Serie Berufsbilder : Die Sehlehrer: Ausbildung zur Orthoptistin

Orthoptisten behandeln Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene mit Sehstörungen oder Augenerkrankungen und sind im Bereich Rehabilitation tätig.

Wer lesen und schreiben lernen will, geht in die Schule. Wer richtiges Sehen trainieren möchte, geht in die Sehschule. Orthoptisten leiten schielende oder sehschwache Augen zu gutem Sehen an und sorgen dafür, dass beide Augen richtig zusammenarbeiten.

 

Etwa 2.400 Orthoptisten sind zurzeit in Deutschland tätig. Sie behandeln sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene mit Sehstörungen oder Augenerkrankungen. Auch im Bereich der Rehabilitation werden sie tätig. Hier betreuen Orthoptisten zum Beispiel Patienten mit Sehstörungen, die durch einen Unfall oder Schlaganfall ausgelöst wurden, oder versorgen Kinder mit Entwicklungsdefiziten.

 

Vielfältiges Einsatzgebiet

Neben der „Sehschule“, also der Therapie von Sehschwächen und Augenerkrankungen, gehören auch Diagnostik und Prävention zum Aufgabenfeld der Orthoptisten. Sie überprüfen das Sehvermögen der Patienten und untersuchen die Stellung und die Koordination der Augen. Im Rahmen der Diagnostik bestimmen sie zum Beispiel die Sehschärfe in Nähe und Ferne, überprüfen die Nahanpassungsfähigkeit und Lesesehschärfe, untersuchen das Farb- und Kontrastsehen und messen den Schielwinkel.

 

Im Rahmen der Therapie behandeln sie dann die sehschwachen Augen, verbessern die Zusammenarbeit der Augen, beseitigen Doppelbilder oder optimieren Sehhilfen. Bei der Rehabilitation geht es vor allem darum, die Restsehleistung zu optimieren. Die Orthoptisten üben mit den Patienten Sehanwendungsstrategien und versuchen zum Beispiel Schlaganfall-Patienten mit Gesichtsfeldausfällen das Lesen wieder zu ermöglichen.

 

Ausbildung und Zulassungsvoraussetzung

Die Ausbildung zur Orthoptistin dauert drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. In Deutschland bieten derzeit 14 Fachschulen für Orthoptik diese Ausbildung an. Sie alle sind an Universitätskliniken angegliedert. Die Ausbildung umfasst mindestens 4.500 Unterrichtstunden, die sich in 1.700 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie 2.800 Stunden praktische Ausbildung aufteilen. Die Abschlussprüfung umfasst einen schriftlichen, mündlichen sowie einen praktischen Teil. Zulassungsvoraussetzung ist ein Realschulabschluss, eine andere gleichwertige Ausbildung oder eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung.

 

Im Anschluss an die Ausbildung arbeiten Orthoptisten in orthoptischen Einrichtungen an Universitäts-Augenkliniken, in Krankenhäusern, neurologischen Kliniken oder bei niedergelassenen Augenärzten. Orthoptisten, die ihren Schwerpunkt auf den Bereich der Rehabilitation legen, arbeiten zum Beispiel in Frühförderstellen, Sonderschulen oder in Einrichtungen für Sehbehinderte.

 

Weitere Informationen zur Ausbildung von Orthoptisten finden Sie im Internet unter:

www.orthoptik.de https://www.orthoptik.de/infos-fuer-patienten/berufsbildausbildung/ausbildung-orthoptistin