jahre mit 300.000 Euro gefördert.
Das Glaukom ist pathogenetisch wenig verstanden. In dem neuen, innovativen Projekt widmen sich die beiden Wissenschaftlerinnen der möglichen Rolle von Eisenstoffwechselstörungen und Inflammation in seiner Pathogenese. Ihre Forschung stärkt damit den Glaukomforschungsbereich des SFB und soll neue Therapiemöglichkeiten durch Entzündungs- und Eisenstoffwechselmodulation eröffnen.
Neuroprotektive Therapien entwickeln
Prof. Steinbicker beschäftigt sich in ihrer Forschung bereits seit Langem erfolgreich mit der Aufklärung von Eisenstoffwechselstörungen, während Prof. Prokosch seit vielen Jahren wissenschaftlich an der Neurodegeneration und Neuroregeneration des Glaukoms arbeitet. In vielen ihrer Studien zeigte sich die Eisenregulation in der Retina als gestört. Gemeinsam werden sie nun das neue Projekt vorantreiben. „Ich freue mich sehr über diese Förderung und auf die Erforschung des neuen Schwerpunktes gemeinsam mit Prof. Prokosch“, sagte Prof. Steinbicker auf dem Retreat des SFB Mitte Januar in Siegburg, wo das Projekt ausführlich diskutiert und das neue Leitungs-Duo begrüßt wurde. Prof. Prokosch ergänzte: „Wenn wir die Glaukomtherapie verbessern und neue neuroprotektive Therapien entwickeln, können wir sehr viel Erblindung vermeiden.“
Univ.-Prof. Dr. Claus Cursiefen, Direktor des Zentrums für Augenheilkunde an der Uniklinik Köln und Sprecher des SFB 1607, betonte anlässlich der Bewilligung: „Wir sind sehr froh, dass wir mit dem neuen Projekt die Glaukomforschung im SFB stärken und mit Prof. Steinbicker eine neue, innovative Clinician-Scientist mit dem Fokus auf die Eisenstoffwechsel- und Entzündungsforschung gewinnen konnten. Zusammen mit der exzellenten Glaukomexpertise von Prof. Prokosch als Clincian Scientist in diesem Gebiet ergibt sich hier eine ideale Symbiose.“