MFA-Fortbildung: „Kommunikation mit AMD-Patienten – kurz und gut“
AMD-Patienten sind mit einer komplexen Erkrankung konfrontiert. Allein schon die Informationen zu Erkrankung und einer evtl. Therapie sind umfangreich. Kommt es dann im Laufe der Erkrankung zu Sehverlusten, ergeben sich für die Patienten viele Fragen, die die Alltagsbewältigung mit dieser Seheinschränkung betreffen.
Eine aktive Auseinandersetzung mit den Hilfsmöglichkeiten und die Integration von Hilfsmitteln in den Alltag vermitteln positive Erfahrungen und können die Annahme der Erkrankung erleichtern. Oft genug formulieren Patienten ihre Fragen nicht konkret, sondern verwickeln Praxismitarbeiter*innen gern in längere Gespräche. Nicht selten haben Mitarbeitende zu wenig Zeit für solche Gespräche und meist auch nicht das sehbehindertenspezifische Wissen, um adäquat auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Viele MFA fühlen sich diesen Gesprächen nicht gewachsen.
In der Fortbildung: „Kommunikation mit AMD-Patienten – kurz und gut“ schauen wir uns die Situation der meist älteren, seheinschränkten Patienten an. Was bedeutet eigentlich ein Sehverlust? Wie wirkt er sich aus? Welchen Visus benötigt man, um bestimmte Schriftgrößen lesen zu können. Brillen mit Okklusionsfolien, die die Sehfähigkeit reduzieren, unterstützen die Teilnehmenden bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Ein kurzer Überblick über die Hilfsmittel, Angebote und Bereiche veranschaulicht den Umfang der verschiedenen relevanten Themen. Auf dieser Grundlage beschäftigt sich der Kurs anschließend mit der Kommunikation.
Was genau ist das Anliegen des Patienten? Ein differenzierendes Nachfragen hilft, ein Problem zu erfassen. Worum geht es genau? Was möchte der Patient wissen. Sind es medizinische Fragen oder betreffen sie den Alltag. Dann zeigen wir, wie eine solche Gesprächssituation für beide Seiten positiv aufgelöst werden kann. Statt inhaltlich in das Gespräch einzusteigen, ist es eine gute Möglichkeit, an Experten weiterzuleiten. Denn diese haben das spezifische Wissen und die Zeit, sich mit den Anliegen der Patienten auseinanderzusetzen. Je konkreter die Weiterleitung ist, z.B. an einen spezialisierten Augenoptiker, eine Beratungsstelle für sehbehinderte Menschen oder einen Rehalehrer, desto besser.
AMD-Netz beantwortet konkrete Fragen
Sind diese Ansprechpartner nicht bekannt, hilft auch ein Hinweis auf die Hotline des AMD-Netz. Konkrete Fragen können hier beantwortet und/oder entsprechende Kontaktdaten für Versorger aus dem lokalen Umfeld weitergegeben werden. Ein Flyer oder eine kurze Notiz sorgen in der Augenarztpraxis dafür, dass die entsprechende Information nicht verloren geht. Mit dem Überreichen eines Flyers wird der Gesprächswunsch an Experten delegiert und Mitarbeitende können sich mit der Übergabe der schriftlichen Information aus der Situation zurückziehen, ohne den Patienten Informationen zu verweigern. Im Gegenteil, die Patienten bekommen den wichtigen Hinweis auf entsprechende Versorger. Damit das Gespräch funktioniert, sollten Grundvoraussetzungen beachtet werden. Ein freundliches Lächeln, deutliches Sprechen, dem Patienten zugewandt, sind Erfolgsfaktoren für ein gelungenes Gespräch. Diese Gespräche mit dem Ziel der Weiterleitung können kurzgehalten werden, sind aber ein wichtiger Baustein für eine gut geführte Augenarztpraxis.
Thema sprengt in der Regel die MFA-Patienten-Kommunikation
Fragen zu der Erkrankung AMD werden auch an Mitarbeitende gestellt. Dieses Thema sprengt in der Regel ebenso die MFA-Patienten-Kommunikation. Hier weisen wir auf die verschiedenen Erklärfilme des AMD-Netz hin und den möglichen Einsatz in Augenarztpraxen. Diese Erklärfilme können die Aufklärung der Patienten sehr gut unterstützen und ergänzen. Auch Angehörige können über dieses Format unkompliziert einbezogen werden. Die Videos sind auf der Webseite des AMD-Netz zu finden. Daneben beinhaltet die Webseite eine Fülle an interessanten und wichtigen Informationen zur Erkrankung AMD und dem Leben mit einem Sehverlust.
Damit die Inhalte der Fortbildung adäquat an Kolleg*innen weitergegeben werden können, erhalten die Teilnehmenden eine kleine Broschüre, die das Thema illustriert und bei der Weitergabe und Umsetzung der Fortbildungsinhalte hilft. In dieser Broschüre befindet sich zudem ein Einleger mit Hinweisen zu möglichen Verordnungen für seheingeschränkte Patienten, den Voraussetzungen und wichtigsten Informationen als Nachschlagemöglichkeit.
Mit diesem Konzept bieten wir interessierten Mitarbeiter*innen einen wertvollen Baustein zur bestmöglichen Versorgung von AMD-Patienten in der Augenarztpraxis.
Die Fortbildung wird vom AMD-Netz am 12. März 2026 auf der AAD in Düsseldorf angeboten. Bei den augenärztlichen Kongressen, der DOC in Nürnberg im Juni und der DOG im September in Berlin, sind weitere Veranstaltungen geplant.