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Universitäts-Augenklinik Rostock
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Doberaner Straße 140
18057 Rostock

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Klinikdirektor:
Prof. Dr. med. Anselm Jünemann

Weiterbildung zum Facharzt:
60 Monate - volle Weiterbildung



Unternehmensnachrichten

Tumor im Auge: Unimedizin nimmt 500. Bestrahlung vor21.11.2017

Rostock/Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Krebs ist eine lebenseinschneidende Diagnose. Und umso gravierender, wenn dadurch auch das Sehvermögen in Gefahr ist. Das Aderhautmelanom ist ein bösartiger Tumor im Auge, der zu starken Seheinschänkungen führen kann und oft im Körper streut. Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland bietet die Unimedizin Rostock seit mehr als 20 Jahren eine augenerhaltende Behandlung von Aderhautmelanomen mit dem Rutheniumapplikator an. Jetzt gab es den 500. Eingriff dieser Art in der Rostocker Augenklinik.

 

Die Unimedizin ist das Behandlungszentrum für diese Erkrankungen im Nordosten. Die Bestrahlung der bösartigen Krebsgeschwüre nehmen die Augenärzte in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus der Strahlentherapie in der Südstadt vor. Seit 1993 wird diese Therapieform angeboten. Die Aderhaut, eine Schicht unter der Netzhaut des Auges, ist für die Blutversorgung des Augeninneren verantwortlich. Eine Entartung dieses Gewebes führt zum gefürchteten Aderhautmelanom, dem häufigsten Tumor im Auge. Betroffene sorgen sich nicht nur um ihr Sehvermögen – schlimmer noch sind der drohende Verlust des Auges und die lebensgefährliche Streuung des Tumors. „Gerade die Ansiedlung von Tumorzellen in der Leber, aber auch in anderen Organen ist leider kaum mit onkologischen Therapien beherrschbar“, sagt Dr. Vinodh Kakkassery, Oberarzt an der Augenklinik und Spezialist für Tumore am Auge. Daher sei die wirksame Therapie am Auge höchst bedeutsam für die Patienten.

 

Die Entfernung des Auges war lange Zeit bei vielen Patienten die einzige Option. Heute kann das Aderhautmelanom vergleichsweise schonend durch eine Strahlentherapie behandelt werden. Die Therapie an der Augenklinik vereint Chirurgie und Strahlenmedizin. Ein kleines mit dem Element Ruthenium106 beladenes Metallscheibchen wird über chirurgische Nähte auf die äußere Hülle des Auges aufgenäht, sodass ausgehende Betastrahlen die meist nur wenige Millimeter großen Tumore zerstören können. So verringert sich die Gefahr, dass bösartige Zellen in die Leber streuen. Die Chance, das Auge zu erhalten, ohne den Körper sonst mit Strahlen zu belasten, erhöht sich. Die sogenannte Brachytherapie dauert etwa zwei bis sieben Tage, danach kann der kleine Applikator wieder vom Auge entfernt werden. Auf die Behandlung folgt meist eine Wärmebestrahlung von außen.

 

Krebspatienten würden im Rahmen des Onkologischen Zentrums der Unimedizin stets interdisziplinär behandelt, sagt Kakkassery. Die Augenspezialisten arbeiteten eng mit den Kollegen aus der Strahlentherapie, der Hämatoonkologie sowie den niedergelassenen Kollegen zusammen. „Kommunikationsabbrüche in der Tumorversorgung können wir uns nicht leisten. Darunter würde der Patient leiden“, sagt Kakkassery. Das Onkologische Zentrum biete für Patienten mit einem Augentumor neben den erweiterten Möglichkeiten für Diagnose und Behandlung auch eine Betreuung durch Psychoonkologen sowie Unterstützung bei der späteren Reha.

 

Brachytherapie.JPG (654 KB)

Mit der sogenannten Brachytherapie kann Dr. Vinodh Kakkassery (r.) das Auge des Patienten schonend behandeln.