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Unternehmensnachrichten

Arzt kommt unzureichende Ausbildung seines Weiterbildungsassistenten teuer zu stehen08.11.2018

Ein Arzt hat seinen Weiterbildungsassistenten anzuleiten, zu überwachen und muss dazu regelmäßig in der Praxis anwesend sein. Tut er dies nicht, muss er das Honorar für die vom Weiterbildungsassistent erbrachten Leistungen sowie ggf. auch Fördermittel zurückzahlen (Bundessozialgericht [BSG], Beschlüsse vom 31.08.2018, Az. B 6 KA 25/18 B und B 6 KA 26/18 B).

 

Sachverhalt: Ausbildender Arzt ist nur an einem Werktag pro Woche anwesend

Ein Facharzt für Allgemeinmedizin beschäftigte in den Quartalen I/2009 bis III/2011 einen Weiterbildungsassistenten. Nach staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen habe der Allgemeinmediziner seine Pflicht zur Anleitung und Überwachung des Weiterbildungsassistenten verletzt. Er sei nur an Dienstagen in der Praxis anwesend gewesen. Die KV forderte rund 300.000 Euro Honorar für Leistungen zurück, die der Allgemeinmediziner unter seiner LANR an den übrigen Wochentagen abgerechnet habe. Begründung: Die von dem Weiterbildungsassistenten erbrachten Leistungen könnten dem Allgemeinmediziner nicht als persönlich erbrachte Leistungen zugerechnet werden.

 

Zudem stellte die KV fest, dass der Weiterbildungsassistent nicht ordnungsgemäß weitergebildet worden sei und dass die entsprechenden Fördermittel in Höhe von rund 40.000 Euro daher ohne Rechtsgrund geleistet worden seien. Der Allgemeinmediziner sei seinen Pflichten als Ausbilder nicht nachgekommen.

 

Das Landessozialgericht (LSG) entschied, dass der Arzt rund 80.000 Euro Honorar zurückzahlen muss, nicht aber die Fördermittel, weil er sich insofern auf Zusagen der KV hätte verlassen dürfen. Die teilweise unterlegene KV legte schließlich Nichtzulassungsbeschwerden zum BSG ein.

 

Entscheidung des BSG: keine wichtigen Rechtsfragen – LSG-Urteil ist gültig

Das BSG wies die Beschwerden als unbegründet zurück. Denn der KV sei die für eine Nichtzulassungsbeschwerde erforderliche Geltendmachung der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssachen nicht gelungen. Das BSG kann, wenn das LSG die Revision nicht zugelassen hat, nur angerufen werden, wenn bestimmte wichtige Rechtsfragen berührt sind, was hier aus Sicht des BSG nicht der Fall war.

 

Praxistipp: Weiterbildungsassistenten beklagen immer wieder die mangelnde Anleitung und Betreuung durch ihre ausbildenden Ärzte. Derweil erhält der ausbildende Arzt Fördermittel für die Weiterbildung. Gleichzeitig werden aber die medizinischen Leistungen der Assistenten von den Ausbildern voll abgerechnet. Weiterbildende Ärzte sollten tatsächlich genügend Zeit in die Ausbildung des Assistenten investieren und dazu auch regelmäßig in der Praxis anwesend sein.

 

Arzt kommt unzureichende Ausbildung seines Weiterbildungsassistenten teuer zu stehen

von Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht Philip Christmann, Berlin/Heidelberg, christmann-law.de

Berechnung der Autofluoreszenzuntersuchung26.09.2018

Zur Berechnung der Autofluoreszenzuntersuchung des retinalen Pigmentepithels wird teils die Auffassung vertreten, dafür sei nur Nr. 1253 GOÄ (Fundusfotografie, 150 Punkte) berechnungsfähig.

In diesem Fall handelt es sich um keine bloße Fotografie, sondern um ein spezielles Untersuchungsverfahren. Zwar wird kein Farbstoff injiziert, aber die Untersuchung ist vergleichbar und angesichts der Kosten die Abrechnung mit Nr. 1248 GOÄ (Fluoreszenzuntersuchung der terminalen Strombahn mit Teststoffinjektion, 242 Punkte) angemessen. Wer nicht, etwas großzügig, auch den Laser als „Teststoff“ ansieht, kennzeichnet die Nr. 1248 als Analogabrechnung.

Individuelle Gesundheitsleistungen: Betriebswirtschaftlich, steuerlich und in der Außenprüfung30.08.2018

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UMSATZSTEUER

Individuelle Gesundheitsleistungen:

Betriebswirtschaftlich, steuerlich und in der Außenprüfung

von StB Catrin Stockhausen, Korbach

 

Berater empfehlen Ärzten individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) als lukratives Zusatzgeschäft. Ärzte sind aber oft unsicher, wie sie sie verkaufen sollen. Und die Patienten wiederum sind skeptisch, denn viele Leistungen werden als unnütz eingestuft (www.igel-monitor.de). Und auch in der Betriebsprüfung machen sie Scherereien: Zum einen ist die Frage, ob IGeL nun umsatzsteuerfrei sind (oder nicht), nicht einfach zu beantworten. Zum anderen können IGeL zu Barzahlungen führen, für die sich Betriebsprüfer ohnehin interessieren.

 

  1. Wie sind IGeL definiert?

 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nach § 12 SGB V (Wirtschaftlichkeitsgebot) nur Leistungen, die

  • ausreichend,
  • zweckmäßig
  • wirtschaftlich sind und die
  • das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.

 

Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind,

 

  • können Versicherte nicht beanspruchen,
  • dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken
  • und die Krankenkassen nicht bewilligen.

 

1.1 Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen

 

Den Gesamtumfang aller Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bezeichnet man als Leistungskatalog. Der Leistungsumfang ist im SGB V nur als Rahmenrecht vorgegeben. Danach hat der Versicherte z. B. einen Anspruch auf Krankenbehandlung (§ 11 Abs. 1 Nr. 4 SGB V). Hierzu zählen insbesondere

 

  • die ärztliche, zahnärztliche und psychotherapeutische Behandlung,
  • die Versorgung mit Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmitteln,
  • die häusliche Krankenpflege,
  • die Krankenhausbehandlung sowie
  • die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen.

 

Das Rahmenrecht wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in den verschiedenen Leistungsbereichen durch Richtlinien konkretisiert. Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Sie sind für die beteiligten Krankenkassen, Leistungserbringer und die Versicherten verbindlich. Die zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnungsfähigen ärztlichen Leistungen und deren Vergütung werden im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festgelegt, und zwar durch den Bewertungsausschuss.

 

1.2 Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen

 

Wollen Krankenkassen Leistungen über den gesetzlichen Leistungsumfang gewähren, können sie dies als Satzungsleistungen (z. B. Reiseimpfschutz, Gesundheitskurse im Urlaub). Satzungsleistungen stehen in der Regel im freien Ermessen der Krankenkassen und können im Wettbewerb der Krankenkassen eingesetzt werden. Die Krankenkasse ist gegenüber allen Versicherten an ihre Satzungsregelung gebunden. Nach dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz zusätzlich anbietbare Satzungsleistungen sind:

 

  • Vorsorge- und Reha-Maßnahmen,
  • Hebammenleistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft,
  • künstliche Befruchtung,
  • zahnärztliche Behandlung (ohne Zahnersatz),
  • nicht verschreibungspflichtige apothekenpflichtige Arzneimittel,
  • Heil- und Hilfsmittel,
  • häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe sowie
  • nicht zugelassene Leistungserbringer.

 

Voraussetzung ist, dass diese Leistungen vom G-BA nicht ausgeschlossen sind und dass sie in der fachlich gebotenen Qualität erbracht werden. Die Krankenkassen haben in ihren Satzungen hinreichende Anforderungen an die Qualität der Leistungserbringung zu regeln.

 

1.3 IGeL (Selbstzahler-Leistungen)

 

Leistungen, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen erfasst und die auch keine Satzungsleistungen sind, sind von den gesetzlich Versicherten selbst zu zahlen (individuelle Gesundheitsleistungen). Allerdings übernehmen manche gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für bestimmte IGeL oder sie bieten Zusatzversicherungen dafür an.

 

Klassifikation von IGeL

Der IGeL-Ratgeber der Bundesärztekammer (BÄK) unterscheidet sinngemäß folgende Gruppen:

  • Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht gezahlt werden, weil derzeit nach Ansicht des G-BA keine ausreichenden Belege für ihren Nutzen vorliegen (z. B. alternative Heilverfahren),
  • Leistungen, für die kein Nutzenbeleg vorliegt, die aber auch keine bedeutsamen Schäden erwarten lassen, sodass das Verhältnis von Nutzen und Schaden mindestens ausgeglichen ist (z. B. Gesundheitsvorsorgeleistungen),
  • von Patienten gewünschte Leistungen, die keine medizinische Zielsetzung haben (z. B. kosmetische Leistungen wie Schönheitsoperationen), wenn sie aus ärztlicher Sicht zumindest vertretbar sind,
  • ärztliche (Beratungs-)Leistungen, wie z. B. medizinische Beratungen zu Fernreisen oder gutachterliche Bescheinigungen zur Flugtauglichkeit,
  • Leistungen, die Patientinnen oder Patienten einem Risiko aussetzen, obwohl sie nachweislich keinen Nutzen haben. Dies gilt für einige Angebote der Krankheitsfrüherkennung, so z. B. für die Früherkennung von Eierstockkrebs durch eine transvaginale Ultraschalluntersuchung.

 

(Quelle: Ratgeber zu individuellen Gesundheitsleistungen der Bundesärztekammer)

 

1.4 Umfang und Entwicklung des Marktes für IGeL

 

Laut IGeL-Report 2018 wird jedem zweiten GKV-Versicherten beim Arztbesuch eine ärztliche Leistung als Privatleistung angeboten, in 3 von 4 Fällen wurde die Leistung auch erbracht. Die Initiative geht dabei in der Mehrzahl der Fälle von den Ärzten aus (72,6 %) – am häufigsten von Gynäkologen und von Augenärzten. Die Versicherten fragen von sich aus am häufigsten nach kosmetischen Behandlungen (45,0 %) und nach Hautkrebsvorsorge. Die am häufigsten angebotenen Leistungen in der ambulanten Versorgung (Stand 2018):

 

Ige-Leistungen in der ambulanten Versorgung (2018)

Angebotene Leistung

Anteil

Augeninndendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung

22 %

Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung

19 %

Ultraschall der Brust zur Krebsfrüherkennung

12 %

PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs

7 %

Ultraschall (transvaginal) des Bauchraums (Eierstöcke/Gebärmutter)

7 %

Dermatoskopie zur Hautkrebsvorsorge

6 %

Blutuntersuchungen ergänzend zur Kassenleistung

5 %

Augenspiegelung mit Messung des Augeninnendrucks zur Glaukom-Früherkennung

5 %

Reisemedizinische Versorgung

4 %

HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

4 %

(Quelle: IGeL-Report 2018)

 

Auf Basis einer Hochrechnung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ergibt sich für den IGeL-Markt 2018 ein Volumen von mehr als 1 Mrd. EUR. Dies überrascht nicht, ist der Anteil der Selbstzahlerleistungen im Jahr 2017 doch erneut gestiegen und macht nun 8,3 % des Praxisumsatzes aus (Quelle: Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2017 [GGMA]) – der höchste Stand seit Beginn der Befragung im Jahr 2006.

 

1.5 Voraussetzungen für das Angebot von IGeL

 

IGeL sind nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zu berechnen. Ein Vertragsarzt darf Leistungen außerhalb der GKV-Leistungspflicht nur dann als privatärztliche Leistungen nach der GOÄ abrechnen, wenn diese ausdrücklich vom Patienten gewünscht werden (§ 18 Abs. 8 Zif. 2 BMV-Ä, § 21 Abs. 8 Zif. 2 Bundesmantelvertrag-Ärzte/Ersatzkassen [EKV]). Zusätzlich muss bei der Privatbehandlung eines gesetzlich versicherten Patienten vor Beginn der Behandlung die schriftliche Zustimmung des Versicherten eingeholt werden und der Patient muss auf die Pflicht zur Übernahme der Kosten hingewiesen worden sein (§ 3 Abs. 1 und § 18 Abs. 8 Ziff. 3 BMV-Ä; § 2 Abs. 11 und § 21 Abs. 8 Ziff. 3 EKV). Sowohl eine mündliche Zustimmung als auch eine Teilzahlung des Patienten reichen nicht (LG Mannheim, Urteil vom 18.01.2008, Az. 1 S 99/07).

 

  1. Sind IGeL überhaupt für den Arzt rentabel?

 

Hat sich der Arzt dazu entschieden, IGeL anzubieten, dann sollte er auf die Rentabilität der Leistung achten (vgl. In der Gewinnzone, Frielingsdorf, IGeL aktiv 2-2008). Frielingsdorf schlägt als Kennzahl den Deckungsbeitrag vor, aus dem er bei Berücksichtigung der Fixkosten die Anzahl der notwendigen Behandlungen ableitet, um die Gewinnschwelle (Break-Even) zu erreichen. An folgende Positionen ist dabei u. a. zu denken:

 

Einflussfaktoren der Rentabilität

  • das mit der IGeL erzielbare Honorar
  • variabler Personalaufwand
  • als Arbeitszeit des Arztes (der angenommene Stundensatz hat einen großen Einfluss auf die Rentabilität!)
  • als Arbeitszeit der Mitarbeiterin (Stundensatz errechnet aus Gehalt inkl. Sozialabgaben)
  • variabler Materialaufwand
  • z. B. Strom/Energie, Wasser, Papier, Praxisbedarf (Kanülen, Spritzen, Präparate etc.)
  • Medikamente und Präparate, die der Patient selbst bezahlt, sind durchlaufende Posten.
  • fixer Aufwand
  • Miete und Mietnebenkosten (EUR/m²), wenn Flächen benötigt werden, wie das z. B. für Geräteleistungen der Fall ist
  • Finanzierungskosten des Geräts
  • Wartungskosten des Geräts

 

Der Deckungsbeitrag ergibt sich aus der Differenz von Erlös aus IGeL abzüglich dem variablen Aufwand. Die Gewinnschwelle gibt an, wie viele IGeL pro Jahr erbracht werden müssen, um mit dem in die Praxiskasse fließenden Deckungsbeitrag den fixen Aufwand gerade abzudecken. Jede weitere Leistung erhöht mit ihrem Deckungsbeitrag den Gewinn.

 

Praxishinweis | Folgender Zusammenhang ist laut Frielingsdorf beobachtbar: Gerätegestützte Leistungen haben oft einen höheren Deckungsbeitrag als reine Beratungsleistungen. Allerdings haben sie auch ein höheres betriebswirtschaftliches Risiko. Denn wenn die Gewinnschwelle nicht erreicht wird, fallen bei gerätegestützten Leistungen Verluste an. Das ist bei reinen Beratungsleistungen nicht der Fall.

 

  1. Sind IGeL per se umsatzsteuerpflichtig?

 

Eine Pauschalaussage, ob IGeL umsatzsteuerbefreit oder umsatzsteuerpflichtig sind, ist nicht möglich. Es kommt – die Befähigung des Behandlers vorausgesetzt – darauf an, ob die Leistung eine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin ist.

 

3.1 Allgemeine Grundsätze zu § 4 Nr. 14 Buchst. a UStG

  • 4 Nr. 14 Buchst. a UStG befreit Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin von der Umsatzsteuer, die in Ausübung der Tätigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer ähnlichen heilberuflichen Tätigkeit erbracht werden.

 

Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin dienen der Diagnose, Behandlung und, soweit möglich, der Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsstörungen. Sie müssen einen therapeutischen Zweck haben. Hierzu gehören auch Leistungen zum Zweck der Vorbeugung und zum Schutz einschließlich der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der menschlichen Gesundheit. „Ärztliche Leistungen“, „Maßnahmen“ oder „medizinische Eingriffe“ zu anderen Zwecken sind keine Heilbehandlungen (BFH-Urteil vom 19.03.2015, Az. V R 60/14).

 

Zwar müssen die Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin einem therapeutischen Zweck dienen, doch folgt daraus nicht zwangsläufig, dass die therapeutische Zweckbestimmtheit einer Leistung in einem besonders engen Sinne zu verstehen ist (EuGH-Urteil vom 10.06.2010, Az. C-262/08, BFH-Urteil vom 09.03.2015, Az. V R 60/14).

 

So sind auch ästhetische Behandlungen Heilbehandlungen, wenn diese Leistungen dazu dienen, Krankheiten oder Gesundheitsstörungen zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen oder die Gesundheit zu schützen, aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen (EuGH-Urteil vom 21.03.2013, Az. C-91/12; BFH-Urteil vom 09.03.2015, Az. V R 60/14; BFH-Urteil vom 04.12.2014, Az. V R 33/12). Die Steuerbefreiung ist nicht auf solche Leistungen beschränkt, die unmittelbar der Diagnose, Behandlung oder Heilung einer Krankheit oder Verletzung dienen. Sie erfasst auch Leistungen, die erst als Folge solcher Behandlungen erforderlich werden, seien sie auch ästhetischer Natur (Folgebehandlung). So verhält es sich, wenn die medizinische Maßnahme dazu dient, die negativen Folgen der Vorbehandlung zu beseitigen. Dies steht im Einklang mit der Rechtsprechung des EuGH (Urteil vom 21.03.2013, Az. C-91/12), wonach eine therapeutische Zweckbestimmtheit einer Leistung nicht in einem besonders engen Sinne zu verstehen sei (BFH-Urteil vom 19.03.2015, Az. V R 60/14).

 

Beispiel

  • Schönheitsoperationen, soweit diese dazu dienen, Krankheiten oder Gesundheitsstörungen zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen (hier: psychische Gesundheitsstörungen, EuGH-Urteil vom 21.03.2013, Az. C-91/12; BFH-Urteil vom 04.12.2014, Az. V R 16/12).
  • Zahnaufhellungen (Bleaching) zur Beseitigung einer Zahnverdunklung als unmittelbare Folge einer medizinisch indizierten Zahnbehandlung (BFH-Urteil vom 19.03.2015, Az. V R 60/14).

 

Allerdings sind bloße Maßnahmen zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens bzw. ein Wellnessprogramm keine Heilbehandlung im Sinne der Befreiungsnorm, selbst wenn sie von Angehörigen eines Heilberufs erbracht wird. Im Grenzbereich zwischen möglicher Heilbehandlung und Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens greift § 4 Nr. 14 UStG bei Maßnahmen ein, die aufgrund ärztlicher Indikation nach ärztlicher Verordnung oder im Rahmen einer Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme erbracht werden (vgl. BFH-Urteil vom 07.07.2005, Az. V R 23/04 und BFH-Urteil vom 20.01.2008, Az. XI R 53/06).

 

Praxishinweis | Die Kostentragung durch die GKV mag zwar ein Indiz für ein medizinisch-therapeutisches Ziel darstellen, da die Leistungspflicht der GKV nach § 27 SGB V grundsätzlich eine Krankheit voraussetzt. Der Umkehrschluss (keine Kostenübernahme – kein medizinisch-therapeutisches Ziel) ist jedoch unzulässig, da sich die Sozialversicherungsträger bei ihren Überlegungen nicht nur von medizinischen, sondern auch von Wirtschaftlichkeitserwägungen leiten lassen (BFH-Urteil vom 20.01.2008, Az. XI R 53/06 zur medizinisch indizierten und ärztlich verordneten Hippotherapie).

 

3.2 Übertragung der Grundsätze

 

Heilberufliche Leistungen sind – die Befähigung des Leistungserbringers ­vorausgesetzt – umsatzsteuerfrei, wenn bei ihnen ein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht. Nichts anderes gilt für IGeL. Dies gilt unabhängig davon,

  • um welche konkrete heilberufliche Leistung es sich handelt (Untersuchung, Attest, Gutachten usw.),
  • für wen sie erbracht wird (Patient, Gericht, Sozialversicherung o. a.)
  • und wer sie erbringt (freiberuflicher oder angestellter Arzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut oder Unternehmer, der ähnliche heilberufliche Tätigkeiten ausübt, bzw. Krankenhäuser, Kliniken usw.).

Heilberufliche Leistungen sind daher nur steuerfrei, wenn bei der Tätigkeit ein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht (vgl. Abschn. 4.14.1 Abs. 4 S. 3 f. UStAE).

 

Unter die Befreiung fallen Tätigkeiten, die Teil eines konkreten, individuellen, der Diagnose, Behandlung, Vorbeugung und Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsstörungen dienenden Leistungskonzeptes sind (vgl. Abschn. 4.14.1 Abs. 4 S. 5 UStAE). Das schließt erst einmal keine der oben in Abschnitt 1.3 aufgeführten Leistungen grundsätzlich aus. Selbst Beratungsleistungen (Stichwort: Gutachten) oder kosmetische Eingriffe können unter dieser Voraussetzung umsatzsteuerfrei sein. Die Abgrenzung im Einzelfall ist freilich schwierig und der Dokumentationsaufwand hoch.

 

Einen Anhaltspunkt, wie die Finanzverwaltung die Leistungen einordnet, bietet der Katalog der OFD Karlsruhe (05.04.2011, S 7170; insbes. zur Gutachtertätigkeit siehe OFD Frankfurt 09.02.2012, S 7170 A - 63 - St 112).

 

Beispiele für umsatzsteuerfreie Leistungen

  • Gutachten sind umsatzsteuerfrei, wenn ein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht (Alkohol- und Drogengutachten zum Zwecke einer anschließenden Heilbehandlung). Sie sind jedoch umsatzsteuerpflichtig, wenn sie Voraussetzung einer Entscheidung sind, die Rechtswirkung erzeugt (Alkohol- und Drogengutachten zur Untersuchung der Fahrtüchtigkeit). Ein mittelbarer Schutz der Gesundheit reicht nicht.
  • Vorsorgeuntersuchungen, bei denen Krankheiten möglichst frühzeitig festgestellt werden sollen, wie z. B. Krebsfrüherkennung oder Glaukomfrüherkennung,
  • Mammografien einschließlich der von Radiologen erstellten Mammographien im Rahmen des Mammografie-Screenings (Zweitbefund),
  • sonstige Leistungen eines Arztes im Zusammenhang mit einer künstlichen Befruchtung,
  • die im Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch nach § 218a StGB stehenden ärztlichen Leistungen einschließlich der nach den §§ 218b, 219 StGB vorgesehenen Sozialberatung durch einen Arzt,
  • sonstige Leistungen eines Arztes im Zusammenhang mit Empfängnisverhütungsmaßnahmen einschließlich der Sterilisation bei Mann und Frau.

 

3.3 IGeL in der Betriebsprüfung

 

Während Kassenleistungen in der Betriebsprüfung unkritisch sind, bergen IGeL grundsätzlich das Risiko, dass der Prüfer das medizinisch-therapeutische Ziel anzweifeln könnte. Es ist daher wichtig, Beweisvorsorge zu betreiben und den medizinischen Hintergrund der Leistung gesondert zu dokumentieren (regelmäßig durch substantiierte Eigenaufzeichnungen zum klar formulierten therapeutischen Ziel; bei großvolumigen Leistungen – z. B. ästhetisch-plastische Leistungen – auch durch externe Begutachtung).

 

Die Feststellungslast liegt beim Arzt, da er sich auf die Steuerbefreiung beruft. Es ist seine Aufgabe, die medizinische Indikation nachprüfbar und einzelfallbezogen zu dokumentieren. Es hilft dabei nicht, sich auf die Schweigepflicht zu berufen. Bei der Überprüfung der Umsatzsteuerfreiheit von Heilbehandlungsleistungen ist zwar das für die richterliche Überzeugungsbildung gebotene Regelbeweismaß zum Schutz des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient auf eine „größtmögliche Wahrscheinlichkeit“ zu verringern. Zugleich hat der Steuerpflichtige im gesteigerten Maß den ihn nach § 76 Abs. 1 S. 2 FGO treffenden Mitwirkungspflichten nachzukommen. Dies erfordert detaillierte Angaben zu der mit dem Behandlungsfall verfolgten therapeutischen oder prophylaktischen Zielsetzung (BFH-Urteil vom 04.12.2014, Az. V R 16/12 und BFH-Urteil vom 04.12.2014, Az. V R 33/12).

 

IGeL sind auch noch aus einem anderen Grund interessant. Nach Dorrien sollen die „Erfahrungen aus Betriebsprüfungen und Steuerfahndungsmaßnahmen zeigen, dass gerade niedergelassene Ärzte erstaunlich oft gegen das Gesetz verstoßen, wenn sie individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) erbringen.“ IGeL-Leistungen werden außerhalb des Abrechnungssystems der GKV erbracht, unterliegen aber den Aufzeichnungspflichten für steuerliche Zwecke (§§ 140, 145 Abs. 2, 146 Abs. 1 AO). Sie setzen immer einen schriftlichen Vertrag voraus und es gelten die GOÄ und deren Anforderungen an die ordnungsgemäße Rechnungsstellung. Barzahlungen ohne Beleg sind nicht erlaubt.

 

Beispiel

Stellt der Betriebsprüfer fest, dass eine Praxis – im Internet, mittels Flyer oder durch Angebote der Sprechstundenhilfe – IGeL anbietet, so wird er den Investitionsaufwand für teure Geräte (Betriebsausgaben) mit der tatsächlichen Nutzung vergleichen oder das auch vom Arzt zu führende Wareneingangsbuch daraufhin überprüfen, ob dort Aufwendungen für IGeL-Produkte erfasst sind. Erscheint ihm das Verhältnis zwischen Werbung für Zusatzleistungen und ihrer schriftlichen Erfassung beziehungsweise Abrechnung fragwürdig, wird er seine Prüfung erweitern und schließlich eine Zuschätzung vornehmen.

 

(Quelle: Umsatzsteuerpflicht bei IGeL: Unterschätztes Terrain [Dorrien 2013])

 

Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser03.08.2018

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Privatliquidation

Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser

 

In Zusammenhang mit der Privatabrechnung der Kataraktoperation mittels Femtosekundenlaser gab es in der Vergangenheit immer wieder rechtliche Auseinandersetzungen, vor allem mit der Beihilfe. Denn im Gegensatz zur LASIK-Operation enthalten die Beihilfevorschriften keinen Erstattungsausschluss zur Laseranwendung bei einer Kataraktoperation. Die Erstattungsfähigkeit war daher lange umstritten. Inzwischen ist sie durch zahlreiche Urteile bestätigt.

 

Zu klären war in den rechtlichen Auseinandersetzungen stets die Frage der analogen Berechnung der Nr. 5855 GOÄ – wie vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) e.V. empfohlen – neben der einschlägigen Nr. 1375 GOÄ (für die eigentliche Kataraktoperation). Als Zuschlag für die Nutzung eines Lasers bei ambulanten Operationen stünde ja die – deutlich niedriger bewertete – Nr. 441 GOÄ zur Verfügung.

 

Da es für die Berechnung der Kataraktoperation mithilfe eines Femtosekundenlasers bisher keine Empfehlung der Gremien der Bundesärztekammer (BÄK) gibt, verweist die BÄK in ihrem GOÄ-Ratgeber vom 7. August 2017 auf zwei Urteile, in denen eine Abrechnung des Fem-tosekundenlasers bei der Kataraktoperation analog der Nr. 5855 GOÄ (einschließlich der zugehörigen Sachkosten, wie z. B. Interface), als zutreffend erachtet wurde: Das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 24. Juni 2015 (Az. 26 K 4701/14) sowie das Urteil des Amtsgerichts Reutlingen vom 26. Juni 2015 (Az. 5 C 1396/14). In beiden Urteilen wurde der zusätzliche Ansatz der Nr. 5855 GOÄ analog neben der Nr. 1375 GOÄ anerkannt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die genannten und weitere Urteile der letzten 3 Jahre.

 

Merke: Mit dem Analogabgriff der Nr. 5855 GOÄ ist die Laseranwendung bereits berücksichtigt, sodass dafür nicht nochmals die Nr. 441 GOÄ zum Ansatz kommen kann. Außerdem ist bei der Nr. 5855 GOÄ zu beachten, dass da die Ziffer aus Abschnitt O der GOÄ stammt und daher der beschränkte Gebührenrahmen von 1,0 bis 1,8-fach gilt (mit Begründung auf der Rechnung bis maximal 2,5-fach). Eine Abdingung oberhalb des 2,5-fachen Gebührensatzes ist gemäß § 2 Abs. 3 GOÄ für Leistungen aus dem Abschnitt O unzulässig. Beide Regeln gelten aufgrund der in § 6 Abs. 2 GOÄ geforderten Gleichwertigkeit auch beim analogen Ansatz der Nr. 5855 GOÄ.

 

Katarakt-OP mit Femtosekundenlaser: Urteile zur Erstattungsfähigkeit

Urteil

Kostenträger

Tenor

Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf, Beschluss vom 24.06.2015

(Az. 26 K 4701/14) Volltext

Beihilfe

Anregung eines Vergleichs unter Anerkenntnis der Nrn. 1375 und 5855 analog mit 2,5-fachem Faktor, aber nicht der Nr. 5377 für die 3-D-Rekonstruktion*

Amtsgericht (AG) Reutlingen, Urteil vom 26.06.2015 (Az. 5 C 1396/14) Urteilsbesprechung

Private Kranken-versicherung (PKV)

Anerkenntnis der Berechnung mit den Nrn. 1375 plus 5855 analog (2,5-fach)

VG Köln, Urteile vom 10.11.2016

(Az. 1 K 3094/16 Volltext und

Az. 1 K 4550/16 Volltext)

sowie vom 22.01.2016

(Az. 1 K 8285/16 Volltext)

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog

VG München, Urteil vom 08.12.2016 (Az. M 17 K 16.483) Volltext

 

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog mit 1,8-fachem Steigerungssatz

VG Koblenz, Urteil vom 03.02.2017 (Az. 5 K 950/16.KO) Volltext

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung nach den Nrn. 1375 plus 5855 analog, allerdings nur dann, wenn zur Nr. 5855 der 1,8-fache Faktor nicht überschritten wird

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Dass das VG Düsseldorf die Berechnung von Nr. 5377 abgelehnt hat, ist plausibel. Die 3-D-Rekonstruktion ist hier keine selbstständige Leistung. Ebenso plausibel ist, dass ein höherer Faktor für jede der Leistungen individuell, patienten- oder krankheitsbezogen zu begründen ist. Der systematisch erhöhte Aufwand der Operation durch die Anwendung des Femtosekundenlasers ist ja schon durch die zusätzliche analoge Berechnung der Nr. 5855 berücksichtigt.

Fehlerkommunikation: So vermeiden Sie Gerichtsverfahren und Reputationsverluste19.07.2018

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Krisenmanagement

Fehlerkommunikation: So vermeiden Sie

Gerichtsverfahren und Reputationsverluste

 

von Jens Hollmann, Berater und Coach, www.medplus-kompetenz.de und 

RAin, FA MedR Dr. Birgit Schröder, Hamburg, www.dr-schroeder.com

 

Neben Aufklärungs- und Behandlungsfehlern ist die Ursache vieler Arzthaftungsverfahren der Umgang mit solchen Fehlern: Unerfüllte Erwartungen, enttäuschte Hoffnungen oder mangelnde Wertschätzung führen zu Unzufriedenheit und Frust aufseiten der Patienten. Viele von ihnen suchen die Auseinandersetzung vor Gericht und/oder die Information der Medien, um ihren Emotionen Luft zu machen. Ein professioneller, lösungsorientierter Umgang mit Fehlern verhindert, dass es überhaupt so weit kommt.

 

Worum es geht – wo Menschen arbeiten, passieren Fehler

 

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Fehler sind keine absichtlichen oder vorsätzlichen Handlungen, sondern „Abweichungen vom Richtigen“ oder „irrtümliche Entscheidungen bzw. Maßnahmen“. Dennoch bleibt der Umgang mit Fehlern bzw. Fehlervorwürfen eine Herausforderung.

 

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Eskalationsketten vermeiden

 

Vielfach entstehen Eskalationsketten und weitere Fehler, indem diese verheimlicht, verschwiegen oder vertuscht werden. Keiner erwartet, dass alles immer fehlerfrei läuft. Aber ein professioneller Umgang mit Fehlern wird zu Recht erwartet. Das fängt schon bei der Aufklärung an: Vermitteln Sie dem Patienten eine realistische Vorstellung davon, was er im Rahmen einer Therapie erwarten kann und was nicht. Kommunizieren Sie mit der gebotenen Sensibilität. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass das Arztgespräch für den Patienten weit mehr ist als reiner Informationsaustausch: Der Patient erwartet von Ihnen Verständnis für sein Leiden und sucht Ihre Hilfe als Arzt.

Eine Reaktion auf eine „Beschwerde“ bestimmt maßgeblich, wohin die Reise geht und ob die Angelegenheit für beide Seiten zu einem guten oder schlechten Ergebnis führt. Auch wenn derartige Gespräche nicht angenehm sind und gerne vermieden werden: Bereits zu Beginn ist die Weichenstellung wichtig.

 

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Wichtig | Wer die Chance ungenutzt lässt, die Kritik oder den Unmut nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, bekommt diese später nicht mehr.

 

Die richtige Einstellung entscheidet

 

Selbst wer keine rationale Grundlage für eine Beschwerde hat, sollte ruhig angehört werden. Auch in einem solchen Fall sind emotionale Reaktionen, Schuldzuweisungen oder die gänzliche Konfliktvermeidung fehl am Platz.

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Quelle: Jens Hollmann, Führungskompetenz für Leitende Ärzte, Seite 141.

 

Eine gute (Kontroll-)Frage an sich selbst ist die, wie Sie selber behandelt werden möchten, wenn Sie unzufrieden, enttäuscht oder verletzt sind. Die meisten Menschen erwarten in einer solchen Situation wenigstens, dass man ihnen in Ruhe zuhört und sie die Gelegenheit bekommen, sich ausführlich mitzuteilen. I. d. R. möchten sie wenigstens mögliche Ursachen eines Fehlers (z. B. Übertragungswege einer Infektion) erklärt bekommen. Das kostet Zeit – u. U. auch viel Zeit, die im Klinikalltag oftmals fehlt. Diese Zeit indes nicht zu investieren heißt aber auch, zu riskieren, dass der Patient vor Gericht zieht, sich an die Presse wendet oder die Staatsanwaltschaft informiert.

 

Der „richtige“ Konfliktstil

 

Als formalisierte Verfahren eignen sich Gerichtsverfahren vermutlich am wenigsten, alle Beteiligten zufriedenzustellen. Ein Gerichtsurteil lässt immer Unzufriedene zurück – häufig auf beiden Seiten. Der ideale Konfliktstil arbeitet auf eine Konsenslösung hin.

 

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Quelle: Jens Hollmann, Führungskompetenz für Leitende Ärzte, Seite 143.

 

Wichtig | Der Konsens ist zu unterscheiden vom („faulen“) Kompromiss. Der Konsens will eine Lösung herbeiführen, die für beide Seiten zufriedenstellend ist, und sucht keine rasche Einigung „um des lieben Friedens willen“.

 

Vermeidungsverhalten ist nicht zielführend

 

Oft wird argumentiert, man dürfte dem Patienten gegenüber „nichts zugeben“, ansonsten laufe man Gefahr, den Versicherungsschutz zu gefährden (siehe CB 02/2016, Seite 4). Dabei wird verkannt, dass nicht in jedem Gespräch über den Behandlungsverlauf oder das Behandlungsergebnis ein Haftungsanerkenntnis zu sehen ist. Die sachliche Information über einen Sachverhalt ist kein Anerkenntnis. Ein solches liegt nur vor, wenn sich jemand persönlich zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet. Nur dann kann es Probleme mit dem Versicherer geben. Ein Gespräch sollte also keinesfalls aus Sorge vor Fehlern unterbleiben – das wäre vermutlich der größte Fehler.

 

So beugen Sie Kommunikationskrisen vor

 

In heißen Phasen einer Auseinandersetzung einen kühlen Kopf zu bewahren, ist sehr schwer. Je stärker Ihnen dies gelingt, desto weniger Folgeschäden werden Sie nach der Bewältigung des Konflikts verzeichnen.

 

Die eigene Erregung kontrollieren und vertrauensbildende Maßnahmen schaffen

In dem Moment, in dem Sie sich angegriffen fühlen, mobilisieren Sie bewusst oder unbewusst Ihre inneren Kräfte, um diese Situation zu überwinden. Versuchen Sie ruhig zu bleiben, damit Sie den Überblick behalten.

 

Eine offene Kommunikation kultivieren

Hören Sie genau zu, was Ihr Gegenüber sagt. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie nach, ob Sie den anderen richtig verstanden haben.

 

Die Vorteile der Einigung betonen

Erst jetzt ist es sinnvoll, den eigentlichen Konfliktgegenstand zum Thema zu machen und Ihrem Gegenüber die gemeinsame Bewältigung des Konflikts anzubieten. Versuchen Sie, die Vorteile und nicht die Risiken der Einigung herauszustreichen und für beide Beteiligten die jeweils besten Optionen zu erarbeiten.

 

Regeln festlegen

Honorieren Sie auch kleine Schritte einer Einigung. Lassen Sie sich nicht auf vorschnelle Entscheidungen ein („fauler Kompromiss“). Wenn Sie sich geeinigt haben, halten Sie die Punkte schriftlich fest, damit Sie beide sich in Zukunft darauf berufen können („pacta sunt servanda“).

 

 

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Weiterführender Hinweis

  • Hollmann, Jens: Führungskompetenz für Leitende Ärzte. Motivation, Teamführung, Konfliktmanagement im Krankenhaus. Reihe: Erfolgskonzepte Praxis- & Krankenhausmanagement. Heidelberg: Springer, 2. Auflage 2013, ISBN 978-3-642-29341-2, 199 Seiten, 49,95 Euro.

 

Krankenhausbehandlung Versicherter auch ohne vertragsärztliche Einweisung29.06.2018

Krankenhausbehandlung Versicherter auch ohne vertragsärztliche Einweisung

QUELLE: BSG

Der Vergütungsanspruch eines zugelassenen Krankenhauses gegen eine Krankenkasse für eine erforderliche und wirtschaftliche teilstationäre Behandlung ihres Versicherten setzt keine vertragsärztliche Einweisung in das Krankenhaus voraus. Dies hat der 1. Senat des Bundessozialgerichts am 19.06.2018 entschieden (Az. B 1 KR 26/17 R). 

 

Die klagende Krankenhausträgerin forderte vergeblich für die teilstationäre Behandlung des bei der beklagten Krankenkasse Versicherten 5.596,24 Euro. Die Beklagte lehnte jegliche Zahlung ab, da die Behandlung ohne vertragsärztliche Einweisung (als „Selbsteinweisung“) erfolgte. Anders als das Sozialgericht Hannover hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen die Beklagte zur Zahlung nebst Zinsen verurteilt. Zu Recht, wie nun das Bundessozialgericht entschieden hat: Der Vergütungsanspruch für eine Krankenhausbehandlung entsteht unmittelbar mit der Inanspruchnahme der Leistung durch den Versicherten kraft Gesetzes, wenn die Versorgung – wie hier – in einem zugelassenen Krankenhaus erfolgt, erforderlich und wirtschaftlich ist. Eine vertragsärztliche Verordnung ist auch außerhalb von Notfällen keine formale Voraussetzung des Anspruchs. Dies riefe Versorgungsmängel hervor und setzte die Krankenhäuser bei der Aufnahmeprüfung unzumutbaren Haftungsrisiken aus. Sie dürfen Versicherte, die sich ohne vertragsärztliche Einweisung mit einer Akutsymptomatik vorstellen, nicht einfach ohne Untersuchung wegschicken. Die hiervon abweichende Vereinbarung im niedersächsischen Landesvertrag verstößt gegen Bundesrecht.

 

Hinweise zur Rechtslage

§ 39 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (idF durch Art. 3 Nr. 2 KHRG v. 17.03.2009) – Auszug –

 

(1) Die Krankenhausbehandlung wird vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant erbracht. Versicherte haben Anspruch auf vollstationäre Behandlung durch ein nach § 108 zugelassenes Krankenhaus, wenn die Aufnahme nach Prüfung durch das Krankenhaus erforderlich ist, weil das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann. (…)

 

(2) Wählen Versicherte ohne zwingenden Grund ein anderes als ein in der ärztlichen Einweisung genanntes Krankenhaus, können ihnen die Mehrkosten ganz oder teilweise auferlegt werden.

 § 3 des Vertrags nach § 112 SGB V zwischen der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen

 

(2) Krankenhausbehandlung (stationär oder teilstationär/vor- und nachstationär) wird durchgeführt, wenn sie – von Notfällen abgesehen – von einem Kassen-/Vertragsarzt verordnet ist und nach Art oder Schwere der Krankheit die medizinische Versorgung gemeinsam mit der pflegerischen Betreuung nur mit den Mitteln eines Krankenhauses möglich ist, das heißt ambulante kassen-/vertragsärztliche Versorgung nicht ausreicht.

 

(4) Ein Notfall im Sinne des Abs. 2 liegt insbesondere vor, wenn sich der Versicherte infolge von Verletzung, Krankheit oder sonstigen Umständen in Lebensgefahr befindet oder der Gesundheitszustand in kurzer Zeit eine wesentliche Verschlechterung befürchten lässt, sofern nicht unverzüglich stationäre Behandlung eingeleitet wird. Bei Einweisung durch einen Notarzt des Rettungsdienstes liegt in jedem Fall ein Notfall vor.

 

 

Interview: Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer jameda: „Wir behandeln alle Ärzte gleich“28.06.2018

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Interview

Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer jameda: „Wir behandeln alle Ärzte gleich“

Im Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem Urteil zum Geschäftsmodell des Online-Bewertungsportals jameda bundesweites Aufsehen erregt (siehe nebenstehenden Beitrag). Zwar stellt das Urteil nicht die Plattform an sich infrage, der BGH besteht jedoch auf Nachbesserungen. Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer von jameda, erläutert im Gespräch mit Bernd Hein, Fachjournalist Gesundheitswesen, warum die Veröffentlichung von Kritik durch Patienten den Ärzten eher nützt als schadet.

 

Frage: Herr Dr. Weiß, nach dem BGH-Urteil mussten Sie das Profil einer Ärztin löschen. Bedroht die Rechtsprechung Ihr Geschäftsmodell, zu dem auch der Anspruch der vollständigen Listung niedergelassener Ärzte gehört?

 

Antwort: Unser Ziel ist es, Ärzte und Patienten passgenau zusammenzuführen, indem wir die Transparenz über Leistungen niedergelassener Ärzte erhöhen. Vollständige Arztlisten sind hierfür ein elementarer Baustein. Das BGH-Urteil hat das grundsätzliche Recht auf vollständige Listung nicht infrage gestellt. Vielmehr haben die Richter befunden, dass Portale wie jameda Ärzte dann nicht ohne ihr Einverständnis führen dürfen, wenn im näheren Umfeld ihres Eintrags Anzeigen für relevante andere Ärzte in der unmittelbaren Umgebung erscheinen. Diese Anzeigen haben wir von der Plattform entfernt, sodass sich kein Anspruch auf Löschung aus unserem Verzeichnis ergibt.

 

Frage: Welchen Vorteil haben Ärzte, die eine Mitgliedschaft in Ihrem Portal bezahlen, gegenüber jenen, die dort kostenfrei erwähnt sind?

 

Antwort: Mit einem jameda-Premium-Profil können sich Ärzte den über sechs Mio. Patienten auf der Plattform präsentieren. Man kann dies mit einer Homepage vergleichen, die umfangreiche Informationen, Expertenartikel, Bilder und Videos enthält und die den Patienten Orientierung bei der Suche nach dem passenden Arzt gibt. Einen Einfluss auf die Position in den jameda-Ärztelisten oder auf den Umgang mit Bewertungen hat der Kundenstatus nicht. Wir behandeln alle Ärzte gleich.

 

Frage: Was denken Sie über die Haltung des BGH, eine kommerzielle Nutzung der Einträge auf jameda verletze den Datenschutz?

 

Antwort: Das Urteil stellt keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen dem Datenschutz und der kommerziellen Nutzung der Einträge her. Das Recht auf eine umfassende Darstellung auf unserer Seite gegen Entgelt wird also nicht infrage gestellt. Hervorgehoben wird aber, dass ein Plattformbetreiber, der vollständige Arztlisten anbieten möchte, neutral agieren muss. Diese Neutralität ist auch für uns von höchster Bedeutung, weshalb wir Kunden im Hinblick auf Bewertungen in keiner Weise bevorteilen.

 

Frage: Im Schnitt zeigen Ärzte, die mit jameda einen Vertrag geschlossen haben, tendenziell nicht nur mehr Bewertungen, sondern auch eine bessere Stellung im Ranking als die Kollegen, die keine jameda-Kunden sind. Ist dieser Eindruck korrekt?

 

Antwort: Es ist möglich, dass Ärzte mit einem Premium-Eintrag im Durchschnitt mehr oder bessere Bewertungen haben. Hier darf jedoch Korrelation nicht mit Kausalität verwechselt werden. Vielmehr gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, weshalb sie bessere oder mehr Bewertungen haben. Vielleicht legen diese Ärzte größeren Wert auf zufriedene Patienten, führen ihre Praxen kundenfreundlicher, haben die Vorteile des Praxismarketings für sich entdeckt oder bitten ihre Patienten aktiv darum, ihre Erfahrungen auf jameda zu teilen. Andersherum ist es möglich, dass sich Ärzte, die zeitweilig viele gute Bewertungen bekommen haben, eher für ein Premium-Profil entscheiden, um Zusatzinformationen auf ihrem Profil zu hinterlegen. Auf keinen Fall – dieser Punkt ist uns sehr wichtig – können sich Ärzte mit einem Premium-Profil positive Bewertungen kaufen oder negative Bewertungen gegen Geld löschen lassen.

 

Frage: jameda soll Patienten informieren und ihnen die Entscheidung erleichtern, welchen Arzt sie konsultieren sollen. Sehen Sie auch für die Ärzte, die negative Kritik erhalten haben, Vorteile durch Ihr Portal?

 

Antwort: jameda hilft Ärzten, passende Patienten für ihre Praxis zu gewinnen. Als Deutschlands größte Arztempfehlung bieten wir Ärzten die Möglichkeit, ihre Praxis und ihr Leistungsspektrum ausführlich und zielgerichtet zu präsentieren – und zwar dort, wo die meisten Patienten sind. Zudem sind wir Marktführer für die Online-Terminvergabe – ein Service, mit dem Ärzte gezielt Patienten gewinnen, Praxisabläufe optimieren und Terminausfälle reduzieren können. Alle Bewertungen sind hilfreich, weil sie ein wertvolles Feedback bilden. So ergab eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg, dass 55 Prozent der auf jameda registrierten Ärzte aufgrund der Bewertungen Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit durchführen.

 

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Frage: Ein Arzt berichtet, dass durch jameda-Beurteilungen erheblicher Druck entsteht. Patienten könnten ungefiltert ungerechtfertigte Kritik veröffentlichen. Was halten Sie von dieser Meinung?

 

Antwort: Bei Online-Bewertungen handelt es sich immer um subjektive Erfahrungen, die zum Beispiel ein Patient in einer Praxis gemacht hat. Essenziell ist, dass die Kritik fair und nicht beleidigend ist und dass sie keine falschen Tatsachenbehauptungen enthält. Aus diesem Grund hat jameda ein Qualitätssicherungsverfahren implementiert, das Bewertungen mithilfe von Algorithmen und manuell überprüft. Zudem hat jeder Arzt in Deutschland die Möglichkeit, sich über Bewertungen automatisch informieren zu lassen und einen Prüfprozess einzuleiten, wenn ihm eine Bewertung nicht rechtmäßig erscheint. Auch kann jeder Arzt seine Bewertungen kommentieren. Zusätzlich arbeiten wir an einer neuen Form der Arztsuche, die neben Erfahrungsberichten von Patienten weitere – objektive – Qualitätsindikatoren berücksichtigt. Mit der Konferenz „Arztsuche 3.0 – Versorgungsqualität transparent machen“ ( www.arztsuche3null.de ), haben wir eine intensive Diskussion unter allen Verantwortlichen angestoßen.

 

Frage: Die Anonymität der kommentierenden Nutzer senkt deren Hemmschwelle, unwahre Behauptungen oder kurzsichtige Reaktionen auf beispielsweise emotional belastende Situationen ins Netz zu stellen. Wie beurteilen Sie die Zuverlässigkeit der dadurch zustandekommenden Noten?

 

Antwort: Wir ermöglichen eine anonyme Bewertungsabgabe, da wir überzeugt sind, dadurch aussagekräftigere Erfahrungsberichte zu erhalten. Wer möchte schon unter einem Klarnamen von seinem Besuch beim Gynäkologen, Urologen oder Psychiater berichten? Das Ergebnis nicht anonymer Bewertungen wäre ein verkürzter Bericht mit wenig Aussagekraft. Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung bewusst und betreiben sehr viel Aufwand, um nur authentische Bewertungen zu veröffentlichen. Manipulierte Bewertungen sowie solche, die Schimpfwörter enthalten, werden zuverlässig identifiziert und nicht veröffentlicht.

 

Frage: Sie löschen immer wieder kritische Kommentare. Nach welchem Prinzip gehen Sie dabei vor, um trotzdem die Unabhängigkeit und Vertrauenswürdigkeit Ihres Portals sicherzustellen?

 

Antwort: Bewertungen werden nach umfangreicher Prüfung entfernt, wenn sie entweder den rechtlichen Anforderungen nicht genügen, also falsche Tatsachenbehauptungen, Beleidigungen oder Schmähkritik enthalten, oder wenn sie unseren Nutzungsrichtlinien nicht entsprechen und es sich etwa um Eigen- oder Mehrfachbewertungen handelt und die Authentizität nicht nachzuweisen ist. Trotz unseres sehr zuverlässig arbeitenden Prüfalgorithmus sind wir hier jedoch auch auf die Mithilfe der Ärzte angewiesen, die uns darüber informieren können, wenn eine Bewertung nicht den Tatsachen entspricht.

 

Frage: Medizinische Behandlungen sind häufig sehr komplex und greifen tief in das Befinden der Patienten ein. Wie werden Sie in Ihrem Portal solchen außergewöhnlichen Lebenssituationen gerecht?

 

Antwort: Patienten können auch bei komplexen Behandlungen einschätzen, wie es ihnen geht und ob ihnen die Behandlung geholfen hat. Natürlich müssen die Bewertungen stets fair sein und den Tatsachen entsprechen. Daher können diese Menschen entsprechend der Meinungsfreiheit über ihre Erfahrung beim Arztbesuch in Form von Bewertungen berichten. Zusätzlich sind Patienten auf Arztsuche durchaus in der Lage, Arztbewertungen differenziert zu betrachten. So achtet über die Hälfte derjenigen, die Arztbewertungen lesen, auf Bedürfnisse des Verfassers. Ist eine Bewertung unsachlich oder einseitig geschrieben, schätzen die Nutzer von jameda diese als weniger relevant ein.

 

Herr Dr. Weiß, vielen Dank für das Gespräch!

 

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DS-GVO – Jetzt wird es auch für Augenärzte ernst21.06.2018

Gesundheitsdatenschutzrecht

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DS-GVO – Jetzt wird es auch für Augenärzte ernst

 

von RAin und FAin für MedizinR Taisija Taksijan, LL.M., D+B Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Berlin, www.db-law.de 

 

Im Datenschutz liegt für Augenärzte mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) seit dem 25.05.2018 eine große Herausforderung. Die Umsetzung einiger Vorgaben sollte man spätestens jetzt in Angriff nehmen. Denn Verstöße gegen das Datenschutzrecht werden zukünftig hart bestraft. Die DS-GVO sieht Bußgeld von bis zu 20 Mio. Euro bzw. 4 Prozent des Jahresumsatzes vor – je nachdem, was höher liegt. Lesen Sie im Folgenden, worauf Sie als niedergelassener Arzt achten müssen und am Ende des Beitrags, was für Sie als Klinikarzt zudem wichtig ist.

 

Augenärztliche Daten sind sensibel

Augenärzte sind stets mit der Erfassung und Speicherung von Patientendaten befasst. Deshalb müssen gerade sie in ihrem beruflichen Alltag ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz legen. Die Behandlungsdaten enthalten Angaben, aus denen sich Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten ableiten lassen. Es handelt sich damit um Gesundheitsdaten im Sinne des

Art. 4 Nr. 15 DS-GVO. Diese dürfen als „besondere Kategorien personenbezogener Daten“ nach Art. 9 Abs. 1 DS-GVO wegen der besonderen Sensibilität nur unter erhöhten Voraussetzungen verarbeitet werden. „Verarbeitung“ ist dabei ein Oberbegriff für alle Datenumgänge. Davon erfasst sind nach Art. 4 Nr. 2 DS-GVO

  • jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie
  • das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung.

 

Praxisinhaber ist auch für Auftragsverarbeiter verantwortlich

Der Praxisinhaber hat die Gesamtverantwortung für eine rechtmäßige Datenverarbeitung und die Einhaltung der geltenden Datenverarbeitungsgrundsätze. Diese erstreckt sich nicht nur auf die Verarbeitung durch den Verantwortlichen selbst, sondern umfasst auch die Verarbeitung durch Auftragsverarbeiter.

 

Datenschutz-Folgen abschätzen

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Verpflichtung zur sogenannten Datenschutz-Folgenabschätzung als Instrument zur systematischen Eindämmung datenschutzrechtlicher Risiken. Bereits eine kleine Arztpraxis dürfte in den meisten Fällen verpflichtet sein, im Vorfeld der Datenverarbeitung Risikoanalysen und Datenschutz-Folgenabschätzungen vorzunehmen (Art. 35 DS-GVO).

 

Praxishinweis: Bei einer Datenschutz-Folgenabschätzung sind insbesondere die geplante Datenverarbeitung und ihr Zweck systematisch zu beschreiben. Die Risiken eines Datenverlusts müssen bewertet und Maßnahmen dokumentiert werden, die zur Bewältigung dieser Risiken erfolgen. Es dürfte dabei sinnvoll bzw. notwendig sein, etwa Hersteller von IT-Systemen einzubeziehen.

 

Verarbeitungsverzeichnis anlegen

Darüber hinaus ist ein Verarbeitungsverzeichnis anzulegen (Art. 30 DS-GVO). Dieses muss folgende Angaben enthalten:

 

  • Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen, seines Vertreters und ggf. des Datenschutzbeauftragen
  • Zweck der Datenverarbeitung
  • Beschreibung der Kategorien betroffener Personen und personenbezogener Daten
  • Nach Möglichkeit die vorgesehenen Fristen für die Löschung
  • Nach Möglichkeit eine allgemeine Beschreibung der technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Wahrung eines angemessenen Schutzniveaus

 

Auf Anfrage der Aufsichtsbehörden müssen die Verzeichnisse diesen zur Verfügung gestellt werden.

 

Praxishinweis: Alle Tätigkeiten der Datenverarbeitung sollten rechtzeitig in einem Verzeichnis beschrieben werden. Das Verzeichnis kann sodann als wesentliche Grundlage für eine strukturierte Dokumentation genutzt werden.

 

Informationspflichten erfüllen

Außerdem kommen auf Ärzte neue und umfangreiche Informationspflichten zu (Art. 13 DS-GVO). Patienten müssen konkret darüber informiert werden, was mit ihren Daten passiert und über welche Rechte sie verfügen. Folgende Mitteilungen sind dabei insbesondere gegenüber dem Patienten zu machen:

 

  • Namen und Kontaktdaten des Verantwortlichen sowie seines Vertreters
  • Kontaktdaten des Bundesdatenschutzbeauftragten
  • Zwecke der Datenverarbeitung
  • Rechtsgrundlage der Datenverarbeitung
  • Dauer der Datenspeicherung
  • Rechte des Patienten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Datenverarbeitung, Datenübertragung
  • Recht auf Widerruf der Einwilligung
  • Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde

 

Praxishinweis: Für die konkrete Information Ihrer Patienten müssen Sie entsprechende Informationsschreiben vorbereiten.

 

Datenverlust melden

Im Falle eines Datenverlusts gilt die Pflicht zur Selbstanzeige gegenüber der Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden (Art. 32 DS-GVO). Auch der betroffene Patient ist unverzüglich zu benachrichtigen (Art. 33 DS-GVO). Entsprechende Pflichten können etwa durch folgende Datenpannen ausgelöst werden:

 

  • Fehlende oder fehlerhafte Datensicherung (Backup)
  • „Hackerangriff“, Datendiebstahl, Datenmanipulation
  • Ungenügender Zutritts- bzw. Zugangsschutz
  • Fehlgeleitete E-Mail
  • Datenverlust, Verlust von Geräten und Datenträgern

 

Datenschutzbeauftragten anzeigen

Mit Wirksamwerden der DS-GVO müssen Praxen, die zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten verpflichtet sind, diesen der zuständigen Aufsichtsbehörde melden (Art. 37 Abs. 7 DS-GVO). Dies betrifft jedenfalls größere Praxen mit zehn oder mehr Mitarbeitern, die ständig mit automatisierter Datenverarbeitung beschäftigt sind. Eine Verpflichtung besteht zukünftig aber auch für kleinere Gemeinschaftspraxen.

 

Unterbleibt die Meldung des Datenschutzbeauftragten, stellt dies nicht nur einen Verstoß dar, sondern auch eine Möglichkeit für die Aufsichtsbehörde, anhand der fehlenden Meldung schnell festzustellen, wer es mit dem Datenschutz nicht so genau nimmt.

 

Praxishinweis: Jede Praxis sollte überprüfen, ob sie einen Datenschutzbeauftragten bestellen muss. Informieren Sie sich über die zuständige Behörde und bereiten Sie eine Meldung vor.

 

Auftragsverarbeitung regeln

Verträge zur Datenverarbeitung müssen die Vorgaben des Art. 28 DS-GVO enthalten. Bestehende Vereinbarungen mit Auftragsverarbeitern, etwa zur Wartung von IT-Systemen etc., sollten zusammengestellt und auf die Vereinbarkeit mit der DS-GVO hin überprüft werden.

 

Praxishinweis: Wegen einer Neuregelung in § 203 Abs. 4 Strafgesetzbuch sollte in Auftragsverarbeitungsverhältnissen ein Hinweis der Auftraggeber auf die Strafbarkeit der Auftragnehmer enthalten sein.

 

Einwilligung prüfen

Der deutsche Bundesgesetzgeber ist in der Zwischenzeit tätig geworden und hat insbesondere die Anpassung des Bundesdatenschutzesgesetzes (BDSG) beschlossen. Diese Änderungen werden gleichzeitig mit der Wirkungserlangung der DS-GVO zum 25.05.2018 in Kraft treten. Die maßgebliche Erlaubnisnorm für die Verarbeitung von Gesundheitsdaten wird § 22 BDSG sein. Wenn diese nicht ausreicht, wird die Einwilligung des Patienten notwendig.

 

Auch für Einwilligungen gelten strenge Anforderungen (Art. 7 DS-GVO): Die Einwilligung muss freiwillig für einen bestimmten Fall und unmissverständlich abgegeben werden. Sie muss in einfacher, klarer Sprache verfasst werden. Wird sie im Zusammenhang mit anderen Erklärungen eingeholt, muss sie erkennbar abgegrenzt werden. Eine allgemeine umfassende Einwilligung zu unspezifischen Verarbeitungsprozessen ist daher i. d. R. nicht ausreichend.

 

Praxishinweis: Formulare (etwa Anamnesebögen, die eine Einwilligungserklärung enthalten) sollten geprüft und ggf. angepasst werden.

 

Datenschutzkonzept erstellen

Während der Verarbeitung sind die Daten durch technische und organisatorische Maßnahmen im Rahmen eines umfassenden Datenschutzmanagements zu sichern (Art. 32 DS-GVO). Die Umsetzung der vom Gesetzgeber unter der Überschrift „Sicherheit der Verarbeitung“ letztlich nur vage beschriebenen Maßnahmen läuft auf die Etablierung eines Datenschutzkonzepts hinaus.

 

Praxishinweis: Für die Datensicherheit werden ein Risikomanagementsystem und ggf. entsprechende Richtlinien für die Mitarbeiter zu dem Datenumgang erforderlich.

 

Sorgfältig dokumentieren

Schließlich trifft den Arzt eine umfassende Dokumentations- und Rechenschaftspflicht, durch die die Einhaltung aller Vorgaben der DS-GVO nachgewiesen werden soll (Art. 5 Abs. 2 DS-GVO), insbesondere auch die oben aufgezählten Maßnahmen, etwa:

 

  • Datenschutz-Folgeabschätzung
  • Information der Patienten
  • Anzeige des Datenschutzbeauftragten
  • Sicherheitsmaßnahmen

 

Hinweise für Klinik(chef-)ärzte

Verantwortlicher im Sinne der DS-GVO und damit Adressat der entsprechenden Pflichten ist i. d. R. der Krankenhausträger. Ausnahme: Chefärzte. Verantwortlicher i. S. d. DS-GVO wird der Chefarzt nur in den Fällen, in denen er nicht Patienten des Krankenhauses, sondern eigene Patienten behandelt. Der klassische Anwendungsfall ist die Chefarztambulanz. Hier ist der Chefarzt für die Einhaltung der DS-GVO insgesamt so verantwortlich wie der niedergelassene Kollege in seiner Praxis. Auch eine „Rückübertragung“ der Pflichten an das Krankenhaus, welches die DS-GVO ansonsten ebenfalls einzuhalten hat, scheidet im Außenverhältnis aus, Datenschutz ist hier „Chef-(arzt-)sache“. Von der Auftragsdatenverarbeitung zu unterscheiden, ist die wahlärztliche Behandlung: Hier schließt der Patient die Wahlleistungsvereinbarung mit dem Krankenhaus ab. Zwar erbringt auch der Chefarzt ggf. die ärztliche Leistung, „verantwortlich“ im Sinne der DS-GVO ist aber der Krankenhausträger.

 

Komplexer wird die Sachlage, wenn eine Verzahnung zwischen Krankenhaus und Chefarztambulanz über die räumliche Verbindung hinaus vorliegt: Viele Chefärzte mit eigener Ambulanz nutzen die Informationstechnologie des Krankenhauses, um die Daten „ihrer“ Patienten zu verarbeiten. Ebenso enthalten Vereinbarungen zwischen Krankenhaus und Chefarzt z. T. die Vereinbarung, dass die Abrechnung – ähnlich der privaten Verrechnungsstelle (PVS) – über das Krankenhaus erfolgt. Dafür müssen die abrechnungsrelevanten Daten an das Krankenhaus übermittelt werden. In diesen Fällen der Verzahnung ist zu prüfen, ob eine Auftragsdatenverarbeitung vorliegt. Dann wäre eine entsprechende, zusätzliche Vereinbarung zwischen Krankenhaus und Chefarzt und ggf. eine zusätzliche Einwilligung des Patienten in die Datenweitergabe erforderlich. Beides ist zwar nicht erst mit der DS-GVO eingeführt worden. Allerdings war die Überwachung durch die Behörden hier nicht besonders ausgeprägt.

 

Fazit

Augenärzten in Praxis und Klinik kann angesichts der Herausforderungen nur empfohlen werden, sich mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen (und ggf. die Hilfe kompetenter Dienstleister einzuholen). Zunächst sollten sie den Ist-Zustand der Datensicherheit in ihrer Praxis/Ambulanz analysieren und Sicherheitslücken identifizieren. Dann sollten der Soll-Zustand beschrieben und auf dieser Grundlage Prozesse zur Schließung der Lücken und Erreichung des Soll-Zustands installiert werden. Ein Datenschutzkonzept sollte am besten ein Arbeitshandbuch beinhalten, in dem alle Prozesse und Kontrollen vorgeschrieben werden.

 

 

Urteile zur Erstattungsfähigkeit Kat-OP mit Femtosekundenlaser12.06.2018

 Katarakt-OP mit Femtosekundenlaser: Urteile zur Erstattungsfähigkeit

 

Urteil

Kostenträger

Tenor

 

Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf, Beschluss vom 24.06.2015

(Az. 26 K 4701/14) Volltext

Beihilfe

Anregung eines Vergleichs unter Anerkenntnis der Nrn. 1375 und 5855 analog mit 2,5-fachem Faktor, aber nicht der Nr. 5377 für die 3-D-Rekonstruktion*

 

Amtsgericht (AG) Reutlingen, Urteil vom 26.06.2015 (Az. 5 C 1396/14) Urteilsbesprechung

Private Kranken-versicherung (PKV)

Anerkenntnis der Berechnung mit den Nrn. 1375 plus 5855 analog (2,5-fach)

VG Köln, Urteile vom 10.11.2016

(Az. 1 K 3094/16 Volltext und

Az. 1 K 4550/16 Volltext)

sowie vom 22.01.2016

(Az. 1 K 8285/16 Volltext)

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog

 

VG München, Urteil vom 08.12.2016 (Az. M 17 K 16.483) Volltext

 

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung mit Nr. 1375 plus 5855 analog mit 1,8-fachem Steigerungssatz

 

VG Koblenz, Urteil vom 03.02.2017 (Az. 5 K 950/16.KO) Volltext

Beihilfe

Anerkenntnis der Erstattung nach den Nrn. 1375 plus 5855 analog, allerdings nur dann, wenn zur Nr. 5855 der 1,8-fache Faktor nicht überschritten wird

 

*Dass das VG Düsseldorf die Berechnung von Nr. 5377 abgelehnt hat, ist plausibel. Die 3-D-Rekonstruktion ist hier keine selbstständige Leistung. Ebenso plausibel ist, dass ein höherer Faktor für jede der Leistungen individuell, patienten- oder krankheitsbezogen zu begründen ist. Der systematisch erhöhte Aufwand der Operation durch die Anwendung des Femtosekundenlasers ist ja schon durch die zusätzliche analoge Berechnung der Nr. 5855 berücksichtigt.

NEUES ZUR ABRECHNUNG -Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser 11.06.2018

Privatliquidation

Kataraktoperation mit Femtosekundenlaser

 

In Zusammenhang mit der Privatabrechnung der Kataraktoperation mittels Femtosekundenlaser gab es in der Vergangenheit immer wieder rechtliche Auseinandersetzungen, vor allem mit der Beihilfe. Denn im Gegensatz zur LASIK-Operation enthalten die Beihilfevorschriften keinen Erstattungsausschluss zur Laseranwendung bei einer Kataraktoperation. Die Erstattungsfähigkeit war daher lange umstritten. Inzwischen ist sie durch zahlreiche Urteile bestätigt.

 

Zu klären war in den rechtlichen Auseinandersetzungen stets die Frage der analogen Berechnung der Nr. 5855 GOÄ – wie vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) e.V. empfohlen – neben der einschlägigen Nr. 1375 GOÄ (für die eigentliche Kataraktoperation). Als Zuschlag für die Nutzung eines Lasers bei ambulanten Operationen stünde ja die – deutlich niedriger bewertete – Nr. 441 GOÄ zur Verfügung.

Da es für die Berechnung der Kataraktoperation mithilfe eines Femtosekundenlasers bisher keine Empfehlung der Gremien der Bundesärztekammer (BÄK) gibt, verweist die BÄK in ihrem GOÄ-Ratgeber vom 7. August 2017 auf zwei Urteile, in denen eine Abrechnung des Fem-tosekundenlasers bei der Kataraktoperation analog der Nr. 5855 GOÄ (einschließlich der zugehörigen Sachkosten, wie z. B. Interface), als zutreffend erachtet wurde: Das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 24. Juni 2015 (Az. 26 K 4701/14) sowie das Urteil des Amtsgerichts Reutlingen vom 26. Juni 2015 (Az. 5 C 1396/14). In beiden Urteilen wurde der zusätzliche Ansatz der Nr. 5855 GOÄ analog neben der Nr. 1375 GOÄ anerkannt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die genannten und weitere Urteile der letzten 3 Jahre.

 

Merke: Mit dem Analogabgriff der Nr. 5855 GOÄ ist die Laseranwendung bereits berücksichtigt, sodass dafür nicht nochmals die Nr. 441 GOÄ zum Ansatz kommen kann. Außerdem ist bei der Nr. 5855 GOÄ zu beachten, dass da die Ziffer aus Abschnitt O der GOÄ stammt und daher der beschränkte Gebührenrahmen von 1,0 bis 1,8-fach gilt (mit Begründung auf der Rechnung bis maximal 2,5-fach). Eine Abdingung oberhalb des  2,5-fachen Gebührensatzes ist gemäß § 2 Abs. 3 GOÄ für  Leistungen aus dem Abschnitt O unzulässig. Beide Regeln gelten aufgrund der in § 6 Abs. 2 GOÄ geforderten Gleichwertigkeit auch  beim analogen Ansatz der Nr. 5855 GOÄ.

 

 

Neuer Leiter Sales & Marketing bei EYEFOX12.04.2018

Scholtysik_small.png (39 KB)Sven Scholtysik besetzt seit 1. April die Position des Leiters Sales & Marketing. Er verantwortet künftig den gesamten Vertriebsprozess und Marketingaktivitäten von Eyefox.com

 

Sven Scholtysik war zuvor 2 Jahre als Head of Out of Home Media bei der Havas Media, eine der führenden Mediaagenturen in Deutschland, tätig. Der 42-Jährige blickt auf gut 20 Jahre Vertriebserfahrung zurück, die er in Unternehmen wie der WALL AG oder Saint Gobain gesammelt hat und bei Eyefox.com einbringt.

Wir freuen uns auf die Arbeit mit Herrn Scholtysik und wünschen ihm viel Erfolg.